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Der eigene Server: Linux samt CMS in Windows virtualisieren

12.11.2015 | 15:00 Uhr |

Mit der Virtualisierungs-Software Virtualbox, einer Linux-Distribution wie Cent OS sowie den Bitnami-Paketen setzen Sie auf einfache Weise einen CMS-Server mit Joomla auf oder richten einen Fileserver ein.

Es gibt eine Reihe von Gründen, einen Server in einer virtuellen Maschine zu betreiben. Anstatt etwa mehrere Rechner für verschiedene Aufgaben als Server zu konfigurieren, konsolidiert man seinen Serverpark und richtet auf einem PC mit der kostenlosen Software Virtualbox eine Vielzahl von virtuellen Rechnern ein. Oder man installiert eine virtuelle Maschine (VM), um Software ohne Risiko auszuprobieren. Mit wenigen Mausklicks setzt man alle Änderungen zurück und landet wieder beim Ausgangssystem. Virtualbox bietet Ihnen dank der Assistenten und eingängigen Bedienung einen besonders einfachen Einstieg in die Welt der virtuellen PCs.

Lesetipp: Virtualbox-Tricks für Profis und Fortgeschrittene

Virtuellen Linux-PC einrichten

Mit Virtualbox können Sie leicht einen neuen virtuellen Gastrechner für eine Linux-Distribution wie Ubuntu , Cent OS und Open Suse anlegen.

Die Vorgehensweise entspricht dieser Anleitung . Sie wählen Linux als Gastsystem aus, legen fest, wie viel Arbeitsspeicher es haben darf und wie groß die virtuelle Festplatte sein soll. Booten Sie die neue VM dann von einer im virtuellen CD/DVD-Laufwerk eingelegten ISO-Datei und fahren Sie anschließend mit der Installation fort.

Die Installation der Linux-Distribution Cent OS innerhalb einer virtuellen Maschine ist mit Virtualbox schnell erledigt.
Vergrößern Die Installation der Linux-Distribution Cent OS innerhalb einer virtuellen Maschine ist mit Virtualbox schnell erledigt.

In diesem Artikel verwenden wir exemplarisch Cent OS, eine hauptsächlich für Server gedachte Linux-Distribution. Der kostenlose Ableger von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ist leicht zu administrieren und stellt eine Reihe von Netzwerk- und Serverdiensten zur Verfügung. Booten Sie das Gastsystem mithilfe der zuvor geladenen ISO-Datei in ein englischsprachiges Auswahlmenü.

Klicken Sie auf „Install CentOS 7“ und fahren Sie danach mit der Installation fort. Nach wenigen Augenblicken startet ein grafischer Assistent, der Sie nun Schritt für Schritt durch die Installation führt. Wählen Sie die Sprache für das System und dann die virtuelle Festplatte als Ziel aus. Als Vorgabe ist „Minimale Installation“ voreingestellt, ein System ohne grafische Nutzeroberfläche. Klicken Sie auf den Link „Minimale Installation“ und wählen Sie eine andere Basisumgebung mitsamt der benötigten Software-Pakete im rechten Fensterbereich aus. Bestätigen Sie nun mit einem Klick auf den blauen Button „Fertig“ links oben.

Nach der Vergabe des Root-Passworts werden die Dateien auf Festplatte übertragen – haben Sie etwas Geduld. Nach einem Neustart und der anschließenden Konfiguration bootet Cent OS in den Desktop. Installieren Sie jetzt noch die Gasterweiterungen. Gehen Sie zu „Geräte -> Medium mit Gasterweiterungen einlegen“ – die Installation beginnt selbstständig, Sie müssen nur Ihr Einverständnis geben.

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Falls Sie nach einem Neustart die von Cent OS automatisch ermittelte Bildschirmauflösung ändern wollen, klicken Sie als Nächstes in der oberen Menüleiste auf „Anwendungen -> Einstellungen -> Monitor“. Im Aufklappfeld „Auflösung:“ wählen Sie die gewünschte Einstellung und klicken daraufhin auf „Anwenden“.

Nach der Installation von Cent OS im virtuellen PC folgt das Setup des Joomla-Stacks.
Vergrößern Nach der Installation von Cent OS im virtuellen PC folgt das Setup des Joomla-Stacks.

Das CMS-System Joomla unter Linux installieren

Fertige Content-Management-Systeme wie etwa Wordpress , Drupal und Typo3 finden Sie auf den Bitnami-Webseiten – jeweils als vorgefertigten Stack mit Apache, MySQL und PHP.

