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Die eigene Cloud mit Amazon AWS realisieren

08.07.2014 | 10:17 Uhr |

Wozu einen eigenen Server betreiben? Mit Amazon Web Services (AWS) können Unternehmen Serverdienste in die Cloud auslagern. Wir stellen AWS vor.

Mit Amazon Web Services (AWS) können Unternehmen Serverdienste in die Cloud auslagern, ähnlich wie bei Windows Azure. Amazon stellt auch eine kostenlose Testversion zur Verfügung. Über diese lassen sich die verschiedenen Dienste testen und später auch produktiv nutzen.

Die Verwaltung von AWS findet nach dem Erstellen des Testkontos über die Web-Verwaltungskonsole statt. Sie brauchen also keine zusätzlichen Tools oder eigene Server um sich mit Amazon AWS auseinander zu setzen.

Innerhalb der Webkonsole von AWS sehen Sie die verschiedenen Dienste, die zur Verfügung stehen. Für jeden Dienst können Sie Anpassungen vornehmen
Vergrößern Innerhalb der Webkonsole von AWS sehen Sie die verschiedenen Dienste, die zur Verfügung stehen. Für jeden Dienst können Sie Anpassungen vornehmen

Die wichtigsten Dienste im Überblick - EC2, S3 und RDS

Zu den wichtigsten Diensten in AWS gehören sicherlich die virtuellen Server, auch EC2 genannt. Der Cloudspeicher in AWS trägt die Bezeichnung S3 (Amazon Simple Storage Service), relationale Datenbanken stehen mit RDS zur Verfügung. Alle diese Dienste erreichen Sie direkt über das Dashboard und können auch sofort mit der Verwaltung beginnen.

In EC2 tragen die virtuellen Server die Bezeichnung Instance . Eine solche Instance erstellen Sie über das Dashboard, indem Sie die EC2-Verwaltung öffnen. Hier stehen auch verschiedene, vorgefertigte Betriebssysteme zur Verfügung.

Beim Erstellen von neuen virtuellen Servern stehen Vorlagen zur Verfügung
Vergrößern Beim Erstellen von neuen virtuellen Servern stehen Vorlagen zur Verfügung

Die Verwaltung der virtuellen Server erfolgt ebenfalls über das Dashboard und über die Verbindung mit einem Remotedesktop-Client. Einstellungen lassen sich in der Weboberfläche auch über das Kontextmenü anpassen. Hier können Sie auch Aktionen für die VMs durchführen, zum Beispiel virtuelle Server klonen. Virtuelle Server sind vollständig installiert in wenigen Sekunden/Minuten voll einsatzbereit.

Mit S3 rufen Sie die Verwaltung des Cloudspeichers in AWS auf. Um einen Speicher zu nutzen, müssen Sie zunächst ein „Bucket“ erstellen. In diesem erstellen Sie wiederum beliebige Ordner. Daten lassen sich mit der Weboberfläche ebenfalls hochladen. Außerdem besteht die Möglichkeit Dateien direkt aus der Weboberfläche heraus mit anderen Anwendern zu teilen. Berechtigungen können Sie in diesem Bereich ebenfalls schnell und einfach pflegen.

Mit Buckets stellen Sie in Amazon über S3 auch Cloudspeicher mit eigenen Unterordnern zur Verfügung
Vergrößern Mit Buckets stellen Sie in Amazon über S3 auch Cloudspeicher mit eigenen Unterordnern zur Verfügung

Auch Datenbanken lassen sich mit Amazon erstellen. Der Dienst trägt die Bezeichnung RDS. Hier können Sie aus verschiedenen Datenbanksystemen auswählen. Wie bei virtuellen Servern erstellen Sie eine solche Datenbank mit Launch a DB Instance . Danach können Sie aus den Vorlagen auswählen, welche Datenbank-Engines Sie einsetzen wollen. Hier stehen MySQL, PostgreSQL, Oracle und Microsoft SQL Server zur Verfügung.

Datenbanken erstellen Sie auf Basis einer Engine in der Weboberfläche
Vergrößern Datenbanken erstellen Sie auf Basis einer Engine in der Weboberfläche

Sie haben natürlich auch die Möglichkeit mehrere Datenbanken zu erstellen und dabei auf unterschiedliche Engines zu setzen. Zusätzlich können Sie noch auf den Dienst DynamoDB setzen und eine nicht relationale Datenbank mit dem Dienst Amazon DynamoDB erstellen. Über einen Assistenten erstellen Sie eigene Tabelle und können diese auch mit den anderen Tools auswerten. Basis dieser Datenbank ist NoSQL.

Netzwerkdienste in AWS - Direct Connect und Route 53

Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten in AWS, erreichen Sie über das Dashboard auch Netzwerkdienste wie Direct Connect und Route 53 . Mit Direct Connect verbinden Sie lokale Netzwerke und die darin positionierten Server und Geräte mit der Cloudlösung. Über diesen Weg können Sie zum Beispiel die virtuellen Server in EC2 oder die Datenbanken in RDS mit Ihrem lokalen Netzwerk verbinden. Zusätzlichen dazu brauchen Sie noch den Dienst VPC , den wir nachfolgend besprechen.

