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Diese Software bereitet Probleme mit Windows 8

09.01.2013 | 11:28 Uhr |

So manches lieb gewonnene System-Tool aus Windows 7, Vista oder XP funktioniert unter Windows 8 nicht mehr. Betroffen sind insbesondere systemnahe Utilities aus den Bereichen Sicherheit und Netzwerk, für die Sie Updates brauchen.

Abseits der drastischen Modernisierung der Bedienoberfläche von Windows 8 hat Microsoft bei der wichtigen Abwärtskompatibilität zu Windows 7 Wort gehalten: Trotz aller technischen Veränderungen an den Systemkomponenten und dem Treibermodell funktioniert der Großteil der bisherigen Windows-Anwendungen auch unter Windows 8. Microsoft hat dazu mit dem Upgrade-Assistenten ein Tool bereitgestellt, dass neben der Kompatibilität von Hardware-Komponenten auch die Kompatibilität der vom Nutzer verwendeten Software prüft. An den meisten Anwendungsprogrammen hat der Prüfassistent nichts auszusetzen.

Probleme unter Windows 8 machen vor allem ältere Sicherheits- und Netzwerk-Tools sowie Virtualisierungs-Software. So lassen sich beispielsweise manche älteren Bluetooth-Sticks mangels eines mit Windows 8 kompatiblen Bluetooth-Stacks nicht mehr verwenden. Viele nicht an Windows 8 angepasste Virenscanner- und Anti-Malware-Tools lassen sich entweder gar nicht installieren oder arbeiten nach der Installation in Windows 8 nicht richtig.

Auch bei einigen Bundle-Tools, die beim Kauf eines Windows-7-Rechners mitgeliefert wurden, kommt es aufgrund von Software-Kompatibilitätsfehlern zu einem Funktionsverlust nach dem Upgrade auf Windows 8. Betroffen sind beispielsweise Hilfsprogramme zum Energiesparen bei Notebooks, Touchpad-Steuerprogramme sowie Tools zum Beschleunigen von Laufwerkszugriffen.

Woher die Kompatibilitätsprobleme kommen

Systemnahe Virtualisierungs-Software: Erst Vmware Version 9 bringt die die Unterstützung für Windows 8 – bei früheren Versionen hapert es.
Vergrößern Systemnahe Virtualisierungs-Software: Erst Vmware Version 9 bringt die die Unterstützung für Windows 8 – bei früheren Versionen hapert es.

 
Microsoft hat bei Windows 8 unter der Haube viele Stellschrauben verändert, die Anpassungen bei Programmzugriffen auf Systembibliotheken nötig machen. Denn Microsoft setzt bei Windows 8 auf eine weitgehend neue Architektur. Dementsprechend gibt es auch umfangreiche Änderungen an den Softwarebibliotheken, Frameworks und APIs (Application Programming Interface), die von Software-Entwicklern zum Schreiben ihrer Programme verwendet wird. Anwendungen und Tools, die für die bisherigen Systembibliotheken optimiert sind und Zugriff auf systemnahe Module und Schnittstellen machen, können spezielle Funktionsaufrufe in Windows 8 aber aufgrund von Architektur- und Berechtigungsänderungen etwa bei den Layered Service Providern oder beim Transport Driver Interface nicht mehr durchführen. Entweder, weil Windows 8 den Zugriff blockiert, oder weil der Funktionsaufruf unter Windows 8 vom bisherigen Syntax abweicht. Das Resultat ist in beiden Fällen identisch: Es kommt zu einem Funktionsfehler.
 
Diese Tools sind betroffen

Inkompatibilitäten mit Windows 8 können bei allen systemnahen Tools auftreten, die nicht explizit für Windows 8 freigegeben wurden, etwa bei Virenschutzlösungen, Firewalls, Tools zur Rechteverwaltung, Defragmentierern, Cache- und Speicheroptimierern sowie hardwarenahen Hilfsprogrammen. Faustregel: Je älter ein System-Tool, desto größer ist das Risiko von Inkompatibilitäten.


Windows-Kompatibilitätscenter: Wer Zweifel an der Kompatibilität älterer Programme hat, kann sicherheitshalber im Windows-Kompatibilitätscenter nachsehen, ob die Software dort aufgeführt und als „Kompatible“ eingestuft ist. Systemnahe Tools finden sich in der Datenbank im Bereich „Apps“ unter „Dienstprogramme“, „Sicherheit“ sowie unter „Kommunikation und Internet“. Allerdings kennt die Datenbank nur verhältnismäßig wenige Programme.
 

Unvollständige Checkliste: Das Windows-Kompatibilitätscenter liefert Aufschluss zur Lauffähigkeit von Programmen unter Windows 8, kennt allerdings nur wenige systemnahe Tools.
Vergrößern Unvollständige Checkliste: Das Windows-Kompatibilitätscenter liefert Aufschluss zur Lauffähigkeit von Programmen unter Windows 8, kennt allerdings nur wenige systemnahe Tools.

