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Druckqualität und Dokumentenechtheit bei HP Officejet Pro X Multifunktionsgeräten

Die neuen Officejet Pro X Multifunktionsgeräte von HP kombinieren die Vorzüge von Tintenstrahl- und Tonertechnologie: Dank Dokumentenechtheit steht der Officejet Pro X576dw den Laserdruckern in nichts mehr nach.

Zu den gern wiederholten Vorurteilen im Druckergeschäft gehört, dass sich Laserdrucker im Büro am wohlsten fühlen, während Tintenstrahlgeräte in die heimischen vier Wände gehören. Denn hinsichtlich Verarbeitung, Druckqualität, Arbeitsgeschwindigkeit sowie Kosten könnten Tintenstrahler den hohen Anforderungen einer Arbeitsgruppe im Büro nicht genügen. Stimmt das? Wir prüfen diese Annahmen anhand des HP Officejet Pro X576dw.

Dokumentenechtheit

Im Büro ist die Dokumentenechtheit von Ausdrucken ein wichtiges Thema. Schließlich sollten möglichst alle Ausdrucke revisionssicher sein – egal, ob Vertrag oder E-Mail. Laserdrucker gelten im Allgemeinen als dokumentenecht, da sie das Tonerpulver stark erhitzen und ins Papier quasi einbrennen. Tintenstrahldrucker müssen diesen Nachweis erst erbringen, da Tinte je nach verwendetem Farbstoff verschmieren und verblassen kann.

Tinten bestehen aus Farbstoffen. Diese können aus Färbemitteln (Dye), Pigmenten oder einer Mischung aus beiden bestehen. Färbemittel bestehen aus individuellen Molekülen, während Pigmente kleine farbige Partikel sind. Sie reflektieren das auf dem Papier eintreffende Licht mit einer bestimmten Wellenlänge und erzeugen so eine Farbe im Kopf des Betrachters. Pigmente sind im Gegensatz zu Färbemitteln nicht wasserlöslich. Nach dem Verdunsten der Trägerflüssigkeit sind sie deutlich wischfester und verblassen weniger. HP setzt bei der PageWide-Technologie auf pigmentierte Tinte, die eine hohe Farbsättigung mitbringt und schnell trocknet. Nur so ist es möglich, dass die Farbstoffe nah an der Papieroberfläche bleiben und nicht zu tief ins Blatt eindringen, da sonst keine scharfen Linien auf dem Papier möglich wären.

Dokumentenechtheit beschreibt gewisse Standards bei der Herstellung und Aufbewahrung von Schriftstücken und Urkunden. So muss dokumentenechte Tinte schnell trocknen (Wischbeständigkeit), darf nicht korrigierbar (Radierbarkeit) und nicht ohne Spuren zu entfernen sein. Die Farbe muss nach einer definierten Dosis Sonnenlicht noch lesbar bleiben und darf nicht über ein bestimmtes Maß hinaus verblassen (Lichtechtheit). Unter Einfluss von Wasser darf die Tinte nur so weit verlaufen, dass die Schriftlinien sichtbar bleiben (Wasserfestigkeit). Die dafür nötigen Prüfkriterien sind in der ISO 12757-2 festgelegt. Zertifiziert wird die Dokumentenechtheit von Druckern von der in München ansässigen Papiertechnischen Stiftung (PTS).

Mit der Zertifizierung als „dokumentenecht“ werden dem HP Officejet Pro X576dw alle genannten Attribute attestiert. Das gilt sowohl in Verbindung mit speziellen HP-Papieren als auch bei Verwendung von normalen Laserpapieren – etwa dem Normalpapier von Neusiedler mit 80 Gramm pro Quadratmeter. Damit ist in Sachen Druckqualität eines der letzten Alleinstellungsmerkmale von Laserdruckern verschwunden.

