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Die besten VR-Apps für Handy und Cardboard

12.11.2016 | 10:31 Uhr |

Virtuelle Realität ist nicht erst seit der Markteinführung der VR-Brille Oculus Rift in aller Munde: Auf Youtube können Nutzer sich schon seit geraumer Zeit 360-Grad-Videos ansehen, seit einigen Monaten unterstützt auch Facebook diese “begehbaren” Videowelten.

Schon seit 2014 können Smartphone-Nutzer unter Zuhilfenahme einer kleinen Bastelei virtuelle Realitäten durchwandern: Das “Google Cardboard” dürfte auf ewig die günstigste Möglichkeit darstellen, sich eine VR-Brille zu beschaffen. Für das Cardboard - respektive das benötigte Material - gibt es eine ganze Reihe von Bezugsquellen.

Wenn Sie das Pappgestell haben, brauchen Sie nur noch die Apps in diesem Beitrag, um künftig - vorübergehend - in eine andere Realität zu wechseln.

VaR's VR Video Player        

Mit der Android-App “VaR’s VR Video Player” kann der Nutzer sowohl 360-Grad- als auch herkömmliche Videos in verschiedenen Modi betrachten.

VaR's VR Video Player
Vergrößern VaR's VR Video Player

Mit und ohne Cardboard funktioniert die Android-App “VaR’s VR Video Player”. Der Nutzer hat die Wahl zwischen vier “Normal”-Modi und je vier Modi für vertikale oder horizontale Stereo-Darstellung. Die App lässt dem Nutzer die Wahl zwischen hochwertiger RGB24-Farbdarstellung und der im Gegenzug deutlich schnelleren YUV-Darstellung. Nutzt ein Anwender die App in einer Cardboard-Brille, kann er mit Kopfbewegungen die Blickrichtung innerhalb des Videos ändern. Für die Qualität ist allerdings nicht zuletzt das verwendete Videomaterial ausschlaggebend.

Detailliert konfigurierbar

Während der Videogabe kann der Nutzer eine Reihe von Reglern ins Videobild einblenden, über die er Farbe, Kontrast und Helligkeit sowie die Lautstärke der Audiospur regeln kann. Ein Umschalten zwischen den verschiedenen Wiedergabe-Modi ist während der Wiedergabe allerdings nicht möglich.

Besonders bei längerem Einsatz wird das Smartphone allerdings relativ heiß, der Stromverbrauch ist hoch: Wer sich mit der App die Zeit auf einer längeren Reise vertreiben möchte, sollte deshalb an eine Lademöglichkeit und an regelmäßige Pausen denken.

Fazit zum Test der Android-App „Cardboard Camera“

Die App spielt herkömmliche ebenso wie 3D-Rundum-Videos in einer Vielzahl von Modi ab und bietet üppige Einstellmöglichkeiten.

Englischsprachig, kostenlos

 

ARTE360 VR           

Die Android-App “ARTE360 VR” bietet Zugriff auf eine Reihe von eigens als 360-Grad-Videos produzierten Dokumentationen und anderen Filmen des deutsch-französischen Senders ARTE.

ARTE360 VR
Vergrößern ARTE360 VR

Anspruchsvolle Rundum-Videos, die überwiegend eindrucksvolle Landschafts- und Architekturaufnahmen zeigen, bietet die Android-App “ARTE360 VR”. Die Videos lassen sich wahlweise streamen oder auf dem Gerät speichern. Die Datenmenge ist allerdings mit einigen hundert Megabyte pro Film relativ hoch. Die App eignet sich zur stereoskopischen Wiedergabe in einer Cardboard-Halterung, es ist jedoch auch eine Darstellung im herkömmlichen Format möglich, bei dem der Nutzer die Blickrichtung durch Schwenken des Smartphones ändern kann.

Hochwertige Auswahl, einfache Konfiguration

Sechzehn Videos standen bei Abfassung dieses Beitrags zur Verfügung. ARTE verspricht, regelmäßig weitere Inhalte zu ergänzen. Die Aufnahmen sind ohne, noch mehr aber mit Cardboard eindrucksvoll. Um zwischen Standard- und stereoskopischer Ansicht zu wechseln, genügt es, ins Bild zu tippen, das Erscheinen der entsprechenden Schaltflächen abzuwarten und diese erneut anzutippen.

