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Die besten Tipps gegen Passwortdiebstahl

06.03.2015 | 11:09 Uhr |

Passwort geklaut, Festplatte defekt, Betrug beim Online-Shopping oder Handy verloren – was Sie bei solchen Katastrophen tun müssen, verraten hier die Experten für genau diese Notfälle.

Es hilft ungemein, wenn man im Unglücksfall die richtigen Tipps kennt und weiß, was als Erstes und was als Letztes zu tun ist. Darum haben wir die Experten gefragt, die jeden Tag mit Online-Diebstahl, Handy-Verlust und Festplatten-Crashs zu tun haben. Hier präsentieren wir Ihnen die Experten-Tipps gegen den Passwortklau durch Viren.

Achtung: Passwortdiebstahl durch Viren am PC

Ein Großteil aktueller Viren haben sich darauf spezialisiert, die Passwörter von Ihrem PC zu stehlen. Diese holen sie etwa aus dem Passwortspeicher des Internet Explorers, wenn Sie dort Ihre Log-ins verwalten. Diese sogenannten Password Stealer haben es oft auf die Zugangsdaten fürs Online-Banking abgesehen, aber nicht nur. Auch die Log-ins zu Ebay, Dropbox und persönlichen Websites werden von Rechnern gestohlen. Mit den Daten versuchen die Kriminellen, entweder direkt an Ihr Geld zu kommen oder zumindest Waren zu bestellen. Ihr Online-Konto etwa bei Dropbox missbrauchen die Kriminellen, um darüber weitere Viren zu verbreiten oder um Befehle an verseuchte PCs (Zombie-PCs) zu versenden.

Video: Die unglaublichsten Sicherheitslücken im Internet

Passwortmanager helfen bei der Verwaltung Ihrer Log-ins

Sie sollten sich für jeden Log-in ein neues und kompliziertes Passwort erstellen lassen. Damit Sie sich diese Passwörter nicht merken müssen, setzen Sie einen Passwortmanager ein. Ein paar der beliebtesten Passwortmanager stellen wir hier vor.

Keepass: Das bewährte kostenlose Tool Keepass verschlüsselt Ihre Passwörter in einer Datei auf Ihrem PC. Damit ist Keepass die erste Wahl für alle Nutzer, die keinen Online-Passwortmanager verwenden möchten.

Lastpass :  Die kostenlose Online-Passwortverwaltung Lastpass bietet eine gleichnamige Erweiterung für gängige Browser und ein Tool für Windows. Dank Apps für Android und iOS hat man seine Log-in-Daten auch auf Smartphone und Tablet immer dabei. Für die Nutzung der Apps ist allerdings die kostenpflichtige Pro-Mitgliedschaft für 12 Euro pro Jahr fällig.

1Password :  Dieses Tool ähnelt von der Leistungsfähigkeit und dem Funktionsumfang Lastpass. Es bietet auch eine Version für den Mac und kommt mit einer hübsch gemachten Bedienerführung.

Expertenrat beim Passwortdiebstahl durch Viren

Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset
Vergrößern Thomas Uhlemann, Security Specialist bei Eset

Thomas Uhlemann ist Security Specialist beim Antivirenhersteller Eset .

PC-WELT:   Ein Trojaner hat sich auf meinen PC eingeschlichen und meine Passwörter für Paypal und andere Konten gestohlen. Was tue ich als erstes?

Uhlemann:  Das Beste ist, den PC erst einmal vom Netz zu trennen und mit einem anderen Gerät, etwa dem Smartphone, über einen eine Mobilfunkverbindung das Passwort für den Mailaccount zu ändern. Denn es kann sein, das ein Schädling auch den DSL-Router manipuliert hat, weshalb diese Internetverbindung nicht mehr sicher ist. Das Mailkonto sollten Sie durch ein neues Passwort schützen, weil sich sonst Angreifer über dieses Konto Zutritt zu anderen Konten verschaffen können. Als Nächstes schalten Sie den Router für mindestens 30 Sekunden vom Strom ab (ziehen Sie das Kabel), damit der Arbeitsspeicher und somit eine eventuelle Infektion desselben gelöscht wird. Anschließend sollten Sie die Passwörter bei Ihren Bezahldiensten ändern.

PC-WELT:   Wie beseitige ich den Virus von meinen Rechner?

Uhlemann:  Das kommt ganz auf die Art der Infektion an – ein einfacher Virus lässt sich relativ leicht säubern, etwa mit unserer Antiviren-Software Eset Smart Security. Verschlüsselungstrojaner oder Manipulationen am Master Boot Record, also im Startbereich des PCs, dagegen nicht. Darum sollte man ein Live-System einsetzen, das von CD oder USB-Stick startet und das System scannt.

PC-WELT:   Muss ich Windows komplett neu installieren, um ganz sicher zu sein, dass ein Virus verschwunden ist?

Uhlemann:  Technisch gesehen ist das die sicherste Variante, da man nie mit genauer Sicherheit sagen kann, ob eine erfolgte Infektion zur Gänze beseitigt wurde.

PC-WELT:   Windows 8 bietet eine Funktion zum Auffrischen des Systems. Dabei werden keine persönlichen Daten gelöscht. Eignet sich diese Funktion zum Beseitigen von Viren?

Uhlemann:  Nein. Versteckt sich ein Schädling im Ordner Anwendungsdaten und treibt von dort aus sein Unwesen, etwa über den Internet Explorer, dann bleibt er auch nach dem Auffrischen erhalten.

PC-WELT:   Was muss ich tun, um meinen PC vor künftigen Virenangriffen zu schützen?

Uhlemann:  Klar, eine Internet-Security-Suite sollte es heutzutage sein, nicht nur mit Malware-Schutz, sondern auch mit Firewall und Spamfilter. Aber das ist nur ein Teil der Sicherheitsstrategie. Ganz wichtig ist das Verwenden von eingeschränkten Benutzerkonten sowie regelmäßige Updates von Betriebssystem und allen anderen Programmen. Backups sind mittlerweile ein Muss. Zudem sollte man sich über aktuelle Gefahren informieren, etwa über unsere Seite www.welivesecurity.de.

PC-WELT: Vielen Dank für Ihre Zeit.

Weitere Experten-Tipps zu den Themen Online-Banking, Festplatten-Crash, Fake-Shops und Handy-Verlust finden Sie über diesen Beitrag unten auf der Seite.

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