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Mit Freeware gegen den PC-Hitzetod

03.07.2015 | 10:45 Uhr |

Hohe Temperaturen wirken sich auch auf den Rechner aus - es droht der Hitzetod. Soweit muss es nicht kommen. Wir zeigen Ihnen Freeware, die Ihr System im Auge behält und bei Hitzegefahr Alarm schlägt.

Von außen knallt durch die hohe Raumtemperatur eine Hitzewelle an das Rechnergehäuse. Im Inneren läuft aufgrund zahlreicher Anwendungen die CPU sowie die Festplatte auf Hochtouren. Ab wann beginnt Ihr PC eigentlich zu schwitzen und bei welcher Temperatur scheint er kurz vor dem sicheren Hitztod zu stehen?

Wir zeigen Ihnen Freeware , die Ihre System-Ressourcen im Auge behält und bei Überhitzung Alarm schlägt . So können Sie beispielsweise unnötige Prozesse abschalten, um der Festplatte eine Pause zu gönnen oder einen Alarm ertönen lassen, sofern die Temperatur den Maximalwert überschreitet und der Ventilator nicht mehr gegen die Hitze ankommt. Zudem zeigen wir Ihnen Gratis-Tools , die beim CD/DVD-Laufwerk einen Gang runterschalten, um zum einen die Lebensdauer zu erhöhen und zum anderen durch eine minimierte Drehzahl die durch die Reibung entstehende Hitze zu reduzieren.

Zu den vorgestellten Tools gehört beispielsweise Prime95 . Das Tool fordert Ihren Rechner bis an seine Grenzen. So können Sie etwa nach dem Übertakten gründlich kontrollieren, ob alle Komponenten wirklich auch bei hoher Belastung weiter stabil laufen oder bei der nächsten ungünstigen Gelegenheit ihren Geist aufgeben könnten. Mit der Freeware GPU-Z erhalten Sie genaue Informationen zu Ihrer Grafikkarte, dem darauf verbauten Grafikchip, dessen Funktion, sowie des aktuell auf ihrem System genutzten Treibers. Sie sollten das kostenlose Analyse-Tool GPU-Z vorsichtig anwenden und alle Programme vorher schließen, da GPU-Z sehr systemnah arbeitet. Ebenfalls vor allem an Profis richtet sich das Tool Process Explorer . Die Freeware analysiert alle auf dem Rechner laufenden Prozesse. Diese Tasks werden dann in einer anschaulichen Baumstruktur dargestellt. Darüber hinaus liefert Process Explorer zahlreiche Informationen - etwa auf welche Dateien, Registry-Einträge und Systemkomponenten ein Task zugreift.

So bekämpfen Sie den Lüfter-Lärm mit Speedfan

Speedfan zählt zu den bekanntesten Tools, um sich lauter Lüfter zu entledigen, ohne auf zusätzliche Lüftersteuerungen zurückgreifen zu müssen. Leider kann es vorkommen, dass das Programm Ihr Mainboard nicht unterstützt und Ihnen deshalb keine Lüftersteuerung anbieten kann. In diesem Fall raten wir Ihnen, sich bei dem Hersteller Ihrer Hauptplatine umzusehen, der Ihnen vielleicht eine Alternative anbieten kann. Über welches Mainboard Sie genau verfügen, verrät Ihnen übrigens auch CPU-Z . Standardmäßig ist das Speedfan auf Englisch, doch über „Configure“ und „Options“ ändern Sie die Sprache auf Deutsch.

Setzen Sie nur bei wirklich aktiven Lüftern einen Haken, um die Ansicht etwas übersichtlicher zu gestalten.
Vergrößern Setzen Sie nur bei wirklich aktiven Lüftern einen Haken, um die Ansicht etwas übersichtlicher zu gestalten.

