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Die richtige WLAN-Hardware für Ihr Notebook

15.02.2015 | 09:09 Uhr |

WLAN schneller machen: Klingt gut, hilft aber nicht immer. Manchmal muss neue WLAN-Hardware her. Wir zeigen, wie Sie Ihr Notebook am besten aufrüsten.

Wenn das eingebaute WLAN trotz aller Tuning-Tricks langsam bleibt, müssen Sie aufrüsten. Das empfiehlt sich besonders, wenn das Notebook noch mit einem WLAN-Modul mit den älteren Standards 11g oder gar 11b arbeitet, Ihr Router dagegen schon mit 11n oder 11ac. Ebenfalls ein Upgrade-Grund: Sie haben einen Dual-Band-Router, aber das Notebook-WLAN funkt nur über die 2,4-GHz-Frequenz – so verschenken Sie Tempo und sollten deswegen auch dem Notebook einen Dual-Band-Stick gönnen.

Ein kleiner USB-Stick wie der Netgear A6100 ist der bequemste Weg, um beim Notebook das WLAN aufzurüsten
Vergrößern Ein kleiner USB-Stick wie der Netgear A6100 ist der bequemste Weg, um beim Notebook das WLAN aufzurüsten
© Netgear

USB oder Minicard: WLAN nachrüsten

Am einfachsten rüsten Sie das Notebook-WLAN per USB-Adapter auf. Bei sehr kleinen WLAN-Adapter, sogenannten Mini-oder Nano-Sticks, verringern sie die Gefahr, den Stick abzubrechen oder zu verlieren, denn er kann die ganze Zeit in der USB-Buchse stecken bleiben. Mini-Sticks für rund 10 Euro wie der TP-Link TL-WN823N rüsten 11n-WLAN nach, funken aber nur über 2,4 GHz. Mini-Adapter mit dem aktuellen 11ac-Standard, die auch über 5 GHz funken kosten, rund 30 Euro.

Tools und Tricks: So wird Ihr Notebook-WLAN schneller

Eine bessere Signalqualität versprechen Sticks mit einer ausklappbaren Antenne oder einem Antennenanschluss, an den Sie bei Bedarf eine stärkere anschließen können. Sehr sinnvoll ist es, wenn der Stick ein Verlängerungskabel und einen Standfuß mitbringt – wie der AVM USB Stick AC 430: So können Sie ihn optimal positionieren, ohne das Notebook verschieben zu müssen – für unterwegs sind solche Konstruktionen aber wenig geeignet. Für ältere Notebooks

Die Sticks funktionieren auch an Windows-Tablets. Besonders bequem geht das, wenn wie bei AVM der Treiber auf dem Stick installiert ist. Wenn Sie das Notebook mit einem WLAN-Adapter ausgestattet haben, sollten Sie das interne WLAN abschalten, damit sich die beiden Funkmodule nicht in die Quere kommen. In Android-Tablets funktionieren die Adapter nicht, da die passenden Treiber fehlen.

Wenn Sie Ihr Notebook vor allem unterwegs nutzen, sollten Sie einen WLAN-Adapter im Expresscard-Format wählen wie die D-Link Wireless N Expresscard, der fast komplett im Gehäuse verschwindet. Den passenden Steckplatz haben aber nur ältere Laptops.

Die internen Notebook-Antennen lassen sich leicht mit der WLAN-Karte verbinden. Damit Sie die Kabel richtig anschließen, sind sie häufig durch weiße Aufkleber gekennzeichnet
Vergrößern Die internen Notebook-Antennen lassen sich leicht mit der WLAN-Karte verbinden. Damit Sie die Kabel richtig anschließen, sind sie häufig durch weiße Aufkleber gekennzeichnet

