11.05.2012, 11:31

JR Raphael

Hacker-Hall of Shame

Die dümmsten Hacker der IT-Geschichte

Hacker-Hall of Shame ©iStockphoto.com/yuri_arcurs

Droh-Tweets, provokante Bilder und iPad-Spam-Chats: wir zeigen Ihnen dumme Hacker-Streiche, die richtig schief gegangen sind und mit enormen Strafen quittiert wurden.
Auch Hacker sind nur Menschen. Und machen bei ihren Online-Attacken mitunter haarsträubende Fehler, die die Strafverfolgungsbehörden geradewegs auf ihre Spur führen. Unsere Schwesterpublikation PC World stellt fünf Hacker vor, die dümmer waren, als die Polizei erlaubt.

Hacker-Pleite Nummer 1: Hacker tweetet seinen Einbruch beim FBI

Der Hacker: Scott Arciszewski
Das Vergehen: Hacken einer FBI-nahen Webseite
Anklageschrift: Arciszewski wird beschuldigt, sich in die Webseite von InfraGard eingehackt zu haben - ein Programm des FBI, das sich auf die Prävention von Cyber-Kriminalität spezialisiert hat. Mit anderen Worten: gäbe es eine Liste der "Webseiten, mit denen man sich nicht anlegen sollte", dann würde InfraGard mit Abstand den ersten Platz belegen.
Aller Vernunft zum Trotz entschied sich also ein Hacker, InfraGard zu infiltrieren. Womöglich auch, weil etlichen Leuten die Verbindung der Firma zur US-Regierung gegen den Strich ging. Im Juni diesen Jahres bekannte sich etwa die berühmt-berüchtigte Hacker-Vereinigung LulzSec dazu, eine Seite der Organisation lahmgelegt zu haben. Grund dafür sei die aktuelle Gesetzesgrundlage zur Cyber-Kriminalität. Der Vorfall, der die Behörden aber zu Arciszewski führte, ereignete sich einen knappen Monat später, im Juli 2011. Arciszewski, ein 21-jähriger Student mit dem Hauptfach Computertechnik an der Universität von Zentral-Florida, brach in InfraGards Webseite von Tampa Bay ein, lud einige Dateien hoch und twitterte anschließend einen Link zu seinem fertigen Werk mit den Worten "Infragard Tampa hat ein verdammtes Problem". Mehr als genug, um das FBI direkt auf die Hacker-Fährte zu leiten.
Einige FBI-Agenten machten sich nur kurze Zeit später daran, den Hacker zu finden, der ein Loch in ihren Sicherheitszaun gerissen hatte. Ein Kinderspiel für die Beamten, denn diversen Berichten zufolge twitterte Arciszweski seinen Spott-Tweet noch mehrmals - unter anderem an die offizielle Pressestelle des FBIs - autsch! Die IP-Adresse, über die der Hacker den Hack ausführte, konnte schon bald mit der des großmäuligen Twitterers abgeglichen werden. Von Arciszewskis Twitter-Account konnte seine persönliche Webseite ausfindig gemacht werden. Und schon lange zuvor fand man seinen echten Namen heraus, überprüfte diverse Fotos und tauchte anschließend mit einem Haftbefehl in seinem Zimmer im Wohnheim der Universität von Zentral-Kalifornien auf.

Hacker-Pleite Nummer 2. Brisante Miley-Cyrus-Bilder

Der Hacker: Josh Holly
Das Vergehen: Hacken der Internet-Auftritte diverser Stars und Sternchen zur Verbreitung von Spam und zum Stehlen von Kreditkarteninformationen
Anklageschrift: Josh Holly wird beschuldigt, den Internet-Auftritt von Miley Cyrus, bekannt durch ihre Rolle als Teenie-Star Hannah Montana, gehackt zu haben, um provokante Bilder von ihr online zu stellen. Derzeit sitzt der Hacker diverse Haftstrafen ab - überraschenderweise aber nicht in erster Linie dafür, dass er einigermaßen freizügige Bilder der damals 15 Jahre jungen Sängerin der Öffentlichkeit präsentierte.
Hollys Verurteilung erfolgte hauptsächlich wegen einer Serie von Kreditkarten-Diebstählen. Im August 2011 wurde der Hacker für den Besitz von über 200 kompromittierten Kreditkartennummern schuldig gesprochen. Nach Angaben des FBI hackte sich Holly in die MySpace-Accounts verschiedener Stars ein und nutzte dann ihre Konten, um mit schmutzigen Mitteln insgesamt 100.000 US-Dollar von den Fans und Followern der Seiten zu ergattern.
Aber wo genau kommt jetzt die junge Miss Cyrus ins Spiel? Holly brüstete sich öffentlich damit, das private Mail-Konto von Miley Cyrus gehackt und ihre privaten, freizügigen Fotos gestohlen zu haben. Diese verbreiteten sich natürlich in Windeseile über das gesamte Internet. In einem Gespräch mit der amerikanischen Technik-Zeitschrift Wired erklärte der Hacker, er habe sich zunächst in einen Admin-Panel von MySpace gehackt und dort ein einfaches Textdokument mit Passwörter vorgefunden. Als nächsten Schritt probierte er Mileys MySpace-Passwort bei einem Googlemail-Konto, das sie benutzte, und siehe da - es funktionierte.
Auch, wenn Holly niemals speziell für den Miley-Vorfall belangt wurde, war er es doch, der die Behörden erst auf seine Fährte lockte. Das FBI folgte den virtuellen Brotkrumen, die der Hacker hinterließ und stürmte wenig später sein Haus in Tennessee. Sie beschlagnahmten seinen Computer und fanden darauf die nötigen Hinweise. Den Hacker erwartet eine mögliche Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet etwa 200.000 Euro.
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