1775010

Die Crème de la Crème der Cloud-Anbieter im Test

21.06.2013 | 13:01 Uhr |

Kostenlose Cloud-Dienste bieten Platz für Bilder, Musik, PDFs und Dokumente – und gleichen Daten automatisch ab. Wir haben die führenden Anbieter für Sie getestet.

Online-Dienste wie Google Drive, Box, Dropbox und Telekom Cloud bieten Speicherplatz im Netz und machen das Austauschen und Synchronisieren von Dateien zwischen verschiedenen Geräten recht einfach – unabhängig vom Betriebssystem. Weil die Daten beim Cloud-Speicher außerhalb der eigenen vier Wände auf einem Online-Server abgelegt werden, genügt ein Internetzugang, um Dokumente abzurufen und neue abzulegen. Cloud-Dienste lassen sich auf mehreren Rechnern und Mobilgeräten gleichzeitig verwenden. Werden Dateien an einem Speicherort hinzugefügt, geändert oder gelöscht, aktualisiert der Dienst via Internet ebenfalls alle anderen Speicherorte.Eine ungemein praktische Sache ist das Freigeben von Ordnern und Dateien für andere Nutzer per Link oder Freigabe, damit diese enthaltene Dokumente oder Bilder betrachten oder auch verändern können.

Zugriff im Browser, über Tools und über Apps

Auf dem PC erfolgt der Zugriff im Browser oder im Windows-Explorer, für Android und iOS halten fast alle Anbieter entsprechende Gratis-Apps bereit. Darin lassen sich Dokumente, Bilder, Videos und Musik vom Datenspeicher etwa auf dem Smartphone öffnen, auf das Gerät kopieren und auch hochladen. Bei den meisten Diensten erhält man bis zu 5 GB Speicherplatz kostenlos – bei der Telekom Cloud sind es sogar 25 GB, und bei Box gibt es immer mal wieder Sonderaktionen mit 50 GB Gratis-Speicher. Wer mehr als die Basiskapazität wünscht, kann zusätzli chen Speicher über ein kostenpflichtiges Abonnement dazubuchen. Zur Auswahl stehen dabei Monats- und Jahresabonnements.

Mithilfe von Add-ons und Webdiensten kann der Cloud-Speicher je nach Anbieter noch ein ordentliches Stück weiter aufgebohrt werden. Entsprechende Apps gibt es vor allem für den Branchen-Primus Dropbox.

Die wichtigsten Cloud-Begriffe erklärt

Vorteile und Probleme des flexiblen Überall-Speichers

Online-Bildbetrachter: Dropbox zeigt im Online-Speicher abgelegte Fotos auf Wunsch in einer ansprechenden Fotoansicht mit Download-Möglichkeit für Einzelmotive an.
Vergrößern Online-Bildbetrachter: Dropbox zeigt im Online-Speicher abgelegte Fotos auf Wunsch in einer ansprechenden Fotoansicht mit Download-Möglichkeit für Einzelmotive an.

Online-Speicher kann den USB-Stick und externe Festplatten für den Datentransport ersetzen. Er eignet sich hauptsächlich für Dateien, die Sie nicht dauernd brauchen, auf die Sie aber flexibel zugreifen wollen – beispielsweise auf Bilder, die Sie woanders zeigen möchten, oder für den Musikgenuss unterwegs. Einige Online-Speicher lassen sich als lokale Festplatte einbinden – der Abgleich findet dann im Hintergrund statt: Damit sind die Dateien auf jedem Gerät immer aktuell.

Für sehr viele oder sehr große Dateien eignet sich Online-Speicher jedoch weniger gut: Bei vielen Anbietern dürfen Sie nämlich nur Dateien bis zu einer bestimmten Größe hochladen. Außerdem bremst die Upload-Datenrate des Internetanschlusses das Hochladen. Bei Cloud-Speicher geben Sie Ihre Dateien zumeist aus der Hand: Informieren Sie sich, ob und wie der Anbieter Ihrer Wahl die Dateien gegenüber Dritten sichert. Für den Datenschutz ist es von Vorteil, wenn sich der Speicher in Deutschland oder ei nem anderen EU-Land befindet. Wer auf Sicherheit Wert legt, verschlüsselt die Daten vor dem Ablegen in der Cloud.

So melden Sie sich an

Zur Anmeldung und zur Nutzung von Online-Speicherplatz brauchen Sie zunächst keine weitere Software, sondern nur Ihren Browser. Jeder Nutzer erhält nach der Registrierung einen Benutzernamen und ein Kennwort für den Zugang. Danach lassen sich bereits Dateien über den Browser auf der Online-Festplatte speichern.

Speicher statt Bücher bei Amazon Cloud Drive

Der Online-Shop-Gigant Amazon bietet Privatnutzern 5 GB kostenlosen Online-Speicherplatz über das Amazon Cloud Drive nebst passendem Client-Tool für Windows an.
Vergrößern Der Online-Shop-Gigant Amazon bietet Privatnutzern 5 GB kostenlosen Online-Speicherplatz über das Amazon Cloud Drive nebst passendem Client-Tool für Windows an.