Das passende WLAN-Modul finden

Am aufwändigsten ist der Austausch des internen WLAN-Moduls. Allerdings haben Sie das WLAN dann immer dabei und keine störenden USB-Adapter am Gehäuse. Das interne WLAN sitzt auf einer Steckkarte auf der Notebook-Platine. Deshalb müssen sie zunächst feststellen, welches Format ins Notebook passt: Ältere Notebooks nutzen Mini-PCI-Steckkarten, bei etwas neueren benötigen Sie eine PCI Express Minicard. In den meisten aktuellen Notebooks sitzt eine Half-Sized-Mini-Card. Deswegen gibt es in diesem Format auch das größte Angebot für Nachrüster: Sie können eine Half-Sized-Card mit einem passenden Adapterblech oder einer Adapterkarte auch stabil in einem Minicard-Steckplatz befestigen. Bevor Sie sich für eine Karte entscheiden, sollten Sie prüfen, ob der Hersteller Treiber für Ihre Windows-Version bereitstellt. Falls nicht, recherchieren Sie, ob ein anderer Notebook-Hersteller Ihre Nachrüst-Karte ab Werk in seine Modelle verbaut: Dann versuchen Sie es mit dessen Treibern.

Und zum Schluss müssen Sie sichergehen, dass das WLAN-Update nicht am Bios scheitert : Bei einigen Notebooks, besonders Business-Laptops von Dell, HP und Lenovo können Sie das WLAN-Modul nicht austauschen. Die eingebaute Karte ist per Bios ans Gerät gebunden, eine neue Karte wird nicht erkannt. Ins Bios haben die Hersteller eine Whitelist eingepflegt: Sie enthält die Kennungen von zugelassenen Karten und deren Herstellern (Device ID, Vendor ID): Sind die entsprechenden Informationen der neuen Karte dort nicht eingetragen, bringen Sie die Karte nicht zum Laufen, auch wenn sie korrekt eingebaut ist. Die Hersteller rechtfertigen dies damit, dass sie die zugelassenen Karten speziell für das passende Notebook geprüft haben. In diesem Fall sollten den Hersteller auf ein Bios-Update ansprechen, das die neue Karte unterstützt. Im Internet kursieren aber auch angepasste Bios-Versionen für einige Notebook-Modelle.

Um eine 11n-Karte mit 300 Mbit/s oder 450 Mbit/s auszureizen, benötigt Ihr Notebook zwei beziehungsweise drei Antennen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie zu einem externen Upgrade per USB-Stick greifen, denn interne Antennen nachzurüsten ist extrem kompliziert und fehleranfällig. Wollen Sie einer interne Steckkarte für den Dual-Band-Betrieb auf 2,4 oder 5 GHz nachrüsten, müssen die eingebauten Notebook-Antennen 5 GHz unterstützen. Ob das der Fall ist, steht im Handbuch.

Schritt für Schritt: WLAN-Modul einbauen

1. Notebook öffnen: Um die WLAN-Karte zu erreichen, müssen Sie die Rückseite des Notebooks öffnen. Einige Laptops haben dafür eine spezielle Abdeckung, hinter der sich auch der Arbeitsspeicher verbirgt. Bei flachen Notebooks müssen Sie die gesamte Unterseite abnehmen.

2. Antennenkabel entfernen: Anschließend lösen Sie vorsichtig die Antennenkabel von der eingebauten Karte – mit dem Finger oder einem flachen Schraubendreher. Bei mehreren Antennenkabeln merken Sie sich, an welchen Anschluss der Karte sie gehören: Sie können sie auseinanderhalten, weil sie meist einem weißen Aufkleber versehen oder entsprechend beschriftet sind.

3. WLAN-Karte entnehmen: Nun müssen sie noch eine Schraube lösen, mit der die WLAN-Karte im Steckplatz fixiert ist. Anschließend können Sie die Karte langsam herausziehen.

4. Neue Karte einbauen: Setzen Sie nun die neue Karte schräg in den Steckplatz, drücken Sie sie nach unten und in die Kontakte hinein. Nun fixieren Sie die Karte wieder mit der Schraube und drücken die Antennenanschlüsse auf die korrekten Kontakte der Karte.

