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Die Fritzbox als NAS: So klappt die Einrichtung

30.09.2016 | 09:10 Uhr |

Wer nicht in einen eigenen NAS-Server investieren möchte, kann stattdessen mit der Fritzbox USB-Sticks und externe Festplatten schnell und problemlos im Netzwerk einbinden.

Das Kürzel NAS steht für Network Attached Storage, also einen an das Netzwerk angeschlossenen Speicher. Die Fritzbox ist von Haus aus ein NAS-Server, denn sie bringt einen internen Speicher mit, der ab der Version 7390 mit 512 MB bereits recht ordentlich ausfällt. das reicht aus, um rund 10 Musikalben als MP3-Dateien im Netzwerk abzulegen und Sie für PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones verfügbar zu machen. Zudem bietet die Fritzboxen die Möglichkeit, diesen Speicher mit externen USB-Sticks beziehungsweise USB-Festplatten um ein Vielfaches zu erweitern. Und schließlich kann sie auch auf den Online-Speicher von diversen Anbietern zugreifen. Der gesamte Speicherplatz, ganz gleich, ob intern, extern oder online, lässt sich über eine einzige Bedienoberfläche verwalten.

Als Erstes sollten Sie sich den internen Speicher der Fritzbox ansehen. Die Box hält dafür eine eigene, Explorer-ähnliche Ansicht bereit. Sie erreichen sie nach Aufruf der Bedienoberfläche mit einem Klick auf „FRITZ!NAS“ am oberen rechten Rand. Andere Möglichkeit: Sie tippen „fritz.nas“ in den Browser ein, um direkt dorthin zu springen. Sollte das nicht funktionieren, verwenden Sie die interne IP-Adresse der Fritzbox, also beispielsweise "192.168.178.1/nas". Melden Sie sich mit Ihrem Benutzernamen und dem dazugehörigen Passwort an der Fritzbox an.

Am elegantesten ist aber sicherlich die Einbindung in Windows: Öffnen Sie den Explorer und klicken Sie auf „Netzlaufwerk verbinden“. Wählen Sie danach einen Laufwerksbuchstaben aus, klicken Sie neben „Ordner“ auf „Durchsuchen“ und wählen Sie in der nun folgenden Übersicht auf dem Gerät „FRITZ-NAS“ den Ordner „fritz.nas“ aus. Nach der Bestätigung mit „OK“ bindet der Explorer den Speicher der Fritzbox in seine Übersicht ein. So prüft Windows bei jedem Start, ob das Laufwerk zur Verfügung steht.

Ratgeber: Die zehn besten Tipps und Tricks für die Fritzbox

Tipp: Damit der direkte Zugriff von einem PC auf den freigegebenen Speicher der Fritzbox reibungslos funktioniert, ist es wie immer bei Windows erforderlich, dass auf beiden Geräten der gleiche Benutzer mit identischem User-Namen und Passwort eingerichtet ist. In der Bedienoberfläche der Box erledigen Sie das unter „System“ und „FRITZ!Box-Benutzer“. Aktivieren Sie jetzt die Option „Anmeldung mit FRITZ!Box-Benutzernamen und Kennwort“ auf der Registerkarte „Anmeldung im Heimnetz“.

Wenn Sie den Fritzbox-Speicher mit Inhalten wie MP3-Musik oder Fotos bestücken, sind diese Dateien von jedem Rechner in Ihrem Netzwerk aus erreichbar. Sie können den freien Platz aber auch für den schnellen und einfachen Datenaustausch verwenden.

Die Fritzbox hält für die Anzeige ihrer internen Speicherinhalte einen eigenen Dateimanager bereit. Er bindet aber auch externe Medien wie USB-Sticks und -Festplatten in seine Ordnerstruktur ein.
Vergrößern Die Fritzbox hält für die Anzeige ihrer internen Speicherinhalte einen eigenen Dateimanager bereit. Er bindet aber auch externe Medien wie USB-Sticks und -Festplatten in seine Ordnerstruktur ein.

USB-Speicher anschließen

512 MB sind zwar ausreichend für Hunderte von Office-Dokumenten, oft benötigt man jedoch mehr Platz. Kein Problem: Die aktuellen Fritzbox-Modelle besitzen zwei USB-Ports, über die Sie den Speicher erweitern können. Sie akzeptieren USB-Speicher mit Kapazitäten bis zu zwei Terabyte, die mit den Dateisystemen NTFS, FAT/ FAT32 oder EXT2 formatiert sind.

Bevor Sie allerdings den USB-Stick oder die Festplatte anschließen, müssen Sie zunächst den USB-Fernanschluss konfigurieren. Diese Funktion der Fritzbox dient zum Anschluss von USB-Druckern oder Multifunktionsgeräten, die damit dem gesamten Netzwerk zur Verfügung gestellt werden. Wenn Sie den Fernanschluss bislang noch nicht benutzt haben, brauchen Sie nichts weiter zu unternehmen. Falls doch, vergewissern Sie sich zunächst, dass für die Fritzbox-Bedienoberfläche die erweiterte Ansicht eingeschaltet ist. Gehen Sie daraufhin auf „Heimnetz -> USB-Geräte“ und wechseln Sie zum Register „USB-Fernanschluss“. Sehen Sie nach, ob der Fernanschluss aktiviert ist, und entfernen Sie gegebenenfalls das Häkchen vor „USB-Speicher“. Bestätigen Sie mit einem Klick auf den Button „Übernehmen“.

