Auf Grund der hohen arithmetischen Rechenleistung und der großen Speicherbandbreite positionieren die Entwickler den Cell BE in den Bereichen Workstations und Multimedia (Bild-, Video- und Audio-Bearbeitung).
Außerdem eignen sich die CPU in Bereichen, wo große Datenmengen "idealerweise" in Echtzeit bearbeitet oder visualisiert werden müssen. So ist unter anderem die Inverse-Diskrete-Cosinus-Transformation (IDCT) eine Bearbeitung im Video-Bereich, die eine hohe Performance benötigt. Grafische Visualisierungen in Echtzeit im Bereich des High-Performance-Computings (HPC) sind ein weiterer Einsatzbereich.
Spielerträume: Die Play-Station 3 von Sony wird das erste "Massenprodukt" mit dem Cell BE. (Quelle: Sony)
Sony nutzt den Cell BE in seiner neuen grafischen Spielekonsole PS3, die Mitte November 2006 auf den Markt kommen soll. In der Playstation arbeitet der Cell BE mit 3,2 GHz Taktfrequenz und nur sieben aktiven SPEs die achte SPE ist redundant.
Damit will Sony vermutlich die Ausbeute erhöhen und den Cell auch dann nutzen können, wenn eine SPE defekt sein sollte. Laut Sony erreicht die PS3 eine theoretische Rechenleistung von 218 GFLOPS, was fast fünf Mal so schnell ist wie die Triple-Core-CPU der Xbox 360.
Toshiba als Konsortium-Mitglied hat für den Cell einen Interface-Chip, den so genannten Super-Companion-Chip (SCC), entworfen, der in der PS3 die Schnittstelle zwischen dem Cell-Prozessor und der Außenwelt bildet.
Der SCC ist ein LSI-Chip, bestehend aus sieben Layern in Kupfertechnik, misst 12,71 mm² und basiert auf der 90 nm-CMOS-Fertigungstechnologie. Die maximale Betriebsfrequenz ist mit 333 MHz bei einer Kernspannung von 1,2V spezifiziert.
IBM propagiert den 9-Core-Cell-Prozessor auch für Workstations mit Linux und verspricht, die Spezifikationen und Details zum Cell öffentlich zugänglich zu machen. Eine Portierung von Linux für Cell war bereits erfolgreich. Seit dem Kernel 2.6.16 ist die Cell-Unterstützung enthalten.
Im Gegensatz zum symmetrischen Multiprocessing (SMP), bei dem auf jedem Prozessor das Betriebssystem läuft, ist das Betriebssystem beim Cell nur auf dem Power-Kern aktiv. Das OS muss selbst für die Verteilung der Aufgaben auf den acht Vektorprozessoren sorgen.
So gesehen ist der Cell BE ein 64-Bit-Prozessor mit acht schnellen, mathematischen Co-Prozessoren für Fest- und Gleitkomma-Berechnungen.
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