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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Discover Pro und Car-Net im VW Golf im Test

16.11.2014 | 08:45 Uhr |

Discover Pro mit Car-Net heißt die leistungsstärkste und teuerste Infotainment-Lösung von VW. Mit Extras wie DAB+, DVD-Player, Hotspot-Funktion, 3D-Gebäude-Modellen, fotorealistischer Navigation mit Google Earth und Street View und Echtzeitverkehrsinformationen auf einem 8-Zoll-Touchscreen. Wir haben Discover Pro mit Car-Net in einem GTD getestet.

Hinweis: Dieser Test stellt das Infotainmentsystem Discover Pro vor, wie es Volkswagen im Frühjahr 2014 verkauft hat. Das heute in Neuwagen von VW eingebaute Discover Pro kann davon etwas abweichen.

Beginn des Testberichts:

Unter der Bezeichnung Discover Pro verkauft Volkswagen sein hochwertigstes und umfangreichstes Infotainmentsystem. Discover Pro bietet eine Freisprecheinrichtung für das Smartphone, Radio (AM, FM, DAB+), CD- und DVD-Player, Audio-Streaming vom Smartphone, Sprachsteuerung, 3D-Navigation mit Echtzeitverkehrsinformationen, Hotspot-Funktion und einige unter der Bezeichnung Car-Net zusammengefasste Internet-Dienste wie Google Earth und Street View. Das alles auf einem 8-Zoll-Touchscreen. Wir haben Discover Pro mit Car-Net in einem GTD getestet – ein rasender Ölbrenner mit Internetanschluss sozusagen.

Der stärkste Diesel der Golf VII-Reihe kommt mit 184 PS, 380 Nm Drehmoment und zu Preisen ab 29.700 Euro zum sportbewussten Fahrer.
Vergrößern Der stärkste Diesel der Golf VII-Reihe kommt mit 184 PS, 380 Nm Drehmoment und zu Preisen ab 29.700 Euro zum sportbewussten Fahrer.
© VW

Golf GTD - VW liefert stärksten Diesel-Golf aus
 
Modularer Infotainment Baukasten als Basis
 
VW setzt bei seinen Fahrzeugen auf das Baukasten-Prinzip, um bei der Produktion Kosten zu sparen. Das gilt nicht nur für die Rahmen-Plattform („Modularer Querbaukasten“, MQB für VW, Skoda, Seat und die kleineren Audi-Modelle), sondern auch für das Infotainmentsystem. Mit dem Audi A3 und dem Golf VII hat der VW-Konzern nämlich den Modularen Infotainment Baukasten “, kurz MIB genannt, eingeführt. Dessen Top-Ausführung im Golf heißt Discover Pro.

Große Foto-Galerie - Discover Pro Bild für Bild:

 
MIB: Das bietet VW in Sachen Internet und Multimedia
 
Premium-Preis
 
Volkswagen spielt mit Discover Pro preislich in der Premium-Liga. Denn für das Infotainmentsystem Discover Pro (2315 Euro) samt Handyschnittstelle "Premium" (470 Euro) und der Freischaltung der Car-Net-Dienste (101 Euro) verlangt Volkswagen exakt 2986 Euro. Das liegt fast auf dem Preis-Niveau von Audi Connect, BMW ConnectedDrive , Mercedes-Benz Comand Online und Lexus. Und kostet deutlich mehr als konkurrierende Infotainment-Lösungen wie Toyota Touch & Go 2 und Opel Touch R700/Navi 900 IntelliLink im Insignia.
 
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Unterhalb des Discover Pro hat VW die Bedienelemente für die Klimaautomatik angebracht.
Vergrößern Unterhalb des Discover Pro hat VW die Bedienelemente für die Klimaautomatik angebracht.
© VW

Hardware: Großer Touchscreen

Das Discover Pro besitzt einen gut ablesbaren 8-Zoll-Farb-Touchscreen (20,3 cm Bildschirm-Diagonale; 800x480 Pixel) in der Mitte des Armaturenbretts. Mit 8 Zoll ist der Bildschirm von Discover Pro nicht nur ein Zoll größer als der Bildschirm von Audi Connect, sondern liegt generell über dem Durchschnitt von 7 Zoll, der bei den meisten modernen Infotainmentsystemen verbaut wird.
 
Von der Lösung seiner Konzern-Tochter Audi unterscheidet sich VW mit seinem Discover Pro aber nicht nur durch die Größe, sondern auch durch die Touch-Screen-Funktionalität. Denn Audi verbaut bei Audi Connect keinen Touchscreen und hat stattdessen einen MMI-Controller samt Touchpad auf die Mittelkonsole gesetzt.

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Der Touchscreen des Discover Pro reagierte immer sofort auf Eingaben, wir konnten keine störende Verzögerung bemerken. Für die Eingabe von Buchstaben oder Texten blendet er eine virtuelle Tastatur ein, die Volkswagen standardmäßig aber alphabetisch angeordnet hat. Das verwirrt einen Tastatur-gewohnten Nutzer doch etwas, man muss sich erst zurechtfinden. Sie können die Tastatur aber im Einstellungsmenü auf QWERTZ umschalten. Danach sollte das Tippen flotter von der Hand gehen. In jedem Fall ist es begrüßenswert, dass VW auf ein (wenn auch etwas ungewohntes) Tastatur-Layout setzt und keinen umständlichen Speller (Drehscheibe) verwendet, wie es bei Audi Connect, BMW ConnectedDrive und Mercedes-Benz Comand Online der Fall ist.

Deutlich erkennbar der Annäherungssensor als schwarzer Streifen unterhalb des Bildschirms.
Vergrößern Deutlich erkennbar der Annäherungssensor als schwarzer Streifen unterhalb des Bildschirms.
© VW

 
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Der Touchscreen besitzt einen Annäherungssensor (der direkt unterhalb des Displays verbaut ist): Er erkennt die Fahrerhand schon, bevor diese den Bildschirm berührt und blendet dann automatisch eine Menüleiste am unteren Bildschirmrand ein. VW bezeichnet das als Wechsel vom Anzeigemodus in den Bedienmodus. Das ist eine tolle Sache, nur hat VW den Berührungssensor fast eine Spur zu empfindlich eingestellt: Wenn wir die rechte Hand vom Lenkrad kommenden nach unten bewegten um die Bedienregler für die Klimaautomatik zu erreichen, reagierte bereits mitunter der Bildschirm und blendete die Menü-Leiste ein.

