156016

Der perfekte Kauf einer Digitalkamera

12.01.2009 | 10:34 Uhr |

Welcher Kameratyp ist der Richtige? Eine kleine Kompaktkamera, die Sie unterwegs einfach in die Tasche stecken können, eine Bridge-Kamera, die viele manuelle Einstellungen und die Haptik einer „großen“ Digitalkamera bietet – oder eine digitale Spiegelreflexkamera, die sich dank Wechselobjektiven an jede Situation anpasst?

Die Auswahl an Kameras ist riesig, und die Angebote der Elektronikmärkte mit den Hammerpreisen machen Ihnen die Entscheidung nicht gerade leicht. Denn auch wenn die Prospekte die wichtigsten technischen Daten der Digitalkameras angeben, können einige Details zu Stolperfallen werden.

Auflösung:
Lassen Sie sich nicht vom Megapixel-Wahn der Hersteller anstecken! Eine Kamera mit 6 bis 8 Megapixeln reicht völlig aus. Alles, was darüber hinausgeht, nützt Ihnen nur, wenn Sie Ausschnitte vergrößern oder Poster drucken wollen. Außerdem verstärkt eine höhere Auflösung in der Regel das Bildrauschen, da der Sensor nicht mit der Auflösung „mitwächst".

Brennweite:
Der Brennweitenbereich der meisten Kompaktkameras beginnt bei etwa 36 Millimetern, umgerechnet auf das Kleinbildformat. Das reicht zwar für viele Motive aus, ist bei Gruppen-, Landschafts- oder Architekturfotos aber oft nicht genug. Für einen breiteren Bildwinkel brauchen Sie eine Kamera mit Weitwinkelobjektiv, deren Brennweitenbereich bei 28 Millimetern oder weniger beginnt.
Bei digitalen Spiegelreflexkameras sind Sie in puncto Brennweite flexibel, da Sie mit Wechselobjektiven arbeiten. Die Angabe der Brennweite ist jedoch noch nicht auf das Kleinbildformat umgerechnet. Multiplizieren Sie sie dazu mit dem Crop-Faktor der Kamera, der auch Brennweitenverlängerung genannt wird (siehe technische Daten). Er gibt an, um wie viel der Bildsensor der DSLR kleiner ist als ein Kleinbild.

Bildstabilisator:
Je höher der Zoomfaktor, desto größer ist das Verwacklungsrisiko. Aus diesem Grund statten die meisten Hersteller ihre Superzoom-Kameras – aber nicht nur diese – mit Bildstabilisatoren aus. Die derzeit beste Methode ist der mechanische Bildstabilisator. Er arbeitet im Kameragehäuse über einen beweglichen Bildsensor (CCD-Shift), der über einen Motor oder von Magneten gesteuert wird. Die optische Bildstabilisierung findet dagegen im Objektiv statt. Hier wirken bewegliche Linsen den Wacklern entgegen. Ein digitaler Bildstabilisator funktioniert über die Erhöhung der Lichtempfindlichkeit. Höhere ISO-Werte erlauben eine kürzere Belichtungszeit. Allerdings nimmt gleichzeitig das Bildrauschen zu. Einige wenige Digitalkameras setzen den von Camcordern bekannten elektronischen Bildstabilisator ein. Dieser nutzt die Randpixel des Bildsensors, um den Bildausschnitt gegen die Verwackler zu verschieben.

Funktionen:
Möchten Sie sich bei der Belichtung nicht auf den Automatikmodus verlassen, sollte Ihre Kamera Halbautomatiken beziehungsweise einen manuellem Belichtungsmodus besitzen. Bei den Halbautomatiken haben Sie meist zwei Möglichkeiten: Bei der Zeitautomatik oder Blendenvorwahl bestimmen Sie die Blende, und die Kamera passt die Verschlusszeit daran an. Die Blendenautomatik oder Zeitvorwahl funktioniert genau umgekehrt – Sie legen die Verschlusszeit fest, und die Kamera kümmert sich um die Blende. Möchten Sie beide Werte manuell regeln, nutzen Sie den manuellen Modus. Ein guter Kompromiss zwischen dem automatischen und dem manuellen Modus sind die Motiv- oder Belichtungsprogramme, die an bestimmte Aufnahmesituationen angepasst sind.

Damit lockt die Werbung.
Vergrößern Damit lockt die Werbung.
© 2014

Das steckt dahinter:
1. Wenn Sie eher selten großformatige Ausdrucke oder Poster von Ihren Bildern anfertigen, brauchen Sie keine derart hohe Auflösung. Bleiben Sie bei 6 bis 8 Megapixeln – das reduziert neben dem Preis auch das Bildrauschen.
2. Je höher der Zoomfaktor, desto näher können Sie ein Motiv heranziehen. Viel interessanter ist jedoch die Angabe der Brennweite. Beispielsweise gelingen tolle Weitwinkelbilder mit 28 Millimetern oder weniger.
3. Nicht jede Art der Bildstabilisierung ist gleich gut. Der elektronische Stabilisator via High-ISO kann Bildrauschen verstärken. Setzen Sie lieber auf CCD-Shift oder einen optischen Bildstabilisator.

Digitalkamera: Darauf müssen Sie achten.
Einstiegsmodell:
• nicht mehr als 8 Megapixel
• viele Motivprogramme
• mindestens 3,5 Zoll großes Display
• einfache Bedienung
• Preis bis etwa 250 Euro

Allround-Modell:
• nicht mehr als 10 Megapixel
• Blenden- und Zeitvorwahl
• optischer oder mechanischer Bildstabilisator
• kurze Auslöseverzögerung (ausprobieren!)
• Preis ab etwa 250 Euro

0 Kommentare zu diesem Artikel
156016