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Kurzstrecken-Anschluss mit Bluetooth

11.07.2008 | 17:30 Uhr |

Einfach funken, wo man früher Kabel brauchte - Bluetooth macht es möglich. Wir erklären Ihnen, wie diese Technik funktioniert und für welche Anwendungsbereiche sich die Funktechnik unterwegs eignet.

Unterschiedlichste Geräte ohne Kabel verbinden - dank der Funktechnik Bluetooth soll das Strippenziehen zwischen PC und Modem oder Notebook und PDA der Vergangenheit angehören. Dabei soll die Technik einfacher, sicherer und flexibler sein als die kabellosen Alternativen WLAN und Infrarot. Wir erklären Ihnen, wie diese Technik funktioniert und wie Sie sie für sich nutzen.

Bluetooth ist eine Technik, die Kabel auf kurzen Distanzen überflüssig machen soll. So senden Sie Daten zum Drucker, gleichen auf PC und PDA Termine und Adressbücher ab oder telefonieren mit Headset und Handy - alles ohne Kabelwirrwarr.

Wegen des geringen Stromverbrauchs ist Bluetooth gerade für mobile Geräte ideal. Das Funkverfahren erleichtert außerdem das Verbinden von Handy und PDA oder Notebook. Denn bei Bluetooth benötigen die gekoppelten Geräte keine Sichtverbindung, wie es bisher bei der Infrarot-Schnittstelle der Fall war. Das Handy kann also in der Tasche bleiben, während Sie auf dem PDA im Internet surfen. Oder Sie führen ein Gespräch per Bluetooth-Headset - denn Bluetooth unterstützt anders als WLAN auch Sprechverbindungen.

Ein neuer Trend sind Bluetooth-Geräte mit höherer Reichweite, meist Modems oder Access Points. Damit lässt sich Bluetooth nun auch zum Einrichten eines Netzwerks oder für den kabellosen Zugang ins Internet verwenden - und wird so zum Konkurrenten von WLAN. Worin sich die beiden Techniken unterscheiden und wann welche die bessere ist, sehen Sie auf der folgenden Seite in der Grafik "Bluetooth oder WLAN: Was funkt besser?".

So klappt die Verbindung
Die Funkausrüstung - also Radiosender und -empfänger - ist bei allen Bluetooth-Geräten ähnlich. Damit sich die Geräte für bestimmte Aufgaben einsetzen lassen, beispielsweise zum kabellosen Drucken, besitzen sie spezielle Profile. Wenn sich zwei Geräte verbinden, informieren sie sich gegenseitig über ihre Profile - dann weiß jedes Gerät, welche Funktionen sein Gegenüber hat.

Die Kommunikation klappt nur zwischen Geräten mit den gleichen Profilen. Ein USB-Adapter und ein Bluetooth- Drucker, die beide HCRP (Hardcopy Cable Replacement Profile) unterstützen, tauschen miteinander Daten aus. Die verschiedenen Profile bauen teilweise aufeinander auf: So müssen alle Bluetooth-Komponenten GAP (Generic Access Profile) beherrschen, um überhaupt miteinander in Kontakt treten zu können. Ebenso grundlegend ist SDAP (Service Discovery Application Profile), mit dem die Bluetooth-Geräte Profile abfragen. Häufig verbreitet ist auch SPP (Serial Port Profile), das einen COM-Port emuliert und sich so beispielsweise zum Faxen nutzen lässt. Die darauf aufbauenden Profile bieten aber meist mehr oder speziellere Funktionen. Inzwischen gibt es rund 30 Bluetooth-Profile für sehr unterschiedliche Einsatzzwecke - von grundlegenden Funktionen wie Dateitransfer und Internet-Einwahl bis hin zu sehr speziellen Profilen, dank derer Bluetooth-Geräte Audio- und Videodaten austauschen oder sich als Fernbedienung nutzen lassen.

Da die Profile in der Firmware der Geräte enthalten sind, lassen sie sich bei Bedarf aktualisieren oder erweitern - ein Bluetooth-Gerät kann man so für einen neuen Einsatzzweck rüsten. Beispiel: Ein Handy verstand bisher nur SPP und ließ sich auf diese Weise von einem PDA als Modem nutzen. Um CTP (Cordless Telephony Profile) erweitert, kann man es an einem Access Point mit dem entsprechenden Profil als schnurloses Testnetztelefon einsetzen.

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