POI-Suche: Sie können auch ohne Internet-Unterstützung nach Points of Interest suchen. Mit Car-Net stehen aber mehr Möglichkeiten und eine freie Suche zur Verfügung.
Vergrößern POI-Suche: Sie können auch ohne Internet-Unterstützung nach Points of Interest suchen. Mit Car-Net stehen aber mehr Möglichkeiten und eine freie Suche zur Verfügung.
© VW

Die Inhalte dieser bei Annäherung eingeblendeten Menüleiste variieren in Abhängigkeit vom gerade offenen Menü. Wenn Sie also zum Beispiel die Navigation nutzen und auf dem Bildschirm die Karte mit Ihrer Route dargestellt ist, dann blendet Ihnen die Menüleiste beispielsweise die Untermenüs für die Wahl Ihrer Route und für „Ansicht“ (hier können Sie zwischen 2D und 3D wählen und auch die faszinierende Google-Earth-Ansicht starten) ein.

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Links und rechts vom Touchscreen hat VW klassische Bedientasten verbaut, die so genannten Infotainmenttasten. Die links angebrachten Tasten ermöglich den Schnellzugriff auf die Menüpunkte Radio (AM, FM, DAB+), Media (Audio-Streaming, CD, DVD), Phone (Freisprecheinrichtung), Voice (Sprachsteuerung für Navigation, Telefonie, Radio und Medien). Mit den rechts angebrachten Tasten startet man die Navigation beziehungsweise ruft die Karte auf, lässt man sich die Verkehrslageinformationen anzeigen, bekommt man unter „Car“ Bordcomputer-Daten (Durchschnittsverbrauch ab dem Start der aktuellen Fahrt, ab dem letzten Tanken und insgesamt) und kann mit der Menü-Taste den Startbildschirm von Discover Pro aufrufen.

Das Menü für die POI-Suche vor der Karte mit Google Earth-Optik
Vergrößern Das Menü für die POI-Suche vor der Karte mit Google Earth-Optik
© VW

Links unter den Bedientasten befindet sich der Ein-/Ausschaltknopf, der zugleich auch der Lautstärkeregler ist. Dieser Knopf dient auch zum Stummschalten, eine CD wird in diesem Fall angehalten. Wenn Sie die Lautstärke verändern, erscheint ein Balken auf dem Display.
 
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Rechts unter den Bedientasten gibt es einen weiteren Drehregler, den VW als Einstellknopf bezeichnet. Mit ihm navigieren Sie durch die Menü-Punkte auf dem Bildschirm (als Alternative zum Fingerwischen) und wählen diese per Fingerdruck aus. Sie wählen zudem damit die Radiosender und die CD-Tracks aus. Im Navigationsmodus können Sie mit diesem Drehregler in die Karte ein- beziehungsweise auszoomen. Zudem können Sie sich per Druck auf diesen Knopf die letzte Navigationsansage noch einmal vorlesen lassen.

Der Startbildschirm mit der "Karussellansicht". Darunter der Annäherungssensor.
Vergrößern Der Startbildschirm mit der "Karussellansicht". Darunter der Annäherungssensor.
© VW

 
Startbildschirm mit Karussellansicht
 
Der gut ablesbare Startbildschirm von Discover Pro bietet eine Art Karussellansicht (auch bei Audi Connect kommt so eine Karussellansicht zum Einsatz, die allerdings etwas anders gestaltet ist), mit der Sie alle oben genannten Menü-Punkte (wie Radio und Media) und zusätzlich noch „Fahrzeug“ (mit den Systemeinstellungen), „Bilder“ (die Sie auf der Festplatte von Discover Pro abgelegt haben), „Klang“ (die Soundeinstellungen des Golfs) und „Setup“ aufrufen können. Auf dieser Karussellansicht wischen Sie entweder mit dem Finger nach links oder rechts und drücken dann auf das gewünschte Icon oder Sie bewegen das Icon-Karussell mit dem rechten Einstellknopf. Letzteres dürfte deutlich ergonomischer sein, das Wischen mit dem Finger ist eher etwas umständlich, insbesondere während der Fahrt fällt es nicht ganz einfach, das gewünschte Icon zu treffen. Von der gefährlichen Ablenkung vom Verkehrsgeschehen ganz abgesehen.

Karussellansicht mit Icons
Vergrößern Karussellansicht mit Icons

 
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Wenn in einem Untermenü eine Listenansicht erscheint, dann können Sie entweder wieder per Fingerwisch darin blättern oder dafür den Einstellknopf rechts unten benutzen. Wir empfinden letztere Lösung eindeutig als die ergonomischere. Womit sich die Frage stellt: Touchscreen im Auto – ja oder nein? Wir haben dazu die führenden Premium-Hersteller sowie Volkswagen als den wichtigsten Volumen-Hersteller in Europa befragt und bringen deren Stellungnahmen zusammen mit den wichtigsten Fakten in einem Exkurs auf der zweiten Seite dieses Artikels.

Discover Pro lässt sich auch bei ausgeschaltetem Motor 30 Minuten lang nutzen, danach schaltet es sich automatisch ab, kann aber erneut gestartet werden. Zumindest so lange, wie die Auto-Batterie mitmacht.
 
Gut gefülltes Handschuh-Fach
 
Im Handschuhfach hat Volkswagen das CD-/DVD-Laufwerk samt SIM-Karten-Slot und zwei SD-Karten-Reader untergebracht (genauso handhabt es Audi). Das Einlegen einer CD vom Fahrersitz aus ist allerdings eine etwas fummelige Angelegenheit. Zwar ist die Auswurftaste rot beleuchtet, doch etwas verrenken und im Dunklen stöbern muss der Fahrer beim CD/DVD-Wechsel dann doch. Zudem muss man zum Wechseln der CD/DVD gegebenenfalls natürlich das Handschuhfach ausräumen.

Grundsätzlich ist es keine gute Idee den CD-/DVD-Player ausgerechnet im Handschuhfach unterzubringen. Stress ist damit garantiert, wenn die mitfahrenden Kinder ihre neue Hörbuch-CD hören wollen - und die Eltern jedes Mal das randvolle Handschuhfach ausräumen müssen. Hier würde man sich von den Innenraum-Gestaltern von Audi und VW etwas mehr Realitätssinn für die kleinen Nöte des Alltags wünschen...
 
