03.01.2012, 09:45

Jared Newman

Voll daneben

Die größten Technik-Flops des Jahres 2011

Die größten Technik- Flops des Jahres 2011 ©istockphoto.com/Gewoldi

2011 ging in der Technik- und IT-Branche nicht alles glatt. Wir haben die größten Fehlschläge des soeben zu Ende gegangenen Jahres für Sie zusammengetragen.
Unpopuläre Tablets, peinliche Sicherheitslücken und andere Pleiten schienen im Jahr 2011 oft eher die Regel als die Ausnahme bei den IT-Meldungen zu sein. Selbst große, renommierte und sonst erfolgsverwöhnte Unternehmen wie Google und Research in Motion blieben letztes Jahr von Reinfällen nicht verschont (alle folgenden Abbildungen stammen von unserer Schwesterpublikation PC-World).

Playstation Network Hack

Als im April 2011 Hacker in die Online-Spiele-Plattform Playstation Network eindrangen, musste Hersteller Sony die Online-Dienste seiner Playstation 3 für einen Monat einstellen und das System mit einem besseren Schutz wieder aufbauen. Der Ausfall allein wäre schon Grund genug, sich in dieser Pleiten-Liste einen Platz zu sichern. Viel schlimmer aber: bei dem Hack wurden auch zahlreiche Benutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere persönliche Daten entwendet. Dass Sony zudem erst mit sechstägiger Verspätung die Nutzer des Playstation Networks über den Hack aufzuklärte, trägt ebenfalls nicht zu Ruhm und Ehre bei.

Netflix

Im Juli 2011 machte sich Netflix bei seinen US-Kunden unbeliebt, indem der Anbieter seine DVD- und Streaming-Dienste trennte und den Preis um knapp 4 Euro pro Monat erhöhte, wenn Kunden beide Leistungen in Anspruch nehmen wollten. Im September kündigte Netflix dann an, seinen DVD-Verleih gar an eine zweite Firma namens Qwikster auszulagern - inklusive separaten Rechnungen. Die heftigen Gegenreaktionen der Kunden ließen Netflix die Idee mit Qwikster dann glücklicherweise wieder verwerfen. Dennoch: der Rufschaden der Firma ist irreparabel. Auch bei den Aktienpreisen macht sich das bemerkbar. Die fielen seit Juni von anfänglichen 230 auf nunmehr 50 Euro. Glück für Anwender aus Deutschland: Netflix steht hier erst gar nicht zur Verfügung.

BlackBerry PlayBook

"Die Zeit für Amateure ist vorbei": das kündigte der BlackBerry-Hersteller Research in Motion in einer frühen Werbebotschaft für das BlackBerry PlayBook an, das im April 2011 auf den Markt kam. Ein recht seltsamer Slogan für ein Tablet, dem bei Verkaufsstart E-Mail-, Kalender- und Kontakt-Funktionen fehlten. Dieses Versäumnis in Kombination mit dem Mangel an Dritthersteller-Apps bescherte dem PlayBook bald den Ruf einer "gescheiterten iPad-Kopie". RIM leert nun sein Lager an PlayBooks, indem der Hersteller das Tablet für knapp 150 Euro pro Stück anbietet. Die Firma selbst kostete das "Projekt PlayBook" umgerechnet etwa 380 Millionen Euro.

Google Chromebooks

Wenn Sie den Großteil Ihrer Zeit, die Sie am PC verbringen, im Browser beschäftigt sind, warum dann nicht einen schnellen, sicheren Laptop besitzen, der auf alles andere verzichtet? Das war Googles Totschlagargument für die ersten Chromebooks, die im Juni 2011 ausgeliefert wurden.
Ein verlockendes Konzept. Nur leider waren Googles Chromebooks mit dem Betriebssystem Chrome OS nicht ansatzweise überzeugend genug, um die fehlenden restlichen Funktionen zu rechtfertigen. Das schlägt sich auch in den Verkäufen nieder, die weltweit ernüchternd ausfielen. Mittlerweile sind Chromebooks gar kein Thema mehr.

Color

Bei Color handelte es sich um eine iPhone-App, die zum Start im März 2011 eigentlich alle Keywords für Erfolg mitbrachte: sozial, mobil, Echtzeit, Foto-Sharing. Vielleicht pumpten Investoren deshalb rund 32 Millionen Euro in die vielversprechende Hersteller-Firma. Zu dumm nur, dass die App selbst ziemlich konfus war und die Idee, mit jedem Menschen im näheren Umfeld Fotos zu teilen, nur dann funktioniert, wenn jeder auch die Color-App benutzt. Color hat sich mittlerweile selbst neu erfunden und ist zu einem Live-Broadcasting-Tool für Facebook mutiert. Nächstes Ziel: Profit machen!

HP Touchpad

Aus unerfindlichen Gründen dachte HP im Juni 2011, dass ein dickeres, schwereres Tablet als das iPad, das aber genauso viel kostet wie das iPad, gute Verkaufschancen hätte. Kein Wunder, dass das Tablet vollkommen floppte und HP kurze Zeit später beschloss, sein Betriebssystem WebOS einzustellen. Immerhin: der gigantische Web-OS-Ausverkauf mit nur knapp 100 Euro pro Touchpad katapultierte das Tablet kurzzeitig auf Verkaufsrang Nummer Zwei.
Android-Tablets
Acer, Asus, Motorola und Samsung verkauften gemeinsam knapp 500.000 Android-Tablets in den USA in der Zeit von Januar bis Oktober 2011. Apple verkaufte dagegen allein im letzten Vierteljahr weltweit etwa 11,2 Millionen iPads. Schuld tragen wohl einige schlampig programmierte Android-Interfaces für Tablets, die sehr geringe Anzahl an speziellen Tablet-Apps im Android Market, der hohe Kaufpreis der Hardware und schlechte Vermarktung seitens der Hersteller. Was auch immer der Hauptgrund für den schleichenden Umsatz ist: die Invasion der Android-Tablets war und ist derzeit keine Bedrohung für Apples iPad.
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