In AWS verbinden Sie auch lokale Netzwerke mit dem Clouddienst
Vergrößern In AWS verbinden Sie auch lokale Netzwerke mit dem Clouddienst

Bei Route 53 handelt es sich um einen internen DNS-Dienst in AWS. Mit diesem können Sie zentral Ihre DNS-Zonen und Servernamen für die Dienste in AWS, aber auch für andere DNS-Zonen verwalten. In diesem Zusammenhang spielt auch der Dienst VPC eine wichtige Rolle. Dieser sorgt dafür, dass Sie bestimmte Ressourcen in der AWS-Cloud direkt mit Ihrem Rechenzentrum verbinden können. Hier erstellen Sie Subnetze, Routingtabellen, DHCP-Bereiche, VPN-Netzwerke und mehr.

Mit VPC erstellen Unternehmen Netzwerkverbindungen mit lokalen Netzwerken und Cloud-Ressourcen
Vergrößern Mit VPC erstellen Unternehmen Netzwerkverbindungen mit lokalen Netzwerken und Cloud-Ressourcen

Ein weiterer wichtiger Bereich in AWS sind Amazon Workspaces. Damit können Sie virtuelle PCs für Anwender über die Cloud zur Verfügung stellen. Amazon setzt in diesem Bereich derzeit auf Windows 7 und 50 GB-100 GB Speicherplatz pro virtuellem Desktop.  Die Verbindung zu diesen Diensten steuern Sie wiederum mit Direct Connect und VPC .

Amazon stellt auch Hosted Desktops in AWS zur Verfügung
Vergrößern Amazon stellt auch Hosted Desktops in AWS zur Verfügung

Wer einen einfachen E-Mail-Dienst sucht, über den zum Beispiel die Amazon-Webdienste E-Mails versenden können, kann in AWS auf den Simple Email Service (SES) setzen. Dieser lässt sich als Dienst in AWS einbinden und dient vor allem zum Senden ausgehender Nachrichten. Neben den Systemnachrichten können Sie über diesen Weg auch Werbe-E-Mails versenden und Statistiken führen.

Business Intelligence und Analyse

Wollen Sie in der Cloud auch Business Intelligence und Analyse-Funktionen integrieren, bietet AWS dazu verschiedene Möglichkeiten. Die bereits erwähnten Datenbanken des AWS-Dienstes RDS lassen sich mit Redshift auch zu einem Datawarehouse zusammenfassen. Sie können Datenbanken aus der Cloud an den Redshift-Cluster anbinden, aber auch andere Ressourcen, die Sie wiederum mit Direct Connect oder VPC an AWS angebunden haben.

Unternehmen können mit AWS auch Dataware-Houses zur Verfügung stellen
Vergrößern Unternehmen können mit AWS auch Dataware-Houses zur Verfügung stellen

Wer noch weitergehen will, kann auch weiterführende Analyse-Möglichkeiten nutzen, die wiederum über Data Pipeline, Elastic MapReduce , Hadoop und Kinesis zur Verfügung gestellt werden. Alle diese Dienste arbeiten zusammen und lassen sich zur Datenverarbeitung auch leicht erweitern. Die Verwaltung erfolgt im Dashboard. Hier können Sie auch die Dienste und deren Daten miteinander verbinden.

AWS verwalten

Die Web-Verwaltungsoberfläche lässt sich weitgehend an die eigenen Bedürfnisse anpassen. An allen Stellen stehen Assistenten zur Verfügung und Sie können durchgängig mit dem Kontextmenü arbeiten. Klicken Sie in der Weboberfläche auf Edit , können Sie die einzelnen Dienste direkt in das Menü der Web-Verwaltungsoberfläche einbinden und so schneller erreichen.

Außerdem können Sie AWS auch mit der PowerShell verwalten. Dazu stellt Amazon die AWS-Tools für Windows Powershell zur Verfügung.

Anmeldeinformationen steuern Sie über den Bereich Security Credentials in den Einstellungen der Verwaltungskonten in AWS. Hier stehen Dienste wie Multi-Factor-Authentication, Access Keys, Schlüsselpaare und Zertifikate zur Verfügung. Diese lassen sich in den verschiedenen Diensten anbinden.

Fazit

Mit Amazon AWS können Administratoren in wenigen Minuten virtuelle Server, Datenbanken und Cloudspeicher zur Verfügung stellen. Die Bedienung der Dienste ist weitgehend intuitiv. Wer sich etwas ausführlicher mit dem Thema auseinandersetzen will, kann AWS mit zahlreichen weiteren Diensten skalieren und an das eigene Hausnetzwerk einbinden.  Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht versehentlich kostenpflichtige Instanzen innerhalb der Testversion aktivieren. Unternehmen, die Dienste in die Cloud auslagern wollen, sollten sich AWS und die darin enthaltenen Möglichkeiten genau ansehen.

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