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Die Tipps des Monats zu Linux-Software

14.07.2014 | 12:21 Uhr |

Diese Tipps bieten Hilfe zu verbreiteten Programmen und Vorstellungen nützlicher Linux-Tools. Zudem geht es ums Aufräumen externer Paketquellen für Debian und Ubuntu.

Skype: Skype-Status auf dem Gnome-Panel

In Gnome 3 kann das Statusmenü unterhalb des Benutzernamens rechts oben die Aufgabe übernehmen, die Verfügbarkeit in Messenger-Diensten wie Google Talk, Facebook, Jabber und AIM festzulegen. Eine Verbindung zu den Diensten lässt sich in den Einstellungen unter „Online-Konten“festlegen. Mit einer Gnome-Erweiterung steuern Sie auch die Erreichbarkeit von Skype direkt über das Gnome-Panel.

Einen echten Vorteil bringt diese Erweiterung jenen Anwendern, die über Skype stets erreichbar sein wollen und das Programm deshalb permanent geöffnet haben. Denn die Erweiterung erlaubt nicht nur eine bequeme Statusänderung mit drei Mausklicks, sondern holt bei Bedarf auch das minimierte Programmfenster mit den Kontakten von Skype in den Vordergrund.

Die Erweiterung liegt auf der Extensions-Webseite von Gnome zur Installation bereit. Bei einem Besuch mit Firefox unter Gnome ist dazu lediglich nötig, den Schalter auf der Webseite zu „On“ umzulegen und dann die Installation in einem Hinweisfenster von Gnome zu bestätigen. Ab einer erneuten Anmeldung und dem Start von Skype ist die Erweiterung nach einer weiteren Bestätigung aktiv. Als Voraussetzung muss Skype installiert sein, ferner Gnome ab Version 3.8. Dies ist die Version, die in Ubuntu 13.10 vorliegt. Open Suse und Fedora sind sowieso schon bei neueren Gnome-Versionen dabei und damit ebenfalls kompatibel.

Lesezeichen überprüfen: Der Bookmarks Checker arbeitet dank mehrerer Threads sehr schnell und durchforstet in wenigen Sekunden umfangreiche Linksammlungen nach kaputten Links.
Vergrößern Lesezeichen überprüfen: Der Bookmarks Checker arbeitet dank mehrerer Threads sehr schnell und durchforstet in wenigen Sekunden umfangreiche Linksammlungen nach kaputten Links.

Firefox: Doppelte und kaputte Lesezeichen finden

Die Sammlung von Browser-Lesezeichen kann im Laufe der Monate leicht ausufern: Es lässt sich kaum vermeiden, dass sich mit der Zeit doppelte oder nicht mehr funktionsfähige Lesezeichen ansammeln.

Der Bookmarks Checker nimmt Ihnendie Mühe ab, die Firefox-Linksammlung nach doppelten Einträgen zu durchforsten. Diese Erweiterung für Firefox/Iceweasel erfüllt mehrere Aufgaben und durchsucht die Lesezeichen auf Wunsch nach doppelten Links sowie URLs, die inzwischen ins Leere gehen. Nach der Installation der Erweiterung und einem Neustart des Browsers ist der Bookmarks Checker einsatzbereit. In der Menüleiste zeigt sich zwischen Adressfeld und Suchfeld ein Stern als neues Symbol. Ein Klick darauf startet das Suchfenster mit einigen Optionen: „Connection Timout“ legt fest, wie viele Sekunden das Tool auf die Antwort einer Webseite warten soll, bis der Link als kaputt markiert wird. Die wichtigste Option ist „Scan Mode“. Hier legen Sie mit „Bad & Other errors“ fest, ob die Suche kaputte Links finden soll oder mit „Duplicates“ doppelte Lesezeichen. In jedem Fall präsentiert die Erweiterung am Ende der Suche eine Liste der Löschkandidaten, die Sie per Klick markieren und dannmit „Delete selected from the browser“endgültig löschen können. Zudem lassen sich erwünschte Dubletten mit „Add to whitelist“ auch zu einer Liste der Ausnahmen hinzufügen.

Bookmarks Checker 2.3.0: Englischsprachige Erweiterung für Firefox zum Auffinden von kaputten und doppelten Lesezeichen, https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/bookmarkschecker (31 KB).

Tolle Tipps für die beliebtesten Linux-Desktops

Menü nur bei Bedarf: Der minimalistisch gestaltete Focuswriter läuft stets im Vollbild und zeigt seine Menüfunktionen erst, wenn der Mauszeiger an den Rand gerückt wird.
Vergrößern Menü nur bei Bedarf: Der minimalistisch gestaltete Focuswriter läuft stets im Vollbild und zeigt seine Menüfunktionen erst, wenn der Mauszeiger an den Rand gerückt wird.