 
Software-Updates gegen Windows-8-Frust

Viele Entwickler haben ihre Tools inzwischen für Windows 8 optimiert. Laden Sie daher für Windows 8 stets die neuesten Installationsdateien der von Ihnen verwendeten Programme von der jeweiligen Hersteller-Website herunter. So stellen Sie sicher, dass Sie auch die aktuellste Programmrevision einspielen.

Versions-Check: Achten Sie beim Herunterladen auf Hinweise zur Kompatibilität mit Windows 8. Ist Windows 8 explizit in der Liste der unterstützten Windows-Varianten aufgeführt, ist alles bestens. Fehlt der Hinweis auf Windows 8, kann die betreffende Software dennoch einwandfrei unter Windows 8 laufen. Infos dazu finden sich meist im Supportbereich auf der jeweiligen Hersteller-Website.

Faustregel fürs Windows-8-Update: Vor dem Upgrade auf Windows 8 sollten Sie die installierten Programme soweit möglich per Online-Update oder manueller Installationsdatei auf den neuesten Stand bringen. So verhindern Sie, dass das Upgrade-Verfahren aufgrund eines Versionskonflikts fehlschlägt. Dabei kann Ihnen beispielsweise der kostenlose Secunia Personal Software Inspector oder die Freeware SUMo helfen.

Sauber installieren: Funktioniert ein älteres Tool unter Windows 8 nicht richtig, so de-installieren Sie die Software zunächst über die Systemsteuerung (auf dem Desktop Windows-Taste + I drücken), bevor Sie eine neue Version des betreffenden Programms installieren. Dadurch stellen Sie sicher, dass die alten Software-Bibliotheken auch wirklich entfernt werden.

Software-Check: Achten Sie bei systemnahmen Tools auf die wichtige Angabe von Windows 8 bei den unterstützten Betriebssystemen.
Vergrößern Software-Check: Achten Sie bei systemnahmen Tools auf die wichtige Angabe von Windows 8 bei den unterstützten Betriebssystemen.

 
Virenscanner für Windows 8

Für Ihren bisherigen Virenscanner aus Windows 7, Vista oder XP benötigen Sie zwingend ein Update für Windows 8. Hersteller wie Avast , Kaspersky oder Avira weisen explizit darauf hin, dass nur eine an Windows 8 angepasste Programmversion zuverlässig läuft. Avira hat übrigens in einem lesenswerten PDF-Dokument die technischen Hintergründe dazu zusammengefasst, die auch für Nutzer anderer Virenscanner interessant sind.

Das unabhängige Prüflabor AV Test führt eine Liste von Virensuchprogrammen, die in puncto Schutzwirkung und Reparaturleistung einwandfrei unter Windows 8 arbeiten.
Vergrößern Das unabhängige Prüflabor AV Test führt eine Liste von Virensuchprogrammen, die in puncto Schutzwirkung und Reparaturleistung einwandfrei unter Windows 8 arbeiten.

Getestete Virenscanner: Das Sicherheitslabor AV Test hat eine Liste kompatibler Virenscanner für Privatnutzer und Unternehmen mit genauen Angaben zu den unterstützten Versionsnummern zusammengestellt. Ein Blick in die Tabelle verrät, welche Tools zur Malware-Abwehr uneingeschränkt unter Windows 8 arbeiten.

Virenschutz-Bordfunktion: Windows 8 verfügt als erstes Windows überhaupt über einen eingebauten Virenscanner, der über eine solide Erkennungsleistung, ein ordentliches Arbeitstempo und Online-Signatur-Updates verfügt. Dazu hat Microsoft den für Windows 7 kostenlos angebotenen Malware-Jäger Security Essentials fest in den Windows Defender des Betriebssystems integriert. Sie benötigen also nicht zwingend ein zusätzliches Virensuchprogramm. Der Werks-Virenscanner umfasst alle wichtigen Basisfunktionen, lässt sich jedoch nicht so vielfältig konfigurieren wie ein externer Virenscanner. Bei der Installation eines für Windows 8 optimierten Virensuchprogramms wird der interne Virenscanner von Windows 8 übrigens deaktiviert, damit sich die beiden Sicherheits-Tools nicht gegenseitig beeinträchtigen.

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Was ist Windows 8?

Das neue Microsoft-Betriebssystem ist der Nachfolger von Windows 7 und erschien am 26. Oktober 2012. Windows 8 baut auf seinen sehr erfolgreichen Vorgänger auf und enthält den neuen Kachel-Startbildschirm, der sich an der Oberfläche mit rechteckigen Kästen orientiert, die Microsoft mit Windows Phone 7 eingeführt und später auch bei der Xbox 360 integriert hat. Der zunächst eingeführte Begriff der "Metro-Oberfläche" wurde kurz vor dem Start aus rechtlichen Gründen zurückgezogen. Inzwischen spricht Microsoft von "Windows-Live-Tiles".

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