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Die besten Videodienste für Ihre Handyclips

27.07.2014 | 15:31 Uhr |

Video in HD hochladen, Clip bei Bedarf noch aufpeppen und den Link zum Video versenden – so einfach machen Video-Sharing-Dienste wie Youtube & Co. das Veröffentlichen von Filmen.

Zwischen fünfzehn und Zwanzig Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet gehen Experten zufolge auf Online-Videoportale wie das des Marktführers Youtube zurück. Für Google, das Unternehmen hinter Youtube, erweist sich die populäre Videoplattform als Goldgrube: Neben Privatnutzern setzen auch immer mehr Unternehmen auf Youtube für die Bereitstellung, Verbreitung und Vermarktung von Bewegtbildinhalten. Und sogar als soziales Netzwerk mit mehreren Milliarden Views pro Tag und Millionen von Kommentaren wird Youtube immer wichtiger. Auch andere große Unternehmen investieren in den Aufbau Youtube-ähnlicher Dienste, etwa das hierzulande populäre Myvideo der Prosiebensat-1 Media AG oder das französische Dailymotion mit der gleichnamigen Videoseite.

Vom Video zum sozialen Netz

Alle Videoplattformen haben eines gemeinsam: Längst geht es nicht mehr nur um das reine Streamen von Videos. Die Dienste wollen die Grundlagen für Internet-Communities schaffen, also soziale Netzwerke in Form einer virtuellen Gemeinschaft von Nutzern, die konsumieren, untereinander interagieren und interessante Inhalte selbst bereitstellen. Auch für klassische soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sind Videoinhalte von wachsender Bedeutung. Einen dementsprechend großen Aufwand betreiben die Dienste, um das Hochladen, Teilen, Abrufen und Kommentieren von Clips so einfach wie möglich zu gestalten. Die Idee dahinter ist, passive Nutzer („Consumer“) zu aktiven Nutzern zu machen („Prosumer“), die durch die von ihnen eingebrachten Inhalte und Kontakte das betreffende soziale Netz stetig vergrößern. Über Netzwerke wie Youtube lassen sich Bewegtbildinhalte in kurzer Zeit global verbreiten und an viele Menschen übermitteln. Daher fokussieren sich auch immer mehr Firmen auf entsprechende Marketingaktivitäten, um die eigenen Produkte oder das Unternehmen selbst zu bewerben. Medienhäuser aus der Film- und TV-Branche setzen ebenfalls auf Youtube, um ihre Inhalte zugänglich zu machen.

Youtube-Videos mit dem Smartphone produzieren

Damit die Clipwiedergabe nicht nur am Rechner, sondern auch auf Smartphones und Tablets optimal funktioniert, setzen Dienste wie Youtube auf HTML-5-Technik.
Vergrößern Damit die Clipwiedergabe nicht nur am Rechner, sondern auch auf Smartphones und Tablets optimal funktioniert, setzen Dienste wie Youtube auf HTML-5-Technik.

Die Technik fürs Streaming

Damit sich die Videoinhalte von Diensten wie Youtube auf einer Vielzahl unterschiedlicher Endgeräte abspielen lassen, ist einiges an Aufwand bei den Content-Anbietern erforderlich. Reichte es vor einiger Zeit noch aus, Videos im Adobe-Flash-Format bereitzustellen, sind wegen der Popularität mobiler Wiedergabegeräte wie Smartphones und Tablets weitere Player-Module nötig. Die entscheidende Technik dazu liefert HTML 5, mit dem sich Filme auch problemlos auf Android-Smartphones, iPhones und Windows-Phone-Geräten abspielen lassen. Dienste wie Youtube und Vimeo bieten ihre Videoinhalte daher ebenfalls auf HTML-5-Basis an. Das Ende von Flash auf Videoplattformen ist damit endgültig besiegelt, auch wenn es noch ein Nebeneinander der Formate gibt. Problematisch ist, dass sich HTML 5 von Browser zu Browser und von Wiedergabegerät zu Wiedergabegerät unterschiedlich verhält. Deshalb gestalten die Videodienste ihre Plattformen so, dass je nach Umgebung das beste Format automatisch ausgewählt wird.

Youtube, ein Tochterunternehmen von Google, dominiert den Videoportal-Markt hinsichtlich der verfügbaren Clips und Nutzeranzahl.
Vergrößern Youtube, ein Tochterunternehmen von Google, dominiert den Videoportal-Markt hinsichtlich der verfügbaren Clips und Nutzeranzahl.

Pro und contra Youtube

Youtube ist das derzeit größte und bekannteste Videoportal. Nutzer können nach einer einmaligen Anmeldung Videos hochladen, direkt im Browser zuschneiden und bei Bedarf Effekte hinzufügen. Andere Mitglieder haben dann die Möglichkeit, die Clips zu bewerten und zu kommentieren, sofern man das erlaubt.