Damit das WLAN-Tempo im Notebook stimmt müssen Router und WLAN-Modul mit den gleichen Einstellungen arbeiten – zum Beispiel sollten Sie automatisch die besten Bedingungen für die Funkkanäle wählen
Vergrößern Damit das WLAN-Tempo im Notebook stimmt müssen Router und WLAN-Modul mit den gleichen Einstellungen arbeiten – zum Beispiel sollten Sie automatisch die besten Bedingungen für die Funkkanäle wählen

Praxis-Tipps: WLAN-Probleme beheben

Wenn sich das Notebook per WLAN nicht mit dem Router verbinden kann oder die Verbindung häufig abbricht, beherzigen Sie zunächst ein paar WLAN-Grundregeln: Sorgen Sie dafür, dass Notebook und Router nicht zu weit auseinander stehen. Achten Sie darauf, dass die Verbindung nicht durch andere WLANs, sonstige Funknetzwerke oder Gegenstände gestört wird. Und natürlich müssen WLAN-SSID und –Passwort stimmen, damit sich die beiden Geräte per Funk verständigen können.

1. WLAN-Modul ist laut Windows langsamer als es sein sollte: Im Status der WLAN-Verbindung zeigt Windows die Übertragungsrate, auf die sich Notebook und Router verständigt haben. Sie hängt vor allem von den Einstellungen im Router ab – zum Beispiel von der verwendeten Kanalbreite. Haben sie beispielsweise eine Karte mit einer maximalen Datenrate von 300 MBit/s, kann Windows nur 130 MBit/s anzeigen. In diesem Fall nutzt das WLAN 20 MHz breite Funkkanäle, die maximale Datenrate erreicht die Karte aber nur mit 40-MHz-Kanälen. Bei der Übertragung über die Frequenz 2,4 GHz sollten aktuelle Router aber nur die schmalen Kanäle nutzen, damit sich mehrere WLANs nicht gegenseitig stören. Haben Sie keine anderen WLANs in der Nähe, können Sie im Router-Menü die Kanalbreite auf 40 MHz oder besser „Auto“ setzen. In der Fritzbox heißt die Option „Für 300 MBit/s optimierte Funkkanäle nutzen“. Um die WLAN-Karte richtig einzustellen, rufen Sie am Notebook den Status der WLAN-Verbindung auf und klicken auf Eigenschaften -> Konfigurieren -> Erweitert. Besitz der Treiber eine Einstellung für Kanalbreite, setzen Sie auch diese auf „Auto“.

2. Notebook und Router verbinden sich nicht: Kommt trotz korrektem Passwort keine WLAN-Verbindung zustande, legen Sie den Router auf einen bestimmten Kanal fest. Wählen Sie dazu im Router-Menü unter Funkkanal 1 oder 6. Sucht der Router den Kanal nämlich automatisch aus, überträgt er eventuell über die Kanäle 12 und 13, die einige Notebook-WLAN-Karten nicht unterstützen.

3. Häufige Verbindungsabbrüche am Notebook: Der Grund hierfür ist möglicherweise, dass das Notebook die WLAN-Karte zum Stromsparen abschaltet, obwohl eine Übertragung läuft. Gehen Sie in den Eigenschaften der WLAN-Karte auf „Energieverwaltung“ und de-aktivieren Sie die Option „Computer kann das Gerät ausschalten, um Energie zu sparen“. Prüfen Sie im Menü „Erweitert“, ob dort eine Option für die Übertragungsleistung vorhanden ist. Wenn ja, sollte Sie auf „Am höchsten“ stehen. Damit das auch im Akkubetrieb gilt, gehen Sie zu Energieoptionen und wählen beim aktiven Energiesparplan Energiesparplaneinstellungen ändern -> Erweiterte Energieeinstellungen ändern. Bei Drahtlosadaptereinstellungen -> Energiesparmodus wählen Sie in der Zeile „Auf Akku“ die Option „Höchstleistung“.

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