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Diese Konkurrenten wurden von Microsoft Office überollt

12.03.2016 | 09:33 Uhr |

Die Zahl der Opfer von Microsoft Office ist lang. Unzählige Textverarbeitungsprogramme, Tabellenkalkulationen und komplette Office-Suiten verdrängte MS Office gnadenlos vom Markt. Wir stellen die gescheiterten Office-Suiten vor.

Vor über 26 Jahren kündigte Bill Gates die Zusammenführung der drei bis dato getrennten Anwendungsprogramme Word, Excel und PowerPoint an. Diese wurden seitdem in einem Paket, welches als Microsoft Office für Windows bekannt ist, angeboten. Als 1990 Office 1.0 erschien, hatten die drei Anwendungen allerdings nur sehr wenig gemein und arbeiteten eher "unter Zwang" zusammen.

Die zweite Version von Office, welche kurioserweise Microsoft Office 3 .0 hieß und aus Word 2, Excel 4, PowerPoint 3 und Mail 3 bestand, rief eine neue Softwarekategorie ins Leben, welche als „Office Productivity“ bekannt wurde.

Die Geschichte von Microsoft Office (Galerie)

In diesem Artikel beschäftigen wir uns aber nicht mit der Geschichte und Weiterentwicklung von Microsoft Office für Windows. Sondern stellen stattdessen die vielen Konkurrenten vor, die von Microsoft Office verdrängt oder zumindest zu einem Nischendasein gezwungen wurden.

Frühe DOS-Textverarbeitungsprogramme

Electric Pencil: Entstanden 1976; Verschwunden 1983; Grund: wurde von den Entwicklern vernachlässigt.

EasyWriter: Entstanden auf dem Apple II 1979; auf DOS übertragen: 1981; verendete an zu vielen Bugs

Volkswriter: Entstanden 1982; als Antwort auf EasyWriters Bugs; Beendet ungefähr im Jahr 1989

Kommerzielle Textverarbeitungsprogramme wie Homeword, PFS:Write, Bank Street Writer, XyWrite, DisplayWrite, PC-Write und viele andere erstrahlten damals kurz in glänzendem Licht und verglühten dann doch wie Sternschnuppen. Alle gingen unter, nachdem MS Office auf den Markt gekommen war.

Electric Pencil war die erste Textverarbeitung in unserer Zusammenstellung. Auf die ursprüngliche Idee für das erste Textverarbeitungsprogramm kam letztlich Michael Shrayer, der niemals im Computerbereich gearbeitet hatte. Shrayer wurde es allerdings irgendwann zu anstrengend immer mit den Konkurrenten mitzuhalten zu müssen und so schied Electric Pencil schließlich dahin.

Textverarbeitungsprogramm: WordStar          

Entstanden: 1979; noch nicht ganz verschwunden

Der Klassiker unter den Textverarbeitungsprogrammen der DOS-Ära. Und bis heute nicht ganz tot.

WordStars Anspruch auf Ruhm: Es geht aus dem Weg. Keine Überschriften. Tasten bewegen den Mauszeiger. Keinerlei Wortprüfungsfunktion. Formatierung? Für so etwas engagiert man doch jemand anderen!

1984 hat MicroPro, die Firma, die WordStar entwickelt hat, damit 70 Millionen Dollar eingespielt, was das Unternehmen damals wohl zur größten Softwarefirma der Welt gemacht hat. 1988 war dieser Erfolg längst Geschichte, aber einige Anwender blieben Wordstar treu.

WordStar für Windows kam dagegen nie richtig in die Gänge.

Grandiose Flops der IT-Geschichte

Textverarbeitungsprogramm: MultiMate

Entstanden als WordMate: 1982; an Ashton-Tade verkauft: 1985; Untergang, als A-T an Borland verkauft wurde: 1991

Die Connecticut Mutual Life Insurance, ein großer Wangkunde, kaufte PCs, um die alten Wanggeräte zu ersetzen und stellte W.H. Jones & Co. ein, um die Software für den Wechsel zu entwickeln. Die ursprüngliche Gruppe von fünf Programmierern behielt die Rechte an der Software, gründete ihr eigenes Unternehmen und der Rest war Geschichte.

