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MyFritz oder NAS - So klappt die Privat-Cloud

10.06.2013 | 10:30 Uhr |

Cloud-Speicher sind zweifellos praktisch. Nicht jeder möchte dafür aber auf externe Server zurückgreifen. So richten Sie sich einen Cloud-Speicher im eigenen Haus ein.

Von überall aus auf Daten zugreifen, geht mit einer privaten Cloud auch ohne Konto bei Dropbox & Co., die Ihre Daten auf fremden Servern aufbewahren. Es gibt bereits eine Reihe praxistauglicher Alternativen, um Daten abzugleichen, ohne sie auf eine fremde Online-Festplatte hochzuladen.
Cloud-Alternativen zu Diensten wie Dropbox
Zur Auswahl stehen verschiedenartige Ansätze: AVMs Fritzbox und NAS-Geräte lassen sich als zentraler Datenspeicher mit Cloud-Funktionen aufrüsten. Owncloud ist eine freie Webanwendung, die auf PHP basiert und auf einem Webserver installiert wird. Es kann Daten zwischen mehreren PCs abgleichen. Gespeichert werden die Daten entweder auf dem eigenen Server oder auf dem Server des Hosting-Dienstleisters, bei dem Sie den Webspace mieten. Wenn Sie eine Homepage und ein dazugehöriges Hosting-Paket haben, können Sie Owncloud in der Regel auch dort installieren. Externen Speicherplatz von Dropbox oder Google Drive kann man in Owncloud ebenfalls einbinden.

Über das Cubby-Tool haben Sie die Möglichkeit, die Ordner festzulegen, die Cubby über das Internet auf den registrierten Geräten synchronisieren soll.
Vergrößern Über das Cubby-Tool haben Sie die Möglichkeit, die Ordner festzulegen, die Cubby über das Internet auf den registrierten Geräten synchronisieren soll.

Cubby.com ist ein Datenabgleichsdienst, der im Unterschied zu Dropbox, Google Drive und Skydrive Daten nicht auf einem zentralen Server zwischenspeichert, sondern lediglich für einen Abgleich der gewünschten Geräte sorgt. Die Daten sind am Ende ausschließlich auf den verschiedenen Geräten des Nutzers wie PC, Notebook, Smartphone und Tablet abgelegt. Der Datenabgleich basiert auf einem Peer-to-Peer-Verfahren namens Direct-Sync, für das auf den beteiligten Geräten ein Client-Tool oder eine entsprechende App aktiv sein muss. Zusätzlich stellt Cubby Privatnutzern auch 5 GB konventionellen Cloud-Speicher zur Verfügung.

Privaten Cloud-Speicher mit Myfritz einrichten
Wenn Sie Ihre Daten allerdings nicht aus der Hand geben wollen, können Sie die Fritzbox in einen privaten Cloud-Service umfunktionieren. Der Dienst Myfritz stellt weltweit die Verbindung zwischen einem am Router angeschlossenen USB-Speicher und dem Anwender her: Dynamische DNS-Dienste sind dafür nicht mehr erforderlich. Neben einem Speicher, der am USB-Port des Routers hängt, benötigen Sie dafür lediglich ein kostenloses Konto.

Mit MyFritz einen privaten Cloud-Speicher einrichten

Dieses Konto richten Sie über die Option „MyFritz“ im Menü der Fritzbox ein. Hier können Sie sich auch mit einem bestehenden Konto anmelden. Um per Internet auf die Daten zuzugreifen, geben Sie im Browser die Adresse „myfritz.net“ an und melden sich dann dort mit Ihren Zugangsdaten an.

Wie schnell Sie die Daten aus der eigenen Cloud übertragen können, hängt vom Upstream-Tempo Ihres Internetanschlusses ab. Der Zugriff auf kleine Dateien wie Textdaten und komprimierte Bilder klappt zumeist einwandfrei, bei Musik oder gar Videos kann es zu Problemen kommen.