Ungewöhnlich: Ein USB-Anschluss fehlte in unserem Testwagen. Auf der Mittelkonsole befindet sich neben der Steckdose nur noch ein Media-IN-Anschluss – für den Anschluss eines USB-Sticks ist deshalb ein aufpreispflichtiges Adapterkabel erforderlich. Das ist unnötig umständlich.
 
Als Datenspeicher besitzt das Discover Pro eine 64 GB SSD-Platte. Davon stehen dem Benutzer 10 GB zur Verfügung, um darauf MP3-Musikdateien und Videos abspeichern und abspielen.

Die Lenkradtasten links und rechts.
Vergrößern Die Lenkradtasten links und rechts.
© VW

 
Lenkradtasten und Display im Cockpit
 
Die Lenkradtasten für Vor- und Zurückspulen, Rufannahme, Senderwechsel und Lautstärkeregelung sowie dem Einschalten der Sprachsteuerung lassen sich gut erreichen. Außerdem steuern Sie damit die Anzeige im Cockpit.

Zusätzlicher Abbiege-Hinweis im Cockpit
Vergrößern Zusätzlicher Abbiege-Hinweis im Cockpit

 
Volkswagen hat nämlich zwischen Tachometer und Drehzahlmesser im Cockpit des GTD ein zusätzliches kleines Display verbaut, das je nach Ihrer Auswahl den gewählten Radiosender, Bordcomputerdaten zum Kraftstoffverbrauch, den Status der Assistenzsysteme und die Abbiegeanweisung der Navigation anzeigt, um einige Beispiele zu nennen.
 
Rollender Hotspot
 
Discover Pro kann einen Hotspot im Auto aufbauen. Mit diesem rollenden Hotspot können sich bis zu acht WLAN-fähige Geräte verbinden und darüber ins Internet gehen. Zu euphorisch sollte man bei dieser Funktion jedoch nicht sein: Erstens muss überhaupt erst einmal unterwegs eine ausreichend leistungsfähige Internetverbindung zur Verfügung stehen. Auf dem flachen Land fernab von Ballungsräumen ist das keineswegs selbstverständlich. Und wenn die Verbindung zum Auto steht, dann teilen sich die bis zu acht Surfer im VW diese Bandbreite mit den anderen Internet-basierten Diensten wie Google Earth.

Sprachsteuerung. Diese Befehle stehen aktuell zur Verfügung.
Vergrößern Sprachsteuerung. Diese Befehle stehen aktuell zur Verfügung.

 
Sprachsteuerung
 
Kein modernes Infotainmentsystem der gehobenen Preisklasse ohne Sprachsteuerung – das gilt auch für Discover Pro. Mit einem Druck auf die Taste Voice links vom Touchscreen oder auf die Sprachsteuerungstaste auf dem Lenkrad schalten Sie die Sprachsteuerung ein. Auf dem Bildschirm zeigt Ihnen Discover Pro die aktuell zur Verfügung stehenden Sprachbefehle an. Per Sprachbefehl können Sie das Radio und den CD-Player sowie weitere Medien bedienen. Außerdem telefonieren Sie per Sprachbefehl und bedienen damit das Navigationsgerät.

Die Sprachsteuerung erkannte uns zuverlässig und erleichtert die Bedienung von Discover Pro deutlich. Vor allem erhöht die Sprachsteuerung die Verkehrssicherheit, weil der Fahrer sich ganz auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren und nicht auf dem Touchscreen herumhantieren muss.

VW verbaut mit Discover Pro einen sehr guten Touchscreen im Golf. Doch die Touchscreen-Technologie ist im Auto nicht unumstritten.
Vergrößern VW verbaut mit Discover Pro einen sehr guten Touchscreen im Golf. Doch die Touchscreen-Technologie ist im Auto nicht unumstritten.
© VW

 
Car-Net: Informationen aus dem Internet
 
Discover Pro stellt verschiedene Internet-abhängige Dienste unter der Bezeichnung Car-Net zur Verfügung. Diese sind ab Fahrzeugkauf allerdings nur für einen begrenzten Zeitraum kostenlos nutzbar, danach fallen jährliche Gebühren an.
 
Bei Redaktionsschluss standen die Car-Net-Dienste mit unterschiedlichen Umfang abhängig vom konkreten VW-Modell für Golf GTI, GTD, Golf R, Golf, Golf Variant und für den e-up bereit – den genauen Funktionsumfang können Sie hier für Ihr Golf-Modell recherchieren. Der Elektro-Kleinstwagen e-up nimmt dabei aber eine Sonderrolle ein, weil er seinem Fahrer Zusatz-Funktionen wie die Reichweite des Akkus oder dessen Ladezustand oder die nächste Ladestation anzeigt. Damit ähneln die Car-Net-Dienste für den e-up den speziellen ConnectedDrive-Dienste von BMW für den i3. Diese Sonderaufgaben von Car-Net entfallen natürlich bei Autos mit Verbrennungsmotoren.
 
So geht es ins Internet
 
In unserem Golf GTD standen zum Testzeitraum vier Internet-basierte Dienste zur Verfügung: Verkehrsinformationen online, Sonderzielsuche POI, Google Street View und Google Earth.
 
Die für Car-Net nötige Internetverbindung bauen Sie entweder über ein rSAP-fähiges Smartphone (wofür dann auch noch die Mobiltelefon-Schnittstelle "Premium" erforderlich ist) oder über eine zusätzliche SIM-Karte auf, die Sie in den SIM-Kartenslot (dabei muss es sich um eine Mini-SIM-Karte handeln, microSIM oder nanoSIM sind nicht kompatibel) im Handschuhfach einlegen. VW hält es also genauso wie dessen Premium-Tochter Audi. Mit der gleichen Konsequenz wie bei Audi: Viele moderne und beliebte Smartphones wie beispielsweise iPhone, HTC One und Nexus 4 unterstützen rSAP nicht. Nur bei Samsung-Smartphones sieht das anders aus, hier kommen die meisten Androiden mit rSAP zurecht. iOS- und Android-Nutzer schauen also oftmals in die Röhre. Somit bleibt in der Praxis oft nur die Lösung, sich eine zweite SIM-Karte anzuschaffen und in den SIM-Kartenslot im Handschuhfach einzulegen.

