Windows-Befehle

Die wichtigsten CMD-Befehle für Windows zur Netzwerk-Analyse

13.08.2015 | 08:41 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Windows stellt eine Reihe von leistungsfähigen Befehlen zur Verfügung, mit denen nicht nur Administratoren und Webmaster, sondern auch Endanwender schnell ihr Netzwerk oder ihre Internetverbindungen überprüfen und konfigurieren können. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Befehle für die Kommandozeile alias CMD von Windows XP, Vista und Windows 7 sowie Windows 8 vor. Update 12.8.: Netsh für WLAN wurde aufgenommen.

Auf den nächsten Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Windows-Befehle für Ihr Netzwerk und Ihre Internetverbindung vor, die Sie im CMD-Fenster von Windows eingeben können. Sie erfahren unter anderem, wie Sie die Mac-Adresse ermitteln, was es mit Arp auf sich hat, wie Sie die IP-Adresse Ihres Rechners herausbekommen und die Route Ihrer Datenpakete verfolgen. Wie Sie ganz einfach und schnell testen, ob Ihr Rechner überhaupt eine Verbindung ins Internet aufbauen kann und wie die Netzwerk-Konfiguration Ihres PCs konkret aussieht. Falls Sie einen Trojaner auf Ihrem PC vermuten, so stellen wir Ihnen einen Windows-Befehl vor, mit dem Sie eine solche unerwünschte Verbindung aufspüren können und alle geöffneten Internetverbindungen Ihres Rechners anzeigen.

Wir haben die CMD-/Kommandozeilen-Befehle mit Windows XP, Vista und Windows 7 getestet, weil diese Betriebssysteme im professionellen Umfeld/Unternehmenseinsatz immer noch am weitesten verbreitet sind. In der Regel sollten die CMDs aber auch mit Windows 8 funktionieren. Öffnen Sie das CMD-Fenster/die Eingabeaufforderung unter Windows 8, indem Sie "cmd" in das Suchen-Feld der Seitenleiste von Windows 8 eingeben und in der daraufhin erscheinenden Trefferliste auf "Eingabeaufforderung" klicken. Noch schneller öffnen Sie die Eingabeaufforderung mit dieser Tastenkombination: "Windows-Taste" + "R" drücken und dann "cmd" eintippen.

Hinweis zur Terminologie: Für alle Windows-Versionen ab Windows 2000 ist die korrekte Bezeichnung für das Fenster, in das Sie die CMD-Befehle eingeben, "Eingabeaufforderung" beziehungsweise "Kommandozeilen-Interpreter". Die CMD-Befehle nennt man "Kommandozeilen-Befehle" oder auch "Windows-Befehle". Die Bezeichnungen "DOS-Fenster" und "DOS-Befehle" sind dagegen streng genommen nicht mehr korrekt und gelten für die Zeit vor Windows 2000. Wir verwenden in diesem Artikel jedoch alle Bezeichungen abwechselnd.

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So geht's mit CMD: Windows-Befehle eingeben

Um die Windows-Befehle einzugeben, gehen Sie immer so vor: Öffnen Sie bei Windows XP eine Eingabeaufforderung über Start, Ausführen. Tippen Sie cmd ein und drücken Sie Return. Unter Vista geben Sie bei „Suche starten“ cmd ein. Unter Windows 7 gehen Sie über den Start-Button zu "Programme/Dateien durchsuchen" und geben dort "cmd" ein. Sie Daraufhin öffnet sich ein DOS-Fenster, in dem Sie die Kommandozeilenbefehle eingeben. Wenn Sie einen Befehl eingetippt haben, müssen Sie danach immer Return drücken, um ihn auszuführen. Ruckzuck sehen Sie dann das Ergebnis.

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Hinweis: Die Screenshots stammen teilweise von Windows Vista Home, von Windows XP Professional und von Windows 7 Pro. Je nach dem von Ihnen eingesetztem Windows-System kann die Darstellung und die genaue Benennung der Eingabeaufforderung etwas abweichen. Zudem stehen nicht auf allen Rechnern alle DOS-Befehle gleichermaßen zur Verfügung.

