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Die perfekte Mail-Adresse aussuchen und einrichten

28.04.2014 | 09:48 Uhr |

Fehlender Mobilzugriff, mangelndes Vertrauen zum Provider, Wechsel beim Internet-Anschluss, zu viel Werbung oder Preiserhöhungen: Gründe für den Wechsel der Mail-Adresse gibt es viele. PC-WELT hilft bei der Wahl des Providers und zeigt, wie Sie Ihre perfekte Mail-Adresse finden.

„Jhonny96@...“, „04schalkefan@...“ oder ähnliche Mailadressen passen vielleicht in die Schulzeit oder in ein spezielles Umfeld, doch für eine seriöse Anfrage oder gar eine Bewerbung taugen sie kaum.

Da muss eine neue Adresse her! Die ist bei einem Freemailer, also einem der Gratis-Mail-Dienste, zwar schnell eingerichtet, doch im alten Account schlummern noch all die seit Jahren gesammelten Nachrichten. Wer diese nicht missen möchte, muss sie ins neue Mailkonto migrieren. Sonst müsste man ständig in den früheren Accounts nachsehen.

Das ist beim neuen Provider wichtig

Einige Gründe, die für einen Providerwechsel sprechen, sind bereits genannt. Damit sind zugleich die Kriterien definiert, die der neue bieten soll: günstig, ausreichend viele Funktionen, genügend Speicherplatz, Datensicherheit, mobiler Zugriff auf die E-Mails und eine komfortable Web-Oberfläche, falls man keinen Mail-Client wie Outlook oder Thunderbird installieren möchte.

Da stellt sich die Frage, welcher Provider „der richtige“ oder „der beste“ ist. Eine pauschale Antwort ist angesichts der Vielzahl von Kriterien sinnlos, vielmehr kommt es auf die persönlichen Präferenzen an. Ein Beispiel: Wer nicht vorhat, seinen Internet-Anbieter zu wechseln, kann die meist zum Anschluss dazugehörenden Mail-Adressen verwenden. Wechsler dagegen müssten mit dem neuen Provider ihre E-Mails erneut umziehen.

Google ist einer der Anbieter aus den USA. Viele Nutzer sehen dies nach den NSA-Enthüllungen durch den Whistleblower Edward Snowden kritisch.
Vergrößern Google ist einer der Anbieter aus den USA. Viele Nutzer sehen dies nach den NSA-Enthüllungen durch den Whistleblower Edward Snowden kritisch.

Geht es vor allem um eine bessere Mail-Adresse, ist zunächst zu prüfen, bei welchem Provider überhaupt noch eine passende frei ist. Denn nach mehr als 20 Jahren der allgemeinen E-Mail-Nutzung hat man es mit Namen wie Stefan Müller naturgemäß schwer, eine namenbezogene freie Adresse zu finden. Einen ersten Anhaltspunkt bietet der PC-WELT E-Mail-Check , der allerdings auf die Rückmeldung der Mail-Server angewiesen ist.

So verschlüsseln Sie Ihre E-Mails richtig

Den exakten Überblick, welche Adresse bei welchem Anbieter noch frei ist, haben nur die Provider selbst. Dazu finden Sie bei GMX , Web.de und den übrigen Diensten einen Verfügbarkeitscheck, der auf die internen Datenbanken zugreift. Wurden Sie mit der Wunschadresse fündig, überprüfen Sie in der folgenden Providerübersicht Ihre übrigen Anforderungen, also den Speicherplatz, die Zugangsprotokolle oder die Zahl zusätzlicher Adressen.

Freenet

GMX

Google Mail

Mail.de

Firmenstandort

D

D

USA

D

Internet

www.freenet.de

www.gmx.de

https://mail.google.com

https://mail.de

Adressen

11

2

1

11

Speicherplatz

1 GByte

1 bzw. 1,5 GByte

15 GByte

2 GByte

Online-Speicher

1 GByte

2 GByte

15 GByte

2 GByte

Mail-Abruf: POP3/IMAP

ja / ja

ja / nein

ja / ja

ja / ja

Servereinstellungen für IMAP

mx.freenet.de

imap.gmx.net

imap.gmail.com

imap.mail.de

Hersteller-App für

Android, iOS

Android, iOS

Android, iOS

keine

Abwesenheitsnotiz / Weiterleitung

ja / ja

ja / ja

ja / ja

ja / ja

Sammeldienst für andere Mailkonten

max. 3

max. 3

ja

max. 5

Outlook

T-Online

Web.de

Yahoo

Firmenstandort

USA

D

D

USA

Internet

www.outlook.com

https://email.t-online.de

https://web.de

https://mail.yahoo.com

Adressen

5

10

1

2

Speicherplatz

7 GByte

1 GByte

1 GByte

1 TByte

Online-Speicher

7 GByte

25 GByte

2 GByte

1 TByte

Mail-Abruf: POP3/IMAP

ja / ja

ja / ja

ja / nein

ja / ja

Servereinstellungen für IMAP

imap-mail.outlook.com

secureimap.t-online.de

imap.web.de

imap.mail.yahoo.com

Hersteller-App für

Android

Android, iOS

Android, iOS

Android, iOS, Windows Phone

Abwesenheitsnotiz / Weiterleitung

ja / ja

ja / ja

ja / ja

ja / ja

Sammeldienst für andere Mailkonten

nur für Google

ja (k.A. zur Zahl)

max. 4

ja (k.A. zur Zahl)