Street View - hier im Ausland genutzt. In diesem Fall drohen aber teure Roamingkosten. Passen Sie also entsprechend Ihren Tarif an oder verzichten Sie bei Auslandsfahrten auf Google Earth und Street View. Das Daten-Roaming lässt sich im Menü von Discover Pro abschalten.
Vergrößern Street View - hier im Ausland genutzt. In diesem Fall drohen aber teure Roamingkosten. Passen Sie also entsprechend Ihren Tarif an oder verzichten Sie bei Auslandsfahrten auf Google Earth und Street View. Das Daten-Roaming lässt sich im Menü von Discover Pro abschalten.
© VW

Diese zweite SIM-Karte sollte idealerweise ein Dual-/Multi-SIM sein (mit einem ausreichend dimensionierten Traffic-Volumen): Sie sollten also die gleiche SIM-Kartennummer im Smartphone und im SIM-Kartenslot verwenden. Wenn Sie dagegen im SIM-Karten-Slot eine SIM-Karte einsetzen, die eine andere Nummer als die SIM-Karte Ihres Smartphones verwendet, und mit dieser SIM-Karte aus dem Handschuhfach online gehen, dann können Sie mit dem Smartphone nicht mehr telefonieren. Bei der Verwendung von zwei unterschiedlichen SIM-Karten steht Ihnen das via Bluetooth gekoppelte Smartphone nur noch zum Audio-Streaming zur Verfügung.
 
Bevor man Google Earth, Google Street View und Verkehrslage-Informationen sowie die Sonderzielsuche aus dem Internet nutzen kann, muss man im Einstellungsmenü die SIM-Karte aus dem Handschuhfach fertig konfigurieren. Das geht aber ruckzuck und ohne besondere Kenntnisse. Danach muss man die einzelnen Internetdienste noch separat frei schalten, also beispielsweise die Google Earth-Ansicht unter „Ansicht“ in der Navigation und die Verkehrslagedaten aus dem Internet ebenso.
 
Für die Nutzung der Car-Net-Dienste muss man sich zudem online registrieren.

Vorsicht Kostenfalle: Damit Sie die Car-Net-Dienste sinnvoll nutzen können, benötigen Sie in Deutschland nicht nur einen Mobilfunkvertrag mit einer ausreichend dimensionierten Daten-Flatrate. Sondern Sie müssen in grenznahen Gebieten und bei Auslandsfahrten unbedingt darauf achten, dass Sie nicht in die Kostenfalle tappen. Denn im Ausland entstehen durch Google Earth und Konsorten Daten-Roaming-Kosten. Buchen Sie also entweder einen passenden Auslandstarif oder deaktivieren Sie Daten-Roaming, bevor Sie in Grenznähe kommen. Im Einstellungsmenü von Discover Pro lässt sich das Daten-Roaming abschalten.

Übrigens: Discover Pro verbrauchte knapp 42 MB Traffic für die Google Earth-Darstellung einer rund 110 Kilometer lange Fahrt.

Google-Earth-Ansicht
Vergrößern Google-Earth-Ansicht

 
Car-Net im Detail : Verkehrsinformationen online, Sonderzielsuche POI, Google Street View und Google Earth
 
Google Earth, Google Street View, aktuelle Verkehrslage-Informationen sowie eine freie Sonderzielsuche mit Google Lokale Suche sind wie bereits erwähnt die vier Internet-abhängigen Dienste, die Discover Pro bereitstellt. Es handelt sich also durchwegs im Nutzwert-orientierte Dienste, die alle zu einer verbesserten Navigation beitragen sollen. Wenn man die Navigationsansicht auf Google Earth umschaltet (in der am unteren Rand eingeblendeten Menüleiste ist das unter „Ansicht“ möglich), bekommt man einen fotorealistischen Eindruck seiner Route. Der Fahrer findet sich an einem fremden Ort besser zurecht, Mitfahrer wiederum können Spannendes entlang der Route entdecken, was mit bloßen Blick nicht zu sehen ist – beispielsweise weil es durch eine Lärmschutzwand verdeckt ist. Insofern ist Google Earth ein Riesengewinn; der einzige Nachteil besteht in der Ablenkungsgefahr für den Fahrer. Google Street View, das sich im Unterschied zu Google Earth nur bei stehenden Fahrzeugen nutzen lässt, ergänzt die Earth-Ansicht sinnvoll und dient ebenfalls der Orientierung am Zielort.

Echtzeitverkehrsmeldungen werden in Text und auf einer Karte dargestellt.
Vergrößern Echtzeitverkehrsmeldungen werden in Text und auf einer Karte dargestellt.
© VW

Auch ohne Internetzugang liefert Ihnen Discover Pro Verkehrslageinformationen dank TMC und TMCpro. Mit Car-Net sind diese aber exakter beziehungsweise umfangreicher, weil zusätzlich zu den ohnehin vorhandenen TMCpro-Verkehrsdaten (die von Garmin stammen) auch noch die Echtzeitverkehrsinformationen von Inrix bei der Routenplanung berücksichtigt werden.
 
Die Sonderzielsuche, basierend auf Google Lokale Suche, wiederum ergänzt die normale POI-Suche im Navigationsmenü. Google Lokale Suche ermöglicht eine umfangreichere und flexiblere Suche als die starre POI-Suche.
 
Das VW-System bietet deutlich weniger Internet-Konnektivität als Audi Connect, BMW ConnectedDrive und Mercedes-Benz Comand Online. Die Konzern-Tochter Audi beispielsweise stellt neben Google Earth samt Street View und den Echtzeitverkehrsinformationen von Inrix auch noch ein Webradio, Wetterbericht, Kraftstoffpreise, eine Art Reiseführer und einen Nachrichten-Ticker sowie Flug- und Zuginformationen sowie eine Parkplatzsuche zur Verfügung. Außerdem gibt es Facebook- und Twitter-Apps, die allerdings nur vorformulierte Textbausteine versenden können. Ebenso ist es bei Audi und einigen anderen Herstellern möglich, zu Hause am PC ein Routenziel zu ermitteln und dieses dann auf das Auto zu übertragen.

Faszinierend: Die Google Earth-Ansicht in der Navigation, wenn Car-Net aktiviert ist. Auf dem großen 8-Zoll-Display kommt die fotorealistische Darstellung besonders gut zur Geltung. Links oben der Hinweis auf ein Tempo-Limit.
Vergrößern Faszinierend: Die Google Earth-Ansicht in der Navigation, wenn Car-Net aktiviert ist. Auf dem großen 8-Zoll-Display kommt die fotorealistische Darstellung besonders gut zur Geltung. Links oben der Hinweis auf ein Tempo-Limit.
© VW

 
All das fehlt bei Discover Pro, ebenso wie die Bilddatenbank von Panoramio, die beispielsweise Toyota für das neue Touch 2 zur Verfügung stellt. Office-Funktionen, die beispielsweise das Versenden von Mails ermöglichen, gibt es ebenfalls nicht. VW konzentriert sich stattdessen auf die Kernaufgaben eines modernen Infotainmentsystems.
 