Textverarbeitung: Focuswriter: Schreiben ohne Ablenkung

Bei Textverarbeitungen wie Libre Office Writer und Abiword geht es um einen möglichst großen Funktionsumfang und Kompatibilität mit den weiterhin dominierenden Dokumentformaten von Microsoft. Diesem Ansatz stellt das Programm Focuswriter eine minimalistische Oberfläche gegenüber, bei der nichts von der Arbeit am Text ablenkt.

Der Focuswriter bietet ungestörtes Schreiben: Das Programmfenster von Focuswriter ist stets bildschirmfüllend, während alle Bedienelemente ausgeblendet werden. Der optische Minimalismus heißt aber nicht, dass es keine Funktionen gibt: Eine Menüleiste zeigt sich, wenn der Mauszeiger an den oberen Bildschirmrand gesetzt wird. Hier gibt es Formatierungen, Suchen und Ersetzen sowie in den Voreinstellungen eine Übersicht aller Tastenkombinationen, die Zugriff auf eine Menge Funktionen mehr bieten. Textfarbe und Hintergrund kann man frei definieren.

An Dateiformaten unterstützt derFocuswriter ODT und RTF zur Kompatibilität mit Libre Office, Open Office und Microsoft Office. Focuswriter ist in Ubuntu und Co. in den Standard-Paketquellen enthalten und mit

sudo apt-get install focuswriter

schnell installiert. Fertige Pakete für andere Distributionen wie Debian, Cent-OS, Fedora und Open Suse liefert die Projektwebseite.

Focuswriter 1.4.4: Auf das Wesentliche reduzierte Textverarbeitung mit GNU Public License 3, Download fertiger Pakete unter http://gottcode.org/focuswriter .

Gut gereift: Für jede der installierten Windows-Anwendungen kann man in Playonlinux eine installierte Wine-Version einzeln auswählen. Dies hilft bei vielen widerspenstigen Windows-Anwendungen.
Vergrößern Gut gereift: Für jede der installierten Windows-Anwendungen kann man in Playonlinux eine installierte Wine-Version einzeln auswählen. Dies hilft bei vielen widerspenstigen Windows-Anwendungen.

Wine: Playonlinux - Ausweg bei Problemen mit Wine

Linux-Distributionen mit häufigen Updates und Änderungen sind meist darum bemüht, eine möglichst frische Version von Wine mitzuliefern. Ein Beispiel dafür ist Fedora, das in der aktuellen Version 20 schon auf Wine 1.7.8 aktualisiert hat. Das Resultat kann aber kontraproduktiv sein: Einige Windows-Programme laufen mit brandneuen Wine-Versionen schlechter als mit bewährten älteren Versionen.

Die Wine-Entwickler markieren eine ältere, ausreichend getestete Version der Windows-Kompatibilitätsschicht als stabil und damit fit für den produktiven Einsatz. Die Entwicklerversionen in der Betaphase bekommen dagegen stets eine ungerade Unterversionsnummer wie etwa 1.7.x und dienen eigentlich als Vorschau für experimentierfreudige Anwender.

Wenn eine Linux-Distribution wie Fedora die Entwicklerversion statt der stabilen Wine-Version mitliefert, sind Probleme mit streikenden oder abstürzenden Windows-Programmen, die unter einer älteren Version noch tadellos liefen, keine Seltenheit. Für diese Fälle gibt es aber einen Ausweg: Laufen dringend benötigte Windows-Programme in Wine nach einem Distributions-Update oder Systemwechsel nicht mehr, dann hilft Playonlinux weiter. Dies ist ein Front-End für Wine, das nicht nur Installationshilfen für populäre Anwendungen und Spiele mitbringt, sondern auch eine Versionsverwaltung für Wine. Damit lassen sich fertig abgepackte Wine-Versionen unabhängig von der Wine-Version der Distribution konfliktfrei installieren und verwalten. Playonlinux selbst gibt es für populäre Distributionen als fertiges Paket aus einem eigenen Repository, was die Installation einfach macht:

Ubuntu/Mint: Playonlinux befindet sich in den Standard-Paketquellen, undder Befehl

sudo apt-get install playonlinux curl p7zip-full

installiert das Paket mit allen Abhängigkeiten und Wine.

Debian: Für Playonlinux gibt es ein eigenes Repository, dessen Einbindung mit zwei Befehlen unter www.playonlinux.com/en/download.html erläutert ist. Wine muss mit sudo apt-get install wine nachgerüstet werden.

Fedora: Unter dieser Distribution ist Playonlinux besonders nützlich, da das verfügbare Wine in Fedora stets eine besonders frische Entwicklerversion ist. Zuerst ist es nötig, die RPM-Datei „playonlinux-yum-4-1.noarch.rpm“ von http://rpm.playonlinux.com zu installieren, um das Repository einzurichten:

sudo rpm -ivh http://rpm.playonlinux.com/playonlinux-yum-4-1.noarch.rpm

Danach steht von dort aus Playonlinux zur Installation zur Verfügung:

sudo yum install playonlinux

Wine wird beim ersten Start in der Version 1.2 automatisch in Playonlinux eingerichtet.

