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EarthLink gewinnt Spammer-Prozess - "Finanzielle Todesstrafe" droht

08.05.2003 | 13:50 Uhr |

In einem Verfahren gegen einen New Yorker-Spam-Versender, hat ein Bezirksgericht in Atlanta dem Internet Service Provider EarthLink jetzt eine Entschädigung in Höhe von 16 Millionen US-Dollar zugesprochen. Dem Spammer wurde vorgeworfen, mit gänzlich illegalen Mitteln über 800 Millionen Spam-Mails versandt zu haben.

In einem Verfahren gegen einen New Yorker-Spam-Versender, hat ein Bezirksgericht in Atlanta dem Internet Service Provider EarthLink jetzt eine Entschädigung in Höhe von 16 Millionen US-Dollar zugesprochen. Dem Spammer wurde vorgeworfen, mit gänzlich illegalen Mitteln über 800 Millionen Spam-Mails versandt zu haben.

Darüber hinaus hat das Gericht dem Angeklagten sämtliche Spamming-Tätigkeiten und dazugehörige Aktivitäten dauerhaft verboten, so einer der Anwälte von EarthLink, Pete Wellborn. Zu den dazugehörigen Aktivitäten gehören unter anderem der Verkauf von "mass e-mail software" und von Adressdatenbanken.

Die Vorgehensweise: Laut EarthLink legte sich eine Bande um einen gewissen Howard Carmack diverse Internetkonten zu, indem sie gestohlene Kreditkarten, Identitätsdiebstahl und Bankbetrug nutzten. Mit Hilfe der Konten wurde dann Spam-Mails versandt. Carmack soll dabei sogar die Zugänge von Familienangehörigen missbraucht haben, unter anderem von seinem Bruder. Geworben wurde für "Heimarbeit" und "So werden Sie schnell reich".

Aufmerksam wurde der Internet Service Provider als beim Versand von Spams ein All Time High aus dem Raum Buffalo/New York gemeldet wurde. Im Oktober konnte sich das EarthLink-Team um Mary Youngblood, Network Abuse Team Manager, auf die Fährte der Übeltäter setzen. EarthLink gelang es in der Folge einige Internetkonten zu sperren, aber die Aktivitäten von Carmack blieben dennoch ein "recht großes Ärgernis", so dass sich EarthLink entschloss, vor Gericht zu ziehen.

Bei der Gerichtsverhandlung erschien Carmack gar nicht erst, ein Verteidiger wurde nicht bestellt. EarthLink zog daher mit beglaubigten Zeugenaussagen eines Geschäftpartners von Carmack sowie seines Bruders bewaffnet vor Gericht. Dort gelange es den Anwälten von EarthLink dann ohne Mühe, den Richter von einem Urteil gegen Carmack zu überzeugen

Wellborn bezeichnet das Urteil denn auch als "bestmögliches Ergebnis" für EarthLink und die genervten Anwender. Seiner Meinung nach sendet das 16 Millionen Dollar-Urteil ein starkes Signal nach draußen: Wer Spams versendet, dem droht die "finanzielle Todesstrafe".

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