In Auto-Foren im Internet wird darüber spekuliert, dass VW im Laufe des Jahres 2014 weitere Funktionen nachschieben könnte. Die Rede ist von beispielsweise von der Integration von Facebook und Twitter. Die Pressestelle von Volkswagen wollte uns das auf unsere Nachfrage hin aber nicht bestätigen. In den USA ist der Funktionsumfang von Car-Net übrigens größer als in Deutschland.
 
Radio, CD, DVD, Audio-Streaming und Bilder
 
Radio-Sender lassen sich über AM, FM und DAB+ empfangen. Webradio fehlt jedoch. Die Präsentation der einzelnen Sender mit deren Logo ist optisch ansprechend. Zu jedem Sender gibt es auf dem Display Zusatzinformationen zum Sender und zur laufenden Sendung. Die Lieblingssender kann man auf Stationstasten speichern.
 
Wenn Sie einen Radio-Sender mit Verkehrsfunk-Durchsagen auswählen und die TP-Funktion aktivieren, dann spielt Discover Pro die eintreffenden Verkehrsdurchsagen als Pop-Up-Fenster ein. Die gerade laufende Radiosendung wird dafür kurz leise geschaltet und läuft im Hintergrund weiter. CDs oder DVDs werden angehalten. Das Fenster mit den Verkehrsdurchsagen können Sie jederzeit wegdrücken. Schlecht: Die eingeblendeten Verkehrsdurchsagen orientieren sich nicht an Ihrer Route, sondern Discover Pro spielt alle vom Sender ausgestrahlten Durchsagen ein, also auch solche, die Sie überhaupt nicht betreffen.

Bei DAB-Sendern blendet Discover Pro auch wechselnde Bilder passend zum Sender ein.
Vergrößern Bei DAB-Sendern blendet Discover Pro auch wechselnde Bilder passend zum Sender ein.

 
Musik lässt sich auch von CDs, SD-Karten und MP3-Playern abspielen. Bilder, die sich auf CDs oder SD-Karten befinden, kann Discover Pro anzeigen. Einzeln oder in Form einer Diashow. Der einfachste Weg, um Bilder oder Musikdateien ins Auto zu bringen, fehlt jedoch. Weil kein USB-Anschluss verbaut ist.
 
CD abspielen: Man kann bequem über den Touchscreen an jede Stelle eines Liedes oder Hörbuchs springen, indem man mit dem Finger auf der Zeitleiste an die gewünschte Stelle tippt. Mit den Lenkradtasten und auf dem Touchscreen kann man zudem vor- und zurückspulen.
 
Für den schnellen Wechsel während der Fahrt ist der CD-Player allerdings denkbar ungünstig platziert. Dafür muss man kurz rechts ranfahren und den Wagen anhalten, um die CD oder DVD wechseln zu können, ohne den Verkehr zu gefährden. Wie bereits oben erwähnt: Es ist einfach keine gute Idee von VW das CD-/DVD-Laufwerk im Handschuhfach unterzubringen.
 
Wenn man den Rückwärtsgang einlegt, blendet Discover Pro bei aktiviertem Parkpilot nicht nur das Bild der Rückfahrkamera auf den Bildschirm ein. Sondern schaltet auch noch den Ton des Radios oder der CD/DVD ab. Das macht durchaus Sinn, damit sich der Fahrer besser auf das Rückwärtsfahren konzentrieren kann. Weniger Sinn macht es aber, dass danach der Ton nicht wieder automatisch eingeschaltet wird. Diese Option können und sollten Sie unter „Einstellungen, Klang“ an Ihre Bedürfnisse einstellen.

Discover Pro spielt auch kopiergeschützte Film-DVDs ab. Hier die Zeichentrickfassung von Herr der Ringe.
Vergrößern Discover Pro spielt auch kopiergeschützte Film-DVDs ab. Hier die Zeichentrickfassung von Herr der Ringe.

 
Discover Pro gehört neben den Systemen von Audi, BMW, Mercedes-Benz und Lexus zu den wenigen Infotainmentsystemen, die auch Video-DVDs abspielen (das Infotainmentsystem von Porsche spielt dagegen kurioserweise nur die Tonspuren von Video-DVDs ab). Das funktionierte im Test sehr gut, selbst eine Film-DVD mit Kopierschutz spielte Discover Pro ab.
 
Discover Pro fungiert zudem als Jukebox, Sie können also Lieder von einer externen Quelle auf die Festplatte von Discover Pro kopieren und dann von dort abspielen.

Die Sprachsteuerung für den Wechsel des Radiosenders klappte gut, die Radiosender werden in der Regel zuverlässig erkannt.
 
Audio-Streaming
 
Discover Pro spielt natürlich auch Lieder ab, die auf dem Smartphone liegen. Dieses Audio-Streaming via Bluetooth A2DP klappt auch dann noch, wenn Sie eine SIM-Karte mit einer abweichenden Nummer im SIM-Kartenslot eingelegt haben. Alternativ können Sie eine externe Audioquelle auch via WLAN mit dem Discover Pro verbinden. Allerdings funktionierte das Audio-Streaming nicht mit unserem alten HTC Desire, sondern nur mit dem neueren Nexus 4. Das war bei vielen anderen von uns getesteten Infotainmentsystemen anders - diese spielten meist auch Lieder vom HTC Desire ab.

Telefonie: Gerade bei der Eingabe von Telefonnummern beweist der Touchscreen seine Vorteile gegenüber anderen Lösungen wie dem Speller.
Vergrößern Telefonie: Gerade bei der Eingabe von Telefonnummern beweist der Touchscreen seine Vorteile gegenüber anderen Lösungen wie dem Speller.
© VW

 
Freisprecheinrichtung für Telefonie

Sie können die Freisprechfunktion sowohl per Sprachsteuerung als auch über den Touchscreen bedienen. Discover Pro importiert die Kontakte vom Smartphone und führt Listen über ein- und ausgegangene Anrufe.