In Sachen Sicherheit haben die Anbieter dazu gelernt. Während sie in der Vergangenheit eine verschlüsselte Verbindung über SSL meist nur wahlweise anboten, setzen sie es nun überwiegend verpflichtend ein. Wirklich sicher ist der Mail-Transport aber nur, wenn jede einzelne Nachricht verschlüsselt wird, beispielsweise mit Pretty Good Privacy .

Kostenpflichtige Dienste bieten mehr Komfort

Ein zentraler Punkt bei der Providerauswahl spielt das Übertragungsprotokoll: Traditionell verwenden viele Nutzer immer noch das ältere POP3-Protokoll, das im Gegensatz zum neueren IMAP einige grundlegende Nachteile hat. Nur IMAP ermöglicht den endgeräteübergreifenden Überblick über den Status aller E-Mails, den Blick auf alle verschickten Nachrichten und die einfache Migration auf einen neuen Mail-Account.

Weil aber genau dies hier wichtig ist, sollte der neue Provider unbedingt das IMAP-Protokoll unterstützen. Selbst Microsoft hat inzwischen eingelenkt, das kostenlose Hotmail/Outlook.com ist seit Herbst 2013 IMAP-kompatibel . Wie der Vergleich zeigt, schalten es aber nicht alle Anbieter in der Gratisvariante frei. So offerieren GMX und Web.de IMAP nur in den kostenpflichtigen Versionen, die knapp drei Euro pro Monat ( Pro-Mail von GMX ) beziehungsweise fünf Euro ( Web.de Club ) kosten.

Angesichts solcher Preise lohnt sich der Blick auf Alternativen und damit insbesondere auf die Anbieter einer „eigenen Mail-Adresse“, also der eigenen Domain analog zu „pcwelt.de“. Solche Pakete werden unter diversen Namen vermarktet, als Webspace, Mail-Paket, Domain-Paket, Hosting-Paket oder Homepage-Baukasten. Die Preise liegen je nach Umfang und Anbieter zwischen einem und fünf Euro monatlich. Dazu kommt meist eine einmalige Einrichtungsgebühr bis zehn Euro. Häufig gibt es Aktionen, dass die ersten Monate oder zusätzliche Premiumfunktionen kostenlos sind. Hier heißt es allerdings aufzupassen und die Premiumfunktionen fristgerecht wieder zu kündigen, weil diese sonst weiterlaufen und nach der Gratisphase laufende Kosten verursachen.

Das ist wichtig beim Hosting von Websites

Für eine eigene Domain kann zudem die Tatsache sprechen, dass bei den Freemailern keine eingängige, namensbezogene Mail-Adresse mehr frei ist. So ist es nicht jedermanns Sache, das Geburtsjahr oder sonst einen Zusatz anzuhängen. Ist dagegen die passende Domain nach dem Muster „Eigener_Nachname.de“ noch nicht vergeben, lassen sich dazu mehrere Mail-Konten einrichten: also „Vorname1@eigener_Nachname.de“ und so weiter.

Ob eine deutsche, also eine auf „.de“ endende Domain verfügbar ist, lässt sich bei der zentralen Vergabestelle Denic prüfen. Bei welchem Provider – also 1 & 1, Strato oder sonst einem – man die Domain dann bucht und hostet, ist eine individuelle Entscheidung – möglich ist es bei jedem.

Web-Hoster wie 1 & 1 bieten meist einen Check, welche Domains belegt und welche noch verfügbar sind. Dazu zeigen sie gleich die monatlichen Preise an.
Vergrößern Web-Hoster wie 1 & 1 bieten meist einen Check, welche Domains belegt und welche noch verfügbar sind. Dazu zeigen sie gleich die monatlichen Preise an.

Auch hier stellt sich mitunter das Problem, dass zum Namen passende Domains bereits belegt sind. Deshalb blenden die Hoster bei der Domain-Überprüfung in aller Regel alternative Domains ein. Dies können entweder andere Toplevel-Domains wie „.com“, „.name“ oder „.eu“ sein oder Domains nach dem Muster „Nachname-online.de“, „Nachname-eigene Stadt.de“ und so weiter.

Sie haben es geschafft – zumindest fast. Zwar haben Sie nun den neuen Mail-Account, aber noch schlummern all Ihre bisherigen Nachrichten in dem bzw. den alten. Wie Sie sie einfach und ohne Aufwand umziehen, erklärt unser Ratgeber zum Umzug der Nachrichten aufs neue Konto .

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