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Die fünf besten WLAN-Diagnose-Tools

04.06.2016 | 09:44 Uhr |

Wer sein Heimnetz optimieren will, sollte es erst gründlich durchleuchten: So messen Sie Ihr WLAN-Tempo, finden den besten Funkkanal und erstellen eine WLAN-Karte.

Als echter WLAN-Profi kommt man um zuverlässige Wartungs-Tools kaum herum. In diesem Artikel stellen wir Ihnen daher die fünf nützlichsten Helfer für das Einrichten und Analysieren Ihres Heimnetzes vor.

1. Inssider - Optimalen WLAN-Kanal finden

Für WLANs stehen nur begrenzt Funkfrequenzen zur Verfügung. Wenn Sie in einer dicht besiedelten Gegend wohnen, muss sich Ihr WLAN-Router das Frequenzband mit denen der Nachbarn teilen. Das kann zu Geschwindigkeitseinbußen und im schlimmsten Fall zu Verbindungsabbrüchen führen. Daher sollten Sie nachschauen, auf welchen Frequenzen beziehungsweise Kanälen die umliegenden WLANs funken und in Ihrem Router einen anderen Kanal wählen. Bei der Analyse hilft das Programm Inssider . Hinweis: Das ehemals kostenlose InSSIDer ist schon länger keine Freeware mehr. Sie müssen das Tool nun für rund 20 Dollar lizensieren.

Die Spalte „SSID“ nennt den Namen des Funknetzes, „Channel“ den genutzten Kanal und „RSSI“ zeigt die empfangene Signalstärke.
Vergrößern Die Spalte „SSID“ nennt den Namen des Funknetzes, „Channel“ den genutzten Kanal und „RSSI“ zeigt die empfangene Signalstärke.

Direkt nach dem Start zeigt sie in einer Liste alle WLANs an, die sich in Reichweite Ihres Rechners befinden. Sie sehen hier auch drahtlose Netze, die die Windows-WLAN-Anzeige wegen zu schlechtem Empfang ausblendet. In der Spalte „SSID“ steht der Name des Funknetzes, unter „Channel“ der genutzte Kanal. Der Spalte „RSSI“ können Sie entnehmen, wie hoch die empfangene Signalstärke ist. Je niedriger, desto geringer ist der Einfluss auf Ihr WLAN. Beachten Sie, dass die Werte negativ, also mit vorangestelltem Minuszeichen angezeigt werden. Ein WLAN mit einem RSSI-Wert von „-40“ ist daher stärker als eins mit „-60“. Bei der Bewertung hilft ein kleines Kurvendiagramm innerhalb der Spalte, das die gemessene Feldstärke im Verlauf anzeigt. Die Farbe der Kurve gibt an, ob es sich um ein starkes Signal handelt. Grün bedeutet „stark“, Gelb meint „mittel“, Rot steht für „schwach“.

Inssider: Mächtiges Tool, das viele Details über benachbarte WLANs enthüllt und Ihnen ganz nebenbei dabei hilft, den besten Kanal für Ihr eigenes Funknetz zu finden.
Vergrößern Inssider: Mächtiges Tool, das viele Details über benachbarte WLANs enthüllt und Ihnen ganz nebenbei dabei hilft, den besten Kanal für Ihr eigenes Funknetz zu finden.

Wenn Sie unten auf die Registerkarte „2,4 GHz Channels“ klicken, sehen Sie alle Funknetze in einer grafischen Darstellung auf einen Blick. Die vertikale Achse zeigt die Empfangsstärke und die horizontale Achse die Funkkanäle an. Jedes Funknetz beeinflusst neben dem Kanal, auf den es eingestellt ist, auch daran angrenzende Funkkanäle. Diesem Umstand trägt die grafische Darstellung von Inssider Rechnung, indem sie die komplette Kanalbandbreite jedes WLANs anzeigt. Um nun den am wenigsten belegten Funkkanal zu finden, betrachten Sie in dem Diagramm die starken bis mittelstarken Funknetze (Leistungspegel zwischen 20 und 80 dBm) und sehen Sie nach, auf welchem Kanal am wenigsten WLANs eingezeichnet sind. Sofern Ihr WLAN-Chip auch den 5 GHz-Bereich unterstützt, erhalten Sie dann über die Registerkarte „5 GHz Channels“ auch die WLANs angezeigt, die dort funken.

