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Die besten Werkzeuge für PC-Bastler

05.04.2016 | 08:46 Uhr |

Wer einen Arbeitsplatzrechner selbst zusammen bauen will, braucht dafür das richtige Werkzeug. Und mehr als nur einen Schraubenzieher. Wir sagen Ihnen, welche Geräte Sie für die Arbeit am und im Rechner benötigen.

Sie wollen für Ihr Home Office den neuen Arbeitsrechner selbst zusammenbauen? Oder Sie müssen in Ihrer Rolle als "Aushilfsadministrator" in einem kleinen mittelständischen Unternehmen einen neuen Arbeitsplatz-PC mal eben schnell zusammensetzen? Dann lesen Sie unsere Tipps, damit Sie die Arbeit nicht zu viel Zeit und Nerven kostet.

Viele halten den Zusammenbau eines PCs für eine Art simples Steck-Spiel: Teil A wird in Teil B gesteckt und anschließend mit Teil C verbunden und schon läuft die Kiste. Es stimmt natürlich, dass heutzutage viele Hardware-Bestandteile eines Computers standardisiert und aufeinander abgestimmt sind. Doch das Zusammensetzen aller gewünschten Teile erfordert trotzdem mehr als eine Stunde Freizeit und einen kleinen Schraubenzieher - zumindest, wenn Sie möglichen Frustmomenten und Problemfällen während des Zusammenbaus aus dem Weg gehen möchten.

Mit dem richtigen Werkzeug reduzieren Sie nicht nur die Zeit, die Sie benötigen, um den PC zusammenzusetzen, sondern können das Bauprojekt sogar in eine relativ angenehme Erfahrung verwandeln. Wir zeigen Ihnen, welche Tools Sie dabei am besten unterstützen.

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Schraubenzieher sollte man möglichst mehr als einen besitzen
Vergrößern Schraubenzieher sollte man möglichst mehr als einen besitzen
© Loyd Case

Schraubenzieher

Wenn Sie im Jahr maximal ein oder zwei PCs zusammenschrauben, genügt Ihnen vermutlich ein Paar isolierter Standard-Schraubenzieher. Ideal sind solche mit einem kurzen Griff aber langen Schaft, mit denen man auch bequem an Schrauben hinter Kühlkörpern und Netzteilen gelangt. Bei der Schraubenkopfgröße sollten Sie sich ein größeres und ein kleineres Modell zulegen, da die Schraubengrößen im PC variieren.

Werkeln Sie hingegen ständig in irgendeiner Form an PCs, denken Sie über die Anschaffung eines sogenannten Power Tools nach - zum Beispiel einen Akkuschrauber von Milwaukee. Wichtig bei einem Akkuschrauber, der beim PC zum Einsatz kommen soll, ist eine geringe Größe und nach Möglichkeit eine Knick-Vorrichtung. Passende Modelle gibt es auch von Panasonic, zum Beispiel das EY6220N für knapp 100 Euro. Ideal dazu sind magnetisierte Bits, die auch heruntergefallene Schrauben leicht wieder aufnehmen.

Die Arterienklemme: Nicht nur für Chirurgen
Vergrößern Die Arterienklemme: Nicht nur für Chirurgen
© Loyd Case

Arterienklemme

Was für den Chirurgen taugt, hilft auch dem PC-Bauer - denn manchmal ist es nötig, besonders kleine Teile im PC-Inneren möglichst fest zu halten. Dafür eignet sich eine Arterienklemme perfekt. Auch, wenn Sie beispielsweise nur eine "dritte" Hand benötigen, um etwas an Ort und Stelle zu halten, während Sie anderweitig herum schrauben. Arterienklemmen (manchmal auch fälschlicherweise als Pinzetten deklariert) brauchen Sie jedoch nicht im teuren Chirurgenbedarf kaufen. Günstige Modelle gibt es oft beim örtlichen Elektronikfachhändler, in Hobby- und Modellbauläden oder online. Idealerweise besorgt man sich gleich zwei in unterschiedlichen Größen - eine kleine und eine größere.

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Klemmleuchten sorgen für den richtigen Durchblick
Vergrößern Klemmleuchten sorgen für den richtigen Durchblick
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LED-Klemmleuchte

Das Innenleben der meisten PCs ist dunkel. Selbst wenn Sie in einem wirklich hell erleuchteten Raum arbeiten, sorgt der fehlende Kontrast für eine deutlich erschwerte Sicht auf Konnektoren, Schrauben und Kabel. Um die Innereien besser zu durchleuchten, benutzen Sie eine Klemmleuchte - zum Beispiel das Clamplight von Blackfire. Es ist kompakt und kostet weniger als vergleichbare Produkte von großen Herstellern. Dank der eingebauten LEDs ist es nicht nur angenehm hell, sondern auch energiesparend, wodurch die Batterien erstaunlich lang durchhalten. Natürlich tut es auch jede beliebige Taschenlampe - wobei Sie einen großen Bogen um diese kleinen LED-Laternchen machen sollten, die sehr helles 360-Grad-Licht ausstrahlen. Die blenden Sie mehr, als dass Sie sie beim Bauen an Ihrem PC unterstützen.