Wie bei jedem modernen Infotainmentsystem erfolgt die Koppelung zwischen Auto und Smartphone grundsätzlich via Bluetooth. Discover Pro macht aber genauso wie Audi Connect eine Ausnahme, indem es zusätzlich noch die bereits erwähnte Möglichkeit anbietet, eine SIM-Karte in den im Handschuhfach eingebauten SIM-Kartenslot einzulegen. In diesem Fall wird das Smartphone nicht benötigt.
 
Gerade wenn man Internetdienste nutzen will, ist die zusätzliche SIM-Karte die beste Lösung, sofern man sich nicht mit dem Remote SIM-Access-Profile (rSAP) herumschlagen will (VW bezeichnet die rSAP-Lösung als Premium-Telefonie. Sofern das Smartphone oder Handy via rSAP mit Discover Pro verbunden ist, können vom Auto aus auch SMS gelesen und versandt werden).

Da rSAP von der Mehrheit der aktuellen Smartphones nicht oder nur eingeschränkt unterstützt wird, dürfte die zweite SIM-Karte die bessere Lösung sein. In diesem Fall sollten Sie also eine Dual-SIM verwenden. Die auf dieser SIM-Karte gespeicherten Kontakte stehen dann über Discover Pro zur Verfügung.
 
Schlecht: Wenn man im SIM-Karten-Slot eine SIM-Karte eingelegt hat, laufen darüber auch die Telefonate. Man kann also nicht SIM-Karte und das via Bluetooth verbundene Smartphone parallel verwenden. Bei letzterem funktioniert bei eingelegter SIM-Karte nur das Audio-Streaming via Bluetooth.

Details zu einer Verkehrsinformation
Vergrößern Details zu einer Verkehrsinformation

 
Navigation
 
Der Navigations-Bildschirm zeigt oberhalb der Karte die Entfernung zum Ziel und die voraussichtliche Ankunftszeit an. Im Test lag Discover Pro mit seiner Prognose immer recht gut. In der Mitte oben zeigt Discover Pro die aktuelle Uhrzeit an. Rechts davon steht unter anderem noch die Außentemperatur.

Konventionelle 3D-Ansicht. Dafür benötigt man kein Car-Net. Doch das lässt sich ändern - wie das nächste Bild beweist.
Vergrößern Konventionelle 3D-Ansicht. Dafür benötigt man kein Car-Net. Doch das lässt sich ändern - wie das nächste Bild beweist.

Die Karte zeigt die Route und den aktuellen Fahrzeug-Standort standardmäßig in einer relativ einfachen Optik. Im oberen Kartenabschnitt werden kleine Abbiege-Symbole eingeblendet. Diese werden durch Fahrtrichtungspfeile im Cockpit des Armaturenbretts ergänzt – VW bezeichnet das als Displayanzeigen.

Google-Earth-Darstellung des identischen Stadtteils im Münchner Süden, den auch das Bild darüber zeigt. Nur dass jetzt Car-Net auf Hochtouren läuft und die faszinierende Google-Earth-Ansicht ermöglicht.
Vergrößern Google-Earth-Darstellung des identischen Stadtteils im Münchner Süden, den auch das Bild darüber zeigt. Nur dass jetzt Car-Net auf Hochtouren läuft und die faszinierende Google-Earth-Ansicht ermöglicht.

Rechts oben auf der Karte befindet sich ein Icon, mit dem Sie die Ausrichtung der Karte beeinflussen (in der 2D-Ansicht). Darunter zeigt der Bildschirm ein erkanntes Tempo-Limit an. Darunter wiederum lesen Sie die Höhenmeter über NN und den Maßstab. Pfiffig ist die einfache Routen-Gesamtübersicht: Wenn Sie auf das Maßstabssymbol klicken, erscheint ein Icon, mit dem Sie sich die gesamte Route auf einer Vorschau anzeigen lassen können. Nach einigen Sekunden zoomt Discover Pro dann wieder auf ihren aktuellen Standort zurück.

Klassische Navigationsdarstellung mit Zusatzfenster
Vergrößern Klassische Navigationsdarstellung mit Zusatzfenster

Sie können die Karte jederzeit mit dem Finger verschieben und sich damit die Strecke voraus anschauen. Wenn Sie wieder zu Ihrem aktuellen Standort zurückkehren wollen, drücken Sie einfach auf das jetzt eingeblendet Pfeil-Icon rechts. Ein- und Auszoomen können Sie bequem über den Einstellknopf. Sie können die Karte aber auch nach Belieben mit den Fingern verschieben und Pinch-to-Zoom machen.

Konventionelle 3D-Ansicht mit 3D-Modellen - in diesem Fall das Münchner Olympiastadion - aber ohne Google-Earth-Darstellung. Das spart Mobilfunk-Traffic, erleichert aber trotzdem die Navigation.
Vergrößern Konventionelle 3D-Ansicht mit 3D-Modellen - in diesem Fall das Münchner Olympiastadion - aber ohne Google-Earth-Darstellung. Das spart Mobilfunk-Traffic, erleichert aber trotzdem die Navigation.

Eine optional einblendbare kleine Karte links oben im so genannten Zusatzfenster zeigt Ihnen immer, wo Sie sich gerade auf Ihrer Gesamtstrecke befinden. Dieses Zusatzfenster können Sie aber auch mit anderen Inhalten füllen, zum Beispiel mit der Anzeige des aktuellen Radiosender oder des aktuellen CD-Tracks.

Konventionelle 3D-Kartenansicht mit 3D-Modellen, aber ohne Google Earth. Wir haben nun auf das Münchner Olympiastation runtergezoomt.
Vergrößern Konventionelle 3D-Kartenansicht mit 3D-Modellen, aber ohne Google Earth. Wir haben nun auf das Münchner Olympiastation runtergezoomt.

Die mit dem Annäherungssensor verbundene Menüleiste am unteren Bildschirmrand bietet Funktionen zur Wahl eines neuen Navigationsziels, Zugriff auf gespeicherte Touren, Sonderzielsuche (inklusive Google Lokale Suche, sofern Car-Net aktiviert ist), Ansicht (2D oder 3D, 3D mit 3D-Modellen von Sehenswürdigkeiten und bekannten Gebäuden, Google Earth) und Setup.

Das gleiche Münchner Olympiastation wie im Bild darüber, nur jetzt mit der beeindruckenden Google Earth-Ansicht. Mit aktiviertem Car-Net.
Vergrößern Das gleiche Münchner Olympiastation wie im Bild darüber, nur jetzt mit der beeindruckenden Google Earth-Ansicht. Mit aktiviertem Car-Net.