Die Tasten der IBM PCs-passten nicht zu denen auf den Wanggeräten? Kein Problem. MultiMate wurde mit Aufklebern für die eigenwilligen Tasten und einer großen Plastikschablone ausgeliefert.

Textverarbeitungsprogramm: WordPerfect für DOS

Entstanden: 1979; auf DOS übertragen: 1982; wird immer noch unterstützt

1979 nahm die Brigham Young Universität eine Gruppe Programmierer unter Vertrag um eine Textverarbeitung für deren Data General Minicomputer zu erstellen. Die Programmierer bildeten ein Unternehmen, Satellite Software International, und begannen "SSI WP" für 5.500 Dollar pro Exemplar zu verkaufen.

WordPerfect 2.20, die erste DOS-Version, erschien 1982. 1986 war WordPerfect 4.2 die sich bei weitem am besten verkaufende Textverarbeitung. Mit LAN-Support (1988), Dropdown-Menüs (1989), einem WYSIWYG-Modus, Anzeige-Codes, Designs, Drucksupport und einer eigenen Makrosprache beherrschte WordPerfect den Markt.

Dann schlug Microsoft zu, WordPerfect reagierte nicht schnell genug und fiel Microsoft Office zum Opfer.

Witzig: WordPerfect für DOS Updated besteht weiter unter dem wachsamen Auge von Ed Mendelson.

Textverarbeitungsprogramm: WordPerfect für Windows

Entstanden: 1991; Version 5.2: 1992; wurde zur WordPerfect Office Suite

WordPerfect für Windows existierte als eigenständiges Produkt nur für eine kurze Zeit und wurde die Grundlage für verschiedene WordPerfect Suites.

WordPerfect brachte seine erste Windows-Version zu spät und der Zusammenschluss von Windows mit Microsoft Office auf vielen PCs führte zum Verkauf von WordPerfect – zuerst an Novell, dann 1996 an Corel – mit dem Ziel eine konkurrenzfähige Office Suite zu produzieren. Mittlerweile steigt die Popularität in einigen Märkten wieder an, besonders im juristischen Bereich, allerdings erhält WordPerfect allgemein weniger Aufmerksamkeit als Word-Konkurrent.

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Textverarbeitungsprogramm: Word für DOS und Mac

Entstanden auf Xenix: 1983; kurz darauf auf DOS übertragen und auf Mac: 1985; die letzte DOS-Version: 1993

Microsoft machte sich in diesem Fall selbst überflüssig.

Der Programmierer Charles Simonyi fing 1981 damit an ein Allzwecktool Word für Xenix zu entwickeln und brachte dabei Richard Brodie für die Arbeit als P-Code-Übersetzer an Bord, der zum Schlüssel von Microsofts Anwendungsentwicklungen für mehr als ein Jahrzehnt wurde.

Microsoft verteilte im November 1983 kostenlose Kopien von Microsoft Word.

Microsoft veröffentlicht Quellcode von DOS und Word

Außergewöhnlich war, dass Word für die für die Nutzung mit der Maus konzipiert war.

Word für Mac verkaufte sich zwischen 1985 und 1989 besser als Word für DOS, als schließlich Word für Windows beide übertraf.

Tabellenkalkulation: VisiCalc

Entstanden auf dem Apple II: 1979; auf DOS übertragen: 1981; verschwunden: 1983, von Lotus übernommen

VisiCalc existierte schon lange schon nicht mehr bevor Charles Simony überhaupt mit der Entwicklung von Microsoft Office begann, aber viele der Programme, die aus VisiCalc entstanden sind, lebten weiter, sowohl in Excel, als auch in anderen Produkten, die dem Microsoft-Riesen zum Opfer fielen.

Dan Bricklin und Bob Frankston brachten VisiCalc 1979 zuerst auf dem Apple II heraus. Es auf DOS zu übertragen war keine große Mühe, allerdings wurde VisiCalc für DOS 1981 mit den ersten IBM-PCs ausgeliefert. Als Lotus 1-2-3 1983 erschien, biss VisiCalc ins Gras. Lotus kaufte VisiCalc 1985 und erlöste das Unternehmen von seinem Leid.

