Eine weitere Variante des Identitätsdiebstahls kann sehr lästig werden und unter Umständen auch langwierige Folgen nach sich ziehen. Die Betrüger nutzen aus, dass der Anmeldemechanismus von Ebay nur begrenzt sicher ist: Beim Anlegen eines neuen Kontos führt Ebay eine Schufa-Abfrage durch. Sie soll nicht die Kreditwürdigkeit oder das Zahlungsverhalten des neuen Kunden dokumentieren, sondern lediglich seine Existenz. Deshalb reichen hier Adressdaten, die zum jeweiligen Namen passen – und die finden Betrüger an diversen Stellen: auf Websites, unter Mails oder einfach im Telefonbuch.
Kritisch wird es nach einigen Wochen für den eigentlichen Besitzer der Identität, der ja ganz einfach aufzufinden ist. So berichtet unser Leser Rudolf M., dass er regelmäßig erboste Anrufe von Ebay-Nutzern bekam, die vergeblich auf die vermeintlich von ihm verkaufte Ware warteten. „Dass ich denen gar nichts verkauft habe, wollten die natürlich nicht glauben“, so seine Aussage. „Am besten war ich dran, wenn sie mir mit der Polizei drohten. Dann konnte ich denen wenigstens das Aktenzeichen meiner Anzeige gegen Unbekannt nennen und sie bitten, darauf Bezug zu nehmen.“ Doch es kamen auch solche Drohungen: „Ich weiß, wo Du wohnst, und ich schick’ Dir wen vorbei.“ Knapp 40 Auktionen mit hochpreisigen Waren tätigten Betrüger in seinem Namen. Der entstandene Schaden lag bei mehreren tausend Euro.
Noch ein Geschädigter: Die Bankverbindung, die der Betrüger in diesem Fall genutzt hatte, führte zu einem weiteren Opfer. Die arbeitslose Frau hatte über das Internet ein Angebot von einer „ausländischen Firma“ erhalten, die zum Geschäftsaufbau in Deutschland angeblich Mitarbeiter suchte. Stutzig machte es sie schon, dass ihre Aufgabe lediglich darin zu bestehen schien, Zahlungen, die auf ihrem Konto eintrafen, auf ein anderes ausländisches Konto umzuleiten. Doch die Entlohnung schien gut, und bis sie bemerkte, dass sie benutzt wurde, war es zu spät. Jetzt taucht ihr Name mit ihrer Kontonummer in verschiedenen Foren zum Thema Internet-Betrug auf – keine gute Voraussetzung, wenn man auf Stellensuche ist.
Keiner ist gefeit: Solche kriminellen Machenschaften können auch Menschen treffen, die nicht einmal einen PC besitzen – schließlich sind auch sie in der Schufa-Datenbank erfasst, und schließlich kann man auch ihre persönlichen Daten per Telefonbuch ermitteln.
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