Typische Navigationsfunktionen wie Tag-Nacht-Umschaltung (müssen Sie im Menü erst aktivieren), unterschiedliche Kartendarstellungen, automatische Routen-Neuberechnung nach veränderter Verkehrslage, Möglichkeit zur Sperrung bestimmter Strecken, Abbiegeassistent oder Stauanzeige (die Route wird mit einer roten Linie markiert) sowie Sonderzielsuche (POIs: hier können Sie nur unter den vorgegebenen Kategorien suchen. Für eine freie Suche benötigen Sie dagegen die Internet-basierte Google Lokale Suche, die über die Car-Net-Dienste zur Verfügung gestellt wird) gehören zur Ausstattung. Alle einmal angefahrenen Ziele speichert Discover Pro. Diese können dann schnell erneut angefahren werden.

Discover Pro zeigt Verkehrszeichen und Geschwindigkeitsbeschränkungen an. Dafür besitzt es eine optional erhältliche Verkehrszeichenerkennung. Diese Anzeige funktionierte meist zuverlässig und schaltete schnell und zeitnah um. In einem Fall bei einer Autobahn-Auffahrt hat sie aber versagt und uns noch lange Zeit 60 km/h als Tempo-Limit angezeigt, obwohl die elektronischen Anzeigen über der Fahrbahn längst freie Bahn signalisierten.
 
Die Verkehrsansagen des Navigationsgerätes kann man so einstellen, dass nur Störungen angesagt werden. Während der Durchsagen laufen Radio und CD im Hintergrund aber weiter, man verpasst also etwas.

Pfiffige 3D-Modelle
 
Nicht nur witzig, sondern für die Orientierung in einer fremden Stadt durchaus hilfreich sind die 3D-Modelle von wichtigen Bauwerken, die Ihnen auf der Karte angezeigt werden, wenn Sie die entsprechende Ansicht ausgewählt haben (3D-Ansicht mit 3D-Modellen von Sehenswürdigkeiten und bekannten Gebäuden). Dann wächst auf der Karte das Olympia-Stadion in die Höhe, wenn Sie gerade auf dem Frankfurter Ring im Münchner Norden unterwegs sind. Richtig toll und ungemein praktisch wird es aber, wenn Sie die Google Earth-Ansicht starten und daraufhin die bis dahin konventionelle Kartendarstellung in das Internet-Zeitalter katapultiert wird – das hat uns seinerzeit schon bei Audi Connect fasziniert. Der einzige Nachteil ist das Datenvolumen, das dadurch entsteht. Sie sollten dafür also unbedingt eine Datenflatrate nutzen.
 
Gut: POIs auf der Karte lassen sich anklicken und direkt als Ziele für die Navigation verwenden. Es ist aber nicht möglich, einen beliebigen Ort auf der Karte mit dem Finger zu markieren, um sich dorthin lotsen zu lassen.
 
Standardmäßig verwendet Discover Pro für die Berechnung der optimalen Route Verkehrslagedaten, die via TMC und TMCpro eintreffen und von Verkehrsfunksendern ausgestrahlt werden. Die via Radiosender eintreffenden Verkehrsdurchsagen werden auf dem Bildschirm eingeblendet und lassen sich jederzeit wegdrücken. Diese Verkehrsdurchsagen des Radios sind jedoch nicht auf die Route abgestimmt: schlecht.

Außerdem können Sie jederzeit mit einem einzigen Tastendruck alle Verkehrslageinformationen aufrufen: Indem Sie auf "Traffic" drücken. Danach erscheinen alle Verkehrslagedaten in einer Listenansicht. Stellen Sie diese so ein, dass nur die für Ihre Route relevanten Ereignisse angezeigt werden. Wenn Sie dann auf einen Eintrag klicken, erscheinen dazu detaillierte Informationen in Text und auf einer Karte dargestellt.
 
Im Test zeigten sich die Schwächen von TMC und TMCpro: Einen Stau auf dem Frankfurter Ring, einem nördlichen Teilabschnitts des um München herumgeführten mittleren Rings, zeigte uns das „Traffic“-Menü von Discover Pro lange Zeit nicht an. Erst kurz vor Erreichen des Stau-Endes erschien dann endlich die Anzeige „Stau zunehmend“.
 
Ähnlich erging es uns mit einem Stau auf der A9: Trotz TMCpro zeigte uns das Navi einen Stau auf der A9 vor Allershausen nicht an. Erst nachdem wir diese Staustelle bereits durchfahren hatten, wurde der Staupunkt unter Verkehrsmeldungen gelistet.
 
Verkehrslagedaten aus dem Internet lohnen sich
 
Die tatsächliche Verkehrslage stellt Discover Pro jedoch deutlich exakter dar, wenn via Internet die Inrix-Echtzeitverkehrslagedaten empfangen werden. Mit Inrix waren im Test die Verkehrslagedaten deutlich exakter als ohne, wie wir bei Staumeldungen am Mittleren Ring um München festgestellt haben. Die Internet-Verkehrslageinformationen lohnen sich also wirklich.
 
Inrix nutzt beispielsweise auch Audi für Echtzeitverkehrsinformationen. Inrix, ist ein internationaler Anbieter von Verkehrs- und Reiseinformationen. Inrix wertet für seine Verkehrslageinformationen anonymisierte Daten von Audi, BMW und Toyota, von Navigations-Apps für Smartphones und von Behörden, gewerblichen Fuhrparks und Nachrichtenmedien aus. Dazu kommen noch Echtzeitdaten von Taxis, Flughafen-Shuttles, Lieferwagen, Fernverkehr-LKW und PKW sowie mobilen Geräten. Inrix verspricht besonders exakte und zeitnahe Verkehrslagedaten und konkurriert als Anbieter solcher Echtzeitverkehrsinformationen mit TomTom HD Traffic, Google Maps Navigation und Nokia Maps. Im Oktober 2013 teilte Inrix mit , dass es seine Echtzeitverkehrslagedaten auch für die neuen Car-Net-Dienste von Volkswagen liefern werde.

Einmal verlor Discover Pro unsere Position – und zwar an der Langzeit-Baustelle in München am Luise-Kieselbach-Platz. Hier ortete uns Discover Pro im Niemandsland neben der Straße.
 
Volkswagen stellt kostenloses Updates für die Europa-Navigationskarten für die Dauer von drei Jahren zur Verfügung. Danach kassieren die Wolfsburger für Karten-Updates.