WLAN-Tuning - Besser, Stärker, Schneller

2. Wifiinfo View - Alternatives Tool zur Kanalsuche

Etwas weniger kompliziert, dafür ähnlich nützlich wie Inssider ist das Gratis-Tool WifiInfo View.
Vergrößern Etwas weniger kompliziert, dafür ähnlich nützlich wie Inssider ist das Gratis-Tool WifiInfo View.

Falls Ihnen die Darstellung oder die Informationstiefe von Inssider zu mächtig sind, nutzen Sie für die Suche nach einem freien Kanal das Tool WifiInfo View . Nach dem Start sehen Sie zwar auch hier eine detaillierte Liste mit vielen Infos zu allen gefundenen WLANs in der Umgebung. Wenn Sie aber auf „Options ➞ Channels Summary Mode“ klicken, erscheint eine übersichtliche Liste der belegten Kanäle, verbunden mit der Angabe, wie viele Funknetze die jeweilige Frequenz benutzen und wie hoch deren maximale Signalqualität ist. Sollten alle Kanäle, die Ihr Router unterstützt, belegt sein, klicken Sie auf die Spaltenüberschrift „Counter“, um die Liste absteigend nach der Anzahl der Funknetze zu sortieren. Nun sehen Sie auf einen Blick, welche Kanäle am wenigsten belegt sind. Für den Fall, dass mehrere Kanäle annähernd gleich stark belegt sind, geben Sie demjenigen den Vorzug, bei dem die Signalqualität der fremden Funknetze (Spalte „Max Signal Quality“) am geringsten ist.

3. Wifi Analyzer WLAN-Details und Kanalsuche per Smartphone

Wifi Analyzer: Diese leistungsfähige WLAN- und Kanalanalyse- App gibt es gratis für Android-basierte Geräte. Der Screenshot zeigt, welche Kanäle am wenigsten belegt sind.
Vergrößern Wifi Analyzer: Diese leistungsfähige WLAN- und Kanalanalyse- App gibt es gratis für Android-basierte Geräte. Der Screenshot zeigt, welche Kanäle am wenigsten belegt sind.

Die Android-App Wifi Analyzer verfügt über ähnliche Funktionen wie Inssider. Nach dem Start sehen Sie zunächst ein Diagramm, das die Kanalbelegung und die Signalstärke der Funknetze in der Umgebung visualisiert. Durch Wischen nach links gelangen Sie zu einem Pegelmesser, der die Stärke eines von Ihnen ausgewählten WLAN-Routers anzeigt. Je stärker das empfangene Signal ist, desto stärker schlägt der Zeiger aus. Wenn Sie den Button „Ton“ auf „Ein“ stellen, hören Sie zudem ein akustisches Signal: Je schneller die Pieptöne, desto stärker das Signal. Sie können sich nun mit Ihrem Smartphone auf die Suche danach begeben, wo die WLAN-Versorgung des gewählten Routers besonders stark oder besonders schwach ist. Ein weiterer Wischer nach rechts bringt Sie zu einer Liste mit allen WLANs in der Umgebung inklusive Angaben zu Empfangsstärke und genutztem Kanal. Über die Menütaste und den Button „a-z“ können Sie die Liste nach dem von Ihnen gewünschten Kriterium sortieren.

Richtig spannend wird es in der nächsten Ansicht. Hier zeigt Ihnen Wifi Analyzer an, welche Kanäle am wenigsten belegt sind. Je mehr grüne Sternchen die App neben einer Kanalnummer anzeigt, desto freier ist die Frequenz. Statt zwischen den einzelnen Anzeigemodi von Wifi Analyzer hin und her zu wischen, können Sie sie auch über die Menütaste und den Punkt „Ansicht“ direkt anspringen.

So schnell ist Ihr WLAN wirklich - Was Windows verrät

4. Netstress - Echtes WLAN-Tempo messen

Um herauszufinden, wie schnell Sie über das WLAN im Internet surfen, verwenden Sie webbasierte Tempotests wie www.speedmeter.de . Um zu erfahren, ob die Funkverbindung Sie ausbremst, sollten Sie den Test anschließend mit deaktiviertem WLAN und einer Kabelverbindung zum Router durchführen. Was diese Tests nicht ermitteln können, ist das interne Tempo Ihres WLANs, also die Geschwindigkeit, die für Datenübertragungen zwischen zwei Geräten innerhalb Ihres Heimnetzes zur Verfügung steht. Dazu eignet sich Netstress .

