Der Asus EEE PC ist eine Marke, die viele Wettbewerber im Munde führen, ohne wirklich mit ihm konkurrieren zu können – oder zu wollen. Wir haben die vermeintlichen Rivalen grob in die drei Bereiche „300-Euro-Klasse“, „Ab 600-Euro“ und „OLPCs - der anderer Ansatz“ unterteilt.
300-Euro-Klasse
Das Cloudbook von Everex wird mit einem VIA C7-Prozessor mit 1,2 GHz Taktfrequenz, einer Onboard-Grafikkarte und 30-GB-Festplatte zum Verkauf angeboten. Im Gegensatz zum Eee-PC von Asus, wird das Low-Buget-Notebook über eine interne Festplatte (statt Flash-Speicher) verfügen, die genügend Platz für Windows und Co. bietet. Das Unternehmen hat das Gerät mit 512 MB DDR2-Speicher, einem Kartenlesegerät, WLAN- und Ethernet-Anschluss sowie einem 7-Zoll-Display (Auflösung 800 x 480 Pixel) ausgestattet. Um das Mini-Notebook wohnzimmertauglich zu machen, verfügt das Cloudbook zudem über einen DVI-Ausgang sowie einen HDMI-Adapter.
Als Betriebssystem ist Linux in Form von gOS (basierend auf Ubuntu 7.10) im Lieferumfang enthalten. Wie auch beim Eee-PC werden die wichtigsten Anwendungen für Video, Musik oder Telefon (Skype) bis hin zu OpenOffice mitgeliefert. Als Desktopumgebung stehen dem Benutzer GNOME und KDE zur Verfügung. Der Preis für die US-Version soll sich um 400 US-Dollar (etwa 270 Euro) bewegen. Das Mini-Notebook wird ab 25. Januar in den USA (Wal-Markt) zum Verkauf angeboten. Wann das Gerät in Europa erhältlich sein wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
Mit dem Noahpad UMPC von E-lead Electronics wagt sich ein Autozulieferer aufs EEE-PC-Parkett. E-lead Electronics betont besonders den mobilen Charakter des Noahpad UMPC, der rund 300 Euro kosten soll: Der Anwender soll ihn ähnlich wie ein Navigationsgerät am Armaturenbrett des Autos befestigen können. Außerdem lässt sich der Rechner zum Joggen oder Faulenzen am Urlaubsstrand mitnehmen. In den eigenen vier Wänden kann man den Mini-PC in der Küche aufstellen oder als digitalen Bilderrahmen auf dem Nachttischschränkchen platzieren. Bei der Tastatur des Noahpad UMPC besteht aus zwei Touchpads, die sich auch als QWERTY-Tastatur (also eine vollständige PC-Tastatur mit amerikanischer Tasten-Anordnung) ansprechen lassen. Durch die Touchpad-Technologie fällt der Noahpad UMPC kleiner aus als das EEE PC, wie der Hersteller betont. Mit den Touchpads wird auch der Mauszeiger gesteuert.
Das 7-Zoll-Display soll mit seiner "Virtual Screen Technology" das Sichtfeld eines 10-Zöllers bieten und über eine Auflösung von 1024x768 Bildpunkten verfügen. Das Display lässt sich um bis zu 360 Grad nach hinten schwenken. Dann kann man alternativ auf dem 7-Zoll-Bildschirm, der dann eine Tastatur darstellt, tippen. Damit soll sich die Tippgeschwindigkeit gegenüber den normalen Touchscreens steigern lassen. Im Zusammenspiel mit einem (nicht eingebauten!) GPS-Empfänger lässt sich das Noahpad UMPC auch als Navigationsgerät fürs Auto einsetzen. In diesem Fall profitiert der Fahrer von dem für Navis ungewöhnlich großen Display. Das Noahpad UMPC soll 780 Gramm wiegen, eine 30 GB-Festplatte und eine SD-Slot besitzen. Mikrofon und Lautsprecher sind ebenfalls eingebaut. Für die Rechenleistung sorgt ein VIA Eden C7 -1.0G / CX700-Prozessor. Ubuntu 7.10 und eine Windows XP-Version werden als Betriebssysteme genannt. Ins Internet geht es via Wlan, für LAN ist ein separater USB-Dongle erforderlich.
Wie der taiwanische Branchendienst Digitimes berichtet, haben Acer und Hewlett Packard beim Auftragsfertiger Wistron zusätzliche Bestellungen für 2008 abgegeben: Der taiwanische Original Design Manufacturer (ODM) soll für die beiden Branchengrößen Notebook-Modelle im Preisbereich unter 600 Dollar fertigen. Acer plant außerdem einen direkten Konkurrenten zum Eee-PC: Ein Projektteam, das die Marktchancen eines Billig-Rechners untersuchen soll, sei schon gebildet.