Für Youtube als Online-Plattform für eigene Videoprojekte spricht vor allem die große Verbreitung des Dienstes: Inhalte lassen sich im Browser an jedem Rechner und auf Smartphones sowie Tablets mit entsprechenden Apps abrufen und hochladen. Außerdem ist die Wiedergabe von Youtube-Clips auf immer mehr Smart-TVs, DVD- und Blu-Ray-Playern sowie Set-Top-Boxen möglich, ohne dass man sich dafür anmelden muss. Eine Anmeldung ist nur für das Hochladen von Videos, für das Speichern von Lesezeichen sowie für die Nutzung der Bewertungs- und Kommentierungsmöglichkeiten erforderlich. Das Teilen von Videos ist aus der Youtube-Oberfläche heraus möglich oder man gibt einfach den im Browser angezeigten Link zu einem Clip weiter. Homepage- und Blog-Betreibern bietet Youtube eine einfache Möglichkeit, Videos in die betreffende Seite einzubinden.

Durch ein dreistufiges Rechtesystem kann man den Zugriff auf eigene Videos beschränken. Als Urheber eines Clips hat man die Möglichkeit, die Zahl der Abrufe und weitere Statistiken zur Nutzung eines Videos einzusehen.

Neben der verhältnismäßig einfachen Bedienung und der breiten Verfügbarkeit auf Endgeräten spricht vor allem die große Nutzerzahl für das Veröffentlichen von Videos bei Youtube. Allerdings ist die Popularität des Dienstes zugleich auch ein Nachteil: Die Chance, mit dem eigenen Video auf den Top-Plätzen der Abruf- Charts zu landen, ist entsprechend gering.

Die optimale App für Videoschnitt

Für die App des Videodienstes Vimeo brauchen Sie nur einen kostenlosen Vimeo- Account, dann kann es auch schon mit dem Filmen losgehen.
Vergrößern Für die App des Videodienstes Vimeo brauchen Sie nur einen kostenlosen Vimeo- Account, dann kann es auch schon mit dem Filmen losgehen.

Nummer 2 hinter Youtube

Das Videoportal Vimeo ist der schärfste Konkurrent von Youtube. Die Videoplattform hat sich zum leicht nutzbaren Werkzeug für Videofans gemausert und ist Youtube technisch sehr ähnlich. HD-Videos aufnehmen, daraus einen Film zurechtschneiden, zu Vimeo hochladen und online angucken – alles geht zügig und in hoher Wiedergabequalität vonstatten. Das Abonnieren von Gruppen ist möglich, ebenso der Abruf von Statistiken und das Kommentieren und Freigeben von Inhalten.

Ein Pluspunkt von Vimeo ist die im Vergleich zu Youtube weniger kommerzielle Ausrichtung. Darüber hinaus bietet Vimeo für Smartphones eine gelungene Video-App, die sich durch einen integrierten Video-Editor auszeichnet. Damit kann man etwa Clips mit einfachen Übergängen versehen oder einen Titel einbinden. Über einen eigenen Vimeo-Music-Store lässt sich Musik ergänzen, auch eine Aufnahmefunktion für Ton steht bereit.

Dailymotion orientiert sich an Youtube und kann durch eine gute Rubrizierung von Inhalten punkten.
Vergrößern Dailymotion orientiert sich an Youtube und kann durch eine gute Rubrizierung von Inhalten punkten.

Myvideo und Dailymotion

Myvideo ist das größte deutsche Videoportal und ebenfalls stark an Youtube angelehnt. Bei den abrufbaren Videos handelt es sich um Inhalte der Senderfamilie Prosieben und Sat 1, spezielle Produktionen fürs Web und Videos von Anwendern. Die Anzahl der Benutzer ist im Vergleich zu Youtube und Vimeo aber wesentlich geringer und auch nicht so international. Es ist möglich, Videos zu bewerten und zu kommentieren. Kommentare können nicht nur Myvideo-Benutzer hinterlassen, sondern auch jeder Anwender mit einem Facebook-Konto. Die Privatsphären-Einstellungen entsprechen dem Vorbild Youtube.

Aus Frankreich stammt der unabhängige Video dienst Dailymotion, der nach einmaliger Registrierung das Hochladen von Videos bis zu einer Maximallänge von 60 Minuten erlaubt. Der Zugriff ist im Browser oder über Apps für Windows 8, Android und iOS möglich. Bei den Nutzer- und Zugriffszahlen kann Dailymotion jedoch nicht mit Youtube und Vimeo mithalten.

Das Hochladen von Clips zu Facebook ist vor allem für Videos praktisch, die Sie im Bekanntenkreis herumzeigen möchten.
Vergrößern Das Hochladen von Clips zu Facebook ist vor allem für Videos praktisch, die Sie im Bekanntenkreis herumzeigen möchten.