Das Tempo Ihres WLANs zeigt Ihnen Netstress. Sie benötigen dafür zwei Windows- PCs. Wenn eines davon ein Notebook ist, bestimmen Sie durch Umherlaufen während der Messung den Datendurchsatz in Abhängigkeit vom Standort.
Vergrößern Das Tempo Ihres WLANs zeigt Ihnen Netstress. Sie benötigen dafür zwei Windows- PCs. Wenn eines davon ein Notebook ist, bestimmen Sie durch Umherlaufen während der Messung den Datendurchsatz in Abhängigkeit vom Standort.

Installieren Sie es auf zwei Windows-PCs und schließen Sie einen davon per LAN-Kabel an Ihren Router an. Starten Sie nun das Tool auf beiden Rechnern. Den Genehmigungsanfragen der Windows-Firewall sollten Sie zustimmen, da das Tool sonst nicht funktionieren kann. Wählen Sie im Auswahldialog von Netstress die korrekte Netzwerkkarte und klicken Sie im Anschluss daran auf einem der beiden Rechner auf die Zahlen, die in der Menüleiste des Tools hinter „Remote Receiver IP“ stehen. Netstress erkennt die Gegenstelle normalerweise automatisch und zeigt in einem Dialogfeld deren IP-Adresse an, die Sie durch „OK“ bestätigen. Alternativ tragen Sie die IP-Adresse, die auf dem anderen PC hinter „Local IP“ steht, manuell ein.

Mehr Reichweite mit zusätzlichem WLAN-Router

Falls Sie einen Router und PC mit Gigabit- LAN-Buchsen und WLAN nach n-Standard oder ac-Standard besitzen, stellen Sie unter „Settings, TCP & UDP Settings, Packets Per Second“ die maximal mögliche Bitrate der schwächsten Netzwerkkomponente ein. Nun starten Sie die Messung über den entsprechenden Button in der Menüleiste. Die Werte in dem Diagramm und im Abschnitt rechts daneben werden mit Kilobyte pro Sekunde angegeben. Um den Wert in Kilobit pro Sekunde zu erhalten, multiplizieren Sie ihn mit acht. Zum Start der Messung sollten Sie sich mit Ihrem Notebook in unmittelbarer Nähe des WLAN-Routers befinden, um den Idealwert herauszufinden. Nach rund einer Minute fangen Sie dann an, langsam mit dem Notebook umherzulaufen, um festzustellen, wie sich der jeweilige Standort auf die Übertragungsleistung auswirkt. Zum Ändern der Senderichtung der Datenpakete klicken Sie auf „Settings ➞ Data Flow“.

Um herauszufinden, wie schnell die Übertragung zwischen zwei WLAN-Geräten (mit dem Router als Zwischenstation) vonstattengeht, wiederholen Sie das Experiment, indem Sie den per LAN-Kabel angeschlossenen PC nun per WLAN verbinden. Vor der Messung starten Sie Netstress auf beiden PCs neu.

Tipp: Als Alternative zu Netstress lässt sich das Kommandozeilen-Tool Iperf zusammen mit der grafischen Oberfläche Jperf nutzen. Die Bedienung ist leider etwas komplizierter, jedoch können Sie eine ausführliche Erklärung im Beitrag „ So messen Sie Ihr WLAN-Tempo “ finden.

Im Ergebnisfenster von Jperf sehen Sie alle beim Jperf-Server durchgeführten Messungen auf einen Blick. Die einzelnen Messungen können Sie anhand ihrer eindeutigen ID und der Farbe des Graphen unterscheiden.
Vergrößern Im Ergebnisfenster von Jperf sehen Sie alle beim Jperf-Server durchgeführten Messungen auf einen Blick. Die einzelnen Messungen können Sie anhand ihrer eindeutigen ID und der Farbe des Graphen unterscheiden.