Steckschlüssel unterstützen besonders kleinteilige Arbeiten
Vergrößern Steckschlüssel unterstützen besonders kleinteilige Arbeiten
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Steckschlüssel

Die kleinen Versionen eines Steckschlüssels dienen zwei Zwecken beim PC-Bau: Zum einen können damit Befestigungsmuttern am Motherboard aufgesetzt oder entfernt werden. Zum anderen können vor allem die besonders kleinen Steckschlüssel genutzt werden, um die winzigen Sicherungsmuttern der DVI- und VGA-Konnektoren wieder aufzuschrauben. Manchmal, wenn Sie einen DVI-Konnektor entfernen, bleibt eine kleine Sicherungsmutter auf der Grafikkarte zurück. Mit dem passenden Steckschlüssel lassen sich diese spielend entfernen und auch wieder an ihrem Konnektor anbringen.

Verzichten Sie auf Spitzzangen mit integriertem Seitenschneider
Vergrößern Verzichten Sie auf Spitzzangen mit integriertem Seitenschneider
© Loyd Case

Spitzzange und Seitenschneider

 Ein oder zwei Spitzzangen und Seitenschneider sind ebenfalls wertvoll. Dabei sind die in vielen Spitzzangen bereits eingebauten Seitenschneider weit weniger nützlich als das gleichnamige, separate Werkzeug, denn sie gelangen längst nicht überall dorthin, wo sie gebraucht werden. Meistens wird der Seitenschneider aber nicht dazu benutzt, Kabel zu durchtrennen, sondern eher, um Kabelbinder zurecht zu stutzen. Achten Sie beim Kauf darauf, wirklich nur sehr, sehr kleine Exemplare dieser Werkzeuge zu erstehen. Die größeren sind bei der Arbeit im Inneren des PCs eher unhandlich und klobig - insbesondere in kleineren PC-Gehäusen. Größeren Erfolg haben Sie daher eher in Hobbyläden als im Baumarkt.

PC clever aufrüsten: So machen Sie es richtig

Reiniger

Wenn ein PC über einen sehr langen Zeitraum läuft, sammelt sich automatisch Staub an. Legt sich der Staub aber auf Kühlkörper, Ventilatorenblätter oder andere wichtige Hardware, führt das zu einem nicht ungefährlichen Temperaturanstieg. Der PC wird heißer und heißer, dadurch ineffizienter und im schlimmsten Fall instabil und unzuverlässig. Moderne (und teurere) PC-Gehäuse verfügen heutzutage über einen eingebauten Staubfilter - doch auch die können mit der Zeit verstopfen und die Luftzirkulation stören. Um dem entgegen zu wirken ist es empfehlenswert, alle paar Monate das PC-Gehäuse zu öffnen und das Innenleben mit Druckluft zu reinigen. Druckluftkartuschen für exakt diesen Zweck gibt es beim Elektronik-Fachhändler. Achten Sie darauf, dass die Kartuschen frei von FCKW, Chlor und entflammbaren Gasen sind.

Zum Fotografieren einzelner Arbeitsschritte reicht eine Handykamera
Vergrößern Zum Fotografieren einzelner Arbeitsschritte reicht eine Handykamera
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Kamera

Manchmal ist es hilfreich, einen Moment Ihrer Arbeit fotografisch festzuhalten. Dazu eignet sich jede beliebige Kamera, auch die Ihres Handys oder Smartphones. Der Sinn dahinter ist es natürlich nicht unbedingt, Ihre Arbeit für die Nachwelt oder Ihr persönliches Tagebuch festzuhalten, sondern zum Beispiel, um bestimmte Kabelverbindungen, Anschlüsse und die Stellung gewisser Schalter zu dokumentieren - damit Sie nachher auch alles wieder exakt zusammensetzen können. Im Idealfall machen Sie dazu ein Foto, bevor Sie sich ans Auseinanderbauen wagen. Alternativ können Sie natürlich auch alle vorhandenen Kabel beschriften - ein Schnappschuss ist aber nicht nur schneller, sondern im Zweifelsfall auch sicherer.

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Verzichten Sie bei Kabelbindern auf Einweg-Plastik-Modelle!
Vergrößern Verzichten Sie bei Kabelbindern auf Einweg-Plastik-Modelle!
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Kabelbinder

Bei den ganzen Kabeln und Drähten im Inneren Ihres PCs ist es oft sinnvoll, sie zu ordnen und zusammenzubinden. Ein Tipp vorweg: Finger weg von Einweg-Plastik-Kabelbindern! Wenn Sie so zusammengebundene Kabel zu einem späteren Zeitpunkt nochmals lösen oder neu anordnen müssen, besteht die einzige Möglichkeit darin, den Kabelbinder mit einer Schere zu durchtrennen. Besser sind Kabelbinder aus Stoff oder Bindedrähte (ähnlich denen für Gefrierbeutel). Wer eine robustere Bindung sucht, greift hingegen zu speziellen Klettstreifen - besser bekannt als Velcro-Streifen, zum Beispiel von Tesa. Die sind auch außerhalb des PC-Gehäuses nützlich, zum Beispiel um überschüssige Ersatzkabel ordentlich zusammenzubinden, um das Kabelchaos beim Heimkinosystem im Wohnzimmer zu beseitigen und so weiter.