Tabellenkalkulationssoftware: Lotus 1-2-3

Entstanden: 1983; von IBM aufgekauft: 1995; untergegangen: irgendwann dazwischen

Lotus 1-2-3 (1=Berechnungen, 2=Diagramme, 3= Datenbank), eines der bedeutendsten Anwendungsprogramme auf PCs, verpasste den Übergang zu Windows.

Lotus 1-2-3 wurde zum DOS-basierten Lotus Symphony (mehr darüber später) und anschließend auf Windows zur Lotus SmartSuite. Die Übertragung auf Windows war ein Riesenpfusch und 1-2-3 verschwand in der Versenkung.

Excel erledigte Lotus dann endgültig.

Tabellenkalkulation: SuperCalc

Entstanden auf dem Osborn I: 1981; auf DOS übertragen: 1982; auf Windows übertragen: 1984; Untergang durch Vernachlässigung

Adam Osborn hatte SuperCalc entwickelt, um es mit dem Osborn I auszuliefern. Obwohl bekannt war, dass es schneller, genauer und mit mehr Funktionen bestückt war als VisiCalc, verdrängt es VisiCalc nicht vom Markt. Als Lotus 1-2-3 VisiCalc auf dem DOS-Markt überholte, blieb SuperCalc auf dem zweiten Platz.

1984 kaufte Computer Associates das Unternehmen Sorcim, das SuperCalc herstellte, auf und lieferte eine CA-SuperCalc Version für Windows aus. Das Produkt, welches eine Art Pivot-Tabellen einführte, fiel weit hinter Excel zurück. Schlussendlich ließ Computer Associates – die zweite Softwarefirma neben Microsoft, die jdamals ährlich mehr als eine Milliarde Dollar einnahm – es langsam eingehen.

Tabellenkalkulation: CalcStar

Entstanden: 1981; verschwand um das 1988 herum

Auch wenn es Berühmtheiten wie George R. R. Martin gibt, die das Schwesterprodukt WordStar noch immer am Leben halten (oder es zumindest alle paar Jahre erwähnen), so gibt es doch fast keine CalcStar-Nutzer mehr.

MicroPro kombinierte WordStar, CalcStar, den InfoStar-Bericht-Ersteller und ein Programm namens Starburst miteinander und stellte damit lange vor der dem Erscheinen von Windows etwas vor, das man als die erste Office-Suite bezeichnen kann. Zu der Zeit damals benutzte man noch gar nicht den Begriff Office-Suite.

WordStar war damals durchaus der Inbegriff für Textverarbeitungssoftware. CalcStar dagegen wurde zwar von einigen Anwendern genutzt, erreichte aber niemals das Level von 1-2-3 oder die Beliebtheit von WordStar.

Die schlimmsten Patchday-Pannen von Microsoft

Tabellenkalkulation: Microsoft Mutiplan

Microsoft Mutiplan – entstanden für CP/M: 1982; auf DOS übertragen: 1983; auf Mac: 1985; eingestellt

Ursprünglich mit dem Codenamen „EP“ für „Elektronisches Papier“ bezeichnet, entwickelte Microsoft Mutiplan für das BetriebssystemCP/M, in dem Microsoft den P-Code nutzte, um zu VisiCalc in Konkurrenz zu treten. Als 1-2-3 VisiCalc in der DOS-Welt überholte, schlug sich Microsoft weiter mit Mutiplan für DOS herum. 1986 hatte Microsoft eine Million Kopien von Mutiplan verkauft. Bill Gates sagte, dass MS mehr Geld mit Mac Mutiplan als auf jeder anderen Plattform gemacht hätte.

Als Windows anfing sich zu verbreiten, wurde viel daran gedacht Mutiplan auf Windows zu übertragen. Aus bis heute unbekannten Gründen hat MS dann aber doch mit einem komplett neuen Programm angefangen, welches auf Mutiplan basierte und Excel hieß. Mutiplan starb also sozusagen durch die Hand seines eigenen Bruders.