Wenn Sie sich mit der Benutzung von Jperf vertraut gemacht haben, können Sie mithilfe von iPerf for Android zudem die Geschwindigkeit zwischen PC und Smartphone testen. Eine echte grafische Oberfläche bietet die App allerdings nicht, sondern nur ein Eingabefeld für Parameter und einen Button zum Starten. Immerhin zeigt die App auch die WLAN-IP-Adresse des Handys an. Am einfachsten ist es daher, wenn Sie in die Eingabezeile nur „-s“ eingeben, um Iperf auf dem Android-Gerät als Server zu starten und danach auf den Button „Aus“ darüber drücken, dessen Zustand sich daraufhin in „Ein“ ändert. Die angezeigte IP-Adresse geben Sie auf dem PC bei Jperf in die Zeile „Client Server address“ ein und verlängern die Testdauer hinter „Transmit“ von 10 auf etwa 600 Sekunden (ein vorzeitiger Abbruch ist problemlos möglich). Nun klicken Sie auf den ersten der drei Buttons oberhalb des Diagrammbereichs, damit die Messung beginnt.

5. Ekahau Heatmapper - WLAN-Karte von Wohnung oder Büro erstellen

Welche Reichweite hat mein WLAN? Auch das lässt sich mit einem kostenlosen Tool in Verbindung mit einem Notebook klären: Ekahau Heatmapper stellt die Funkabdeckung übersichtlich auf einer Karte dar.
Vergrößern Welche Reichweite hat mein WLAN? Auch das lässt sich mit einem kostenlosen Tool in Verbindung mit einem Notebook klären: Ekahau Heatmapper stellt die Funkabdeckung übersichtlich auf einer Karte dar.

Als Heatmap bezeichnet man in Bezug auf Drahtlosnetzwerke eine Karte, die die Funkabdeckung („Ausleuchtung“) anzeigt. Eine solche Karte erstellen Sie mit der Freeware Ekahau Heatmapper in Verbindung mit einem Notebook recht einfach. Sie wissen dadurch, in welchen Bereichen Ihrer Wohnung oder Ihres Büros die WLAN-Versorgung gut ist und in welchen nicht.

Am genauesten wird die Karte, wenn Sie einen Grundriss der Räumlichkeiten haben. Falls nicht, zeichnen Sie einen groben Plan auf ein Blatt Papier und scannen Sie es ein oder fotografieren Sie es ab. Dann klicken Sie in Heatmapper auf „I have a map image“ und wählen die Bilddatei aus. Alternativ entscheiden Sie sich für „I don‘t have a map“.

Tipp: So sichern Sie Ihren Router ab

Im Hauptfenster von Heatmapper sehen Sie auf der linken Seite eine Liste mit allen WLANs der Umgebung und in der Mitte den Grundriss oder eine leere, karierte Seite, auf der Sie sich gedanklich den Grundriss vorstellen. Um mit der Erstellung der Heatmap zu beginnen, ist es sinnvoll, erst einmal die WLAN-Liste links und die englischsprachige Hilfe rechts jeweils per Klick auf den schmalen senkrechten Trennbalken auszublenden. Dann klicken Sie auf dem Grundriss die Stelle an, an der Sie sich gerade mit Ihrem Notebook befinden, stehen auf und schreiten jetzt langsam Ihre Wohnung oder Ihr Büro ab. Währenddessen setzen Sie circa alle drei Meter einen weiteren Punkt, der Ihre aktuelle Position markiert. Wenn Sie mit dem Rundgang fertig sind, führen Sie einen Rechtsklick durch. Nun färbt Heatmapper den Grundriss gemäß der gemessenen Werte in verschiedenfarbige Bereiche ein: Dunkelgrün steht für eine sehr gute, Hellgrün für eine gute, Gelb für eine mittlere und Rot für eine schlechte Funkversorgung.

Heatmapper versucht außerdem, die WLAN-Router automatisch an der korrekten Stelle im Plan einzuzeichnen. Gibt es mehrere davon, entspricht die Darstellung der Ausleuchtungskarte zunächst einem Durchschnitt aller Netze. Um sie auf ein Funknetz zu beschränken, halten Sie den Mauszeiger einige Sekunden auf ein Router- Symbol. Zum Speichern der Heatmap blenden Sie die WLAN-Liste links wieder ein und klicken auf „Take Screenshot“.

Video: WLAN-Funktionen von Windows 8 ausreizen

In diesem Video erfahren Sie, wie Sie unter dem Windows-10-Vorgänger Windows 8 eine WLAN-Verbindung einrichten und Zusatz-Funktionen wie den Datenzähler und die WLAN-Freigabe nutzen.

Video: WLAN-Funktionen von Windows 8 ausreizen

Hier finden Sie mehr Infos zum Heimnetz

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Lesen Sie dieses WLAN-Sonderheft der PC-WELT in der neuen Magazin-App für Android, iOS und Windows.
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