Bei Amazon können Sie nicht nur Produkte aller Art bestellen, sondern auch Ihre Daten lagern. Möglich macht das die Online-Festplatte Amazon Cloud Drive , auf der jeder Nutzer gratis 5 GB an Dateien hochladen und dann von überall aus darauf zugreifen kann. Der Dienst unterstützt nicht den Download mehrerer Dateien auf einmal. Ist das ein Problem für Sie, gehen Sie besser zu einem anderen Anbieter. Achtung: Als Nutzer müssen Sie Amazon die Erlaubnis einräumen, die gelagerten Daten auf Konformität mit der Nutzungsvereinbarung und etwaige Verstöße zu untersuchen. Falls Dateien verloren gehen, hat der Anwender übrigens Pech gehabt: Für die Sicherung der Daten ist laut Vereinbarung der Benutzer selbst verantwortlich.

Megaupload-Nachfolder "Mega" ausprobiert

Box: Underdog mit gutem Funktionsumfang

Permanent gesichert, Zugriff von unterwegs, immer verfügbar: Der Online-Speicherplatz bei Box bietet viele Vorteile.
Vergrößern Permanent gesichert, Zugriff von unterwegs, immer verfügbar: Der Online-Speicherplatz bei Box bietet viele Vorteile.

Über den Dienst Box (5 GB gratis) können Anwender im Browser, über ein handliches Client-Programm und über ansprechende Apps für Android und iOS Dateien verwalten und neue Dokumente hochladen. Klickt oder tippt man eine Datei an, erscheint ein Dialog, über den man das Dokument öffnen, es als Mailanhang versenden, durch eine neue Dateiversion ersetzen, umbenennen oder löschen kann. Die Bedienerführung im Browser ist ansprechend. Clever gelöst ist die Einbindung der Text- und Tabellenfunktion von Google: Innerhalb der Box-Browser-Umgebung lassen sich Dokumente anlegen und einsehen, zur Bearbeitung wird die Google-Web-App in einem separaten Browser-Fenster gestartet.

Die Cloud-App läuft schnell und einwandfrei und ist einfach zu bedienen. Dateien lassen sich in der App zur Offline-Nutzung lokal zwischenspeichern. Via „Search“ findet man Dateien in der Box. Freigaben sind innerhalb der Box-App nicht möglich. Über eine Leiste kann der Nutzer auf die Startseite und auf die zuvor aufgerufenen Seiten zurückkehren. Nicht bei allen Icons ist auf Anhieb zu erkennen, was sich dahinter verbirgt.

Dropbox: Klassiker mit regelmäßigen Erweiterungen

Dropbox hat das Client-Tool für Windows überarbeitet. In der Version 2.0 zeigt es eine Übersicht über die letzten Änderungen samt Schnellfreigabemöglichkeit an.
Vergrößern Dropbox hat das Client-Tool für Windows überarbeitet. In der Version 2.0 zeigt es eine Übersicht über die letzten Änderungen samt Schnellfreigabemöglichkeit an.

Dropbox ist der populärste Netzspeicherdienst überhaupt und ging im Jahr 2007 an den Start. Zunächst war Dropbox zur Synchronisierung mehrerer PCs gedacht. Nutzer von Dropbox laden täglich eine Milliarde Dateien hoch, wie auf dem Mobile World Congress in Barcelona verraten wurde. 100 Millionen Anwender nutzen den Dienst dem eigenen Bekunden nach auf insgesamt 500 Millionen Geräten, also im Schnitt fünf pro Person, wohl aber nicht gleichzeitig, sondern im Laufe der Jahre. Innerhalb von jeweils 24 Stunden sollen rund eine Milliarde Dateien auf die Server von Dropbox hochgeladen werden.

Dropbox verfügt über ein ausgezeichnetes Client-Tool für Windows-PCs, das nun in der Version 2.0 vorliegt. Darüber lassen sich alle für das Hoch- und Herunterladen sowie das Abgleichen von Ordnern relevanten Einstellungen vornehmen. Zudem gibt es ausgereifte Zugriffs-Apps für Android und iOS. Damit lassen sich Ordner, die im Internet liegen, durchsuchen, betrachten und an andere Apps weiterreichen. Im Unterschied zum Dropbox- Client am Computer synchronisiert die Dropbox-App auch in der neuesten Version Daten nicht automatisch – der Zugriff erfolgt stets online. Markiert der Nutzer in der App eine Datei als persönlichen Favoriten, erstellt die App automatisch eine lokale Kopie, die sich auch ohne Internetverbindung verwenden lässt. Bei Dropbox gibt es 2 GB Speicher kostenlos, durch verschiedene Aktionen kann man zusätzlichen Gratis-Speicher bekommen. Nutzer von Samsung-Smartphones erhalten übrigens 50 GB Speicher für zwei Jahre kostenlos, bei neueren HTC-Geräten müssen sich die Besitzer mit der Hälfte an Bonusspeicher begnügen.