Druckkosten

Die Reichweiten der Tintentanks des Officejet Pro X576dw liegen bei 9200 Seiten für die schwarze XL-Tintenpatrone und 6600 Seiten für die XL-Farbpatronen. Damit kommt der Kombidrucker bei einer angenommenen jährlichen Seitenleistung von 50.000 ausgedruckten Seiten auf einen ISO-Seitenpreis von gerade einmal 6,1 Cent. Vergleichbare Farblaser-Multifunktionsgeräte mit einem Anschaffungspreis von etwa 1000 Euro, wie der Dell C3765dnf oder der Epson Aculaser CX37DN, belasten das Budget mit 9,9 Cent beziehungsweise 13,2 Cent pro Seite weit mehr.

Zusätzlich zu den bereits ausgesprochen günstigen Seitenpreisen kann auch der Administrator über den eingebauten Webserver des HP Officejet Pro X576dw Druckkosten senken. So kann er über die Administratoreinstellungen etwa das Kopieren auf Entwurfsqualität begrenzen oder die Farboption für eingehende Faxe, Kopien oder Dokumente von Speichermedien deaktivieren.

Stromverbrauch

Zu den direkten Druckkosten aus den Verbrauchsmaterialien gesellen sich noch die Energiekosten, die die Drucker verursachen. Hier sind Tintenstrahldrucker gegenüber Laserdruckern aufgrund der Technik im Vorteil. Denn Laserdrucker müssen die Fixiereinheit vorheizen, bevor sie das Tonerpulver aufs Papier bringen können. Dabei erreicht der Energiehunger in der Spitze schon mal dreistellige Wattzahlen. Eine vom unabhängigen britischen Buyers Laboratory durchgeführte Studie hat den Energieverbrauch der Officejet Pro X Serie gemeinsam mit verschiedenen Farblaserdruckern untersucht. Dabei wurde dem Officejet Pro X576dw ein wöchentlicher Energieverbrauch von 546 Wattstunden bescheinigt. Alle am Test beteiligten Laserdrucker kamen auf einen wöchentlichen Energiehunger von mindestens 1000 Wattstunden. Der Lexmark X544 verbrauchte sogar 4885 Wattstunden, also knapp neunmal so viel. Bei einem angenommenen Kilowattstundenpreis von 20 Cent kostet der Officejet Pro X576dw mit einem Jahresverbrauch von 28 KWh also pro Jahr 5,67 Euro. Ein Lexmark X544 schlägt dagegen mit 254 KWh schon mit 50,80 Euro zu Buche.

Außerdem verzögert die Aufwärmphase der Fixiereinheit die Ausgabe der ersten Druckseite. Da viele Druckjobs aus lediglich einer Seite bestehen, ist diese Kenngröße durchaus relevant. Mit einer Zeit von 9,5 Sekunden für die Ausgabe der ersten Seite macht der Officejet Pro X576dw eine ausgesprochen flotte Figur. Ein vergleichbares Farblaser-Multifunktionsgerät, wie der bereits erwähnte Epson Aculaser CX37DN, benötigt zum Aufheizen ganze 37 Sekunden. 

Beim Energieverbrauch unterscheiden sich Farblaser- und Tintenstrahldrucker noch in einer weiteren Hinsicht. Auch wenn sich schaltbare Steckdosenleisten einer großen Beliebtheit erfreuen, können sie bei Tintenstrahlern zu einem erhöhten Tintenverbrauch führen. Wird nämlich der Drucker komplett vom Netz genommen, führt er beim Wiedereinschalten eine Düsenreinigung durch. Auch wenn dabei nur wenig Tinte durchgespült wird, ist es täglich durchgeführt blanke Verschwendung und generiert unnötig Kosten. Der Officejet Pro X576dw verbraucht im Auto-Off-Modus 1,0 Watt und bei manuellem Ausschalten lediglich 0,2 Watt. Das komplette Trennen vom Stromnetz spart also pro Jahr nur wenige Euro ein, während die Tintentanks schneller „leergereinigt“ sind, als es sein müsste.
 
 

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