Open Suse: Playonlinux liegt im Packman-Repository. Um dies zu aktivieren, gehen Sie in Yast auf „Software -> Software Repositories -> Hinzufügen -> Community/Gemeinschafts-Repositories“. In der Liste aktivieren Sie dann „Packman Repository“, und nach der Aktualisierung der Paketlisten können Sie Playonlinux über „Software -> Software installieren oder löschen“ einrichten. 

Um verschiedene Wine-Varianten manuell zu installieren, dient in Playonlinux der Menüpunkt „Werkzeuge -> Wine-Versionen verwalten“. Sind mehrere Versionen vorhanden, gibt es die Möglichkeit, über die Konfiguration eines installierten Windows-Programms in Playonlinux die bevorzugte Wine-Version festzulegen.

Hilfreiche Konsolen-Befehle für Linux

Kopieren in PDFDateien: Im PDFBetrachter Okular folgt die Textauswahl einem frei definierbaren Rechteck, um Ausschnitte zu kopieren.
Vergrößern Kopieren in PDFDateien: Im PDFBetrachter Okular folgt die Textauswahl einem frei definierbaren Rechteck, um Ausschnitte zu kopieren.

PDF-Bearbeitung: Ausschneiden und Textauswahl mit Okular

Nicht jeder PDF-Betrachter eignet sich gut zum Markieren und Kopieren von Text in die Zwischenablage. Bei mehrspaltigen PDF-Dokumenten folgt die Textauswahl mit der Maus im Gnome-PDF-Betrachter „Evince“ nicht immer dem Textfluss, sondern markiert Textzeilen über die Spalten hinweg.

Genauer arbeitet der Betrachter Okular, der Teil der Programmsammlung von KDE ist und natürlich auch unter allen anderen Desktop-Umgebungen läuft. Das Programm kommt vor allemmit mehrspaltigen PDF-Dokumenten besser zurecht. Im Auswahlmodus kann man in Okular per Maus einen beliebigen rechteckigen Bereich auswählen und als Text in die Zwischenablage kopieren. Okular steht unter allen verbreiteten Linux-Distributionen über den Paketmanager zur Verfügung. Weil es sich aber um ein KDE-Programm handelt, kommen bei einer Installation unter GTK-basierten Desktops wie Gnome, Unity, XFCE, Cinnamon und Mate mit allen Abhängigkeiten einige Dutzend Megabyte zusammen, sofern noch keine anderen KDE-Anwendungen installiert sind. In Debian/Ubuntu verlangt die Installation mit dem Befehl

sudo apt-get install okular

beispielsweise den Download von 60 MB. In Okular gehen Sie in der Menüleiste auf „Textauswahl“, um die Maus in den normalen Auswahlmodus zu schalten. Um gezielt einen bestimmten Ausschnitt mit einem frei skalierbaren Rechteck zu wählen, dient dagegen der Menüpunkt „Extras -> Auswahl“. Den Inhalt des Auswahlrechtecks können Sie dann als Text oder als Bild in die Zwischenablage kopieren.

Externe Repositories samt Paketen entfernen: Das Kommandozeilen-Tool ppa-purge deaktiviert PPAs und ersetzt die von dort installierten Programmpakete automatisch durch die Standardversionen.
Vergrößern Externe Repositories samt Paketen entfernen: Das Kommandozeilen-Tool ppa-purge deaktiviert PPAs und ersetzt die von dort installierten Programmpakete automatisch durch die Standardversionen.

Ubuntu: Externe Paketquellen: PPAs sauber entfernen

Viele neue Programme und Aktualisierungen gibt es für Ubuntu und seine Abkömmlinge zunächst über inoffizielle Paketquellen (PPAs –Personal Package Archives). Beispielsweise liegt Libre Office 4.2 für Ubuntu & Co. aktuell im PPA https://launchpad.net/~libreoffice/+archive/ppa bereit. Nicht immer erfüllen diese Vorabversionen die Erwartungen und laufen stabil. Es gibt Fälle, in denen ein PPA samt den von dort installierten Paketen wieder runter muss vom System.

Den gründlichsten Weg, ein PPA mitsamt seinen Paketen zu entfernen, bietetdas Kommandozeilen-Tool ppapurge. Es steht über den Paketmanager bereit und muss zunächst auf der Kommandozeile mit dem folgendem Befehl

sudo apt-get install ppa-purge

installiert werden.

Um ppa-purge erfolgreich zu verwenden, erwartet das Tool die exakte Angabe des PPAs, das entfernt werden soll. So wird beispielsweise das eingangs erwähnte PPA mit den Vorab-Paketen von Libre Office 4.2 mit folgenden Angaben deaktiviert:

sudo ppa-purge ppa:libreoffice/libreoffice-prereleases

Falls technisch möglich, entfernt derBefehl nicht nur die Pakete aus dem PPA, sondern installiert auch wieder deren offizielle Versionen aus den Standard-Paketquellen.

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