Tabellenkalkulation: Quattro

Entstanden durch Borland: 1988; wurde von Excel überrollt

Quattro begann als ein DOS-Programm und zielte direkt auf Lotus 1-2-3. Lotus verklagte Borland, weil es seine Menüstruktur kopiert haben soll. Der Fall ging bis vor das U.S. Verfassungsgericht. Dessen Entscheidung führte letztendlich zum Urteil eines niederen Gerichts, welches zu Gunsten von Borland entschied.

Quattro Pro – immer noch für DOS – erschien 1989, zwei Jahre nachdem Microsoft seine erste Excel-Version für Windows veröffentlichte. Die letzte DOS-Version wurde 1995 ausgeliefert.

Tabellenkalkulation: Quattro Pro für Windows

Entstanden durch Borland: 1992; verkauft an Novell: 1994; verkauft an Corel: 1996; lebt weiter in Corels WordPerfect Office

Dadurch dass Excel so schnell Lotus 1-2-3, Quattro Pro und sogar Mutiplan überrollt hatte, wusste Borland, dass sie ein Problem hatten: Die DOS-Tabellenkalkulationssoftware wurde schnell von deren eigenen Windows-Versionen übermannt. Quattro Pro wurde von Grund auf neu für Windows geschrieben.

Borland entwickelte seinen eigenen C++Compiler zur gleichen Zeit als sie Quattro Pro für Windows erstellten. Die beiden Programme schritten Hand in Hand voran und gingen ebenso gemeinsam unter. QPW verkaufte sich relativ gut als der Preis auf 49 Dollar sank.

Novell kaufte beide Programme, also WordPerfect und Quattro Pro, im Jahr 1994 in der Hoffnung auf, die beiden miteinander ombinieren und es mit Microsoft Office aufnehmen zu können.

Präsentationssoftware: Harvard Graphics

Entstanden für DOS: 1986; auf Windows übertragen: 1991; überrollt durch PowerPoint

In der Zeit von DOS war Harvard Graphics einfach unschlagbar. Sie konnten Daten von Lotus 1-2-3 oder Lotus Symphony nehmen, diese mit Text vermischen und damit eine vektorbasierte Präsentation erstellen, die auf einem Drucker großartig und auf einem Bildschirm nur ein wenig seltsam aussah. Das Unternehmen behauptet, es war „das erste Präsentationsgrafikprogramm, welches Text, Grafiken und Diagramme enthielt.“

Wie viele DOS-Anhänger sprang Harvard Graphics zu spät auf den Windowszug auf, nachdem PowerPoint – und besonders Office -  erschienen waren. 2001 erwarb Serif die Distributionsrechte an Harvard Graphics und es verschwand.

Präsentationssoftware: Full Impact

Entstanden für den Mac: 1988; zu Grunde gerichtet, als Borland Ashton-Tate kaufte: 1991

Es ist schwer „Präsentations“-Programme zu definieren, aber Full Impact erfüllt die meisten Kriterien. Zumindest wurde es als Präsentationsprogramm verkauft, als eine Art Wegbereiter für PowerPoint.

Ashton-Tate bezahlte für die Entwicklung von Full Impact mit den Marktrechten. A-T benutzte Full Impact, die Textverarbeitung  FullWrite Professional und dBase Mac, um einen Fuß in den Mac-Markt zu bekommen.

Dann kam Excel für Mac...

A-T verkaufte 1991 an Borland und Borland zog sofort den Stecker von Full Impact ab, um seinem eigenen Quattro Pro nicht zu schaden.

Zehn fast vergessene Betriebssysteme

Kombinierte Suiten: Context MBA

Entstanden auf dem Apple III: 1981; auf DOS übertragen: 1982; 1985 verschwunden

Vielerorts als das „erste kombinierte Paket angepriesen,“ hatte Context MBA Module, die Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Diagrammdarstellung, Datenbankverwaltung und Kommunikation abdeckten. Nach der Apple III-Zeit hielt sich Produkt auch noch unter DOS (für 695 Dollar) über Wasser.

Der große Nachteil war die Geschwindigkeit. Auch wenn Context MBA viele Funktionen beinhaltete, nutzte die Tabellen-Neuberechnungen nicht wirklich viel. Es konnte länger dauern zum Ende eines Berichts zu scrollen, als es gedauert hätte ihn komplett neu zu tippen.

