1802742

Diese Geräte halten länger durch

20.09.2013 | 10:30 Uhr |

Kaum gekauft, schon kaputt. Das passiert Ihnen ab jetzt nicht mehr: Wir geben Tipps, wie Sie vor dem Kauf langlebige Geräte erkennen.

Auf lange Sicht kommt Sie ein Produkt mit hohen Lebensdauer günstiger als eines, das schnell kaputt geht – auch wenn es beim Einkauf mehr kostet. Denn zum Kaufpreis müssen Sie eigentlich noch Kosten für Ersatzteile und Reparaturen hinzurechnen. Deshalb sollten Sie vor dem Kauf auf Eigenschaften achten, die ein Gerät zu einem Langläufer machen – und nicht sofort zum günstigsten Angebot greifen.

Was beim Aufrüsten und Reparieren hilft

Wenn Sie ein Gerät selbst aufrüsten und reparieren können, verlängern Sie seine Lebensdauer. Ein Neukauf aufgrund fehlender Leistung oder einer kaputten Komponente zögern Sie auf diese Weise heraus. Wirtschaftlich ist das allerdings nur, wenn Sie die meisten Reparaturen selbst übernehmen können. Und wenn fürs Aufrüsten oder Erweitern günstige Standardteile erhältlich sind statt teurer Maßanfertigungen.

Das iPad hat wenig Teile, ist aber schwer auseinanderzubauen: Die Reparaturseite www.ifixit.com bewertet, wie einfach sich Produkte reparieren lassen
Vergrößern Das iPad hat wenig Teile, ist aber schwer auseinanderzubauen: Die Reparaturseite www.ifixit.com bewertet, wie einfach sich Produkte reparieren lassen
© iFixit.com

Bei einem PC haben Sie damit meist keine Probleme, besonders Rechner für den Geschäftseinsatz lassen sich komfortabel ohne Werkzeuge öffnen und erweitern. Schwieriger wird es bei Notebooks: Hier sollten Sie darauf achten, dass sich zumindest Festplatte, Arbeitsspeicher und gegebenenfalls das optische Laufwerk leicht auswechseln lassen, weil diese Komponenten hinter einfach zugänglichen Abdeckungen liegen. Ähnliches gilt für Tablets und Smartphones: Zwar lassen sich bei diesen Mobilgeräten die verbauten Komponenten nicht einfach aufrüsten. Aber eine abnehmbare Rückseite erlaubt eine leichtere Fehlerdiagnose – wie beispielsweise ein gelöstes Strom- oder Displaykabel – und Sie können das Gerät einfacher reinigen. Apple beispielsweise erschwert das Öffnen seiner Macbooks schon dadurch, dass die besonderen Schrauben teures Spezialwerkzeug erfordern. Wie leicht sich Mobilgeräte öffnen und reparieren lassen, führt beispielsweise die Webseite www.ifixit.com vor.

Bei mobilen Geräten ist der Akku das Verschleißteil Nummer Eins: Idealerweise lässt er sich deshalb auch ohne den Service-Techniker auswechseln
Vergrößern Bei mobilen Geräten ist der Akku das Verschleißteil Nummer Eins: Idealerweise lässt er sich deshalb auch ohne den Service-Techniker auswechseln

Der Akku sollte sich auswechseln lassen

Bei Mobilgeräten ist der Akku eine große Fehlerquelle. Da er ein Verschleißteil ist, geben die meisten Hersteller darauf meist sechs, höchstens zwölf Monate Garantie. Doch wenn Sie darauf achten, ein Gerät mit einem wechselbaren Akku zu kaufen, können Sie den Stromspender selbst austauschen, wenn die Leistung nachlässt. Ist der Akku fest verbaut, muss in den meisten Fällen der Profi ran. Beim Apple iPhone 5 kostet der Akkutausch beispielsweise rund 60 Euro. Ein neuer Original-Akku fürs Smartphone ist dagegen je Hersteller bereits ab 10 Euro erhältlich. Auch bei Notebooks müssen inzwischen auf einen wechselbaren Akku achten, denn vor allem besonders flachen Laptops lässt sich der Akku meist nicht ohne größeren Aufwand ausbauen – entweder weil Sie die gesamte Unterseite abmontieren müssen oder weil der Akku mit dem Gehäuse verklebt ist. Auch bei anderen Geräten verlängern austauschbare Einzelteile die Einsatzdauer: Bei Tintenstrahldruckern etwa gibt es immer wieder Probleme mit verstopften Düsen. Achten Sie beim Kauf darauf, ob sich der Druckkopf zum Reinigen herausnehmen lässt – etwa bei Modellen von HP und Canon, die mit Einzelpatronen ausgestattet sind.

