11.10.2011, 11:05

Tobias Weidemann

Heiße Technik-Trends

Witricity: Strom ohne Kabel übertragen

©istockphoto.com/kryczka

Strom kabellos zu übertragen gilt als eine der letzten großen Technik-Herausforderungen. Dabei ist Witricity schon heute teilweise möglich. Aber hat die Technik eine Zukunft?
Das geht schon heute: Der Begriff Witricity setzt sich zusammen aus Wireless (drahtlos) und Electricity (Strom). Das Massachusetts Institute of Technology hat die Technik zur kabellosen Energieübertragung entwickelt. Bislang funktioniert sie nur über sehr kurze Strecken, zudem nur mit geringen Energiemengen und einem relativ niedrigen Wirkungsgrad. Seit vielen Jahren kommt die Technik beim Aufladen elektrischer Zahnbürsten zum Einsatz, seit etwa zwei Jahren auch beim Aufladen von Handys und anderen Kleingeräten.
Alles in allem steckt die Technik noch in den Kinderschuhen, auch wenn immer wieder Weiterentwicklungen auf Messen zu sehen sind. Beispielsweise in Form von Powermat, einer Ladematte, mit der sich Handys und andere technische Kleingeräte aufladen lassen sollen. Auch HP bietet für einige Smartphones der Palm-Reihe (Pre, Pre Plus und Pixi) einen Induktionslader an, der Touchstone genannt wird. Auf eine weitere Verbreitung oder gar eine serienmäßig Ausstattung der Geräte durch die Hersteller wartet man allerdings bisher vergebens. Derzeit kostet eine Powermat mit dem nötigen Spezialakku zwischen 30 und 50 Euro. Auch der Touchstone mit passender Abdeckung für die Palm-Smartphones ist mit 70 Euro alles andere als ein Schnäppchen.
Wireless-USB: Was kann die Drahtlos-Technik?

Das kommt noch: Mittelfristig könnte die drahtlose Energieübertragung gerade bei Smartphones und Tablet-PCs weitere Verbreitung finden. Allerdings eher im Hochpreissegment, da die Herstellung der Ladegeräte und Akkus teuer ist. Andererseits führt der kürzlich beschlossene EU-weite einheitliche Ladekabelstandard für Smartphones dazu, dass die Preise von Adaptern und Ladekabeln in Zukunft sinken werden. Für ein noch teureres System auf Witricity-Basis werden sich gerade unter dieser Prämisse wohl nur wenige Kunden entscheiden.

Für andere Einsatzgebiete ist Witricity dagegen aus heutiger Sicht nicht geeignet: Eine unterbrechungsfreie und sichere Stromversorgung lässt sich auf diesem Weg nämlich nicht gewährleisten. Daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern, da die Technologie darauf gar nicht ausgelegt ist.
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