Windows-Version auf der Kommandozeile ermitteln
Vergrößern Windows-Version auf der Kommandozeile ermitteln

Generelle Tipps zum Konsolenfenster:

1. Falls Sie wissen wollen, welche Windowsversion Ihnen zur Verfügung stellt, geben Sie einfach "ver" im Konsolenfenster ein. Dabei zählt Microsoft aber anders, als Sie das vermutlich erwarten. Liefert Ihnen der ver-Befehl beispielsweise "6.1" als Ergebnis, so ist damit Windows 7 gemeint. Auf sehr alten Rechnern ermitteln Sie damit auch die DOS-Version.

2. Falls Sie weitergehende Informationen zu einem bestimmten DOS-Befehl benötigen, geben Sie help "und den gesuchten BEFEHL" ein. Allerdings existiert diese Hilfefunktion nur für gängige DOS-Befehle, bei weniger geläufigen Befehlen wie netsh hilft eine alternative Hilfeanfrage weiter: netsh /?.

3. Wie bei Linux können Sie auf der Kommandozeile mit der "Pfeil nach oben"- und der "Pfeil nach unten"-Taste zwischen bereits eingegebenen Befehlen navigieren und diese damit bequem erneut ausführen.

4. Wenn Sie den Rechner runterfahren wollen und Sie gerade ein DOS-Fenster offen haben, dann können Sie durch Eingabe von shutdown samt dem passenden Parameter den PC runterfahren.

5. whoami: Zeigt Benutzername und Rechnername

Tippen Sie whoami (englisch für wer bin ich?) ein. Windows zeigt Ihnen darauf den Namen Ihres PCs und Ihren Benutzernamen an.

6. cls: Bildschirminhalt löschen

Wenn Sie bereits mehrere Befehle in einem Konsolenfenster eingetippt und dementsprechend viele Ausgaben erhalten haben, verlieren Sie vielleicht den Überblick. Ordnung schafft cls (clear screen) und das Fenster ist wieder leer.

7. path: zeigt Pfade für ausführbare Daten an

Mit path können Sie sich die Verzeichnisse anzeigen lassen, in denen Sie Dateien ablegen, die sich von der Kommandozeile aus direkt starten lassen können ohne dass Sie in das betreffende Verzeichnis wechseln müssen. Sie können Verzeichnisse hinzufügen, indem Sie entweder Path oder das Menü des Windows-Explorers nutzen.

cleanmgr.exe/d c:
Vergrößern cleanmgr.exe/d c:

Sie können die in Windows integrierte Datenträgerbereinigungs-Funktion auch im Kommandozeilenfenster nutzen. Geben Sie das diesen Befehl ein (unser Screenshot entstand auf einen Windows 7-PC, der Befehl funktioniert aber auch unter Windows 8.1): cleanmgr.exe/d c:

Gegebenenfalls müssen Sie "c:" noch durch den Laufwerksbuchstaben ersetzen, der bei ihrem System richtig ist. Die Datenträgerbereinigung von Windows benötigt nun einige Zeit, um die nicht mehr benötigten Dateien auf dem System zu ermitteln und zu berechnen, wie viel Speicherplatz durch das Löschen der Dateien freigegeben werden kann. Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich Haken bei "Temporäre Internetdateien", "Heruntergeladene Programmdateien" und "Temporäre Dateien" setzen, um zusätzlichen Speicherplatz freizugeben, der unnötig vom System belegt wird.

Ausgabe in Datei umleiten

Nicht immer ist es für die Analyse ideal, wenn die Ausgabe von Befehlen auf dem Bildschirm vorbeirauscht. Sondern für die Analyse benötigt der Profi-Anwender besser eine Datei mit allen Daten. Das lässt sich leicht bewerkstelligen: Monitor-Ausgaben von Befehlen können Sie auch in eine Datei umleiten. Ein Beispiel: netstat -o >C:\offeneports.txt erstellt die Text-Datei offeneports neu und speichert darin die geöffneten Ports und die bestehenden Internetverbindungen. Wenn Sie statt des „>“ ein „>>“ verwenden, wird die Ausgabe an den bereits bestehenden Datei-Inhalt angehängt.

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