OOXML-Kritiker bringen außerdem vor, dass Microsofts Format gegen mehrere ISO-Standards verstoße. Das betrifft zum einen ODF, das bereits den Zweck eines herstellerübergreifenden Office-Formats erfülle und keinen konkurrierenden Vorschlag benötige. Daneben erhitzen einige eigenwillige Erfindungen aus Redmond die Gemüter. Dazu zählt etwa, dass die Spezifikation Anwendungen vorschreibt, vom gregorianischen Kalender abzuweichen, der die Grundlage für ISO 8601 bildet.
Um mit einem Fehler einer alten Excel-Version kompatibel zu bleiben, schreibt OOXML und damit der ECMA-376-Standard vor, das Jahr 1900 als Schaltjahr zu behandeln. Darüber hinaus verwendet Microsoft ein proprietäres Datumsformat, eigene Codes für Landessprachen (anstelle von ISO 639), Windows Metafile statt ISO/IEC 8632 (Computer Graphics Metafile), das in Redmond erfundene DrawingML statt der W3C-Empfehlung SVG und ignoriert MathML zugunsten einer eigenen Notation für mathematische Formeln. Auf Kritik stößt zudem, dass sich Formatierungsangaben nicht an Standards wie CSS oder XSL orientieren, Microsoft eigene Codierungen für Farbwerte und Papiergrößen erfindet (statt der etablierten A4 oder Letter) sowie durch die ausgiebige Verwendung von Bitmasks den Einsatz von XSLT-Prozessoren limitiert.
Der Umstieg von geschlossenen binären Datenstrukturen auf XML-Formate eröffnet eine Reihe neuer Möglichkeiten für die Verarbeitung von Office-Dokumenten durch externe Anwendungen. Microsoft selbst bietet Tools an, die den programmatischen Zugriff auf solche Dateien erlauben und beispielsweise die dynamische Erzeugung von Word-Dokumenten auf dem Server unterstützen.
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