Tipp: Das flaue Gefühl beim “Flug” durch die virtuelle Realität lässt nach, wenn der Nutzer die Wiedergabe anhält, bevor er sich in einer sehenswerten Umgebung nach allen Seiten umsieht.

Fazit zum Test der Android-App “ARTE360 VR”

ARTE zeigt in dieser App eindrucksvoll, was 360-Grad-Filme zu leisten im Stande sind - die Filme wären übrigens auch als “normale” Videos sehenswert.

Deutschsprachig, kostenlos

 

VR Theatre for Cardboard           

Die Android-App “VR Theatre for Cardboard” ist eine vielseitige App zur Wiedergabe von 2D- und 3D-Videos in einer Cardboard-Halterung.

VR Theatre for Cardboard
Vergrößern VR Theatre for Cardboard

Speziell an die Nutzer, die eine Cardboard-Halterung für ihr Smartphone besitzen, richtet sich die Android-App “VR Theatre for Cardboard”. Die App bietet Darstellungsmodi für Videos, die in 2D-, 3D- oder 360-Grad-Technologie aufgezeichnet wurden, unterstützt Untertiteldateien und ermöglicht eine sehr detaillierte Konfiguration. So stehen (für Halterungen ohne Magnetschalter) zwei alternative “Orientation Provider” zur Verfügung, um die Kopfbewegungen in Änderungen der Blickrichtung umzusetzen. Neben Cardboards lassen sich auch andere Halterungen verwenden, lediglich ganz ohne Hilfsmittel ist die App nicht sinnvoll nutzbar.

MP4 geht immer

Der Entwickler verspricht Unterstützung für Videos im MP4-Format. Theoretisch lassen sich auch andere Videoformate nutzen, die Ergebnisse variieren allerdings. Bedienen lässt sich die App auch bei aufgesetzter Brille, der Nutzer muss dazu nur den Blick dorthin richten, wo sich ein im Kreis angeordnetes Bedienmenü öffnet.

Die Darstellungsqualität hängt vom Ausgangsmaterial ab. Die vielen Optionen erfordern etwas Eingewöhnung, die App umfasst aber eine ausführliche Dokumentation in englischer Sprache.

Fazit zum Test der Android-App „VR Theatre for Cardboard“

VR Theatre for Cardboard ist ein universeller und sehr detailliert konfigurierbarer Player sowohl für 2D- als auch für 3D- und 360-Grad-Videos.

Englischsprachig, kostenlos

VR Cinema for Cardboard

Die Android-App “VR Cinema for Cardboard” zeigt herkömmliche Videos so an, dass sie sich in Cardboards wiedergeben lassen. Wahlweise liefert die App auch das Bild der rückwärtigen Kamera.

VR Theatre for Cardboard
Vergrößern VR Theatre for Cardboard

Die Umgebung mittels Cardboard komplett ausblenden und in einen Videoclip eintauchen, das ist mit der Android-App “VR Cinema for Cardboard” durchaus möglich. Zur Darstellung von 3D- oder 360-Grad-Videos eignet sich die App allerdings nicht, da sie nicht auf Kopfbewegungen reagiert. Ein aus der App heraus aufgerufenes Video erscheint zweigeteilt auf dem Bildschirm, im Cardboard erhält dann jedes Auge die Bildinformation separat. Schaltet der Nutzer stattdessen die rückwärtige Kamera ein, kann er sich auch mit aufgesetzten Cardboard sicher in seiner Umgebung bewegen.

Konfiguration entfällt

Wo andere Apps eine Fülle von Reglern und justierbaren Parametern bieten, entfallen diese im “VR Cinema for Cardboard” komplett. Während der Wiedergabe eines Videos ist es lediglich möglich, die Darstellung in 90-Grad-Schritten zu drehen. Für die Zukunft haben die Entwickler eine Reihe weiterer Funktionen angekündigt, auch eine 2D- in 3D-Konvertierung soll dann möglich werden. Bis dahin könnte der Weg allerdings noch weit sein, bislang reagiert die App nicht einmal auf den Cardboard-Magneten.

