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Eigenbau: Die TardisWatch

15.01.2015 | 08:30 Uhr |

Dass eine Smartwatch im Eigenbau nicht schlecht aussehen muss, sieht man an der TardisWatch. Und diese Uhr lässt sich sogar noch hardwareseitig erweitern.

Moritz Wenzel, 18 Jahre alt, hat eine arduino-kompatible Smartwatch, die TardisWatch, entwickelt. Daneben unterstützt Moritz Wenzel andere Open-Source(-Hardware)-Projekte, beschäftigt sich mit Server-Administration, Web-Development, Web-Design etc. Außerdem versucht er, seinen Teil zur Open-Source-Gemeinde, speziell der Linux-Community, beizutragen. Hier stellt er sein Projekt TardisWatch kurz vor:

Die aktuellen Modelle
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© Moritz Wenzel

 
Smartwatches gibt es mittlerweile viele und es werden immer mehr. Die Zahl an Open-Source- Projekten, die sowohl freie Softwareschnittstellen als auch freie Hardwareschnittstellen besitzen, geht jedoch gegen Null.
 
Die TardisWatch läuft mit einem Atmega32u4, wie er auch beispielsweise beim Arduino Leonardo verwendet wird. Als Ausgabe dient ein 1,44-Zoll-TFT-Farbdisplay mit einer Auflösung von 128 x 128 Pixeln.

Bedient wird die Uhr über zwei Seitentaster. Ein dritter Taster dient als Reset-Button und bringt einen gegebenenfalls auch wieder zurück ins Menü.

Ich habe mich gegen einen Touchscreen entschieden, weil das bei dem kleinen Bildschirm der Uhr nicht jedem liegt. Auch wollte ich die Kosten niedrig halten, damit die Uhr für jeden erschwinglich bleibt.

Ein Ein-/Aus-Schalter sorgt dafür, dass nicht unnötig Strom verbraucht wird, wenn die Uhr längere Zeit nicht genutzt wird. Es wird dann lediglich die interne Echtzeituhr weiterhin mit Strom versorgt. Die TardisWatch verfügt auch über einen Micro-USB-Port zum Programmieren bzw. Aufspielen neuer Apps/Arduino-Sketches und um den Akku zu laden.
 
Außerdem ist eine 30-polige Buchse (wie beim iPhone/iPod) vorhanden, über die man die Uhr mit eigener Hardware/Projekten erweitern oder beispielsweise ein Arduino-Shield-Adapterboard dranstecken kann, um die Uhr wie einen herkömmlichen Arduino zu nutzen.

Der Port ist auch teilkompatibel mit dem eigentlichen Apple-System. So lässt sich die Uhr beispielsweise auch mit einem iPod-Kabel aufladen.

Lasermodul-Beispiel
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© Moritz Wenzel

 
Schaltplan und Platinenlayout habe ich selber entworfen.

Mainboard-Layout und Schaltplan
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© Moritz Wenzel

Im Moment arbeite ich noch an einem eigenen Bootloader, dem User-Interface bzw. dem eigentlichen 'Betriebssystem' für die Uhr und natürlich auch an der eigentlichen Smartphone-App. Das Ganze wird softwaretechnisch weitestgehend modular aufgebaut, so dass Hobbyprogrammierer und Einsteiger später ganz einfach eigene Anwendungen für die Uhr entwickeln können.
 
Technische Daten und Funktionen der Uhr:

  • Hauptcontroller: Atmel AVR ATMega32U4 – 16 MHz

  • 1,44-Zoll-TFT-Farbdisplay mit einer Auflösung von 128 x 128 Pixeln

  • Lithium-Polymer Akku (mit 135 mAh bzw. 240 mAh)

  • Zwei Indikator-LEDs (frei programmierbar)

  • Gyro + Accelerometer + Magnetometer (Bewegungs-/Positionssensoren)

  • Zwei Temperatursensoren

  • Bluetooth 4.0

  • USB 2.0

  • MicroSD-Kartenslot (für Karten bis 8 GB)

  • Lautsprecher (beispielsweise für Erinnerungen, Wecker oder eingehende Anrufe)

  • Diverse Energiesparfunktionen

  • Echtzeituhr/Kalender, läuft auch weiter, wenn die Uhr ausgeschaltet ist

  • Apple Connector für die IO-Pins. Damit ist es möglich, eigene Erweiterungsboards, "Wearable Projects" (smarte Kleidung), eigene Projekte oder vorhandene Arduino-Shields (über einen Board-Adapter) anzuschließen. Dieses Stecksystem wird beispielsweise auch beim Phoenard verwendet, ein Projekt, bei dem ich ebenfalls mitgewirkt habe, und ist damit kompatibel.

Erweiterungsboards
Vergrößern Erweiterungsboards
© Moritz Wenzel
Erweiterungsport für die TardisWatch
Vergrößern Erweiterungsport für die TardisWatch
© Moritz Wenzel

 
Und trotz all dieser Funktionen und Möglichkeiten ist die TardisWatch nicht wesentlich größer als herkömmliche Smartwatches (41 mm x 40 mm x 13,5 mm bzw. 14,5 mm , je nach Akku-Dicke).
 
Die Weiterentwicklung dokumentiere ich auf http://tardis-watch.com und https://www.facebook.com/tardiswatc

Hinweis für alle Bastler:
Wenn auch Sie ein kreatives Projekt entwickelt haben, schreiben Sie uns. Wir würden Ihre Konstruktionen, nützlich oder einfach nur schräg, gern auf www.pcwelt.de/hacks vorstellen. Schreiben Sie an Birgit Götz - hacks@pcwelt.de. 
 

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