Cloud-Umgebung mit NAS konfigurieren
Network Attached Storage – kurz NAS – ist eine Netzwerkspeichertechnik, bei der hauptsächlich die Bereitstellung von Speicherkapazität im Netzwerk im Vordergrund steht. Allerdings beschränkt sich die gemeinsame Datennutzung nicht nur darauf, denn auf Ihre NAS-Dateien können Sie auch außerhalb des eigenen Netzwerks zugreifen.

Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten einer privaten Cloud anhand eines NAS von Synology. Durch das Cloud-Station-Paket auf dem Synology-NAS und den Cloud-Station-Client für den PC werden alle in dem angegebenen Ordner auf dem Windows-PC gespeicherten Dateien automatisch über das Internet mit dem NAS und anderen Computern synchronisiert, die Sie einbinden. Auch versehentlich gelöschte Dateien gehören mit der privaten Cloud der Vergangenheit an, denn über die Cloud Station lassen sich gelöschte Dateien wiederherstellen. Zudem können Sie bis zu 32 Versionen einer Datei aufbewahren und so leicht zur letzten Version zurückkehren.

Der NAS - Zentraler Datenspeicher für jedermann

1. Software des NAS-Systems aktualisieren

Informationen über die Firmware.
Vergrößern Informationen über die Firmware.

Der Cloud-NAS-Zugriff ist eine neue Funktion und erfordert eine aktuelle Firmware-Version. Deshalb ist es ratsam, zunächst die aktuellste Firmware – bei Synology heißt sie DSM – auf dem Gerät zu installieren. Um herauszufinden, ob eine neue DSM-Version für Ihr NAS zur Verfügung steht, öffnen Sie einfach die Webbedienerführung Ihres Synology-NAS, klicken doppelt auf „Systemsteuerung“ und gehen im Bereich „System“ zu „DSM Aktualisierung“. Steht hier eine neue Version zum Download bereit, klicken Sie auf „Herunterladen“. Nach der Übertragung klicken Sie auf „Jetzt aktualisieren“ und auf „Ja“, um die neue Software einzuspielen. Der Vorgang dauert einige Minuten. Das NAS wird anschließend automatisch neu gestartet.

2. NAS-Applikationen für Cloud installieren

Eine Übersicht der verfügbaren NAS-Apps.
Vergrößern Eine Übersicht der verfügbaren NAS-Apps.

Der NAS-Funktionsumfang lässt sich durch NAS-Apps erweitern. Für die Einrichtung einer privaten Cloud brauchen Sie die App Cloud Station, die Daten zwischen PC und mobilen Geräten synchronisiert. Ihre Dateien stehen so in den Cloud-Station-Ordnern auf PCs und Notebooks, auf dem NAS und über das Internet zur Verfügung. NAS-Apps werden über die Bedienoberfläche installiert. Bei Synology klicken Sie dazu auf das Icon „Paketzentrum“. Daraufhin öffnet sich eine Übersicht, die Ihnen unter „Installiert“ alle bereits auf dem Gerät eingespielten Anwendungen anzeigt. Im Bereich „Entdecken“ können Sie einen Blick auf alle erhältlichen Apps werfen und sie auch gleich herunterladen. Um „Cloud Station“ zu installieren, klicken Sie auf „Unternehmen“ und dann auf die Schaltfläche „Installieren“. Danach wird das Paket heruntergeladen und eingerichtet.

3. Den Cloud-Station-Dienst konfigurieren

Der Cloud-Station-Dienst.
Vergrößern Der Cloud-Station-Dienst.

Im NAS-Hauptmenü (Button oben links auf der Bedienoberfläche) gehen Sie zu „Cloud Station“. Aktivieren Sie die Checkbox vor „Cloud Station aktivieren“ und gehen Sie auf „Übernehmen“. Gegebenenfalls fordert das System Sie nun auf, noch den Benutzer-Home-Dienst einzuschalten, und öffnet dazu gleich den entsprechenden Dialog. Jetzt klicken Sie im Dialog der Cloud-Station-App auf „Berechtigungen“ und setzen ganz rechts bei jedem für die Cloud-Funktion berechtigten Benutzer ein Häkchen in das Feld „Aktiviert“. Klicken Sie auf „Speichern“. Damit ist die Einrichtung der Cloud-Software abgeschlossen. Ergänzende Tipps lesen Sie im Kasten „NAS-Zugriff über das Internet“.

