Kindle Paperwhite

 Kindle Paperwhite
Hersteller:
Kategorie: E-Book Reader
Preise: 4 Angebote ab 129.00
Testnote: -
06.12.2012, 11:31

Peter Stelzel-Morawietz

Ebook-Reader Duell

Amazon Kindle Paperwhite und Thalia HD Frontlight im Test

„Die ultimative Leseerfahrung“ verspricht Amazon für den seinen neuen Ebook-Reader mit Leucht-Display: PC-WELT vergleicht den Kindle Paperwhite mit der Konkurrenz von Thalia. ©Bookeen

Den „fortschrittlichsten eReader der Welt“ nennt Amazon seinen jüngsten Ebook-Reader mit beleuchtetem Display. Doch hält der Kindle Paperwhite, was er verspricht? Oder soll man besser zur Konkurrenz vom Buchhändler Thalia greifen?
Touchscreen mit höherer Auflösung, schärferen Kontrasten, integrierter Beleuchtung und acht Wochen Akku-Laufzeit – der US-Konzern spart nicht beim Eigenlob für sein jüngstes Modell der Kindl-Familie. Auf dem Papier spricht vieles für den neuen Paperwhite, der anders als seine Vorgänger erstmals mit einem beleuchteten Display und „strahlend weißem Hintergrund“ aufwartet.
Die Kritiken von Besitzern des neuen Lesegerätes sprechen jedoch teilweise eine ganz andere Sprache. Das gilt insbesondere für das Display: unscharf, verwaschen, blass, fleckig sowie ungleichmäßig beleuchtet und dazu Farbstiche lauten einige Einwände. Amazon jedenfalls sah sich zu einer Stellungnahme gezwungen: Unter bestimmten Lichtverhältnissen sei die Ausleuchtung des unteren Bildschirmrands ungleichmäßig, räumt der Konzern inzwischen ein.

Amazon räumt Schwächen beim Display des Kindle Paperwhite ein

PC-WELT wollte es genau wissen und bestellte ein Testgerät des Kindle Paperwhite in die Redaktion – genauso wie ein Exemplar des brandneuen Ebook-Readers Bookeen HD Frontlight. Dieses Modell des französischen Herstellers verfügt ebenfalls über ein beleuchtetes Display zum Lesen im Dunklen. Auch der Preis ist exakt der Gleiche. 129 Euro verlangt die Buchhandelskette Thalia als Kooperationspartner hierzulande.
Einen wichtigen Unterschied aber gibt es doch, denn der Paperwhite ist seit Wochen ausverkauft und wird vor Weihnachten nicht mehr ausgeliefert. Als Geschenk zum Fest eignet er sich somit also nicht.
Ansonsten sind die beiden Modelle mit selbst leuchtender Anzeige nur mit dem etwa gleich teuren Kobo Glo, vergleichbar, der bereits seit einigen Monaten auf dem Markt ist.

