2114877

In Deutschland brauchen Drohnen-Flieger eine Zusatz-Versicherung

10.09.2015 | 09:43 Uhr |

Wir klären spannende Rechtsfragen rund um Multicopter und Drohnen: Darf man überall einfach starten, fliegen und filmen? Welche Voraussetzung muss man selbst erfüllen? Und was ist mit einer Versicherung?

Drohne kaufen, auspacken und sofort im Park ausprobieren. So einfach ist es in Deutschland leider nicht, denn es gibt Regeln und Gesetze an die Sie sich als Drohnen-Besitzer halten müssen.

Hier dürfen Sie fliegen

Multicopter bzw. Drohnen unterliegen wie alle Luftfahrzeuge dem Luftrecht, welches unter § 1 Abs. 2 im Luftverkehrsgesetz (LuftVG) verankert ist.

Der Luftraum über Deutschland ist klar geregelt. So dürfen Sie in der Regel nur im unkontrollierten Luftraum G Ihre Drohne fliegen lassen.
Vergrößern Der Luftraum über Deutschland ist klar geregelt. So dürfen Sie in der Regel nur im unkontrollierten Luftraum G Ihre Drohne fliegen lassen.

Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber zwischen privater und kommerzieller Nutzung. Wer sich privat einen Quadcopter bis fünf Kilo Gewicht kauft, braucht keine Aufstiegsgenehmigung. Anders sieht es jedoch mit Hexa- oder Octocoptern aus, die oft ein Gewicht von über fünf Kilogramm erreichen. Sie benötigen eine Aufstiegserlaubnis, die Sie bei der Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes beantragen.

Um eine Drohne zu fliegen, benötigen Sie eine gesonderte auf dieses Gerät erweiterte Haftpflichtversicherung, die durch die Drohne entstandene Schäden abdeckt! Mehr dazu unter „Haftpflicht für Ihre Drohne“.

Kommerzielle Drohnen-Flüge unterliegen der Luftverkehrsordnung und brauchen immer eine kostenpflichtige Erlaubnis von der jeweiligen Bezirksregierung.

In beiden Fällen müssen Sie den Copter während des Flugs immer im Blick haben, und er darf sich nur im dafür vorgesehenen Luftraum bewegen. In Deutschland ist dies meist der unkontrollierte Luftraum G. Sie müssen dabei beispielsweise mindestens 1,5 Km vom nächsten Flughafen entfernt sein, dazu zählen übrigens auch kleinere Flugplätze für Segelflieger. Generell dürfen Sie auch nicht in der Nähe von Wohngebieten, über Menschenmengen, Straßen und Autobahnen fliegen. In manchen Fällen sind jedoch Ausnahmen mit Spezialgenehmigung erlaubt.
Der Copter darf außerdem eine Flughöhe von 100 Metern nicht überschreiten, selbst auf dem eigenen Grundstück (privater Luftraum).

Alles, was Sie über Drohnen und Multicopter wissen müssen

Haftpflicht für Ihre Drohne ist Pflicht

Eine Haftpflichtversicherung für den Betrieb eines Fluggerätes, also auch eines Multicopters bzw. einer Drohne ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Unabhängig davon, ob man die Drohne gewerblich oder rein privat als Hobby nutzt. Die private Haftpflicht deckt dies in der Regel nicht ab. Daher ist der Abschluss einer Zusatzversicherung für Modellflieger und Multicopter nötig.

Werden Sie Mitglied des DMFV (Deutscher Modellflieger Verband – www.dmfv.aero ), ist im Basispaket eine Versicherung inklusive. Der Jahresbeitrag beträgt für Erwachsene 42 Euro, die Versicherung deckt dabei Schäden in Höhe von 1,5 Millionen Euro ab. Der Tarif richtet sich vor allem an private Personen, für den kommerziellen Einsatz müssen Sie eine Zusatzversicherung abschließen, die extra kostet. Außerdem sind nur leichte Drohnen und keine Video-Flüge versichert.

Auch das Drohnenflieger Netzwerk (DFN – www.drohnenflieger.de ) hat eine Versicherung im Angebot. Sie umfasst neben dem gewerblichen Einsatz auch alle Schäden im Freizeit und Hobbybereich, inklusive Foto- und Videoflüge, Teilnahme an Wettbewerben und öffentlichen Veranstaltungen. Die Decksumme beträgt dabei 5 Millionen Euro. Der Beitrag beträgt bei jährlicher Zahlweise nur 225,00 Euro zzgl. Versicherungssteuer. DFN-Partner zahlen dagegen nur 157,50 Euro.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2114877