Danach gehen Sie wieder in das Menü „Konfigurieren“ und stellen zunächst fest, dass alles recht unübersichtlich und teilweise auch kryptisch bezeichnet ist. Zuerst einmal sollten Sie aufräumen und nicht benötigte Einträge ausblenden. Im ersten Reiter „Temperaturen“ entfernen Sie den Haken bei Einträgen, die über einen unlogisch geringen „Wert“ verfügen, wie zum Beispiel „7C“ (also sieben Grad Celsius) oder gar unter null Grad Celsius liegen. Wechseln Sie danach in den Reiter „Lüfter“ und entfernen den Haken bei allen Lüftern, die das kleine Programm mit „0 RPM“ angibt. Im Reiter „Geschwindigkeiten“ belassen Sie den Haken nur bei den entsprechenden Lüftern, die Sie im Reiter vorher aktiv gelassen haben.

Die erste Einrichtung ist damit abgeschlossen, weshalb es nun an die wirkliche Steuerung geht. Ein Klick auf „Konfigurieren“ zeigt Ihnen wieder das Menü an, das standardmäßig mit dem ersten Reiter „Temperaturen“ öffnet. Dort klappen Sie die aktiven, also angehakten Komponenten über das Plus auf. Setzen Sie dann immer einen Haken beim gleichnamigen Eintrag, also beispielsweise „CPU“ und dann im Untermenü wieder „CPU“. Klappen Sie die Untermenüs danach wieder ein und klicken Sie auf den Haupt-Eintrag. Darauf lassen sich direkt unter dem Auswahlfenster die gewünschten Maximaltemperaturen eingeben. Mit der Option „Im Tray anzeigen“ erscheint die aktuelle Temperatur unten rechts in der Taskleiste. Allerdings lässt sich darüber immer nur ein Wert anzeigen.

Unter dem Auswahlfenster stellen Sie ein, mit wie viel Prozent der Lüfter minimal sowie maximal drehen soll.
Vergrößern Unter dem Auswahlfenster stellen Sie ein, mit wie viel Prozent der Lüfter minimal sowie maximal drehen soll.

Bei einem Prozessor sollte eine „Warnung“ ab spätestens 70 Grad Celsius erfolgen, bei GPUs spätestens ab 85 Grad Celsius. Wechseln Sie nun in den Reiter „Geschwindigkeiten“, wählen Sie nach der Reihe Ihre aktiven Einträge an und schalten die „Automatische Variation“ unter dem Fenster ein. Des Weiteren lassen sich dort auch die Lüftergeschwindigkeiten in Prozent eingeben. Um zu verhindern, dass die Lüfter gar nicht mehr drehen, sollte bei „Min. tempo“ ein Wert über null stehen, wir empfehlen 30 bis 40 Prozent. Allerdings kommt es hier immer auf die eingebauten Komponenten und Lüfter an, weshalb Sie hier etwas im Hauptfenster experimentieren müssen, indem Sie die entsprechenden Prozentwerte eintragen und auf das Betriebsgeräusch lauschen. Wichtig ist auch noch, im Hauptfenster noch den Haken bei „Automatische Lüftergeschwindigkeiten zu setzen“.

Dieses „Event“ benachrichtigt Sie mit einem Piepen über die Lautsprecher, wenn die CPU-Temperatur über 60 Grad Celsius liegt.
Vergrößern Dieses „Event“ benachrichtigt Sie mit einem Piepen über die Lautsprecher, wenn die CPU-Temperatur über 60 Grad Celsius liegt.

Um bei kritischen Temperaturwerten eine Benachrichtigung zu erhalten, lassen sich auch Benachrichtigungen einstellen. Unter „Konfigurieren“ und „Events“ lassen sich aus den unteren Dropdown-Menüs entsprechende Auswahlen treffen. Wichtige Benachrichtigungen wären beispielsweise „If CPU (temp) >= 60 For 1 times, Allow every 1 seconds, Then beep“: Dieses Event zeigt Ihnen mit einem allsekündlichen Piepsen an, wenn die CPU eine Temperatur von 60 Grad Celsius überschreitet. Übrigens sollten Sie noch wissen, dass sich Speedfan mit einem Klick auf das „X“ im rechten oberen Rand komplett schließt und keine Lüfterüberwachung mehr stattfindet. Um das zu vermeiden, setzen Sie den Haken bei „Beim Schließen minimieren“ im Reiter „Optionen“ unter „Konfigurieren“.