Jeder Ebook-Reader steht und fällt mit dem Display

Bisher ließen sich die Lesegeräte für elektronische Bücher in zwei Klassen einteilen: Solche mit beleuchtetem Farb-LCD-Display ähnlich wie beim Tablet oder Smartphone. Und solche mit Anzeige auf Basis „elektronischer Tinte“. Ein Vorteil dieser E-Ink-Technik ist, dass sie nur beim Umblättern Strom verbraucht.
Ein solcher Reader hält deshalb selbst einen mehrwöchigen Urlaub ohne Nachladen durch. Außerdem ist die Anzeige auch bei direkter Sonneneinstrahlung etwa am Strand problemlos zu lesen. Die beiden neuen Testgeräte sollen nun die Vorteile beider Display-Arten bieten: gute Lesbarkeit im Dunklen und in heller Umgebung sowie eine lange Akkulaufzeit.
Um die Netzkritik am neuen Paperwhite nun aufzulösen: Auch unser Testexemplar zeigt aufgrund der seitlichen Beleuchtungstechnik unten am Display deutlich einen dunklen Rand und eine etwas ungleichmäßige Beleuchtung. Doch zum einen stört dies bei mittlerer Helligkeitsstufe kaum, zum anderen ist der Lichtrand beim Konkurrenzmodell von Thalia noch stärker ausgeprägt. Die geäußerte Kritik ist also zumindest bei unserem Exemplar in dieser Schärfe überzogen.
Was hat es nun mit der Modellbezeichnung „papierweiß“ auf sich? Passend und nicht passend zugleich, lautet die Antwort. Denn im Vergleich zu den Vorgängermodellen mit vergleichsweise grauem Hintergrund erscheinen die Anzeigen der beiden Modelle tatsächlich weißer – wenigstens bei eingeschalteter Beleuchtung. Doch verglichen mit einem weißen Blatt Papier sind sie alles andere als weiß: zwischen leicht gräulich und bläulich wäre die treffendere Beschreibung.
Da schließt sich gleich die Frage an, wozu die Display-Beleuchtung überhaupt gut ist. Erstens ist der Hintergrund der neuen Anzeigen tatsächlich heller, doch dies ist mehr eine Frage der Gewöhnung. Anders ist es für jemanden, der gerne im Dunklen liest oder im Bett beim Lesen seinen Partner nicht stören möchte. Hier ist das leuchtende Ebook sinnvoll. Schließlich spricht die höhere Auflösung und Pixeldichte von 212 PPI (pixel per inch) für die neuen Geräte. Das sind gut 25 Prozent mehr als bisher und tatsächlich erscheinen die Buchstabenkanten etwas schärfer.

Unterschiede bei der Display-Technik und Bedienung

Das Amazon- wie das Thalia-Lesegerät verfügen – anders als der bisherige Kindle Touch – über einen kapazitiven Bildschirm wie Smartphones und Tablet-PCs und reagieren damit nicht mehr auf Berührung mit Handschuhen.
Wer seine Wartezeit auf öffentliche Verkehrsmittel in der kalten Jahreszeit mit Lesen von Ebooks verkürzen möchte, muss zumindest beim Amazon-Gerät entweder frierende Hände in Kauf nehmen oder spezielle Handschuhe verwenden. Denn der Kindle Paperwhite verfügt über keinerlei Tasten, sämtliche Aktionen inklusive dem Umblättern erfolgt ausschließlich über den Touchscreen. Anders beim Thalia HD Frontlight, der zusätzlich am linken und rechten Rand jeweils eine große Taste zum Zurück- und Vorblättern hat.
Der bisherige Kindle Touch ließ sich dank besonderer Steuertechnik auch mit Handschuhen bedienen, doch Amazon hat ihn mit der Vorstellung des neuen aus dem Sortiment genommen. Sehr wohl bietet der US-Händler aber weiter den „traditionellen“ Kindle mit Tastenbedienung für nur 79 Euro an – 50 Euro weniger als der neue Paperwhite kostet. Wer überwiegend Romane lesen möchte, ist mit dem „alten“ Kindle im Prinzip genauso gut bedient. Denn das Ökosystem von Amazon inklusive Bücherkauf direkt auf dem Lesegerät oder alternativ über den PC funktioniert beim Kindle seit jeher perfekt.
Wer dagegen in Fachbüchern häufig Kommentare und Notizen machen muss, kann dies auf dem Touch-Gerät einfach per Fingertipp erledigen – viel schneller als mit den Pfeiltasten erst mühsam den Cursor an eine bestimmte Textstelle anzusteuern und dann dort das Kontextmenü zu öffnen. Das erledigen beide getesteten Reader gut, wobei der Paperwhite beim Handling und den Möglichkeiten bis hin zu Veröffentlichungen auf Facebook oder per Twitter deutlich die Nase vorn hat.
Wodurch sich die beiden Geräte sonst noch unterschieden, lesen Sie auf der nächsten Seite .
Hersteller und Reader Amazon Kindle Paperwhite Bookeen HD Frontlight
Preis 129 Euro 129 Euro
     