Ein Stack ist gekapselt, sodass das umschließende Betriebssystem des Benutzers unberührt bleibt. Die Installation der verschiedenen Systeme ist gleich, exemplarisch beschreiben wir die Vorgehensweise bei Joomla . Laden Sie die Datei „bitnami-joomla-3.4.1-0-linux-installer.run“ herunter. Von Haus aus kann Cent OS mit der Datei nichts anfangen. Öffnen Sie dann im Dateimanager den Ordner mit der Datei und klicken Sie sie mit der rechten Maustaste an. Wählen Sie „Eigenschaften“. Im Register „Zugriffsrechte“ setzen Sie ein Häkchen vor „Datei als Programm ausführen“ und klicken auf „Schließen“. Klicken Sie die Datei wieder mit der rechten Maustaste an und wählen Sie „Ausführen“ – der grafische Joomla-Einrichtungsassistent wird gestartet.

Ist Joomla virtuell installiert, fahren Sie mit der Konfiguration des CMS fort und füllen die Seiten mit Ihren Inhalten.
Vergrößern Ist Joomla virtuell installiert, fahren Sie mit der Konfiguration des CMS fort und füllen die Seiten mit Ihren Inhalten.

Klicken Sie auf „Vor“ und übernehmen Sie die Komponenten sowie das vorgeschlagene Zielverzeichnis. Legen Sie jetzt einen User in Kleinbuchstaben sowie ein Passwort fest und ergänzen Sie Klarname und Mailadresse. Drücken Sie „Vor“ und tippen Sie einen Namen für das neue Website-Projekt ein. Ein erneuter Klick auf „Weiter“ startet die Einrichtung von Joomla und die der anderen Stack-Komponenten. Danach belassen Sie das Häkchen vor „BitNami Joomla Stack ausführen“ und klicken auf den Button „Beenden“. Es öffnet sich eine Übersichtsseite im Webbrowser. Über den Link „Access Joomla Stack“ gelangen Sie zur Joomla-Konfiguration. Richten Sie hier nun das Projekt vollständig ein und füllen Sie das System mit Ihren Inhalten. Für interne Tests ist die virtuelle Maschine über ihre IP-Adresse zu erreichen, die Sie im Browser-Fenster in der Adresszeile ablesen können. Für interne Tests sollten Sie in den Netzwerkeinstellungen zunächst auf den „NAT“-Modus umschalten und erst im Anschluss daran wieder auf „Netzwerkbrücke“, wenn der Server öffentlich online gehen soll.

Bitnami-Appliances als virtuelle Maschine laden

Auf der Webseite http://bitnami.org gibt es eine Reihe fertiger Vmware-Appliances mit Ubuntu als Linux-Basissystem. Das Laden und der Betrieb der vorkonfigurierten Systeme ist denkbar einfach. Sie können wahlweise den kostenlosen Vmware Player installieren oder das ebenfalls kostenlose Virtualbox verwenden.

Laden und entpacken Sie die Wunsch-Appliance auf Ihrer Festplatte. Um die Systeme mit installierten Vmware-Programmen zu starten, genügt ein Doppelklick auf die jeweiligen VMX-Dateien im Ordner mit dem entpackten Archiv. Diese sind mit der Vmware-Software verknüpft, die Appliance wird ohne weitere Konfiguration automatisch gestartet.

Etwas mehr Aufwand ist für die Einbindung der Appliances in Virtualbox notwendig. Starten Sie Virtualbox und klicken Sie auf „Neu“. Legen Sie einen neuen Ubuntu-PC an und aktivieren Sie im Assistenten im Dialog „Virtuelle Festplatte“ die Option „Festplatte benutzen“. Klicken Sie dann auf das Explorer-Icon rechts daneben, um den „Manager für virtuelle Medien zu öffnen“.

Ein Klick auf „Hinzufügen“ führt Sie zu einem Dateiauswahldialog. Hier wechseln Sie in das Verzeichnis mit den entpackten Bitnami-Appliances und übernehmen die VMDK-Datei mit einem Klick auf „Öffnen“ und danach auf „Auswählen“. Mit „Weiter“ und „Abschließen“ beenden Sie den Assistenten. Klicken Sie auf den grünen Pfeil „Starte“ und drücken Sie im Grub-Bootmenü von Ubuntu die Eingabetaste. Melden Sie sich mit dem Benutzernamen „user“ und dem dazugehörigen Passwort „bitnami“ am System an.

Tipp: Wer sich für Bitnami-Tools im Form von virtuellen PCs interessiert, sollte einen Blick die Anleitungen zu folgenden Paketen werfen: Bitnami Gallery , Bitnami Horde , Bitnami Owncloud , Bitnami Wordpress und Bitnami Joomla .

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