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Eigene Android-App erstellen - Anleitung für Einsteiger

13.01.2014 | 14:14 Uhr |

Für Android gibt es hunderttausende Apps. Aber möglicherweise fehlt genau die mit dem von Ihnen gewünschten Funktionsumfang. Dann heißt es: Selbermachen! Und das ist gar nicht so schwer...

Um eine Android-App zu erstellen, benötigt man normalerweise Kenntnisse in der Programmiersprache Java. Außerdem muss man sich mit Entwicklungs-Umgebungen und -Tools auskennen. Es gibt aber auch Alternativen: Im Web finden sich mehrere App-Generatoren, die nach dem Baukasten-Prinzip funktionieren: Per Mausklick stellen Sie sich damit die gewünschten Funktionen sowie Inhalte zusammen und erhalten eine fertige Anwendung zum Download.

Diese Generatoren sind naturgemäß in gewisser Weise beschränkt: Sie können in Ihrer App nur die Funktionen nutzen, die der Baukasten-Entwickler auch vorgesehen hat. Im Wesentlichen eignen sie sich dazu, von Ihnen ausgewählte Inhalte aus dem Web strukturiert und für mobile Geräte optimiert übersichtlich anzuzeigen. Manche App-Generatoren ermöglichen es auch, eigene Inhalte hinzuzufügen, zum Beispiel eine Rezeptsammlung. Wie Sie vorgehen, um sich eine Android-App „zusammenzuklicken“, erfahren Sie hier.

Bevor Sie loslegen, sollten Sie sich zwei grundsätzliche Dinge überlegen. Zum einen ist die Frage, an wen sich die App richten soll. Möchten Sie sie nur zum Spaß für sich selber entwickeln? Oder wollen Sie die App an Freunde oder Kunden verteilen? Zum anderen sollten Sie sich überlegen, welche Inhalte Sie in der App präsentieren wollen.

Die eigene App entwickeln per Baukasten

Im Folgenden zeigen wir Ihnen anhand des App-Generators www.ibuildapp.com , wie Sie schnell und einfach zu einer eigenen Android-App kommen. Der Dienst lässt sich kostenlos nutzen, allerdings enthält die fertige App Werbung. Für einen monatlichen Betrag von 9,99 Dollar erhalten Sie eine werbefreie App.

Schritt 1: Vorlage auswählen

Mit dem App-Generator iBuildapp.com kommen auch Einsteiger zurecht und können eine Android-App mit individuellem Design und Inhalt erstellen.
Vergrößern Mit dem App-Generator iBuildapp.com kommen auch Einsteiger zurecht und können eine Android-App mit individuellem Design und Inhalt erstellen.

Nachdem Sie auf www.ibuildapp.com auf „Create App Now!“ geklickt haben, gelangen Sie zu einem Verzeichnis von Design-Vorlagen, aus denen Sie eine auswählen. Für unser Beispiel nutzen wir die erste mit dem Namen „Custom“. Klicken Sie auf „Create App“ und legen Sie daraufhin durch Eingabe von E-Mail-Adresse und Passwort ein Benutzerkonto an, über das Sie Ihre App verwalten. Falls Sie ein Facebook- oder Twitter-Konto besitzen, können Sie sich auch mit Ihren dort hinterlegten Zugangsdaten anmelden.

Schritt 2: Hintergrund anpassen

Sie gelangen nun automatisch zum App-Baukasten, genauer gesagt zum Abschnitt „Design & Customize“. Im linken Bereich sehen Sie eine Vorschau Ihrer App. Klicken Sie hier auf das Android-Logo links daneben.

Nun geht es an die Design-Anpassungen. Unter „Edit Background“ wählen Sie eine Hintergrundfarbe. Alternativ  suchen Sie sich aus den angezeigten Vorschlägen ein Hintergrundbild aus oder laden ein eigenes hoch. Klicken Sie auf „Next Step“, um zu „Edit Logo Image“ zu gelangen und dort bei Bedarf ein Logo hochzuladen. Ein weiterer Klick auf „Next Step“ bringt Sie zu „Edit Text“, wo Sie die Begrüßungsmeldung, die über dem Logo angezeigt wird, anpassen oder löschen.

Schritt 3: Struktur anpassen

Hintergrund, Logo und Icons können Sie durch eigene Grafiken austauschen.
Vergrößern Hintergrund, Logo und Icons können Sie durch eigene Grafiken austauschen.

Beim Punkt „Manage Navigation“ geht es darum, festzulegen, welche Funktionen beziehungsweise Unterseiten Ihre App hat. Neun Navigationspunkte im oberen Bereich und fünf Punkte in der unteren Navigationsleiste sind bereits vordefiniert. Sie können diese nach Belieben anpassen, also mit anderen Beschriftungen und Icons versehen oder löschen. Allerdings müssen mindestens vier Buttons bestehen bleiben, damit sich die App publizieren lässt. Die vordefinierten Funktionen der Buttons lassen sich im nächsten Schritt ändern. So können Sie zum Beispiel den vordefinierten Twitter-Button gegen ein anderes Icon austauschen und anschließend so umfunktionieren, dass er statt Tweets eine Seite mit eigenen Texten und Bildern anzeigt.

Schritt 4: Inhalte einfügen

Einfacher geht’s nicht: Adresse eines RSS-Feeds eintragen, schon besitzt Ihre App einen informativen Newsticker.
Vergrößern Einfacher geht’s nicht: Adresse eines RSS-Feeds eintragen, schon besitzt Ihre App einen informativen Newsticker.