Weitere Faktoren, um ein Heißlaufen zu vermeiden

Natürlich ist die hier vorgestellte Freeware kein Allheilmittel , da es noch viele weitere Faktoren gibt, die Sie beachten sollten. So spielt auch das PC-Gehäuse eine wichtige Rolle bei der Wärmeabfuhr. Je nach Ausführung lässt sich mit Hilfe von zusätzlichen Lüftern ein konstanter Luftstrom erzeugen. Mittlerweile sind in vielen Modellen bereits einige Lüfter vorinstalliert, meistens in der Front- und Rückseite: So saugen die Lüfter in der Vorderseite kalte Außenluft an und leiten Sie ins Gehäuse, während der Lüfter in der Rückseite die Abwärme wieder hinaus führt. Natürlich funktioniert das auch, wenn Sie Lüfter in der Ober- und Unterseite des Gehäuses montieren, um den Luftstrom von unten nach oben zu führen – sofern Ihr Case das zulässt. Bei Lüftern gibt es einige Dinge zu beachten: So sollten im Gehäuse entsprechende Einbaumöglichkeiten vorhanden sein, die auch noch über die korrekten Durchmesser verfügen sollten.

An diesem Beispiel sehen Sie, in welche Richtungen Sie die Luftströme im Gehäuse lenken können, wenn sie entsprechend Lüfter verbauen.
Vergrößern An diesem Beispiel sehen Sie, in welche Richtungen Sie die Luftströme im Gehäuse lenken können, wenn sie entsprechend Lüfter verbauen.
© Aerocool

Die herkömmlichen Größen belaufen sich auf 120 sowie 140 Millimeter. Oft gibt es auch schon eingebaute Lüfter mit bis zu 200 Millimeter Durchmesser. Eine weitere wichtige Rolle spielt natürlich die Lüfter-Drehzahl: Je höher, desto kräftiger ist der Luftstrom. Herkömmliche Lüfter leisten 600 bis 1200 Umdrehungen pro Minute. Leider sind flottere Lüfter auch meistens lauter, wobei es mittlerweile aber auch ausgefeilte Lüfterblätter-Designs gibt, die den Geräuschpegel minimieren. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Angabe „m³/h“, also wie viel Kubikmeter Luft ein Lüfter in einer Stunde bewegen kann. Sie ahnen es bereits: Leistungsfähige Modelle schaffen einen höheren Luftdurchsatz bei vergleichsweise niedrigen Umdrehungen pro Minute.

Wichtig ist auch der Standort des gesamten Computers. Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung und stellen Sie den Rechner nicht neben eine Heizung oder neben Warmwasser-Rohre. Achten Sie auch darauf, dass genügend Freiraum um das Gehäuse herum herrscht, bestimmte PC-Einschub-Fächer von Schreibtischen lassen kaum Frischluft zur Abkühlung. Um noch weiter für einen besseren Luftstrom zu sorgen ist es auch ratsam, für ein aufgeräumtes Gehäuse-Inneres zu sorgen – Stichwort „Kabelmanagement“. Verlegen Sie also alle Ihre Kabel so, dass die Luft möglichst ungehindert fließen kann, indem Sie sie beispielsweise am Boden oder an den Gehäusestreben entlang führen. Viele aktuelle Gehäuse bieten bereits Durchführungen um das Mainboard herum, sodass sich die Kabel im Zwischenraum der Seitenwand und Hauptplatinen-Tray verlegen lassen.

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