Kombinierte Suiten: Ashton-Tate-Framework

Entstanden: 1984; verkauft an Borland: 1991; verkauft an Selections & Functions: 1994; immer noch auf dem Markt

Auch wenn Context MBA vielleicht die ersten waren, war Framework nach der Meinung vieler die beste kombinierte DOS-Suite. Es war eine in einem Fenster ausgeführte, nur für DOS verfügbare Kombination aus einem Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations-, Datenbank-, Grafik- und Gliederungsprogramm.

Durch das Auswählen einer der „Anwendungen“ am oberen Rand konnte man zwischen den verschiedenen Programmen wechseln. Das fand auf einem DOS-Bildschirm statt.

FRED, eine höchstanspruchsvolle Programmiersprache, war darin eingebaut.

Borland ließ es fast untergehen, aber Selections & Functions kaufte es, übertrug es auf Windows und fährt fort es weiterzuentwickeln.

Kombinierte Suiten: Lotus Symphony für DOS

Entstanden: 1984; auf den Mac kopiert als Lotus Jazz: 1985; verschwunden: ungefähr 1992

Lotus Symphony (nicht zu verwechseln mit IBM Lotus Symphony, das eine völlig andere Suite ist) lief komplett im Hauptspeicher. Symphony beinhaltete ein Textverarbeitungs-, ein Diagramm-, und ein Datenbankprogramm und es speicherte alle Daten von allen Programmen in Spreadsheetzellen. Indem Sie Alt+F10 drückten konnten Sie zwischen den verschiedenen Ansichten der Programme hin und her wechseln.

Zu dieser Zeit – im Jahr 1995 - kaufte IBM Lotus. Symphony hatte seine beste Zeit bereits hinter sich und ging unter.

Kombinierte Suiten: Lotus SmartSuite/IBM Lotus SmartSuite

Entstanden: 1994; letzte Version: 2002;  Support endet im September 2014

Microsoft lieferte Office 1.0 Ende 1990 aus und brachte 1992 endlich mit 3.0 eine stabile Version. In den zwei dazwischenliegenden Jahren, beobachteten das alle großen Konkurrent. Und viele Softwareschmieden beschlossen es mit Microsoft aufzunehmen.

Angefangen mit Lotus, welches mit Lotus 1-2-3 ausgestattet, die übrigen anderen Teile kaufte: 1986 Freelance Graphics; 1990 Ami Pro, 1992 Threadz, welches später zum Lotus Organizer wurde. 1994 Relational Database Approach. Lotus SmartSuite 2.1 (die erste Version) beinhaltete Lotus 1-2-3 Version 4, Ami Pro 3, Freelance Graphics 2, Approach 2 und Organizer 1.1.

In seinen Anfängen,war Lotus SmartSuite gleichauf mit Borland Office, allerdings in vielerlei Hinsicht hinter MS Office.

Kombinierte Suiten: Borland Office für Windows

Zusammengeschlossen mit der Word Perfect Corp: 1993; verkauft an Novell: 1994; zur Corel WordPerfect Office Suite geändert

Anfang 1993 hatten Philippe Kahn von Borland, der ein Tabellenkalkulationsprogramm und ein Datenbankverwaltungsprogramm zu verkaufen hatte, und Alan Ashton von WordPerfect angekündigt, dass die Unternehmen zusammenarbeiten würden, um eine große Office-Suite für Windows zu erstellen.

Doch dieses Borland-Office verlor niemals das Image eines zusammen geschusterten Produkts.

1994 konnten Windowsnutzer eine „Suite“ für 595 Dollar kaufen, die aus WordPerfect 5.2, Quattro Pro 1.0 und Paradox 1.0 für Windows bestand. Die Lotus SmartSuite kostete 795 Dollar. Office 4.3 war für 899 Dollar zu haben. Ungeachtet des signifikanten Preisunterschieds verkaufte sich Office um den Faktor drei oder mehr besser als die anderen.