Beispiel Notebook: Je einfacher Sie an die Innereien eines Gerätes kommen, desto leichter fällt die Reparatur
Vergrößern Beispiel Notebook: Je einfacher Sie an die Innereien eines Gerätes kommen, desto leichter fällt die Reparatur

Standard-Komponenten machen den Wechsel günstiger

Besonders einfach lässt sich ein Gerät aufrüsten oder reparieren und damit länger nutzen, wenn es viele und günstige Ersatzteile dafür gibt. Die besten Chancen haben Sie mit bei Produkten, die häufig verkauft werden und bei denen die Hersteller auf proprietäre Spezialteile verzichten. Ideal sind daher PCs oder Notebooks, die auf Standard-Komponenten setzen und keine besonderen Anschlüsse und Steckplätze nutzen. Das schließt aber flache Notebooks und Ultrabooks aus – bei aktuellen Laptops ist nämlich der Prozessor meist aufgelötet und lässt sich nicht tauschen. In einigen Fällen, zum Beispiel beim Apple Macbook Air, sitzt auch der Arbeitsspeicher fest auf der Platine und lässt sich nicht erweitern. Zwar ist auch hier Nachrüsten und Austauschen nicht unmöglich, zum Beispiel bei der SSD: Doch die Drittanbieter verlangen für diese Spezialanfertigungen deutlich mehr Geld als für Standardware.

Stabil statt Wackelpudding: Teurere Druckern wie der HP Officejet Pro x576dw zeichnen sich auch durch solide Verarbeitung aus, zum Beispiel beim Papierfach
Vergrößern Stabil statt Wackelpudding: Teurere Druckern wie der HP Officejet Pro x576dw zeichnen sich auch durch solide Verarbeitung aus, zum Beispiel beim Papierfach

Bei Druckern ist es besonders sinnvoll, wenn Sie sich für ein weit verbreitetes Produkt entscheiden: Dafür gibt es in der Regel eine größere Auswahl an Drittanbieter-Patronen. Denn dann lohnt es sich für die alternativen Anbieter besonders, die Sperrmethoden der Druckerhersteller auszuhebeln, die ihre Patronen zum Beispiel mit Füllstands-Chips, die der Drucker ausliest, vor Nachbauten schützen. Das spricht beispielsweise auch gegen den Kauf besonders günstiger Multifunktionsgeräte, die Kombipatronen einsetzen: Das kommt auf lange Sicht teurer, weil Sie leergedruckte Farben nicht einzeln nachkaufen können und weil Drittanbieter meist länger brauchen, um dafür Alternativ-Patronen anzubieten.

Schutz durch lange Garantie oder Versicherung

Wollen Sie schon vor dem Kauf für einen Schadensfall vorsorgen, empfiehlt sich eine Verlängerung der Garantie. Je nach Produkt geben Hersteller nur 12 Monate, zum Beispiel auf viele Notebooks, Tablets und Smartphones. Für Mobilgeräte können Sie auch eine Geräteversicherung abschließen, die zum Beispiel die Kosten für eine Reparatur des Gehäuses oder des Displays übernimmt. Allerdings sind viele dieser Angebote nicht günstig: Sie müssen daher immer im Einzelfall entscheiden, ob es Ihnen das wert ist. Eine Versicherung für das iPhone 5 kostet beispielsweise bei der Telekom rund 120 Euro pro Jahr (mit 60 Euro Selbstbehalt), eine Displayreparatur bei einem Dienstleister dagegen rund 200 Euro. Bei einem Wasserschaden werden dagegen nur rund 40 Euro fällig. Empfehlenswert sind eine längere Garantie oder eine Versicherung, wenn Sie das Gerät beruflich nutzen. Daher bieten viele Hersteller besonders bei Business-Produkten umfangreiche Erweiterungen an, etwa einen Reparatur-Service vor Ort oder ein Ersatzgerät für die Ausfalldauer des Original-Gerätes.

