17.01.2012, 17:52

John P. Mello Jr., Benjamin Schischka

Einkaufsratgeber

Teure Technik 2012 - Vorsicht, Preisanstieg!

Beim Einkaufen wartet 2012 vielleicht eine böse Überraschung. ©iStockphoto.com/JoKMedia

Sinkende Preise gehören zur Computer-Branche wie die Butter aufs Brot. Normalerweise. Wir nennen drei IT-Produkte, die 2012 teurer werden.
Tagtäglich liest oder hört man von Preisnachlässen für dieses oder jenes Gadget, für CPUs, Arbeitsspeicher oder aktuelle Notebooks. Viele warten darum mit dem Kauf ab – schon morgen könnte es schließlich günstiger sein. 2012 wird das nicht immer der Fall sein. Im Gegenteil: So manches IT-Produkt wird in den kommenden Monaten sogar teurer werden.

Digitalkameras werden teurer

Smartphones machen den Einsteiger-Digitalkameras zunehmend Konkurrenz. Schon Mitte 2011 hat beispielsweise das iPhone 4 in der Foto-Community Flickr die Kompaktkameras als beliebtesten Kameratyp überholt. Mittlerweile steht das iPhone sogar über der bislang beliebtesten Spiegelreflexkamera an der Spitze der Flickr-Statistik. Warum zusätzlich eine Kompaktkamera mitnehmen, wenn ich das Smartphone immer dabei habe? Das scheinen sich immer mehr Menschen zu fragen. Das Marktforschungsinstitut NPD Group hat nämlich ermittelt, dass in den USA im Jahr 2011 10% mehr Fotos mit dem Smartphone geknipst wurden. Zur gleichen Zeit ging die Nutzung reiner Kameras um 8% zurück. Interessant: Hochwertigere Kameras mit austauschbaren Linsen seien laut NPD Group 12 Prozent häufiger genutzt worden. Auch teure Modelle mit starken Zoom-Objektiven hätten in der Gunst der Fotografen stark zugelegt – um 16%. Die Foto-Verlierer 2012 sind also – wenn der Trend sich fortsetzt – die günstigen Kompaktkameras. Die Kamerahersteller dürften mit neuen Features und hochwertigen Modellen kontern; was sich auch im Preis spiegeln wird. Wenn Sie eine möglichst günstige Kamera ohne Extras suchen, sollten Sie besser nicht zu lange warten.

Festplatten bleiben erstmal teuer

Die Festplatten-Preise kannten bislang nur eine Richtung: nach unten. Die Überflutungen in Thailand haben das Ende 2011 aber geändert. Denn in Thailand stehen große Fertigungshallen, die bis zu 45% der weltweiten Festplatten-Herstellung beherbergen. Die gefluteten Hallen führten zu Produktionsausfällen. Und bei gleichbleibender Nachfrage bei sinkendem Angebot steigen die Preise. Die Hersteller und Händler haben auch weniger Spielraum für Schnäppchenangebote. Die Marktforscher bei IDC sagen voraus, dass sich die Preise erst wieder im Juni stabilisieren sollen und erst in der zweiten Jahreshälfte wieder Normalität einkehrt.

Desktop-PC-Preise steigen

Die teuren Festplatten haben auch Einfluss auf den Markt von Komplett-PCs. Die verbaute Festplatte treibt den Gesamtpreis in die Höhe. Tipp: Kaufen Sie eine SSD statt normaler Festplatte. SSDs sind von der Flutkatastrophe nicht betroffen. Für Windows und Programme genügt eine 128-GB-SSD. Holen Sie sich die Festplatte als Datenspeicher nach, sobald die Preise rutschen. Angenehmer Nebeneffekt: Ihr Rechner wird deutlich schneller. Nachteil: Sie haben vielleicht auf Monate ein Platzproblem.
Steigende Preise bei Fertig-PCs sind aber auch in einer zunehmenden Zahl von All-in-one-PCs begründet. Dank Touchscreen sind diese verlgeichsweise kostspieliger in der Fertigung. Die NPD Group prognostiziert immerhin eine Preiszunahme von rund 30% im PC-Segment.
Dieser Artikel stammt von unserer US-Schwesterpublikation PCWorld.
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