1829307

Die coolsten Kickstarter-Projekte – wer wird Millionär?

20.12.2013 | 10:22 Uhr |

Damit eine Idee zum marktreifen Produkt wird, braucht es Zeit, Wissen und Kapital. Das Kapital spendieren nicht nur die Banken: Viele junge Unternehmen finden Investoren übers Web, wo sie für ihre Ideen werben.

Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen, soll Henry Ford gesagt haben. Und damit hat der amerikanische Autopionier noch heute Recht. Ein Blick auf die Gründer-Plattform Kickstarter.com bestätigt: Man muss das Rad nicht neu Erfinden, um Geld für gute Ideen anzuhäufen.
Beispiel Glühlampe: Als es dunkel wurde, ging Phil Bosua ein Licht auf. Könnte er nicht eine Glühbirne erfinden, die sich per Smartphone steuern lässt? Eine Energiesparlampe, die man übers WLAN schalten und dimmen kann? Vor gut einem Jahr hatte Phil Bosua die Idee zu LIFX , der ersten mehrfarbigen LED-Glühlampe der Welt, die sich per Smartphone fernsteuern lässt. Das Geld für die Entwicklung und Produktion von LIFX sammelte der Tüftler aus San Francisco übers Internet.
 
Phänomen Crowdfunding - Geld aus der Wolke
 
Anstatt sich an Banken und Risikokapitalgeber zu wenden, nutzte Phil Bosua die Online-Plattform, um seine Idee zu bewerben. Kickstarter.com ist die bekannteste Crowdfunding-Plattform im Netz. Crowdfunding – das hört sich zwar kompliziert an, ist aber ganz einfach: Menschen aus aller Welt investieren oder spenden Geld für Produktideen, die sie für interessant und zukunftsweisend halten. 100.000 US-Dollar wollte Phil Bosua über Kickstarter.com sammeln – mehr als 1,3 Millionen US-Dollar konnte der Jungunternehmer zusammentragen.

Was ist da los? Mit der Hausautomation-Technik von SmartThings, finanziert natürlich über Kickstarter, lassen sich Haus und Grundstück per Smartphone überwachen.
Vergrößern Was ist da los? Mit der Hausautomation-Technik von SmartThings, finanziert natürlich über Kickstarter, lassen sich Haus und Grundstück per Smartphone überwachen.

So funktioniert Kickstarter.com

Die Funktionsweise von Kickstarter ist schnell erklärt: Nutzer stellen ihre Projekte so aussagekräftig wie möglich vor – mit Texten, Bildern, Videos. Sie beantworten allerlei Fragen von Interessenten und informieren regelmäßig über den Stand der Produktentwicklung. Außerdem geben sie an, wie viel Geld sie für die Markteinführung ihrer Erfindung brauchen. Ein exakter Zeitplan gibt Aufschluss über die einzelnen Schritte bis zur Marktreife des Produkts. Schließlich warten die Unternehmer auf Geldspender.
Das Crowdfunding erfolgt häufig stufenweise: Der Projektstarter gibt verschiedene Ziele vor, die erreicht werden sollen oder können – und die dafür benötigten Summen. So lässt sich ein Projekt klein beginnen und Stück für Stück ausbauen.

Die Armbanduhr Pebble ist mit über 10,2 Millionen US-Dollar das meistgeförderte Kickstarter-Projekt aller Zeiten.
Vergrößern Die Armbanduhr Pebble ist mit über 10,2 Millionen US-Dollar das meistgeförderte Kickstarter-Projekt aller Zeiten.
© Pebble

Von Kunstwerken bis zu Technik

Nicht nur neue Technikprojekte werden auf diese Weise erfolgreich finanziert. Zum Beispiel werden auch Kunst, Mode, Filme, Musik und Spiele gefördert. Am meisten Geld erhielt bislang das Projekt Pebble in der Kategorien Design:  Die mit mehr als 10,2 Millionen US-Dollar finanzierte smarte Armbanduhr besitzt ein LC-Display, das Uhrzeit und Datum je nach gewähltem Skin zeigt. So kann man zwischen verschiedenen Digital- und Analoganzeigen wählen. Speziell für die Uhr entwickelte Apps machen sie etwa zum Pulsmesser oder zum Fahrradcomputer.
 
Smartwatch: Samsung Galaxy Gear im ersten Test
 
Per Bluetooth nimmt Pebble Verbindung mit einem Android-Smartphone oder dem iPhone auf – und dient so beispielsweise als Steuerung für die Musikwiedergabe. Treffen auf dem Smartphone SMS oder E-Mails ein, meldet sich die Uhr per Vibrationsalarm. Die Pebble gibt es in fünf Farbvarianten – die Uhr kostet 150 US-Dollar.

In die Luft gemalt: Mit dem 3Doodler lassen sich ohne Computer und Drucker dreidimensionale Gebilde zeichnen.
Vergrößern In die Luft gemalt: Mit dem 3Doodler lassen sich ohne Computer und Drucker dreidimensionale Gebilde zeichnen.
© 3Doodler

3Doodler: Malen in der Luft

Was das junge Unternehmen Wobble Works aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts erfunden und mittels Kickstarter.com finanziert hat, hört sich absolut unglaublich an: Der 3Doodler ist ein Stift, mit dem man dreidimensionale Gebilde in die Luft zeichnen kann. Während man den Stift frei im Raum bewegt, strömt eine spezielle Heißplastikmasse aus, wie sie auch 3D-Drucker verwenden. Die Masse kühlt sehr schnell ab und wird beinah sofort fest, so dass sich praktisch alle denkbaren Formen malen lassen. Der 3Doodler funktioniert ganz ohne Computer und Drucker.
Auf der Webseite sieht man in der Galerie Beispiele, wozu der 3Doodler nützlich sein kann. Außerdem gibt es dort ein Video , das die Arbeitsweise des 3Doodler erklärt. Wer sich den Film angesehen hat, wird sich kaum wundern, dass der 3D-Stift über 26.000 Unterstützer auf Kickstarter.com hat, die mehr als 2,3 Millionen US-Dollar für das Projekt gesammelt haben.
Vorbestellungen für den 99 US-Dollar teuren 3D-Stift lassen sich auch schon aufgeben, wann die Auslieferung beginnt, steht noch nicht fest. Die Erfindung dürfte vor allem für Architekten, Designer und Künstler ein Muss sein.

Das Beste zum Schluss: guten Appetit mit Kickstarter

Auf den ersten Blick passt die Kategorie „Food“ nicht so ganz zu den anderen Kickstarter-Genres. Doch auch hier finden sich sehr interessante und nützliche Projekte, die Sie sich ansehen sollten. Windowfarm ist eine moderne Pflanzschale fürs Fenster. Darin kann man Gemüse und Obst anpflanzen. Die Wurzeln der Pflanzen werden elektronisch gesteuert mit Nährstoffen, Licht und Wasser versorgt werden. Die Erfinder versprechen gesündere Pflanzen und besonders frische Früchte.
Sind Sie auf den Geschmack gekommen? Weitere interessante Kickstarter-Projekte finden Sie in der Bildergalerie.
 

0 Kommentare zu diesem Artikel
1829307