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Ebook-Reader - Bibliotheken zum Mitnehmen

14.05.2012 | 11:01 Uhr |

In den USA sind E-Books und Reader längst etabliert, jetzt sind die Lesegeräte ab 60 Euro auch in Deutschland günstiger geworden. Und viele Bestseller liegen auch digital vor.

Gerade mal knapp 60 Euro verlangen die Buchhändler Hugendubel und Weltbild für den neuen Ebook-Reader von Trekstor. Die meisten aktuellen Konkurrenzprodukte kosten mindestens das Doppelte, nur Amazon verkauft sein Lesegerät für elektronische Bücher etwas günstiger: Der Kindle 4 kostet hierzulande 99 Euro inklusive Versand. Das nach der Buchmesse im Herbst neu erschienene Sony-Modell PRS-T1 setzt derzeit mit rund 145 Euro die obere Preisgrenze. Nur ein Jahr zuvor lagen die Gerätepreise noch etwa 50 Prozent höher, für das Vorgängergerät von Sony verlangten die günstigsten Online-Händler Anfang 2011 sogar noch rund 250 Euro. Den Kindle von Amazon gab es in Deutschland noch gar nicht zu kaufen, sodass interessierten Kunden nur die Möglichkeit blieb, das Gerät direkt in den USA zu bestellen: mit teurem Versand, Zollgebühren und englischer Bedienung.

Die gesunkenen Preise sind einer der Gründe, die zu einem deutlich gestiegenen Absatz der Lesegeräte geführt haben. So schätzt der Branchenverband Bitkom, dass im vergangenen Jahr mehr als 230.000 EBook- Reader verkauft worden sind, das entspricht einem Plus von 40 Prozent gegenüber 2010. Um ein Drittel erhöhte sich auch der Umsatz bei den digitalen Inhalten. Der Internetbuchhändler Libri meldete im Herbst sogar, dass E-Books erstmals das meist verkaufte Buchformat waren und damit vor Taschenbüchern und gebundenen Ausgaben lagen.

Vergleich aktueller Lesegeräte - Der richtige Ebook-Reader

Große Unterschiede bei den Lesegeräten

Die Buchhandelskette Thalia verkauft mit dem Oyo einen eigenen E-Book-Reader, der auch digitale Bücher aus anderen Shops darstellen kann.
Vergrößern Die Buchhandelskette Thalia verkauft mit dem Oyo einen eigenen E-Book-Reader, der auch digitale Bücher aus anderen Shops darstellen kann.

Allein der günstige Preis sollte aber kein Kaufargument sein, denn die Lesegeräte mit der Bezeichnung E-Book-Reader unterscheiden sich fundamental voneinander. Das gilt insbesondere für das Display: Manche Lesegeräte verfügen über einen farbigen LCD-Bildschirm, wie er im Prinzip auch in PC-Monitoren und Tablet-PCs steckt.

Die zweite Display-Kategorie baut auf dem Prinzip elektronischer Tinte (E-Ink oder Sipix) auf. Diese matte Anzeige bietet gegenüber LCD oder LED im Wesentlichen zwei Vorteile. Zum einen kann man darauf unter allen Lichtverhältnissen ohne Ermüdung lesen, selbst direktes Sonnenlicht stellt wie beim gedruckten Buch kein Problem dar. Weil diese Schwarzweiß-Displays außerdem nicht selbst leuchten, verbrauchen sie praktisch keinen Strom. Energie wird nur zum Bildaufbau, also beim Umblättern benötigt. Die Hersteller geben die Akkulaufzeit deshalb auch nicht in Stunden, sondern mit der Zahl der Seitenwechsel an. Die übliche Menge liegt dabei meist zwischen 5000 und 20 000 Mal Umblättern, so dass der Reader selbst einen mehrwöchigen Urlaub ohne Aufladen durchhält.

Deutlich mehr Strom verbrauchen die LCD-Anzeigen wie beim eingangs erwähnten Ebook-Reader 3.0 von Trekstor. Der Hersteller verspricht „bis zu acht Stunden Lesevergnügen“, doch viele Besitzer klagen in Foren, dass bei ihren Geräten schon nach zwei bis drei Stunden das Licht ausgeht. Unser Testgerät hielt bei 50 Prozent Display-Beleuchtung knapp dreieinhalb Stunden durch. Zudem spiegeln die LCD-Displays deutlich stärker als die Modelle mit elektronischem Papier. Auf der anderen Seite können farbige LCDDisplays Fotos besser darstellen. Je nach Ausstattung des Lesegeräts gilt das Gleiche auch für Videos. Nur für den primären Zweck, nämlich zum Lesen, eignen sie sich eben schlechter.

Lohnt sich die Anschaffung von Ebook-Readern für jeden?

Bedienung: Touchscreen, Tastatur & Funktionstasten

Vom Italica Zine HD abgesehen, verfügen alle aktuellen Geräte über einen sechs oder sieben Zoll großen Bildschirm. Mit Ausnahme des Kindle lässt sich zudem bei allen Readern der Speicherplatz über eine SD- oder MicroSD-Karte erhöhen.

Deutlicher unterscheiden sich die Reader in der Bedienung, denn hier treten mehrere Konzepte gegeneinander an: einzelne Tasten mit einem Navigationskreuz, eine vollständige Tastatur, ein Touchscreen oder eine Kombination der drei Optionen. Ein „besser oder schlechter“ gibt es nicht, denn es kommt insbesondere auf die persönlichen Vorlieben an. So scheint eine Tastatur auf den ersten Blick überflüssig, doch für Zusatzfunktionen wie das Surfen im Internet, Notizen auf dem Bildschirm oder die Titelsuche im Online- Shop ist sie überaus praktisch. Auch deshalb bietet Amazon gleich eine ganze Palette von Readern mit unterschiedlicher Bedienung an: Vom aktuellen Kindle 4 mit wenigen Tasten, über die 3er Vorgängermodelle mit Tastatur bis hin zum lediglich in den USA erhältlichen Kindle Touch mit berührungsempfindlichem Bildschirm.

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