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Die optimale App für Videoschnitt

10.07.2014 | 15:15 Uhr |

Aufnehmen lassen sich Videos mit den Bordwerkzeugen Ihres Smartphones. Zum Zurechtstutzen der Clips brauchen Sie aber eine Schnitt-App, die optimal zu Ihren Anforderungen passt.

Hippe Videos bestehen nur selten aus einem Clip – meist entsteht ein Werk aus mehreren Filmschnipseln, die ihre Wirkung in der richtigen Reihenfolge entfalten. Mit dem nötigen Schnitt müssen Sie aber nicht warten, bis Sie wieder am PC sitzen – das geht auch direkt am Smartphone. Zum Zurechtstutzen und Zusammenschneiden des Rohmaterials brauchen Sie eine geeignete Schnitt-App. Die Hersteller solcher Apps werben gern mit Aussagen wie „macht das Handy zum Schnittplatz für Videofilme“. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass beim Bearbeiten von Clips am Smartphone vor allem schnelle, sehenswerte Ergebnisse im Vordergrund stehen und weniger die Präzision. Dementsprechend sind die Hauptfunktionen der Apps auch Kürzen, Teilen und Anordnen von Videoschnipseln, Blenden und Übergänge sowie das Betiteln und Nachvertonen von Videoaufnahmen. Was darüber hinausgeht, erledigt man einfacher und schneller mit der Maus, einem großen Bildschirm und einem Videoschnittprogramm für den PC. Das Veröffentlichen der fertigen Clips im Netz erledigen die Apps ebenfalls.

Das kann die neue Generation der Videoproduktions-Apps
Gute Videoschnitt-Apps sind Multitalente und führen sämtliche wichtige Produktionsschritte durch: Sie helfen beim Auswählen und Trimmen der Clips, binden Fotos und Hintergrundmusik ein, liefern Effekte, Texttafeln und Titelintros und passen Tempo sowie Lautstärke an. Und schließlich sorgen sie für die Ausgabe der Clips als Videodatei oder auf Online-Plattformen. Dafür muss man je nach App zwischen einem und acht Euro ausgeben.

Auch bei der Bedienung haben die Hersteller von Videoschnitt-Apps dazugelernt: Statt hakeliger Fingeraktionen ist die Gestenbedienung bei guten Apps inzwischen so weit ausgereift, dass man damit zuverlässig arbeiten kann. Einsteiger kommen damit schnell zu guten Ergebnissen. Eine gewisse Einarbeitung und Übung sollten Sie jedoch einplanen, bis sich alle Möglichkeiten der Video-Tools erschließen.

Starkes Zubehör für Smartphone-Clips

Die wichtigsten Auswahlkriterien für Video-Apps
In den App Stores von Google, Apple und Microsoft konkurrieren vollwertige Schnitt-Apps mit solchen, die Videos automatisch schneiden oder die lediglich einfache Schnittfunktionen bieten. Aus diesem Grund lohnt ein prüfender Blick auf die Funktionen.
Clips einlesen: Gute Schnitt-Apps unterstützen den Nutzer beim Import des aufgenommenen Rohmaterials unabhängig von seiner Auflösung. Dazu greifen die Apps auf die Clips zu, die in der Galerie auf dem Handy abgelegt sind, und zeigen eine Übersicht der verfügbaren Videos an. Möglich ist das Importieren eines kompletten Clips oder eines Ausschnitts.

Timeline: In der Zeitstrahlansicht werden die einzelnen Szenen chronologisch angeordnet, Fotos und Texttafeln werden ergänzt und Übergänge hinzugefügt.
Vergrößern Timeline: In der Zeitstrahlansicht werden die einzelnen Szenen chronologisch angeordnet, Fotos und Texttafeln werden ergänzt und Übergänge hinzugefügt.

Timeline: In guten Apps landen die importierten Videoschnipsel der Reihe nach auf einer Timeline (Zeitstrahl) oder einem Storyboard. Auf dieser Zeitleiste findet die eigentliche Produktion statt. Die Reihenfolge und Länge der einzelnen Szenen in der Leiste entspricht der jeweiligen Position und Wiedergabedauer im fertigen Film. Per Finger lassen sich die abgelegten Clips neu anordnen.

Beim Trimmen in der Schnitt-App wird eine Szene durch das Verschieben der jeweiligen Begrenzungsmarker je nach Bedarf gekürzt oder verlängert.
Vergrößern Beim Trimmen in der Schnitt-App wird eine Szene durch das Verschieben der jeweiligen Begrenzungsmarker je nach Bedarf gekürzt oder verlängert.