Gesamtwertung    
Technische Daten    
Bildschirmgröße / Auflösung 6 Zoll / 758 x 1024 6 Zoll / 758 x 1024
Gewicht (Gramm) 213 g (WLAN) 180 g
Maße (Breite x Höhe x Dicke) 169 mm x 117 mm x 9,1 mm 166 x 120 x 9,4 mm
Displaytechnik E-Ink / multitouch, kapazitiv E-Ink, multitouch, kapazitiv
Audio-Ausgang (3,5 mm) / Lautsprecher nein / nein nein / nein
Interner Gerätespeicher / davon frei 2 GByte / 1,3 2 GByte / 1,4
Firmware-Update über WLAN WLAN
Erweiterung mit Kartenslot nein Micro SD
Ausstattung    
Touchscreen / Tasten / Tastatur ja / nein / nein ja / ja / nein
Schriftgröße wählbar 8 20 Stufen
Schriftart wählbar ja, 6 Typen ja, 7 Typen
Unterstützte Formate TXT, MOBI, PRC, AZW, PDF, AA, DOC, DOCX, HTML und Bilder ePUB, PDF, FB2, TXT, HTML und Bilder
Kopierschutzformate (DRM) AZW (Kindle) Adobe DRM (ePub, PDF)
Kontrast einstellbar nein nein
Beleuchtetes Display 24 Helligkeitsstufen ja, 20 Helligkeitsstufen
Laden der Bücher über: UMTS, WLAN, USB gegen Aufpreis / ja / ja nein /ja / ja
Onleihe über den PC / auf dem Reader bedingt / nein bedingt / nein
Schalter für WLAN über Menü über Menü
Aufladen über USB / Ladegerät ja / optional ja / optional
Zubehör / Lieferumfang USB-Kabel, Kurzanleitung, Anleitung als Ebook USB-Kabel, Kurzanleitung, Anleitung als Ebook
Funktionsprüfung    
Lesbarkeit bei Sonnenlicht / diffusem Licht / Kunstlicht sehr gut / sehr gut / sehr gut sehr gut / sehr gut / sehr gut
Entspiegelung gut gut
Drehen des Formats (hoch / quer) manuell manuell
Seitenwechsel (Geschwindigkeit) sehr schnell schnell
Akkulaufzeit (Herstellerangabe) ca. 20.000 Seitenwechsel ca. 20.000 Seitenwechsel
Akkulaufzeit mit voller Beleuchtung (ohne WLAN) 16:29 Stunden 16: 08 Stunden
Vorlesefunktion / Volltextsuche nein / ja nein / nein
Gehe zu Seite / Kapitel / 1. Seite / Letzte Seite ja / ja / ja / ja ja / ja / ja / ja
Favoriten / Buchsuche / Letzte Bücher ja / ja / ja ja / nein / ja
Kommentare / Hervorhebungen / Lesezeichen ja / ja / ja ja / ja / ja
Lese-Apps für Smartphones und Tablets iOS und Android eingeschränkt (iOS und Android)
Zusatzfunktionen: Fotos, MP3, Videos ja / nein / nein ja / nein / nein
Extras Internet-Browser, Twitter, Facebook, Cloud-Anbindung, Leihbibliothek gegen Gebühr Diashow, Internet-Browser
Bedienung und Support    
Handbuch gedruckt / im Gerät / im Internet nein / ja / ja nein / ja / ja
Handbuch (inhaltlich) sehr gut und ausführlich gut, aber Übersetzungsfehler
Reader-Bedienung insgesamt einfach einfach
Menüführung deutsch deutsch
Bücher aufspielen / verwalten sehr einfach / sehr einfach sehr einfach / einfach
Bücherangebot groß groß

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