2000104

Diese Linux-Funktionen wünschen wir uns bei Windows 10

14.10.2014 | 10:28 Uhr |

Windows 10 mag ja einiges besser können als Windows 8.1.. Aber Linux besitzt bereits seit langer Zeit einige clevere Features, die wir uns auch für Windows 10 noch wünschen würden.

Die Katze ist aus dem Sack: Windows 10 heißt der Nachfolger von des ungebliebten Windows 8.1. Doch trotz der Verbesserungen gibt es bei Linux immer noch einige Funktionen, die Windows 10 fehlen.

Package Manager

Ein großes neues Feature von Windows 8 war der Windows-Store. Aber Linux hatte schon „App-Stores“, bevor die überhaupt in Mode kamen. Sie heißen Package Manager . Ein Package Manager ist ein zentralisierter Ort für die Installation Ihrer Software, der Ihnen die mühsame Suche im Web abnimmt.

Das Ubuntu Software Center ist der zentrale Desktop Anwendungs-Store.
Vergrößern Das Ubuntu Software Center ist der zentrale Desktop Anwendungs-Store.
© PC-World

Der Windows Store hätte, wenn Microsoft es richtig gemacht hätte, ein Package-Manager oder Desktop-Anwendungsstore sein sollen, voll mit allen Desktop-Anwendungen, die Sie sich wünschen. Bei Linux können Sie einfach Ihren Package Manager öffnen und alles von Steam über Firefox über LibreOffice bis hin zum Adobe Flash Player installieren. Alles was es dafür benötigt sind wenige Klicks und die Software wird automatisch heruntergeladen und installiert ohne die nervige Nutzung von Installations-Wizards.

Stattdessen ging Microsoft einen ganz anderen Weg und entwickelte eine neue Art von Anwendung (zuerst bekannt als „Metro Apps“, dann als „Modern Apps“,„Windows 8-Style Apps“ und schließlich als „Store Apps“ bezeichnet). Die meisten Windows-Nutzer möchten keine Taschenrechner-Anwendung, die den ganzen Bildschirm einnimmt – was Microsoft nun endlich versteht. Was noch schlimmer ist der Windows Store wurde teilweise auch von Betrügern ausgenutzt. Für Schwindelanwendungen, die dafür Geld verlangen um Sie durch die Installation kostenloser Desktop-Software zu führen. Besser wäre es, wenn der Windows Store alle wirklich wichtigen Desktop-Anwendungen beinhalten würde. Wie bei Linux sollte es einen einzigen Ort geben, an dem Sie alle Ihre Desktop-Anwendungen installieren.

Software-Repositories (ein offener Anwendungs-Store)

Bei Linux sind Sie nicht nur auf die „Package-Repositories“ Ihrer Linux-Distribution beschränkt.

Alle Programme aktuell zu halten ist mit Linux Software Repositories und Package Managern ein Kinderspiel.
Vergrößern Alle Programme aktuell zu halten ist mit Linux Software Repositories und Package Managern ein Kinderspiel.
© PC-World

Wenn Sie zum Beispiel Google Chrome, Valves Steam oder sogar Microsofts eigenes Skype auf Linux installieren, aktiviert das Paket Googles, Valves oder Microsofts Software Repository auf Ihrem System. Software-Anbieter können ihre eigene Software zum Package Manager zur einfachen Installation hinzufügen, während sie die Software auf ihren eigenen Servern hosten.

Sie bekommen nicht nur die Betriebssystem-Updates, sondern auch alls Anwendungs-Updates von einer zentralen Stelle. Ihre Betriebssystems-Updates, Googles Updates und sogar Microsoft-Skype-Updates erscheinen alle im gleichen Software-Update-Tool. Stellen Sie sich das einmal bei Windows vor: Wenn Sie über Windows-Update für alle auf dem Windows-PC installierten Anwendern auch die Updates bekommen würden Und nicht jede Desktop-Anwendung ihr eigenes separates Update-System benötigen würde.

Windows 10 - Das beste Windows aller Zeiten?

Immer im Vordergrund

Das klingt zwar nach einem kleinen Feature, aber es ist ein gewaltiger Vorteil für das Fenster-Management. Jede bekannte Linux-Desktop-Umgebung, ermöglicht es Ihnen auf die Kopfleiste eines Fensters rechtszuklicken und „Immer im Vordergrund“ auszuwählen. Dieses Fenster erscheint dann immer über den anderen Fenstern auf Ihrem Desktop, so dass Sie immer einfach darauf schauen können, während Sie eine andere Anwendung verwenden. Natürlich müssen Sie dafür die Größe des Fensters noch etwas reduzieren, damit es nicht den gesamten Bildschirm verdeckt.

Eine „Always on top“-Funktion würde auch Windows gut stehen
Vergrößern Eine „Always on top“-Funktion würde auch Windows gut stehen
© PC-World

Bei Windows müssen Sie sich entweder darauf verlassen, dass jede Anwendung diese Funktion selbst besitzt oder eine Always on top Software suchen, welche meist nicht so gut angepasst ist. Windows sollte diese Funktion zum Desktop-Fenster-Management unbedingt übernehmen.

Web-App-Integration

Die meisten Windows-Nutzer fassen diese neuen „Store Apps“ nicht an. Aber tatsächlich benutzen sie wahrscheinlich insgesamt weniger traditionelle Desktop-Anwendungen, sondern greifen stattdessen immer häufiger Web-Anwendungen wie Outlook.com, Facebook und Google Docs.

Ubuntu erkennt das und bietet daher eine „ Web-App-Integration “ an – ein einfacher Weg für Web-Dienste sich in Ihrer Desktop-Umgebung zu integrieren. Diese erhalten ihre eigenen Shortcuts und Taskleisten-Einträge, zeigen Benachrichtigungen auf dem Desktop an und sind komplett ins Betriebssystem integriert.

Das „Installieren“ von Web-Anwendungen bei Ubuntu Linux ist sehr einfach
Vergrößern Das „Installieren“ von Web-Anwendungen bei Ubuntu Linux ist sehr einfach
© PC-World

Gmail und Twitter sind in Ubuntus Desktop „Nachrichten-Menü“ integriert, so dass Sie neue Mails und Tweets in einem Menü sehen können. Rdio und Grooveshark sind Bestandteil des Musik-Menüs, wodurch Sie zusätzliche Hintergrundinformationen erhalten und die abgespielte Musik zusätzlich mit dem Standard-Interface und den Tastaturkürzeln Ihres Desktops bedienen können. Um das alles einzurichten müssen Sie nichts Besonderes machen – gehen Sie einfach auf die Internetseite in Ihrem Browser und Ubuntu fragt Sie, ob Sie die Web-Anwendung „installieren“ möchten.

Windows sollte hier nachziehen. Microsoft sollte sich mit diesen Web-Anwendungen arrangieren und Windows-Nutzern bei der Nutzung dieser Web-Anwendungen helfen, anstatt alle Bemühungen darauf zu fokussieren ein neues App-Gerüst aus dem Boden zu stampfen. 

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation PC-World.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2000104