Trimmen: Durch das Verschieben der jeweiligen Start- und Endmarken (In- und Out-Points) einer Szene kürzen oder längen Sie den Clip. Mit den Markierungen weisen Sie die App an, die Szene erst ab dem In-Point abzuspielen beziehungsweise die Wiedergabe beim Erreichen des Out-Points zu stoppen. Die vorherigen und nachfolgenden Inhalte ignoriert die App. Der Fachausdruck hierfür lautet Trimmen. Üblich und wichtig ist ferner eine Split-Funktion zum Teilen eines Videos in zwei Segmente, die sich danach eigenständig anordnen lassen.

Vorschau: Einen Teil der Display-Fläche belegt der Vorschaubereich. Hier sehen Sie die gewählten Szenen, wobei das angezeigte Standbild exakt der jeweiligen Position auf der Timeline entspricht. Mit dem Wiedergabe-Button sehen Sie sich die Szene oder den gesamten Film mit allen Übergängen und Effekten an – nur so können Sie die Wirkung überprüfen.

So gelingen peppige Smartphone-Aufnahmen

Passende Übergänge zwischen den einzelnen Clips hinzufügen
Eine wichtige Funktion in Schnitt-Apps sind die Überblendungen. Damit lassen sich harte Schnitte zwischen zwei Szenen abschwächen und interessanter gestalten. Unterschiede zwischen den Apps gibt es nicht nur bei der Anzahl der Übergänge, sondern auch bei der Bildgüte der Effekte – nicht immer wirken die Blenden stufenlos und homogen. Wenn Sie ein Effektsymbol einmal antippen, erscheint meist eine kleine Vorschau, sodass Sie sich ein Bild von den Auswirkungen der jeweiligen Überblendung machen können. Ziehen Sie nun den Effekt über den gewünschten Schnittpunkt.

Indem Sie den Übergangs-Button antippen oder auf einen anderen Knopf gehen, können Sie zumeist Feintuning betreiben und etwa die Länge der Überblendung anpassen.

Hintergrundmusik einbauen oder Kommentar aufsprechen
Ihr Video können Sie mit einem Soundtrack aus der Musikbibliothek des Smartphones hinterlegen. Dessen Lautstärke lässt sich anpassen, sodass an den gewünschten Stellen der Originalton zu hören ist oder mit der Hintergrundmusik gemischt wird. Gute Video-Apps passen die Song-Länge automatisch an die Wiedergabedauer des Films an.

Praktisch, wenn ergänzend zur Hintergrundmusik auch Sound-Effekte wählbar sind, um die Aufmerksamkeit des Zusehers passend zum Geschehen zu lenken. Ergänzend oder alternativ zu einem Soundtrack kann man bei guten Apps darüber hinaus einen persönlichen Kommentar direkt zum Bild in die Timeline ins Mikrofon des Smartphones sprechen.

Wiedergabegeschwindigkeit einzelner Clips verändern
Ein oftmals unterschätztes Stilmittel bei Smartphone-Videos ist die Veränderung der Wiedergabegeschwindigkeit einzelner Szenen. Damit lassen sich reizvolle Effekte erzeugen. Möchten Sie etwa einer Szene mehr Dynamik verleihen, erhöhen Sie einfach die Abspielgeschwindigkeit. So etwas macht beispielsweise bei Mitschnitten von Sportveranstaltungen oder bei Aufnahmen aus einem fahrenden Auto Sinn.

Fertiges Filmprojekt in der Schnitt-App exportieren
Je mehr Ausgabemöglichkeiten eine App für Ihr Filmprojekt bietet, desto besser. In guten Video-Apps sind die zur Verfügung gestellten Exportoptionen besonders vielfältig.

Bildparameter von Szenen beeinflussen

Gute Videobearbeitungs- Apps beherrschen die Anpassung von Videoparametern wie Helligkeit, Kontrast und Farben.
Vergrößern Gute Videobearbeitungs- Apps beherrschen die Anpassung von Videoparametern wie Helligkeit, Kontrast und Farben.

Steht der Rohschnitt, verleihen Sie Ihrem Video nicht nur mit Übergängen und Sound mehr Dynamik, Spannung und Dramaturgie, sondern auch durch eine gezielte Beeinflussung der Bildparameter. Die meist in einer Rubrik wie „Anpassen“ oder „Bildsteuerung“ zusammengefassten Effekte nehmen eine Sonderstellung ein, da Sie damit die Bildqualität von Szenen verbessern, aber auch absichtlich verschlechtern können. Beispielsweise, um die Helligkeit und den Kontrast zu erhöhen oder abzusenken, die Farbbalance zu regeln oder Teile eines Films in Schwarzweiß oder Sepia-Tönung wiederzugeben. Wunder können diese Effekte bei unzureichenden Aufnahmen natürlich nicht bewirken, sie reichen aber für grundlegende Anpassungen oder gezieltes Überzeichnen aus. Wenden Sie den gewünschten Effekt auf den jeweiligen Clip an und experimentieren Sie mit den angebotenen Einstellungen.

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