Fazit zum Test der Android-App „VR Cinema for Cardboard“

Kein Justieren der Perspektive, keine alternativen “Orientation Provider”, und auch sonst bietet die App nicht viel. Immerhin lassen sich herkömmliche Videos mit ihr ablenkungsfrei im Cardboard genießen.

Englischsprachig, kostenlos

Cardboard Camera

Mit der Android-App “Cardboard Camera” lassen sich Fotos in 360-Grad-Rundumansicht und samt Umgebungsgeräuschen aufnehmen und aus der App heraus auch wiedergeben.

Cardboard Camera
Vergrößern Cardboard Camera

Urlaubslandschaften, Familienfeiern, klassische Innenarchitektur: Mit der Android-App “Cardboard Camera” lassen sich solche Motive als Panoramen aufnehmen. Horizontal können die Aufnahmen bis zu 360 Grad abdecken. In vertikaler Richtung entspricht die Abdeckung dem Bildwinkel der Kameralinse. In einem Cardboard gibt die App die Fotos so wieder, wie sie aufgenommen wurden, die Blickrichtung des Nutzers entscheidet dann über den angezeigten Ausschnitt. Aus der Galerie heraus lassen sich die Fotos als 2D-Panoramen anzeigen.

Ganz langsam umdrehen...

Um Fotos mit der Cardboard Camera aufzunehmen, kann ein Stativ hilfreich sein, es ist aber nicht unbedingt notwendig: Der Nutzer tippt auf den Auslöser und dreht sich mit dem Smartphone in der Hand langsam um die eigene Achse. Nach einer 360-Grad-Drehung beendet die App die Aufnahme und berechnet das Foto, der Nutzer kann die Aufnahme aber auch manuell beenden, nachdem er einen Teilkreis mit dem Smartphone beschrieben hat.

Die App kann wahlweise auch die Umgebungsgeräusche aufzeichnen - die lassen sich dann allerdings auch nur innerhalb der App wiedergeben.

Fazit zum Test der Android-App „Cardboard Camera“

Cardboard Camera ähnelt bekannten Panorama-Apps. Ihre Stärke entfaltet sie bei der Bildwiedergabe in einem Cardboard.

Deutschsprachig, kostenlos

Vrse - Virtual Reality            

Die Android-App “Vrse - Virtual Reality” bietet eine kleine, aber sehr hochwertige Auswahl an 360-Grad-Videos, die sich herunterladen und aus der App heraus mit und ohne Cardboard ansehen lassen..

Vrse - Virtual Reality
Vergrößern Vrse - Virtual Reality

Animierte Kurzfilme, Dokumentationen, Spielfilme, Musikvideos und noch einiges mehr gehört zu den Inhalten, die die Android-App “Vrse - Virtual Reality” unter einer Oberfläche versammelt. Die 360-Grad-Videos stammen von Anbietern wie der New York Times, VICE, und anderen bekannten Quellen, mehrere davon waren auf dem Tribeca Film Festival 2016 zu sehen.

Der Nutzer kann die Videos wahlweise mit oder ohne Cardboard ansehen. Bei der Nutzung ohne Cardboard genügt es, das Smartphone zu schwenken, um sich in den Filmwelten umzusehen.

Speicherplatz tut not

Der größere Teil der Filme nimmt zwischen 800 Megabyte und deutlich über einem Gigabyte in Anspruch. Immerhin lassen sich Downloads aus der App heraus auch wieder löschen. Die App bietet keine Möglichkeit, die Filme stattdessen zu streamen, weshalb Nutzer, die die Filme unterwegs ansehen wollen, sie besser zuvor über ein schnelles WLAN auf ihr Gerät laden. Die Handhabung ist selbsterklärend, das Design ist ansprechend.