Videosharing bei Facebook

Facebook als größtes soziales Netzwerk eignet sich zur Videoveröffentlichung Ihrer Videos vor allem dann, wenn Sie die Clips im Bekanntenkreis zeigen möchten. Ihre Facebook-Kontakte, denen Sie die Videos freigegeben haben, können diese kommentieren und mit einem „Gefällt mir“ versehen, teilen und dadurch weiterverbreiten. Außerdem lassen sich Personen in einem Video markieren. Es gibt die Möglichkeit, ein Video mit allen Facebook-Kontakten zu teilen, es lässt sich aber über eine Listenfunktion auch speziell für bestimmte Kontakte freigeben. Öffentliche Videos sind bei Facebook ebenfalls möglich, wenngleich eher selten. Mittlerweile erlaubt Facebook darüber hinaus das Einbetten von Inhalten, die vom Ersteller als öffentlich gekennzeichnet wurden, auf anderen Homepages und in Blogs.

Für das Hochladen von Videos bei Facebook spricht außerdem, dass man Clips sehr einfach für gezielte Personen freigeben kann, ohne dass sich die Empfänger bei einem weiteren Dienst anmelden müssen.

So gelingen peppige Handyaufnahmen

Innerhalb von nur sechs Sekunden muss beim Videodienst Vine alles Wichtige gezeigt werden.
Vergrößern Innerhalb von nur sechs Sekunden muss beim Videodienst Vine alles Wichtige gezeigt werden.

Vine: Kurz und knackig

Vine ist eine Kurzfilm-Community im Instagram-Stil, die an die Vine-App für Android, Windows Phone und iOS gekoppelt ist. Man hat die Möglichkeit, anderen Nutzern zu folgen, Videos zu kommentieren und via Twitter oder Facebook zu teilen. Die Parallelen von Vine zum Kurznachrichtendienst Twitter kommen nicht von ungefähr. Um seine Marktposition von der reinen Textbasis in Richtung Multimedia zu erweitern, hat sich Twitter den Vine-Dienst einverleibt. So ist es nicht verwunderlich, dass Sie innerhalb der App oft und gerne mit Hashtags und Followern konfrontiert werden. Man kann sich in seinen Twitter-Account einloggen oder ein unabhängiges Vine-Konto erstellen.

Selbst aufgenommene Videos werden vom Service stark komprimiert, auf sechs Sekunden Maximallänge gestutzt und im Netzwerk als Endlosschleifen abgespielt. Allerdings fehlen hier gute Bearbeitungsoptionen für Filme, und auch die populären Filtereffekte im Stil von Instagram lässt der Dienst vermissen. Der große Nachteil von Vine ist jedoch, dass eine PC oder Browser-Variante derzeit nicht existiert. Auch Instagram, die wohl populärste Foto-App für Smartphones mit Community-Funktionen, ist dem Vorbild Vine gefolgt und erlaubt das Verbreiten von Videos. Die Clips dürfen maximal 15 Sekunden lang sein, was deutlich mehr Dramaturgie als bei Vine ermöglicht. Die Auflösung beträgt jedoch gerade einmal 640 x 640 Pixel – sodass sich ausschließlich quadratische Videos aufnehmen und hochladen lassen. Maximal drei Minuten lange Videos in Full-HD kann man beim Foto-Community-Dienst Flickr hochladen. Durch die Restriktion bei der Cliplänge eignet sich Flickr insbesondere für Anwender, die den Dienst ohnehin für ihre Fotos nutzen und nur gelegentlich kurze Filme veröffentlichen möchten.

Weitere erwähnenswerte Clipvideoportale sind Photobucket, Videofy.me, Veoh und Yfrog (siehe Tabelle unten).

Für das Veröffentlichen von Videos vom Smartphone aus muss die korrespondierende Video- App installiert sein.
Vergrößern Für das Veröffentlichen von Videos vom Smartphone aus muss die korrespondierende Video- App installiert sein.

Direkter Upload mit Bordfunktionen

Bei den meisten Smartphones auf Basis von Android oder iOS ist das Hochladen von Videos fester Bestandteil des mobilen Betriebssystems. Dadurch kann man unterwegs aufgenommene Clips auf bequeme Weise aus dem Fotoalbum oder der Galerie heraus bei Diensten wie Youtube, Facebook oder Vimeo posten, ohne die App des jeweiligen Videodienstes aufzurufen. Allerdings ist die Einbindung von Youtube & Co. je nach mobilem Betriebssystem und verwendetem Smartphone-Modell unterschiedlich gelöst. In der Regel steht Youtube zwar als Ausgabeoption in Fotoalbum- oder Galerie-App zur Auswahl, allerdings läuft der Upload selbst nicht über Android oder iOS ab. Stattdessen wird auf dem Smartphone die korrespondierende Videodienste-App gestartet, etwa die Youtube-Software, und der Upload darüber abgewickelt. Deshalb muss die betreffende App auch auf dem Smartphone installiert sein, anderenfalls ist kein Video-Upload möglich.

Die beliebtesten Video-Streaming-Dienste im Vergleich.
Vergrößern Die beliebtesten Video-Streaming-Dienste im Vergleich.
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