Nun geht es darum, die einzelnen Navigationspunkte beziehungsweise Unterseiten mit Inhalten zu füllen. Klicken Sie dazu einen der Buttons in der Vorschau an. Dadurch gelangen Sie zum Punkt „Manage Content“. Hier zeigt der Generator in Abhängigkeit vom jeweiligen Seitentyp verschiedene Felder an, die Sie ausfüllen. Beim Seitentyp „Facebook“ geben Sie zum Beispiel die Adresse Ihrer öffentlichen Pinnwand ein. Um die zu erhalten, öffnen Sie Facebook, steuern per Klick auf Ihr Foto Ihre Pinnwand an und kopieren Sie die URL aus der Adresszeile. Fügen Sie sie in das Formularfeld des App-Generators ein und ersetzen Sie „www“ durch „m“, damit die für mobile Geräte optimierte Variante Ihrer Pinnwand verwendet wird.

Über die Schaltfläche „Preview“ sehen Sie das Ergebnis in der Vorschau. Sind Sie zufrieden, klicken Sie im Smartphone-Simulator auf den Home-Button und anschließend auf den nächsten App-Navigationspunkt, dessen Inhalt Sie bearbeiten wollen.

Um den Seitentyp einer Unterseite zu ändern klicken Sie im Bereich „Manage Content“ auf „Change page type“. Welche Seitentypen beziehungsweise Funktionen unter anderem zur Verfügung stehen, erfahren Sie in folgender Tabelle:

Seitentyp

Beschreibung

RSS

Einbindung eines RSS-Newsfeeds, zum Beispiel www.pcwelt.de/rss/newsfeed.xml

News

Neuigkeiten, die Sie als RSS-Feed einbinden oder manuell eingeben können

Events

Veranstaltungskalender mit Ihren Einträgen

Web

Anzeige einer Webseite innerhalb der App. Idealweise nutzen Sie hierzu eine für die mobile Nutzung optimierte Variante, zum Beispiel http://mobil.pcwelt.de.

HTML

Anzeige einer selbsterstellten Seite, auf Wunsch auch mit Bildern. Hierzu steht ein gut ausgestatteter Texteditor zur Verfügung. Zusätzlich lassen sich über den Reiter "HTML" Codeschnipsel einfügen, zum Beispiel Embed-Code von Youtube

Google Calendar

Einbindung eines freigegebenen Google-Kalenders

Facebook

Anzeige einer öffentlichen Facebook-Pinnwand

Twitter

Einbindung eines öffentlichen Twitter-Feeds

Photo Gallery

Einbindung eines Foto-Feeds von Flickr oder Picasa. Alternativ lassen sich auch Fotos manuell hochladen

Video List

Wiedergabeliste mit Youtube-Videos

Audio List

Wiedergabeliste mit Internet-Radios oder Musik-Dateien aus dem Web

Contacts

Von Ihnen hinterlegte Kontaktinformationen anzeigen

Google Maps

Einen vordefinierten Standort bei Google Maps anzeigen

eBook

Frei definierbare Texte anzeigen, die sich in mehrere Kapitel unterteilen lassen. Auch praktisch für Listen, Rezeptsammlungen und ähnliches

Custom Form

Formular mit mehreren Eingabefeldern anzeigen, das beim Absenden an Ihre E-Mail-Adresse verschickt wird

Calculator

Rechner, der basierend auf Benutzerangaben und einer von Ihnen definierten Formel eine Berechnung durchführt

Um Ihre App mit einem individuellen Icon zu versehen, klicken Sie ganz oben auf „My Apps“ und dann auf den grauen Platzhalter neben dem Namen Ihrer App.

Schritt 5: App generieren

Wenn Sie inhaltlich und gestalterisch mit der App zufrieden sind, klicken Sie im Schritt „Design & Customize -> Manage Content“ auf „Complete“. Falls aus Sicht des App-Generators noch Seiten oder Feldinhalte fehlen sollten, erhalten Sie einen entsprechenden Hinweis. Wenn nicht, landen Sie auf der Registerkarte „Publish“. Dort sehen Sie anhand eines Fortschrittsbalkens, dass die Android-Appgeneriert wird. Wenn der Vorgang erledigt ist, klicken Sie auf „Download Android Build“, um die Installations-Datei der App herunterzuladen.

Schritt 6: App installieren

Übertragen Sie die Installations-Datei mit der Endung APK auf Ihr Android-Gerät, zum Beispiel per USB-Kabel oder E-Mail-Anhang. Nutzen Sie gegebenenfalls einen Dateimanager, um die Installation durch Antippen der APK-Datei zu starten. Falls noch nicht geschehen, müssen Sie zuvor in den Android-Einstellungen unter „Anwendungen“ beziehungsweise „Apps“ die Installation aus „unbekannten Quellen“ zulassen. Anschließend sollten Sie die Option aus Sicherheitsgründen wieder deaktivieren.

Schritt 7: Änderungen durchführen

Die Inhalte, die Sie für Ihre App angelegt haben, befinden sich nicht in der App selbst, sondern werden vom Ibuildapp.com-Server nachgeladen. Der Vorteil: Die meisten Änderungen, die Sie im App-Generator durchführen, sind sofort „live“, ohne dass Sie die App erneut herunterladen und aufs Smartphone übertragen müssen. Nur, wenn auf der Registerkarte „Publish“ wieder ein Fortschrittsbalken für die Generierung des Installationspakets erscheint, ist eine manuelle Aktualisierung nötig.

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