Fazit zum Test der Android-App „Vrse - Virtual Reality“

Wer auf der Suche nach hochwertigen, abwechslungsreichen 3D- respektive 360-Grad-Videos ist, wird hier sicher fündig. Die Gefahr, in Speichernot zu geraten, ist allerdings hoch.

Englischsprachig, kostenlos

 

VR Player FREE     

Die Android-App “VR Player Free” gibt Bilder und Videos von der Speicherkarte oder aus dem Internet in VR-Ansicht wieder. Ein Cardboard ist nützlich, die App lässt sich aber auch ohne verwenden.

VR Player FREE
Vergrößern VR Player FREE

In 2D oder stereoskopischem 3D mit neben- oder übereinander angeordneten Einzelbildern gibt die Android-App “VR Player FREE” Inhalte wieder. Der Nutzer kann Fotos und Videos von seiner Speicherkarte dazu verwenden oder per Eingabe einer URL einen entsprechenden Internetstream abrufen.

Bedienen lässt sich die App nicht nur durch Antippen des Displays, sondern zum Beispiel auch über eine Bluetooth-Fernsteuerung oder sogar per Sprache. Die App kann die Darstellung über den auf dem Cardboard aufgedruckten QR-Code an die jeweilige Brille anpassen, es ist auch eine - dann nicht zweigeteilte - Darstellung für die Nutzung ohne Brille möglich.

Feintuning kostet extra

Viele Parameter lassen sich auch in der Gratisversion justieren. Ein paar Funktionen haben die Entwickler aber der Pro-Version (derzeit für 2,20 Euro zu haben) vorbehalten. Dazu gehört die Möglichkeit, ein Video in Endlosschleife laufen zu lassen und die Art und Weise einzurichten, wie Untertitel angezeigt werden.

Praktisch - und gratis - ist eine Schaltfläche, über die sich das gerade angezeigte Bild in der Anzeige zentrieren lässt. Ebenfalls gratis sind sechs Projektionsflächen, auf denen die Medien wiedergegeben werden können, von der planen Fläche über die Kugel bis zum Zylinder.

Fazit zum Test der Android-App „VR Player FREE“

Gegenüber der Kaufversion bietet der Gratis-VR-Player nur wenige Einschränkungen. Die 3D-/360-Grad-Darstellung überzeugt.

Englischsprachig, kostenlos

 

vTime for Google Cardboard          

Die Android-App “vTime for Google Cardboard” bietet Zugriff auf ein soziales Netzwerk, dessen Teilnehmer sich in eindrucksvollen virtuellen Umgebungen treffen.

vTime for Google Cardboard
Vergrößern vTime for Google Cardboard

Eine virtuelle Realität, durch die sich der Nutzer frei bewegen und in der er mit seiner Umgebung und anderen Nutzern interagieren kann, bietet die Android-App “vTime for Google Cardboard”. Wem dabei das gute alte “Second Life” in den Sinn kommt, der liegt ziemlich richtig. Auch das zu Beginn notwendige Erstellen eines Avatars für die alternative Realität ähnelt dem Klassiker.

vTime erfordert eine Registrierung und kann danach sowohl mit als auch ohne Cardboard genutzt werden.

Wenn Blicke steuern können...

Alle Menüs und Funktionsschaltflächen kann der Cardboard-Nutzer in vTime erreichen und bedienen, indem er seinen Blick darauf richtet. Seinen Avatar kann ein Nutzer sehr detailreich gestalten, die virtuellen Umgebungen von vTime sind ebenfalls eine Augenweide.

Derzeit krankt vTime am selben Problem wie Second Life: Es gibt (noch?) sehr wenige Nutzer, oft fühlt man sich allein auf weiter Flur. Mit dem aktuellen Aufschwung der VR-Szene könnte sich das freilich bald ändern.

Fazit zum Test der Android-App „vTime for Google Cardboard“

VR-Fans kennen das Prinzip: In vTime treffen Nutzer ihre Freunde in einer ausgefeilten virtuellen Umgebung und interagieren mit deren Avataren.

Englischsprachig, kostenlos

 

 

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