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Die besten Boards und Mini-PCs

03.04.2014 | 11:08 Uhr |

Kleinstcomputer sind keine seltenen Exoten mehr. Neben dem Raspberry Pi gibt es noch weitere Boards und Mini-PCs mit ARM-Prozessor. So sehen die großen Brüder aus.

Im Zuge des Raspberry-Erfolgs kamen weitere viele Kleinstcomputer und Platinen mit einem SoC-Kern (System-on-a-Chip) auf dem Markt, die in den meisten Fällen durch leistungsfähigere Hardware glänzen. Wir haben uns vier größere Brüder des Raspberry genauer angesehen. Neben reinen Platinen haben wir dabei auch zwei Kleinstcomputer auf dem Tisch gehabt, die mit ihrer Leistung nicht nur flotte Mediaplayer oder Mini-Server abgeben, sondern durchaus Desktop-Systeme ersetzen können.

Cubieboard 2: Raspberry auf Steroiden

Auf der gegenüber dem Raspberry etwas größeren Platine des Cubiebord sitzt ein Allwinner-A20-Prozessor mit einem 1-GHz-Dualcore-ARM-Cortex-A7 und einer Mali-400P2-Grafikeinheit, die dafür sorgt, dass auch grafische Oberflächen und Applikationen flüssig dargestellt werden. Auf dem Videoausgang unterstützt das Cubieboard damit schon Ultra-HD (2160 p). Man merkt dem Cubieboard allerdings an, dass es eine kleinere Entwickler-Community als der Raspberry Pi hat: Die verfügbare Software taugt teilweise noch nicht für den produktiven Einsatz. Relativ stabil laufen Fedora, Debian, Lubuntu und Android. Mit Open PCTV gibt es auch eine Multimedia-Distribution, die aber zur Zeit noch Probleme mit der Grafikbeschkleunigung und Netzwerkanbindung hat.

Cubieboard: Das Cubieboard ist etwas größer als ein Raspberry. Ungewöhnlich: Die Pinreihen stehen nach unten.
Vergrößern Cubieboard: Das Cubieboard ist etwas größer als ein Raspberry. Ungewöhnlich: Die Pinreihen stehen nach unten.
© Thomas Springer

Das Cubieboard bringt neben viel Leistung die Möglichkeit, SATA-Laufwerke anzuschließen, bis zu 5 Volt auch ohne weiteres Netzteil. Das Betriebssystem logiert in einem Flash-Speicher mit 4 GB, und es gibt einen Micro-SD-Slot. Aktuell werden drei Versionen des Cubieboards verkauft. Das Cubieboard 3 hat mehr RAM, WLAN und GBit-LAN. Es eignet sich daher besonders gut für den Einsatz als NAS.

Fazit: Das Cubieboard 2 ist für jene Nutzer interessant, die im Vergleich zum Raspberry Pi mehr Leistung und mehr Anschlüsse brauchen. Für Bastelprojekte gibt es nur wenige bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Die besten Verwendungsmöglichkeiten des Raspberry Pi

Udoo: Mit seinem großem Kühlkörper und den vielen gesockelten Anschlüssen sieht der Udoo fast schon wie ein kleines Mainboard aus.
Vergrößern Udoo: Mit seinem großem Kühlkörper und den vielen gesockelten Anschlüssen sieht der Udoo fast schon wie ein kleines Mainboard aus.
© Udoo.org

Udoo: Zwei Geräte in einem

Der Udoo ist ein Hybride aus einem Mini-PC und einem Arduino-Microcontroller. Die Platine ist seit Ende 2013 auf dem Markt und ist das Ergebnis einer Crowdfunding-Kampagne. Der Udoo ist in den drei Varianten Basic, Dual und Quad erhältlich, die alle von einem Freescale-i-MX6-Prozessor (ARM-Cortex-A9) angetrieben werden. An RAM ist 1 GB vorhanden, und eine integrierte GPU bringt hardwarebeschleunigte Grafik. An Videoausgängen gibt es HDMI und LVDS-Port, der auf dem Udoo gesockelt ist. Auf der Platine sind zudem Gigabit- LAN-Schnittstelle und WLAN untergebracht. Der Udoo Quad hat zusätzliche einen SATAPort. Die Prozessorleistung hat ihren Preis in Form eines großen Kühlkörpers. Die Input-Pins des verbauten Arduino Due vertragen nur 3,3 Volt, und damit ist nicht jedes Arduino-Zubehör verwendbar. Insgesamt bietet der Udoo 76 GPIOs. Programmiert wird der Arduino über eine gepatchte Arduino-Umgebung in Java, die auf einem externen PC oder direkt auf dem Udoo läuft – dort aber recht langsam. Als Betriebssystemen stehen dem noch jungen System Android, Debian und Ubuntu zur Verfügung. Die kleine Community fängt gerade an sich zu zu formieren. Viele der angebotenen Betriebssysteme laufen noch nicht ganz rund.