Mit Myfritz einen privaten Cloud-Speicher einrichten

Google Drive: Einfaches Office-Paket mit an Bord

Das Online- und Synchro-Laufwerk Google Drive ersetzt und er weitert das bisherige Dokumenten-Sharing Google Docs („Text und Tabellen“) und ergänzt es um allerlei Webviewer – unter anderem sogar für Photoshop-Dateien – wie auch Programme zur Integration in den Windows- Explorer und Mac-Finder. Zudem sind kostenlose Apps für Android- und iOS-Geräte verfügbar. Privatanwender und kommerzielle Nutzer können in Google Drive bis zu 5 GB Daten kostenlos ablegen, für eine größere Kapazität wird dann eine Monatsgebühr fällig. Neue Inhalte lassen sich damit ebenfalls hinzufügen. Gut: Google ermöglicht es externen Entwicklern, den Online-Speicher über Programmierschnittstellen (APIs) für ihre eigenen Anwendungen zu nutzen.

Mediencenter: Speicherplatz in der Telekom-Cloud

Für das Mediencenter in der Telekom Cloud spricht neben dem großzügigen Gratis-Speicherplatz von 25 GB auch der Server-Standort in Deutschland.
Vergrößern Für das Mediencenter in der Telekom Cloud spricht neben dem großzügigen Gratis-Speicherplatz von 25 GB auch der Server-Standort in Deutschland.

Über den Cloud-Dienst der Telekom und die zugehörige Mediencenter-Software für Windows, Android und iOS können Nutzer bis zu 25 GB eigene Daten im Netz speichern und von zu Hause am PC aus oder von unterwegs per Smartphone oder Tablet darauf zugreifen. Positiv: Der Dienst ist nicht auf Telekom- Kunden beschränkt. Jeder kann sich gratis anmelden und erhält dann eine kostenlose Telekom-Mailadresse für das Mediencenter. Die App für mobile Geräte präsentiert sich in ansprechender Aufmachung mit großen Symbolen am oberen Rand des Displays. Darüber greift man auf Fotos, Musik und Videos zu und erstellt, löscht oder bearbeitet Ordner. Über die Funktion „Share“ steuert der Anwender Dateifreigaben.

Skydrive: Rund eine Milliarde Dokumente gespeichert

Mit Skydrive von Microsoft können Sie Ihre Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien von überall abrufen und Daten wie bei Dropbox über das Internet austauschen und abgleichen. Skydrive ist in Windows 8 eingebaut. Mit einem Microsoft-Konto erhalten Sie einen kostenlosen Skydrive-Speicher mit 7 GB Platz, Altnutzern des Skydrive-Dienstes stehen sogar 25 GB zur Verfügung.

Der Online-Speicherplatz wird unter Windows 8 zu einem zentralen Speicherort für Fotos, Dokumente und sogar für Apps. Wenn Sie sich bei Windows 8 mit einem vorhandenen Microsoft-Konto angemeldet haben, können Sie direkt auf Ihren Skydrive-Ordner zugreifen. Für ältere Windows-Versionen installiert man den Skydrive-Client.

Microsoft hatte im März einen neuen Meilenstein bei seinem Cloud-Dienst Skydrive zu verkünden. „Unsere Kunden speichern über eine Milliarde Office-Dokumente auf Skydrive“, heißt es in einem Blog-Eintrag. Vom Erfolg des Konkurrenten Dropbox ist Skydrive aber nach wie vor weit entfernt.

Kürzlich spendierte Microsoft Skydrive einige neue Funktionen, die den Austausch von Dateien über die Cloud erleichtern sollen. So lassen sich beispielsweise auf Skydrive abgelegte Dokumente nun auch bearbeiten, ohne dass ein zusätzlicher Log-in beim Online- Dienst erforderlich wäre. Dazu sendet man einem Kontaktpartner einen entsprechenden Link zu dem Office-Dokument, das dieser dann über Office Web Apps nicht nur öffnen, sondern auch online bearbeiten kann.

Teamdrive: Cloud-Dienst für Arbeitsgruppen

Teamdrive überwacht für Sie beliebige Ordner in Ihrem Dateisystem und synchronisiert die Inhalte verschlüsselt mit weiteren PCs, Smartphones und Tablets. Alle Dateien, die Sie in den neuen Ordner speichern, werden jetzt immer automatisch komprimiert und verschlüsselt in die Cloud kopiert. Sie stehen zum Austausch mit anderen Geräten oder Freunden bereit, die Sie mithilfe der Funktion „Mitglied einladen“ hinzufügen. Von den anderen Space- Mitgliedern verursachte Änderungen werden auf dem Android-Gerät angezeigt. Wählen Sie die gewünschte Datei aus und laden Sie sie auf Ihr Android-Gerät, etwa auf die SDKarte. Gut: Sie können auch Cloud-Speicher anderer Anbieter einbinden.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1775010