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Diese Gefahren drohen Ihrem Notebook im Ausland

11.01.2013 | 11:28 Uhr |

Vorsicht vor Auslandsreisen mit dem Notebook. Datenspione kapern oft mit staatlicher Unterstützung Ihre Geräte, um an unternehmenskritische Daten zu gelangen. Wir sagen, welche Länder besonders gefährlich sind und wie Sie sich wehren.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind beruflich in China unterwegs und haben gerade in Ihrem Hotelzimmer eingecheckt. Sie bekommen Hunger und entscheiden, irgendwo auswärts einen Happen essen zu gehen. Da Sie nicht vorhaben, zu arbeiten, lassen Sie Ihren Laptop im Hotelzimmer, schließen die Tür ab und verlassen das Hotel - mit dem guten Gefühl, dass Ihre Habseligkeiten sicher sind.

Knapp eineinhalb Stunden später kehren Sie in Ihr Zimmer zurück und bemerken mit Wohlwollen, dass all Ihre Sachen noch an ihrem Platz sind - auch der Laptop. Alles scheint in bester Ordnung und Sie gehen in den kommenden Tagen Ihrer Arbeit nach, arrangieren Meetings und Treffen mit potenziellen Kunden.

Doch es ist eben nicht alles in bester Ordnung. Während Sie auswärts etwas essen waren, verschaffte sich jemand unbemerkt Zugang zu Ihrem Hotelzimmer, untersuchte mit Adleraugen die Inhalte Ihres Laptops und installierte Spyware darauf - ohne, dass Sie auch nur den leisesten Hauch einer Ahnung davon haben.

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Das Ergebnis: Wichtige Informationen werden offen gelegt, darunter auch Kundendaten, Dokumente zu Produktentwicklungen, unzählige E-Mails und andere private und wertvolle Informationen, auf die es besonders ausländische Konkurrenzfirmen und Regierungen abgesehen haben. Mit ein bisschen Pech breitet sich die Spyware sogar auf anderen Rechnern in Ihrem Netzwerk weiter aus und funkt regelmäßig "nach Hause" - unbemerkt über Monate oder sogar Jahre.

Die meisten Nutzer bemerken erst sehr spät oder sogar nie etwas von der Spyware auf Ihrem Rechner. Und wenn sie es doch tun, gelangen nur äußerst wenige dieser Vorfälle tatsächlich an die Öffentlichkeit. Daher ist unklar, wie weit verbreitet solche Spionage-Übergriffe wirklich sind. Prinzipiell sollten Sie einfach damit rechnen, dass Ihr Laptop Opfer einer solchen Tat wird, sofern Sie sich in Risikoländern wie China oder Russland geschäftlich aufhalten, meint Israel Martinez, Mitglied des Nationalen Cybersicherheitsrates der USA.

Solche Angriffe auf Ihre Daten können im Ausland auf vielfältige Weise stattfinden. Im Mai 2012 legte das Internet Crime Complaint Center (IC3) einen Report vor, der belegte, dass vor allem Internetleitungen in Hotels eine Gefahrenquelle darstellen. Über sie gelange am häufigsten Schadsoftware auf Laptops und Co. "Wir haben herausgefunden, dass vor allem Reisende in asiatischen Ländern, nach Russland, dem Baltikum und in Teilen von Südamerika Opfer von Systemangriffen werden", erklärt Jerry Irvine, CIO beim IT-Outsourcing-Anbieter Prescient Solutions und Mitglied der National Cyber Security Partnership (NCSP) - einer Organisation, die Strategien und Programme entwickelt, um in den USA eine sicherere Infrastruktur für sensible Informationen aufzubauen. "Im Gegensatz zu den USA, wo auch teilweise solche Spionageangriffe passieren, erhalten die Datendiebe in den aufgezählten Ländern zusätzliche Rückendeckung vom Staat", sagt Irvine.

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China und Russland seien demnach die beiden Länder mit der höchsten Risikostufe, meint Emilian Papadopoulos, Leiter bei Good Harbor Security Risk Management - einer Firma für Sicherheitsberatung. Andere gefährliche Länder seien vor allem die mit ausgeprägten, cybertechnischen Möglichkeiten, die auch berüchtigt sind für Industriespionage und den Diebstahl von Firmengeheimnissen. "Länder mit starkem, staatlichen Einfluss auf die Privatindustrie - insbesondere im Bereich Telekommunikation - sind ebenfalls risikobehaftet", so Papadopoulos.

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