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Diese Chancen bietet das AGG für Arbeitnehmer

30.08.2015 | 15:14 Uhr |

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz alias Antidiskriminierungsgesetz bietet Arbeitsuchenden und Arbeitnehmern eine Reihe von Chancen. Wir sagen, wie Sie das AGG für sich clever nutzen.

Das AGG sorgt seit seiner Einführung im Jahr 2006 vor allem bei Arbeitgebern für Unsicherheit. Darüber haben wir bereits im Artikel  "Antidiskriminierungsgesetz AGG – die Fallstricke erklärt" berichtet .

Aber bietet das AGG neben den Risiken für Arbeitgeber auch reelle Chancen für Arbeitnehmer? Was hat das AGG für Auswirkungen für (künftige) Berufstätige und in welchen Bereichen? PC-Welt klärt auf.

Was ist das AGG?

Das AGG sorgt seit dem Jahr 2006 für Schutz vor Diskriminierung, untersagt also ungerechtfertigte Benachteiligungen einzelner Personen wegen bestimmter Merkmale und gibt Personen Rechtsansprüche, wenn gegen die Diskriminierungsverbote aus dem AGG verstoßen wird. Zu den Merkmalen, die in der Arbeitswelt nicht grundlos eine Rolle spielen dürfen, zählen zum Beispiel die ethnische Herkunft, das Geschlecht, Religion oder die Weltanschauung, Behinderungen, das Alter oder die sexuelle Identität.

Besonders wichtig ist dabei für Arbeitnehmer: Der Schutz des AGG beginnt nicht erst mit dem ersten Arbeitstag, sondern schon mit der Stellenausschreibung. Denn auch und vor allem hier haben sich Arbeitgeber an die Regeln des AGG zu halten. Das regelt das Gesetz ausdrücklich in § 11 AGG.

Nicht nur auf dem privaten Arbeitsmarkt

Das AGG bezieht sich grundsätzlich auf Arbeitsverhältnisse im privaten Markt, gilt also in erster Linie für private Unternehmen im Verhältnis zu den Angestellten. Aber auch Angestellte im öffentlichen Dienst beziehungsweise Beamte müssen deswegen noch lange nicht auf den Schutz des AGG verzichten, denn das AGG entfaltet für Staatsbedienstete genauso Wirkung wie für Angestellte in der Privatwirtschaft: auch für Beamte und Beamtinnen des Bundes, der Länder und der Kommunen und für Richterinnen und Richter findet das AGG gem. § 24 AGG im Dienstrecht entsprechende Anwendung.

Was für Rechte hat ein Arbeitnehmer aus dem AGG?

Zahlreise Gerüchte kursieren dazu, welche Rechte und Ansprüche Arbeitnehmer oder Stellenbewerber aus dem AGG haben können, wenn ein Arbeitgeber gegen die Regeln des AGG verstößt.

Richtig ist, dass Bewerber oder Arbeitnehmer vor allem einen Anspruch auf Schadensersatz oder auf eine angemessene Entschädigung in Geld haben, wenn der (mögliche) Arbeitgeber bei der Stellenausschreibung, bei der Bewerberauswahl oder im Arbeitsverhältnis ungerechtfertigt – also ohne zulässigen Grund - gegen das Benachteiligungsgebot aus § 7 AGG verstößt. Das regelt § 15 AGG.

Ein Gerücht ist allerdings, dass Arbeitnehmer einen Anspruch auf Einstellung haben, wenn der Arbeitgeber in der Stellenausschreibung oder im Vorstellungsgespräch beziehungsweise bei der Absage gegen das AGG verstößt. Sich in einen Arbeitsplatz einklagen, weil der potentielle Arbeitgeber in einer Stellenanzeige ausdrücklich nur junge Mitarbeiter sucht und die Bewerbung eines z.B. 50-jährigen ablehnt - das funktioniert nicht: Der Bewerber kann zwar bis zu drei Monatsgehälter Entschädigung verlangen (§15 Abs. 2 AGG) – in den Arbeitsplatz einklagen kann er sich aber nicht (§ 15 Abs. 6 AGG).

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