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Eclipse: Ökosystem für Entwickler-Tools

19.07.2007 | 09:40 Uhr |

Eclipse hat den Markt der Softwareentwicklung radikal verändert. In knapp sechs Jahren ist eine Gemeinschaft von über 150 Herstellern entstanden, deren Eclipse-Produkte den gesamten Software-Lebenszyklus abdecken.

Von Bernhard Steppan

Als IBM Ende 2001 den Nachfolger seiner Entwicklungswerkzeuge der Visual-Age-Familie als Open Source freigab, schlug diese Ankündigung in Fachkreisen Wellen. Es ging hierbei schließlich um ein Geschenk, das nach IBM-Angaben dem Wert von 40 Millionen Dollar entsprach. IBM wollte damals laut eigenem Bekunden das für Entwicklungsumgebungen leisten, was die Apache Foundation für Web-Server und Linux für Betriebssysteme geschafft hat. Obwohl die neue Werkzeugplattform versprach, die Popularität der Programmiersprache Java zu erhöhen, fand das Geschenk nicht überall Anklang.

Sun war verärgert

Der Java-Erfinder Sun Microsystems war nicht nur wegen der bezugsvollen Namensgebung des Projekts (Eclipse = Sonnenfinsternis) verärgert, sondern auch, weil die Eclipse-Entwicklungsumgebung in unmittelbarer Konkurrenz zu der von Sun gesponserten Java-IDE Netbeans steht. Die Wellen haben sich in der Zwischenzeit zwar etwas geglättet, aber die beiden Firmen und Produkte konkurrieren weiterhin. Vermutlich deshalb ist Sun bis heute nicht Mitglied der Eclipse-Community.

Diese Eclipse-Foundation beruht derzeit auf fünf Säulen: Enterprise-Entwicklung, Embedded Systems, der Rich-Client-Plattform, Anwendungs-Frameworks und natürlich den verschiedenen Entwicklungsumgebungen. Die Java-Entwicklungsumgebung war der Ausgangspunkt des Projekts und wurde als Version 1.0 Ende 2001 veröffentlicht. Sie war im Kern vollkommen anders konzipiert als die Java-Umgebung von IBMs Vorläufer Visual Age. Dessen Hauptschwäche war das allumfassende monolithische Konzept, das die Integration von Werkzeugen anderer Hersteller nur ungenügend zuließ. IBM stand mit Visual Age permanent unter dem Druck, praktisch alles selbst entwickeln zu müssen.

Eclipse brach das geschlossene Visual-Age-Konzept auf und steht eher in der Tradition offener Entwicklungsumgebungen wie IntelliJ Idea, JBuilder und Netbeans. Die genannten Konkurrenzprodukte verfügen ebenfalls über eine offen gelegte Plug-in-Schnittstelle, mit der sich die Entwicklungsumgebungen modular erweitern lassen.

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