Bei Grafikkarten ist die Garantiezeit ebenfalls ein gutes Indiz vor dem Kauf, wie langlebig die Geräte sind. Etliche Hersteller wie EVGA haben Vertrauen in ihre Karten und geben sogar drei Jahre Garantie, meist lässt sich dieser Zeitraum um ein geringes Entgelt auf bis zu 60 Monate verlängern. Zotac ist zum Beispiel einer der wenigen Board-Partner, der bereits von Anfang an 5 Jahre Garantie gewährt.

Gute Support-Infos unterstützen die Selbsthilfe

Ausführliche Hilfeseiten mit vielen Support-Dokumenten sind wichtig, wenn Sie selbst am Gerät Hand anlegen wollen. Bei einigen Herstellern wie etwa Dell gibt es Service-Handbücher, die zeigen, wie Sie Ihr Notebook fast komplett auseinander nehmen können. Entsprechende Anleitungen gibt es auch im Internet – für Laptops etwa unter www.insidemylaptop.com oder www.repair4laptop.org . Zusätzlich lohnt eine Suche bei Youtube: Dort finden Sie zahllose Do-it-Yourself-Beschreibungen zum Öffnen von Notebook-Gehäusen.

Ein Notebook lässt sich besonders einfach und günstig aufrüsten und reparieren, wenn es Standard-Komponenten für Laufwerk und Speicher nutzt
Vergrößern Ein Notebook lässt sich besonders einfach und günstig aufrüsten und reparieren, wenn es Standard-Komponenten für Laufwerk und Speicher nutzt

Achten Sie auf ein stabiles Gehäuse und solide Verarbeitung

Schaden an Kleinteilen können ein ganzes Gerät unbrauchbar machen oder lassen sich nur aufwändig reparieren – ein zerkratztes Smartphone-Display etwa, oder ein gebrochenes Bildschirm-Scharnier beim Notebook. Bei Druckern sollten Sie unter anderem auf die Verarbeitung von Papierablage und -zufuhr achten: Am besten testen Sie das im Geschäft, indem Sie sie mehrmals herausziehen. Heben Sie auch den Scan-Deckel bei Multifunktionsgeräten an. Gerade bei günstigen Angeboten sind die Kunststoffteile wackelig und dünn gefertigt, die Scharniere am Scandeckel aus Plastik. Wer mehr investiert, bekommt auch Papierkassetten, die das Papier mit soliden Metallschienen in der richtigen Position halten oder sich im Zweifel durch weitere Zuführungen erweitern lassen.

Ähnliches gilt bei Digitalkameras: Prüfen Sie die SD-Karten-, USB- und HDMI-Abdeckung oder das Akkufach, ob es schon vor dem Kauf wackelt. Kameragehäuse aus Metallgehäuse sind robuster als Kunststoffgehäuse. Das trifft natürlich auch auf Notebooks, Tablets und Smartphones. Allerdings sind die Kosten für Material und die Fertigung eines Aluminiumgehäuses deutlich höher als bei Kunststoff. Daher finden sie sich vor allem bei teuren Mobilgeräten wie dem iPad oder dem HTC One. Der Vorteil: Die Geräte sehen nicht nur eleganter aus, sondern halten wahrscheinlich länger und können somit einen höheren Preis beim Weiterverkauf erzielen. Der Bildschirm eines Smartphones ist besonders anfällig für Kratzer. Viele Hersteller setzen daher auf Gorilla-Glas, das den empfindlichen Touchscreen und die Scheibe vor nervigen Kratzern schützt. Die solide Verarbeitung steht bei Notebook und Smartphone aber meist im Widerspruch zu Punkt 1: iPhone, iPad und HTC One lassen sich nur sehr aufwändig auseinandernehmen und reparieren.

Extreme Produkte sind anfälliger

Bei Komponenten wie Grafikkarten sollten Sie übertaktete Modelle meiden: Sie setzen dem Chip mehr zu und laufen abseits der vorgesehenen Hardware-Spezifikationen des Chip-Herstellers. Die Anbieter steuern mit eigenen ausgeklügelten Kühldesigns dagegen, doch langfristig sind die Belastungen meist zu hoch.