4. PC mit der Cloud Station synchronisieren

Die Anmeldamaske der Cloud-Station.
Vergrößern Die Anmeldamaske der Cloud-Station.

Installieren Sie das Windows-Tool zur Cloud Station von der Synology-Website. Geben Sie in die erste Zeile der Anmeldemaske die IP-Adresse des Servers, den Domain-Namen oder die Quick-Connect-Kennung ein. Darunter kommt Ihr Benutzername und das Passwort. Anschließend legen Sie einen Namen für den Computer fest. Wählen Sie dann einen leeren Ordner zum Synchronisieren von Dateien mit dem Synology-NAS aus. Sie können nun über den Synchronisierungsordner am PC oder den Cloud-Station-Ordner im Home-Verzeichnis Ihres Benutzernamens auf dem NAS auf die Dateien zugreifen. Wiederholen Sie Punkt 4 für jeden weiteren PC, den Sie in der privaten Cloud einsetzen möchten.

5. App zur Synchronisation mit der Cloud Station

Auch mobil kann man auf den NAS zugreifen.
Vergrößern Auch mobil kann man auf den NAS zugreifen.

DS Cloud ist eine Gratis-App für iOS und Android, mit der Sie auf Ihre private Cloud zugreifen. Suchen Sie im App Store von Apple oder Google nach DS Cloud und installieren Sie die App. Geben Sie in die IP-Adresse des Servers den Domain-Namen oder die Quick-Connect-Kennung sowie Ihre Anmeldedaten ein. Daraufhin sehen Sie die in Ihrer privaten Cloud abgelegten Dateien und Verzeichnisse. Im Unterschied zu den Apps von Dropbox & Co. führt DS Cloud eine echte Synchronisation durch. Der Download erfolgt also automatisch. Um das mobile Datenvolumen zu begrenzen, ist es ratsam, in den App-Optionen die maximale Dateigröße, die beim Abgleich berücksichtigt wird, festzulegen.

NAS-Zugriff über das Internet

Möchten Sie über das Internet auf Ihr im heimischen Netzwerk integriertes NAS zugreifen, benötigen Sie dafür eine öffentliche, statische IP-Adresse. Da die meisten Internet-Provider nur dynamische IP-Adressen vergeben, müssen Sie das dynamische DNS am NAS aktivieren und einen Anbieter konfigurieren. Er weist Ihrem NAS einen Klartextnamen zu, über den Sie das Gerät von jedem Internet-PC aus erreichen können.

Die Funktion „Quick Connect“ ist ein Dienst, mit dessen Hilfe Sie Ihr Synology-NAS ohne das Konfigurieren von Port-weiterleitungsregeln im Internet erreichbar machen. Sie schalten Quick Connect im Synology-Menü unter „Systemsteuerung“ und „QuickConnect“ ein. Aktivieren Sie „Cloud Station“ und gehen Sie zu „Übernehmen“. Danach wird Ihre Quick-Connect-ID auf der Einrichtungsseite angezeigt.

Möchten Sie Dateien zwischen mehr als drei Geräten synchronisieren, ermöglicht eine Portweiterleitung mehr Tempo. Klicken Sie bei einem Synology-NAS auf das Symbol „DDNS“ und schalten Sie die Option „DDNS-Unterstützung aktivieren“ ein. Für den Fall, dass Sie bereits einen DDNS-Anbieter wie beispielsweise Dyn-DNS nutzen, wählen Sie bei „Serviceanbieter“ den Namen des Dienstes aus und geben Sie dann die erforderlichen Anmeldedaten ein. Andernfalls können Sie direkt über diesen Dialog ein neues Konto anlegen. Guter Service: Seit kurzer Zeit bietet Synology für NAS-Geräte einen eigenen, kostenlosen Dyn-DNS-Dienst an.

Abschließend müssen Sie in Ihrem Router die entsprechenden Ports weiterleiten, damit die aus dem Internet kommenden Datenpakete zum NAS geführt werden. Eine Liste der Ports, die Synology-NAS-Dienste und -Anwendungen nutzen, finden Sie unter pcwelt.de .

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