Profi-Zubehör: Infrarot-Thermostate
Vergrößern Profi-Zubehör: Infrarot-Thermostate
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Infrarot-Thermometer

Das hier gehört schon eher in die Profi-Ausstattung, ist aber durchaus nützlich. Mit einem Infrarot-Thermometer lassen sich Netzteile, Prozessoren, Grafikkarten und andere, sensible Hitzequellen im Innern des PCs ausmachen und ihre Temperaturen messen. Dazu halten Sie nur den roten Laserstrahl des Werkzeugs auf die gewünschte Hardware und schon bekommen Sie die Temperatur angezeigt. Ideal auch, um mögliche Hitzestaus im Gehäuse aufzuspüren. Mit der Zeit sind Infrarot-Thermometer auch durchaus erschwinglich geworden. Ordentliche Geräte bekommen Sie bereits für unter 30 Euro.

Nützlich: Ein externer SATA-Dock
Vergrößern Nützlich: Ein externer SATA-Dock
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Externer SATA-Dock

Wenn Sie ein existierendes System-Image (Betriebssystem, Anwendungen, Dokumente, Einstellungen und so weiter) auf einen neuen Arbeits-PC übertragen wollen, haben Sie immer die Möglichkeit, die alte Festplatte parallel zur neuen einzubauen und ein Image der alten Platte aufs neue System zu kopieren. Einfacher geht es indes, wenn Sie einen externen USB-Festplatten-Dock anschließen. Die gibt es mit einer Vielzahl verschiedener Anschlussmöglichkeiten. Die Docks sind auch ideal, um schnell und einfach ein Backup Ihres Systems zu erstellen oder besonders große Datenmengen von A nach B zu schaufeln. Weniger geeignet sind die Docks hingegen für SSDs: Das Klonen einer Systemplatte auf eine SSD im USB-Dock dauert ein gefühltes Menschenzeitalter.

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Ein Strommessgerät enttarnt Energieschlucker
Vergrößern Ein Strommessgerät enttarnt Energieschlucker
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Stromüberwachung

PCs sind energieeffizienter geworden - das heißt aber nicht, dass sie deswegen echte Stromsparwunder sind. Ein Strommessgerät lohnt sich für PC-Vielnutzer also immer noch. Auch, um schon frühzeitig mögliche Probleme aufzuspüren - etwa, wenn der Stromverbrauch eines PCs plötzlich kontinuierlich steigt, obwohl keine Hardware-Veränderungen vorgenommen wurden. Ursache hierfür kann beispielsweise eine durch Staub verstopfte Lüftung sein oder ein defekter Ventilator.

Ein Strommessgerät nützt Ihnen natürlich nicht nur beim PC - auch alle anderen elektronischen Geräte im Unternehmen lassen sich damit auf ihre Energieeffizienz prüfen und gegebenenfalls austauschen. Viele modernere Strommessgeräte haben zudem einen integrierten Speicher, der die Messdaten bis zu einem gewissen Punkt zur späteren Gesamtauswertung speichert.

Wer einen besonders leisen PC bauen will, setzt auf Lautstärkemessgeräte
Vergrößern Wer einen besonders leisen PC bauen will, setzt auf Lautstärkemessgeräte
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Lautstärkemesser

Ein solches Gerät zählt schon zu den exotischeren Hilfsmitteln. Für rund 30 bis 70 Euro bekommt der geneigte PC-Bastler ein Lautstärkemessgerät, mit dem man die Lautstärke überprüft, die ein PC nach außen trägt. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn Sie ein besonders geräuscharmes PC-Modell zusammenbauen möchten - beispielsweise für ein Großraumbüro. Nützlich sind solche Geräte auch, wenn Sie beispielsweise Ihren Heimkinoraum für das optimale Surround-Sound-Klangerlebnis kalibrieren wollen.

Lauter PC leise: So geht's mit neuem CPU-Lüfter

Ihr persönliches Lieblings-Werkzeug

Wie auch immer Ihre Do-It-Yourself-Vorlieben sein mögen: Die richtigen Werkzeugen sparen Zeit und Frust bei der Arbeit. Aber nicht nur das: Wer bei den empfindlichen Innenereien eines PCs zum falschen Werkzeug greift, riskiert auch noch womöglich irreparable Schäden an der Hardware. Verschaffen Sie sich daher einen Überblick über Ihre vorhandenen Werkzeuge und Tools, bevor Sie ein Projekt angehen und ergänzen Sie Ihr Equipment gegebenenfalls. Ihr PC wird es Ihnen danken.

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