Kaufen Sie mit Weitblick ein

Häufig werden IT-Geräte nicht ersetzt, weil sie kaputt gehen, sondern weil Leistung und Ausstattung nicht mehr zeitgemäß sind. Besonders Smartphone und Tablets haben ein kurzes Leben, weil neuere Geräte zum Beispiel funktionsstärkere Apps unterstützen oder zusätzliche Funktionen bieten. Immer höhere Auflösungen bei Videos und Fotos können ein Kaufgrund für ein rechenstärkeres Notebook, einen größeren Bildschirm oder einen schnelleren Drucker sein. Damit Sie nicht in zu kurzen Abständen neu kaufen müssen, sollten Sie sich überlegen, was Sie mit Ihrem Wunschgerät in ein bis zwei Jahren machen wollen – und dementsprechend einkaufen. Denn bei den meisten Produkten ist ein nachträgliches Upgrade entweder nicht möglich oder teuer. Ein günstiger PC mit einem schwachen Prozessor oder ein Notebook, dem aktuelle Anschlüsse wie USB 3.0 fehlen, ist kein Produkt mit großer Zukunft. Gerade bei Notebooks sollten Sie daher etwas mehr Leistung einkaufen als Sie derzeit brauchen. Ähnliches gilt für besonders lange genutzte Geräte wie Fernseher: Netzwerkfähigkeit über Ethernet oder WLAN ist daher Pflicht beim Neukauf.

Schnelles Update: Google versorgt seine eigene Geräte wie das Nexus 7 am schnellsten mit einer neuen Android-Version
Vergrößern Schnelles Update: Google versorgt seine eigene Geräte wie das Nexus 7 am schnellsten mit einer neuen Android-Version

Bevorzugen Sie Hersteller, die ihren Produkten treu bleiben

Ein aktuelles Betriebssystem und frische Software sorgen für mehr Leistung, höhere Sicherheit und neue Funktionen. Während Windows 8 sich problemlos auf einem sechs Jahre alten PC installieren lässt, sind mobile Betriebssysteme deutlich weniger dauerhaft. Smartphones mit Windows 7 lassen sich beispielsweise nicht auf Windows 8 Phone updaten. Bei Apple ist nach drei bis vier Jahren Schluss: Das iPhone 3GS von 2009 wird zum Beispiel nicht mehr iOS 7 bekommen. Noch schlechter sieht es bei Android aus: Hier lassen viele Hersteller Updates sogar ganz weg. Samsung aktualisiert oft recht zeitnah auch Vorgänger-Modelle von aktuellen Geräten. HTC und Sony sind dagegen in der Vergangenheit damit nicht positiv aufgefallen.

Besonders wichtig sind Firmware-Updates für Router, um die Sicherheit im Netzwerk zu gewährleisten: Hier tut sich AVM hervor. Der Hersteller liefert zumindest für seine Top-Router über einen langen Zeitraum Updates.

Bei Notebooks sind Ersatzteile üblicherweise bis zu fünf Jahre lieferbar – vor allem bei Business-Geräten, für die es auch entsprechend lange Garantie-Optionen gibt. Je günstiger das Notebook, desto eher kann es bei der Verfügbarkeit von Ersatzteilen Probleme geben, denn hier nutzen die Hersteller oft häufig wechselnde Zulieferer.

Aufrüst-Box für den Fernseher: Das Samsung Evolution Kit soll einen alten Fernseher leistungsfähiger machen
Vergrößern Aufrüst-Box für den Fernseher: Das Samsung Evolution Kit soll einen alten Fernseher leistungsfähiger machen

Update für den Fernseher

Jedes Jahr höhere Leistung und mehr Funktionen: Was bei neuen PCs und Notebooks schon lange Standard ist, gilt inzwischen auch für Fernseher. Üblicherweise nutzen Sie aber einen Fernseher deutlich länger als einen PC. Und upgraden lässt sich ein TV nicht. Das will Samsung mit dem Smart Evolution Kit SEK-1000 ändern: Die Box soll Samsung-TVs der letzten Generation technisch auf Stand halten. Sie ist mit einem Quad-Core-Prozessor (1,3 GHz) ausgestattet. Das soll die Rechenleistung verdoppeln und eine schnellere Navigation sowie flottes Streaming ermöglichen. Außerdem verbessert die Upgrade-Box die Bedienung – egal, ob per Fernbedienung, Gestensteuerung oder Sprache. Der TV versteht dann ganze Sätze und Fragen in Alltagssprache. Das Evolution Kit eignet sich für die Samsung Premium-Fernseher der Serien 7, 8 und 9 (ab Modelljahr 2012) und wird über einen Einsteck-Slot auf der Rückseite des TVs angeschlossen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1802742