Ab 600 Euro
Gemeinsam mit dem Chiphersteller VIA hat Packard Bell das EasyNote XS vorgestellt. Das ultraportable Notebook in Taschenbuchgröße bringt ein Gesamtgewicht von weniger als einem Kilo auf die Waage. Obwohl das Gerät mit Windows XP Home als Betriebssystem prinzipiell für mobile Büroarbeiten geeignet ist, dürften diese auf dem 7-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln keinen rechten Spaß machen. Die VIA C7-CPU mit 1,2 GHz Taktfrequenz ist für solche Tätigkeiten ausreichend dimensioniert, ein GB DDR2-RAM reicht ebenfalls für die meisten Anwendungen aus. Die Grafik liefert ein Onboard-Chipsatz von VIA.
Daten finden auf einer 1,8-Zoll-Festplatte mit einer Kapazität von 30 GB Platz. An Schnittstellen sind WLAN 802.11b/g, Bluetooth 2.0, zwei USB-2.0-Buchsen und ein DVI-Port an Bord. Eine 1,3-Megapixel-Webcam und ein Kartenleser für SD/MMC-Karten und Memory Sticks runden die Ausstattung ab. Der Akku soll laut Hersteller bei WLAN-Nutzung für rund drei Stunden Dauerbetrieb ausreichen. Bedient wird das EasyNote XS mit beiden Händen, wobei links über der Tastatur die Maustasten und rechts ein Touchpad angebracht sind. Packard Bell bietet das Mini-Notebook ab sofort für knapp 600 Euro an.
PC-Hersteller Maxdata stellt unter seiner Marke Belinea das s.book 1 vor. Das Mini-Notebook misst 23 x 17 x 3 Zentimeter und bringt rund 1,1 Kilogramm auf die Waage. Es bietet ein 7-Zoll-Display, das mit einer Auflösung von 800 x 480 Bildpunkten arbeitet und gleichzeitig als Touchscreen dient. Als Prozessor verbaut Maxdata einen VIA C7-M mit 1,7 Gigahertz, dem 1 Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Die Grafik ist im Chipsatz integriert. Daten finden auf einer 1,8-Zoll-Festplatte mit 80 Gigabyte Kapazität Platz, ein optisches Laufwerk zählt nicht zur Ausstattung.
An Schnittstellen werden WLAN nach IEEE 802.11a/b/g, Bluetooth 2.0, DVI, LAN und Audioausgänge geboten. Ein Skype-fähiges VoIP-Telefon, das neben dem Display untergebracht ist, rundet die Ausstattung ab. Laut Maxdata reicht eine Akkuladung für rund 4 Stunden Dauerbetrieb aus. Als Betriebssystem ist Windows XP Professional vorinstalliert. Der Preis für das s.book 1 beträgt rund 800 Euro und liegt damit deutlich über dem, was die Konkurrenz verlangt.
OLPCs - der anderer Ansatz
Mit dem Projekt OLPC (One Laptop per Child) fing alles an: Die Geräte sollten Staaten der Dritten Welt Zugang zur modernen Informationstechnologie verschaffen. Das erste Produkt von OLPC ist der XO-Laptop (siehe nebenstehendes Bild). Der EEE-PC von Asus geht inzwischen auch in diese Richtung, obwohl er ursprünglich als Zweitrechner für die Bewohner der Industrienationen gedacht war. Pixel Qi, ein Ableger der Nonprofit-Organisation OLPC, will nun mit einem 75-Dollar-Notebook Asus den Wind aus den Segeln nehmen.
Ein weiteres Beispiel ist der Aleutia E1 des englischen Unternehmens Aleutia Limited. Dabei handelt es sich um einen Stromspar-PC mit nur 8 Watt Leistungsaufnahme, der seine Energieversorgung aus einer mitgelieferten Solarzelle bezieht. Möglich wird das durch den Einsatz von ausgesprochen leistungsschwachen Komponenten. Im Lieferumfang sind neben dem Aleutia E1 noch eine 1-GB-CF-Karte, eine USB-Maus, Tastatur und Bedienungsanleitung. Der Hersteller verlangt 179 britische Pfund (rund 248 Euro), wie man der Herstellerseite entnehmen kann. Das Bundle mit LCD, Akku und Solarzelle kostet 499 Pfund (etwa 692 Euro).
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