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Die wichtigsten ARM-Prozessoren

19.12.2011 | 09:15 Uhr |

Angefangen hat der Siegeszug der ARM-CPUs im Jahr 1985 - damals kam der „ ARM2 “ auf den Markt. Der Prozessor war mit acht Megahertz getaktet und erreichte für damalige Verhältnisse unglaubliche vier MIPS (Millionen Instruktionen pro Sekunde).

Mit der ARM-Lizenz kocht jeder sein eigenes Süppchen: Chips verschiedener Hersteller mit ARM-Kern.
Vergrößern Mit der ARM-Lizenz kocht jeder sein eigenes Süppchen: Chips verschiedener Hersteller mit ARM-Kern.
© Qualcomm, Nvidia, Texas Instruments, Apple

Seitdem ist viel passiert. Heute bietet ARM vier Prozessor-Familien an. Die CPUs der etwas in die Jahre gekommenen ARM7-Serie werden heute nur noch in Geräten der unteren Preis-Leistungsklasse verbaut. Die Chips basieren auf einer Architektur aus dem Jahr 1994, die in den Folgejahren sehr erfolgreich war. Mehr als zehn Milliarden Prozessoren dieses Typs leisten ihre Dienste in einfachen elektronischen Geräten.

Die ARM9 -Reihe besteht aus drei Einkern-Prozessoren, etwa für die digitale Signalverarbeitung oder Java-Anwendungen. Insgesamt fünf Milliarden CPUs dieser Familie wurden bisher produziert. Diese Serie hat weltweit auch die meisten Lizenznehmer.

Deutlich mehr Leistung bringen CPUs der ARM11 -Serie. Diese Chips haben einen bis vier Kerne, die mit jeweils bis zu 1 GHz getaktet sind. Sie kommen insbesondere in aktuellen Smartphones zum Einsatz.

Die derzeit schnellsten Pferde aus dem Hause ARM sind in der Cortex-Familie zu finden. Diese Prozessoren treiben Oberklasse-Smartphones und künftig auch Notebooks und einfache Server an.

Weil ARM als reiner Lizenzgeber lediglich Lizenzen und CPU-Blaupausen verkauft, gibt es eine Unmenge an unterschiedlichen ARM-CPUs. Apple, Samsung, Motorola und Co. drücken dem Chip-Design meist einen eigenen Stempel auf, um sie besser an individuelle Anforderungen anzupassen.

So kommt im iPhone 4 beispielsweise der „Apple A4“ zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein System on a Chip (SoC) mit integrierter ARM-Cortex-A8-CPU. Der Apple A4 wird von Samsung produziert und auch in Samsung-Smartphones verbaut.

Auch Qualcomm hat einen eigenen SoC mit ARM-Kern entwickelt, der sich Snapdragon nennt und mit 1 GHz taktet. Texas Instruments nennt seine aktuelle ARM-Konstruktion im gleichen Leistungsbereich OMAP 4. Nvidia hat den Tegra 2 zu bieten, der in vielen aktuellen Tablets steckt, zum Beispiel dem Acer Iconia Tab A100 und A500, dem Samsung Galaxy Tab 10.1, dem Motorola Xoom und dem LG Optimus Pad. Im Frühjahr 2012 soll der nochmals verbesserte Tegra 3 die Konkurrenz in ihre Schranken weisen.

Der texanische Halbleiter-Hersteller Freescale hat kürzlich neue ARM-CPUs angekündigt, die mit bis zu vier Kernen auf der Basis des Cortex-A9-Chips von ARM mit jeweils 1,2 GHz ausgestattet sein sollen. Die Serie mit dem Namen i.MX 6 soll Smartphones, Tablets und Auto-Infotainment-Systemen neue Kräfte verleihen. Sogar Spielekonsolen hat der Hersteller im Visier.

Freescale spart dabei nicht mit mutigen Versprechungen: Geräte, die mit dem i.MX 6 ausgestattet sind, sollen bis zu 24 Stunden am Stück Full-HD-Videos abspielen können und im Standby bis zu 30 Tage durchhalten. Die CPUs sollen zudem mit vier Shadern, USB 2.0-Unterstützung, SATA- und PCI-Express-Anbindungen sowie HDMI 1.4 daherkommen.

Der Boom auf dem Markt für ARM-Prozessoren wirft auch alte Regeln über den Haufen. Erst kürzlich äußerte sich AMD-Sprecher Mike Silverman gegenüber Mobile Tech Today mit den Worten: „Wir stehen am Wendepunkt - wir müssen das alte „AMD kontra Intel“-Prinzip vergessen, denn darum geht es nicht mehr.“ Besonders in US-Medien wird dieses Zitat viel diskutiert - dahinter steht vermutlich die Erkenntnis, dass der neue Konkurrent ARM für AMD gefährlicher ist, als es Intel jemals war. Denn der Markt, um den es geht, ist schon jetzt fast ausschließlich von ARM besetzt. Man sollte sich nicht wundern, wenn AMD in naher Zukunft einen eigenen Vorstoß auf den CPU-Markt für mobile Gerät wagt, ähnlich wie Intel das mit seiner Atom-Reihe versucht.

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