Video: Fritzbox - So machen Sie ein Firmware-Update

Dann können Sie den USB-Stick oder die Festplatte an die Fritzbox anschließen. Es empfiehlt sich, die Dateien zuvor an der USB-Buchse Ihres PCs auf den Speicher zu überspielen. Das ist deutlich schneller, als wenn Sie die Dateien später über das Netzwerk an den USB-Anschluss der Fritzbox schicken. Nachdem Sie den Stick oder die Platte angeschlossen haben, werden die Daten von der Fritzbox automatisch indexiert, das kann bei großen Medien einige Zeit dauern. Anschließend taucht der Speicher in der Übersicht von „FRITZ.NAS“ und auch im Windows-Explorer auf.

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Tipp: Falls Sie den USB-Speicher über den Explorer mit Dateien bestücken, werden sie eventuell nicht indexiert. Sie müssen die Aktualisierung des Index manuell anstoßen. Gehen Sie dazu in der Fritzbox-Oberfläche auf „Heimnetz -> Speicher (NAS)“ und klicken Sie neben dem Eintrag des USB-Geräts auf „ist erstellt“. Alternativ lässt sich der Datei-Index auch an einem UPnP-fähigen Abspielgerät beziehungsweise -programm aktualisieren.

Hinweis: Ein wichtiger Nachteil der Fritzbox gegenüber einem echten NAS sei hier nicht verschwiegen. Aufgrund des vergleichsweise schwachen Prozessors der Fritzbox kommt sie lediglich auf Übertragungsraten von rund 10 bis 15 MB pro Sekunde bei USB-3.0-Geräten. Selbst günstige NAS-Geräte erreichen beim Lesen Datenraten von 100 MB/s und mehr.

Bevor Sie das USB-Medium anschließen, ist es wichtig, dass Sie den USB-Fernanschluss für den Speicher deaktivieren. Ansonsten werden die Speichersticks und Festplatten nicht erkannt.
Vergrößern Bevor Sie das USB-Medium anschließen, ist es wichtig, dass Sie den USB-Fernanschluss für den Speicher deaktivieren. Ansonsten werden die Speichersticks und Festplatten nicht erkannt.

Online-Speicher einbinden

Manche Provider bieten ihren Kunden einige Gigabyte kostenlosen Online-Speicher an. Am besten binden Sie diesen zusätzlichen Speicherplatz über die Fritzbox in Ihr Netzwerk ein. So haben Sie von allen Computern aus Zugriff darauf. Es gibt dabei allerdings eine Einschränkung: Sie können nämlich nur dann einen Online-Speicherdienst einrichten, wenn Sie bereits ein USB-Medium konfiguriert haben, am besten eine Festplatte. Die Fritzbox benötigt sie als Zwischenspeicher beim Upload und Download von Dateien.

NAS-Server einrichten - so ist der Speicher aus dem Web erreichbar

Rufen Sie dazu „Heimnetz“ und „Speicher (NAS)“ auf. Im Abschnitt „Online-Speicher Einstellungen“ finden Sie eine Auswahlliste mit mehreren Anbietern wie 1&1, Box, Freenet, GMX, Strato HiDrive, Telekom und Web.de. Im Rahmen der automatischen Konfiguration der Fritzbox tragen einige Provider die Zugangsdaten gleich für Sie ein. Ansonsten wählen Sie bei „WebDAV-Anbieter“ einen Hosting-Anbieter und geben darunter die E-Mail-Adresse oder Ihren Benutzernamen und das dazugehörige Kennwort ein.

Leider ist es aber nicht möglich, hier populäre Dienste wie Dropbox oder Onedrive einzubinden. Schuld daran ist das Web-DAV-Protokoll, das die Fritzbox nutzt. Web-DAV steht für Web-based Distributed Authoring and Versioning und ist eine Erweiterung des HTTP-Standards für Online-Festplatten. Es wird allerdings von Dropbox und anderen Diensten dieser Art nicht unterstützt. Nur über Dienste wie Otixo lässt sich der Speicher doch einbinden. Otixo fasst mehrere Cloud-Speicher (Spaces) zusammen und erlaubt den Web-DAV-Zugriff darauf. Kostenlos gibt es einen Speicherplatz und eine maximale Dateigröße von 250 MByte. Für 9,99 US-Dollar monatlich gibt es keine Größenbeschränkung und Zugriff auf 10 Speicherplätze.

Mediaserver für Fotos, Videos und Musikdateien aktivieren

Die Fritzbox und die an ihr angeschlossenen Speichermedien lassen sich auch als Mediaserver für andere Geräte im Netzwerk verwenden. Das bedeutet, dass Sie dort Ihre Audio-und Video-Files ablegen, die dann im Netzwerk von geeigneten Mediaplayern als Stream abgespielt werden können. Auf diese Weise organisieren Sie eine Art private Radio-und Fernsehstation, die an jedem PC, Smartphone und Tablet sowie anderen unterstützten Geräten in Ihrem Netzwerk empfangen werden kann.

Zunächst schalten Sie den Mediaserver ein. Klicken Sie dazu unter „Heimnetz“ auf „Mediaserver“ und machen Sie ein Häkchen bei „Mediaserver aktiv“. Markieren Sie darunter die Medienquellen, die der Server verwenden soll, und drücken Sie auf „Übernehmen“. Auch das Streaming von Internetradios und Podcasts lässt sich hier einrichten. Um auf die Medien zuzugreifen, eignen sich der VLC Media Player und der Windows Media Player. Letzterer erkennt den Mediaserver der Fritzbox automatisch und zeigt ihn in seiner Übersicht an.

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