Navigation per Sprachbefehle

Per Sprachsteuerung kann man die Navigation einfach und sicher bedienen: Drücken Sie die Voice-Taste oder die entsprechende Lenkradtaste, sagen Sie Navigation und nennen Sie dann in einem Satz die vollständige Adresse (also Ort, Strasse und gegebenenfalls auch noch die Hausnummer) wie zum Beispiel „München, Lyonel-Feinigerstraße“. Mit oder ohne Hausnummer – ganz nach Ihrem Belieben. Danach noch Navigation starten. Das war’s. Einfacher geht es nicht.
 
Fast. Denn nun beginnt der ärgerlicher Teil: Discover Pro zwingt den Fahrer, die gewünschte Route per Fingerdruck auf dem Bildschirm zu bestätigen. Das ist unnötig und lenkt den Fahrer vom Verkehrsgeschehen ab. Denn Discover Pro berechnet standardmäßig nicht nur eine Route, sondern gleich mehrere (ökonomische, schnelle und kurze Route). Jede dieser Routen wird als Icon angezeigt, für die Auswahl müssen Sie auf eines der Icon drücken. Das kostet nicht nur unnötig Zeit, sondern ist im dichten Verkehr sogar gefährlich, weil Sie dafür Ihren Blick vom Verkehrsgeschehen weg auf den Monitor richten müssen.

Konfigurieren Sie als unter Routenoptionen die Navigation besser so, dass sie sofort nach Ihrer persönlichen Priorisierung startet. Das spart Zeit und schont Ihre Nerven. Wenn Sie aber gar keine Entscheidung treffen, startet Discover Pro nach einer Minute die Route, die Ihren Einstellungen unter Routenoptionen entspricht.
 
Für die Bedienung der Navigationsfunktion während der Fahrt sollten Sie möglichst immer die Sprachsteuerung verwenden. Denn man hat, wenn das Auto fährt, durchaus  gewisse Schwierigkeit damit den richtigen Menüpunkt auf dem Touchscreen zu treffen.

Discover Pro
Vergrößern Discover Pro

Fazit zu Discover Pro und Car-Net: Ein teurer Spaß

Discover Pro hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Der große und gute Bildschirm und die klar angeordneten Tasten verbunden mit der Touchscreen-Funktionalität und der zuverlässigen Sprachsteuerung erleichtern den Autofahrer-Alltag ungemein. Google Earth, Street View und die Echtzeitverkehrsinformationen von Inrix will man einfach nutzen. Denn diese Features machen Spaß und bieten echten Mehrwert. Die unterschiedliche Qualität der Verkehrslageinformationen von Discover Pro in Anhängigkeit davon, ob die Inrix-Daten via Car-Net zur Verfügung standen oder nicht, war offensichtlich. Und selbst wenn wir mit der Google-Earth-Ansicht eine Straße entlang fuhren, die wir längst kannten, so waren wir immer wieder mal davon überrascht, was sich denn so hinter Mauern und hohen Gebäuden entlang unserer vertrauten Route befindet.

Der Bildschirm lässt sich einwandfrei ablesen und reagiert flott auf unsere Eingaben. Dank der vielen Knöpfe und des Einstellknopfes müssen wir ohnehin nicht auf dem Touchscreen herumwischen, sondern können zielsicher durch Listen und Karten navigieren. Die Sprachsteuerung tat ebenfalls, was wir ihr sagten. Und dank DAB+ und DVD-Player bietet unser Testwagen auch die höheren Weihen der Unterhaltung. Eigentlich ist Discover Pro also nahe daran, die perfekte Lösung für Infotainment im Auto zu sein.

Wäre da nicht die eine oder andere ärgerliche Einschränkung. Zum Beispiel diese unzeitgemäße Koppelung des Smartphones via rSAP. Hier wäre es empfehlenswert, wenn Volkswagen ähnlich wie BMW die Option einer festeingebauten SIM-Karte mit einer Daten-Flatrate (bei BMW heißt diese Flatrate Online Entertainment ) zum jährlichen Festpreis anbieten würden, die auch den Einsatz in den wichtigsten EU-Nachbarstaaten abdeckt. Und damit bei Auslandsfahrten die Kostenfalle Daten-Roaming vermeidet. Oder aber VW ermöglicht es, im SIM-Karten-Slot eine SIM-Karte einzusetzen, die ohne Einschränkungen zeitgleich und parallel zu der SIM-Karte im angeschlossenen Smartphone funktioniert. Damit man ungestört Car-Net genießen kann und gleichzeitig über das gewohne Telefon mit der gewohnten Telefonnummer erreichbar bleibt, auch wenn man keine Multi-SIM besitzt.

Die Unterbringung des CD-/DVD-Players ausgerechnet im Handschuhfach ist maximal unpraktisch und dürfte auf so manchem Familienausflug für Stress zwischen den Eltern und dem Nachwuchs sorgen. Ebenso unverständlich ist, dass man Videos nicht direkt vom USB-Stick abspielen kann. Überhaupt USB-Stick - wieso gibt es keinen einfachen USB-Anschluss für die Datenübertragung auf der Mittelkonsole? Sogar im Budget-Auto Dacia Logan stellt das gerade einmal 180 Euro günstige Media Nav einen USB-Anschluss zur Verfügung.

Das größte Ärgernis von Discover Pro ist jedoch dessen Preis: Rund 3000 Euro nur für das Infotainmentsystem in einem VW Golf. Das ist überhaupt nicht familienfreundlich. Für rund das Dreifache dieses Preise bekommt man bereits ein kleines Auto, beispielsweise einen Toyota Aygo. Da lohnt es sich vielleicht dann doch, den Golf mit dem preiswertesten CD-Radio zu kaufen und sich dazu ein gutes Smartphone samt passender Handy-Halterung (vielleicht von Brodit) und der kostenpflichtigen TomTom-App mit ebenfalls hervorragenden Echtzeitverkehrsinformationen zu holen. Und die gesparten Euro in komfortable und lebensrettende Sicherheitssysteme zu investieren, beispielsweise in das Fahrerassistenz-Paket für 1710 Euro mit ACC, Front Assist mit City-Notbremsassistent und Spurhalteassistent.

Touchscreen im Auto - Pro und Contra: Auf der nächsten Seite diskutieren wir die Vorteile und Nachteile der beiden unterschiedlichen Bedienkonzepte für Infotainmentssysteme im Auto. Mit Stellungnahmen von Audi, BMW, Lexus, Mercedes-Benz und Volkswagen.
 
 
 
 

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