Fazit: Linux-affine Bastler mit Arduino-Erfahrung werden sich mit dem Udoo schnell anfreunden. Aus Nutzersicht ist der Udoo eine Kombination aus einem superschnellen Raspberry Pi und einem Arduino-Board.

Cubox Pro: Das würfelformige Design passt gut auf den Schreibtisch. Viel Leistung bei wenig Stromverbrauch zeichnen die Cubox Pro aus.
Vergrößern Cubox Pro: Das würfelformige Design passt gut auf den Schreibtisch. Viel Leistung bei wenig Stromverbrauch zeichnen die Cubox Pro aus.
© Solid-Run

Cubox Pro: Stromsparer im Minigehäuse

Die Cubox Pro wird als Desktop-Ersatz beworben. Je nach Version stecken zwischen 500 MB und 2 GB RAM zusammen mit einem 800-MHz- Marvell-SoC (Cubox Pro) beziehungsweise einem Freescale i-MX6 im Gerät. Die Platine ist in einem Plastikgehäuse untergebracht, aus dem Schnittstellen für LAN, USB, HDMI und eSATA herausgeführt sind. Die Nutzung von Pins für Eigenentwicklungen ist hier nicht vorgesehen. Der Hersteller hat bei der Anpassung des Linux-Systems an die gegebene Hardware gute Arbeit geleistet. Noch flotter arbeitet der Zwerg mit Android. LAN und eSATA machen die Cubox als kleines NAS-System und Mini- Server attraktiv sowie als Mediabox. Die Optik des Gehäuses macht sich auch gut neben dem TV-Gerät. Für die Cubox Pro gibt es aktuell neben Android viele Linux-Distributionen, etwa Ubuntu, Debian, Fedode und Open Suse. Im Betrieb kommt der Kleinrechner laut Hersteller mit 3 Watt aus, und die geringe Wärmeentwicklung im Plastikgehäuse ohne Lüfter lässt diese Angabe plausibel erscheinen.

Fazit: Wer für einen platz- und stromsparenden Desktop-Ersatz zu Kompromissen bereit ist oder eine flotte Mediaserver-Plattform mit niedrigem Stromverbrauch sucht, sollte sich die Cubox ansehen.

Raspberry Pi macht aus jedem Fernseher ein Smart-TV

Utilite Pro: Stabiles Metallgehäuse mit Steckern rundum: Der Utilite Pro bietet viele Schnittstellen nach draußen.
Vergrößern Utilite Pro: Stabiles Metallgehäuse mit Steckern rundum: Der Utilite Pro bietet viele Schnittstellen nach draußen.
© CompuLab

Utilite Pro: Ein Hauch von Luxus

Mit einer Quadcore-CPU, 2 GB RAM, WLAN, Bluetooth und einer 32-GB-SSD stellt der Utilite Pro das Spitzenmodell unter den Kleinstcomputern dar. Der israelische Hersteller Compulab bietet das Gerät auch eine Nummer kleiner mit zwei Kernen und ohne SSD an. Für den Utilite Pro gibt es Ubuntu als Betriebssystem sowie Arch Linux oder die Hacker-Distribution Kali Linux, einige Mediaserver und auch ein Android-Image.

Wir haben den Utilite Pro mit Ubuntu getestet. Der Kleinstrechner zeigt sich dabei durchaus willig und flott, könnte aber mit einer besser angepassten Linux-Version sicher noch mehr Leistung aus der Hardware herausholen. Es gibt kaum eine Community, und bei Problemen ist man auf die Herstellerunterstützung oder eigenes Linux-Wissen angewiesen. Das ist schade, denn in seiner Konzeption ist der Utilite ein bezahlbarer und grundsolider Desktop- Ersatz oder Thin Client, der WLAN, Bluetooth und Audio an Bord hat. Von der SSD bootet das System in Sekunden. Dank der Unterstützung für zwei Monitore ist die Box gut für den Einsatz auf dem Desktop geeignet.

Äußerlich wirken das Gerät und die Stecker so durchdacht und hochwertig, wie es von einem Hersteller von Industrierechnern zu erwarten ist. Die Oberseite des Gehäuses ist aus Aluminium und fungiert auch als Kühlkörper. Sie wird im Betrieb unter Last allerdings sehr warm. Der Stromverbrauch liegt laut Spezifikation trotzdem nur bei maximal 8 Watt.

Fazit: Wer für ein solides Gerät auch etwas mehr ausgibt, ist mit dem Utilite nicht schlecht bedient. Bis die Geräte in größeren Stückzahlen lieferbar sind, sind hoffentlich auch die noch bestehenden Kinderkrankheiten des verwendeten Ubuntu-Systems behoben.

Die Übersicht aller Modelle.
Vergrößern Die Übersicht aller Modelle.
© IDG
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