Die Anfänge von Microsoft Office

Kombinierte Suiten: Novell PerfectOffice

Entstanden oder besser gesagt gekauft: 1994; an Corel verkauft: 1996; angefochten: 1995-2014

Borland Office für Windows 2.0 wurde 1994 an WordPerfect verkauft, wobei tatsächlich Novell im Juni 1994 WordPerfect kaufte und in einer separaten Transaktion im Oktober 1994, Quattro Pro und dazu das Recht bis zu eine Millionen Kopien von Paradox von Borland zu verkaufen, erwarb.

Novell PerfectOffice (WordPerfect, Quattro Pro, Presentations, Envoy, Groupwise, Infocentral) traf den Markt kräftig. Novell wurde in ein unangenehmes Kartellverfahren gegen Microsoft verwickelt, welches bis heute hitzig diskutiert wird und das Microsoft gewann.

Novell verkaufte PerfectOffice an Corell 1996, aber die letzte Berufung vor dem obersten U.S. Gerichtshof wurde erst vor wenigen Monaten abgelehnt.

Kombinierte Suiten: Corel WordPerfect Office Suite

Von Novell gekauft: 1996; immer noch erhältlich

Während Microsoft Office sicherlich die Bedeuzung von WordPerfect massiv reduzierte, hat Corel aber trotzdem einen bemerkenswerten Job gemacht, um das Produkt am Leben und auf dem neuesten Stand zu halten. Es ist durchaus eine Erfolgsgeschichte.

WordPerfect Office X7 – beinhaltet Version 17 des geschätzten Textverarbeitungsprogramms – erschien erst vor wenigen Monaten. Mit Quattro Pro, Presentations (mit Flash), dem WordPerfect Lightning Digital Notebook, PDF Kompatibilität, WinZip und Desktop Fernzugriffssoftware für das iPad.

Kombinierte Suiten: IBM Lotus Symphony

Entstanden: 2007; weggegeben: 2012

Auch wenn der Name „IBM Lotus Symphony“ sehr an die DOS Suite „Lotus Symphony“ erinnert, haben diese beiden absolut nichts gemeinsam. Genauso wenig ist sie verwandt mit der Lotus SmartSuite. (Beide wurden bereits vorher vorgestellt.) Als IBM Lotus 1995 kaufte, kaufte das Unternehmen die Namensrechte von Lotus. Wiederverwenden, einem neuen Nutzen zuführen, wiederverwerten hieß das Motto.

Die IBM Lotus Symphony-Produkte – Dokumenten-, Präsentations- und Tabellenkalkulationssoftware – kamen niemals voran, sie vielen alle Microsoft Office zum Opfer. IBM brachte diese Produkte auf den Markt, als es mit IBMs Lotus SmartSuite abwärts ging.

IBM schenkte schließlich den Quellcode der Apache Software Foundation, welche daraus die Apache OpenOffice Suite entwickelte.

Kombinierte Suiten: Corel Home Office

Entstanden: 2009; wird derzeit eingestellt

Es ist kurios, dass Corel, welches eine ausgezeichnet funktionierende WordPerfect Office Suite besitzt, sich auch mit einer anderen Suite herumplagt, die überhaupt nicht zu funktionieren scheint.

Corel verhandelte mit der Ability Software International, welche ihren Sitz in Horley U.K. hat, über eine private Version von deren Ability Office Suite. Es ist ein vergleichsweise kleines Unternehmen mit bescheidenen Zielen: Ein kostengünstiges Microsoft Office-Alternative mit kompatibler Textverarbeitungs-, Tabellenkalkulations-, Präsentations- und Datenbanksoftware machen.

Zwar kann das neu benannte Corel Write, Corel Calculate und Corel Show mit einfachen MS-Office-Dokumenten umgehen, bricht aber bei etwas komplexeren Aufgaben zusammen.

Kombinierte Suiten: Microsoft Works

Entwickelt für DOS: 1987; zu Gunsten der Office Starter Edition eingestellt: 2009

Works durchlief etliche Versionen. Die finale Version 9.0 enthielt eine Vollversion von Word 2003, ein Tabellenkalkulationsprogramm, welches für Excel lesbare Dateien erstellte (frühere Works-Versionen erstellten keine Excel-kompatiblen Dateien) und ein einfaches Datenbankprogramm, welches Dateien erstellte, die Office nicht einmal zu öffnen versuchte.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation InfoWorld.

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