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Tipps zum Grafikkartenkauf

17.01.2009 | 11:55 Uhr |

Grafikkarten werden mit gut klingenden Attributen beworben, die oft wenig aussagekräftig oder gänzlich unwichtig sind. Die Kunst beim Kartenkauf besteht darin, das Augenmerk auf drei bis vier Angaben zu beschränken.

Grafikchip:
Der Grafikchip ist für die Grafikleistung ausschlaggebend. Starke GPUs bringen massig 3D-Leistung, sind aber teuer. Dabei kommt es übrigens nur auf die inneren Werte, also beispielsweise auf die Anzahl der
Shader an. Günstige Modelle können zwar genauso wie ihre starken Kollegen HD-Videos flüssig wiedergeben, allerdings ruckeln sie in Spielen teilweise schon bei 1280 x 1024 Pixeln, wenn eine hohe Bildqualität eingestellt ist. Sie müssen hier also entweder die Auflösung oder die Bildqualität herunterregeln. Wie schnell die einzelnen Grafikchips sind, erfahren Sie in unseren regelmäßigen Grafikkartentests .

Speicher:
Auch der Speicherausbau ist wichtig, er ist allerdings dem Grafikchip untergeordnet. Die Grafikkartenhersteller wissen, wie viel Speicher das Optimum ist und welcher Speichertyp es sein muss. Nur Einsteiger-Grafikchips kommen mit GDDR2-Speicher. Ansonsten sind 512 MB GDDR3-RAM Standard. Einzig ATIs Grafikkarten der Oberklasse werben mit GDDR4- oder GDDR5-RAM. Hierbei handelt es sich aber um Technik, die aktuell noch nicht genutzt wird; die Karten wären mit 3er-Speicher praktisch gleich schnell. Genauso verhält es sich mit dem Shader-Model 4.1 und DirectX 10.1 – selbst die Funktionen des Shader-Models 3.0 und die von DirectX 10.0 werden in den modernsten Spielen kaum genutzt.

Lüfter:
Ob eine Grafikkarte angenehm leise ist oder nervt, entscheidet die Kühllösung. Sie besteht meist aus einem Kühlkörper. Dieser ist auf der Grafikkarte verschraubt und berührt den Grafikchip. Ein Lüfter bläst Luft durch die Kühlrippen. Billige Lüfter-Kühlkörper-Kombinationen sind laut, da eine zu geringe Kühlkörperoberfläche durch eine hohe Lüfterdrehzahl ausgeglichen werden muss. Ob eine Grafikkarte Ihre Nerven schont, können Sie auf der Verpackung nur erkennen, wenn der Hersteller die Lautstärke in dB(A) angibt. Alles unter 30 dB(A) ist in Ordnung. Unsere Tests geben auch darüber Aufschluss, wie laut eine Grafikkarte im Leerlauf und unter Last ist.
Passive Grafikkarten besitzen einen besonders großen Kühlkörper, kommen aber auch nicht ohne Lüfter aus: Sie nutzen den Luftstrom im PC-Gehäuse. Ist dieser zu gering, können die Karten nicht genügend Hitze abgeben. Im Zweifelsfall integrieren Sie einen flüsterleisen, 5 Euro teuren 120-Millimeter-Lüfter in die PC-Front.

Anschlüsse:
Am besten ist es, wenn eine Grafikkarte zwei (Dual-Link-)DVI-Buchsen besitzt. Dann können Sie frei entscheiden, ob Sie zwei digitale oder ein oder zwei analoge Bildschirme anschließen. An analogen VGA-Buchsen laufen digitale TFT-Monitore nicht. Die meisten Grafikkarten verfügen auch über eine S-Video-Buchse. Hier können Sie einen Videorecorder, ein TV-Gerät oder einen Beamer anschließen.

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Das steckt dahinter:
1. ATI Radeon HD4870 bezeichnet den Grafikchip: Als Kern der Grafikkarte entscheidet er über die Kraft bei der HD-Videowiedergabe und bei 3D-Spielen.
2. 512 MB GDDR4-RAM: 256 MB Grafikspeicher genügen für die meisten Anwendungen eigentlich völlig. Mittlerweile sind aber 512 MB Standard.
3. Flüsterleise Kühllösung über einen eignenen Lüfter: Je leiser der Lüfter arbeitet, desto besser. Kommt die Karte ohne aus, müssen Sie für eine gute PC-Durchlüftung sorgen.

Einstiegsmodell:
• ATI Radeon HD3450
• höchstens 512 MB GDDR2-RAM
• geeignet für HD-Video
• 3D-Spiele mindestens bis 1024 x 768 Pixel
• Preis ab etwa 25 Euro

Mittelklassemodell:
• Nvidia Geforce 9800 GTX+
• 512 MB GDDR3-RAM
• geeignet für HD-Video
• 3D-Spiele zumindest bis 1600 x1200 Pixel
• Preis ab etwa 200 Euro

High-End-Modell:
• ATI Radeon HD4870 X2
• 2048 MB GDDR5-RAM
• geeignet für HD-Video
• 3D-Spiele bis maximal 2560 x1600 Pixel
• Preis ab etwa 430 Euro

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