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EU-Internet-Pakete statt teurer Roaming-Gebühren

22.07.2014 | 09:31 Uhr |

Surfen im Ausland zum Inlandspreis? Ganz so günstig ist mobiles Internet jenseits der Landesgrenzen noch nicht. PC-WELT verrät, wie Sie im Urlaub günstig ins Netz gehen.

Seit Mitte des Jahres sind Telefonieren und mobiles Internet innerhalb der EU wieder einmal billiger geworden. Fürs Surfen dürfen die Mobilfunkanbieter maximal 20 Cent pro Megabyte verlangen, bisher war es 45 Cent. Auch die Kosten pro versendeter Nachricht wurden von den EU-Behörden gesenkt, von bis 9,5 auf nun sechs Cent.

Auf den ersten Blick ist das aus Verbrauchersicht eine gute Nachricht, doch beim Nachrechnen zeigt sich, dass mobiles Internet im Ausland verglichen mit den Preisen hierzulande weiter alles andere als billig ist. Während 100 MByte mobiles Datenvolumen im Ausland also 20 Euro kosten dürfen, liegen die Marktpreise für die gleiche Leistung in Deutschland bei weniger als einem Zehntel.

Vorsicht Kostenfalle – so surfen Sie günstig im Urlaub

Zudem gelten die EU-Tarife naturgemäß nur in der Europäischen Union sowie Lichtenstein, Norwegen und Island. Für die Schweiz als Deutschlands Nachbar und die Türkei als beliebtes Urlaubsziel haben die EU-Sätze aber nach wie vor keine Gültigkeit. Außerhalb der EU wird es also nochmals teurer, hier berechnen die Provider mitunter bis zu 20 Euro pro MByte. Auch der mittlerweile (fast) weltweit geltende Cut-off-Mechanismus, der die Verbindung bei Überschreiten des Maximalbetrags von 50 Euro netto (59,90 Euro inkl. 19 Prozent MwSt.) trennen muss, hat eine gefährliche Lücke. Nämlich dann, wenn der Providerpartner im Nicht-EU-Ausland die Handy-Nutzung nicht in Echtzeit überwachen kann. Dann greift die Grenze nicht und die auf dieses Problem hinweisende SMS erreicht den Kunden unter Umständen viel zu spät.

Insbesondere Reseller und Discounter wie Aldi haben ihre Preise für mobiles Internet im Ausland zuletzt deutlich gesenkt –weit unter die verordneten EU-Maximalbeträge.
Vergrößern Insbesondere Reseller und Discounter wie Aldi haben ihre Preise für mobiles Internet im Ausland zuletzt deutlich gesenkt –weit unter die verordneten EU-Maximalbeträge.

Reisepakete und EU-Internet-Pakete sparen bares Geld

Statt also die volumenbasierte Einzelabrechnung zu nutzen, empfiehlt sich in den allermeisten Fällen, vor dem Urlaub ein „Reisepaket“ oder „EU-Internet-Paket“ beim Handy-Provider abzuschließen. Diese Pakete funktionieren im Prinzip wie die inländischen Flatrates für mobiles Internet, nur ist das Volumen hier deutlich kleiner und die Laufzeit kürzer. Außerdem verlängern sie sich im Gegensatz zu den Inlands-Flatrates nicht automatisch: Ist das Datenvolumen aufgebraucht oder die Laufzeit abgelaufen, ist erst einmal automatisch Schluss. Man kann die Spezialtarife aber sofort manuell wieder verlängern, also neu buchen.

Der Markt der Pakete ist derzeit extrem in Bewegung, die Preistendenz geht deutlich nach unten. So hat kürzlich Tchibo die Datenmenge von 50 auf 100 MByte verdoppelt, ohne den Preis von 4,95 für das einwöchige EU-Paket anzuheben. Aldi bietet zum Preis von 4,99 Euro sogar 150 MByte Inklusivvolumen.

Dazu noch ein Tipp: Zwar tragen solche Pakete meist den Zusatz „EU“, doch den Anbietern steht es frei, zusätzliche Länder von außerhalb des EU-Gebietes in die Pakete zu integrieren. Bei Aldi Talk gilt das beispielsweise für die Schweiz, bei anderen Anbietern können es andere Länder sein.

Selbstverständlich kann man sich für eine Auslandsreise eine zusätzliche Prepaid-SIM-Karte mit einem günstigen EU-Tarif zulegen. Allerdings ist man dann, falls man nicht noch ein zweites Handy mitnimmt, nicht mehr unter seiner bisherigen Rufnummer erreichbar. Als Vertragskunde bei einem der vier großen deutschen Mobilfunkprovider empfiehlt es sich deshalb zu prüfen, welche Pauschaltarife fürs Surfen im Ausland Ihr Anbieter offeriert.

Kostenlos über Skype telefonieren

Die Deutsche Telekom bietet Vertragskunden unter dem Begriff Travel & Surf einen Wochenpass, der 150 MByte schnelles Inklusivvolumen beinhaltet und für die meisten europäischen Länder 14,95 Euro kostet (andere Länder 34,95 Euro). Wer nur einen Tag ins Internet möchte, bekommt den DayPass M mit 50 MByte für 2,95 Euro.

Wozu genau gehört diese Säulenformationen auf dem Forum Romanum in Rom? Nachschlagen und Surfen über mobiles Internet im Ausland kann teuer werden, insbesondere außerhalb der Europäischen Union.
Vergrößern Wozu genau gehört diese Säulenformationen auf dem Forum Romanum in Rom? Nachschlagen und Surfen über mobiles Internet im Ausland kann teuer werden, insbesondere außerhalb der Europäischen Union.

Bei E-Plus umfasst das EU-Reisepaket für die EU ebenfalls 150 MByte zum Preis von zehn Euro. Mehr Volumen beinhalten die EU-Reisepakete Komfort. Alternativ bekommen Base-Vertragskunden auf Wunsch für einen monatlichen Aufpreis von drei Euro über die gesamte Vertragslaufzeit im EU-Ausland die Inlandskonditionen: Das gilt für Gespräche, SMS und mobiles Internet.

Bei O2 entstehen mit dem Travel Day Pack wirklich nur an den Tagen Kosten, an denen man das Internet tatsächlich nutzt: nämlich 1,99 Euro, 50 MByte Volumen sind inklusive. Das Travel Day Pack gilt in der EU und in der Schweiz, in Norwegen und Island.

Vodafone schließlich bietet diverse Auslandsoptionen, von den CallYa-Reisepaketen für Prepaid-Karten bis zum „Reiseversprechen Asien“ für Vertragskunden. Suchen Sie sich hier das für Sie passende Angebot selbst heraus.

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