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Die besten Suchalternativen zu Google

21.06.2015 | 08:31 Uhr |

95 Prozent aller Suchanfragen in Deutschland laufen über Google, damit weiß der Internet-Konzern dank permanentem Tracking (fast) alles über uns. Dabei gibt es sichere Such-Alternativen.

Mit seinem De-facto-Monopol bei der Internet-Suche verfügt Google nicht nur über eine Wächterfunktion, was der Nutzer im Netz findet und was nicht, zugleich trackt er alles permanent zu Werbezwecken und verdient mit seinem Kerngeschäft weltweit Milliarden.

Doch muss das eigentlich so sein? Weshalb setzen so viele Menschen bei der Websuche praktisch ausschließlich auf Google? Und: Gibt es keine Alternativen? Doch, die gibt es! Und nach einer kurzen Zeit der Umgewöhnung, findet man damit im Internet all das genauso schnell wie mit dem „Original“.

Google zensiert das Netz

Google nimmt sich das Recht auf persönliche Daten

Das Problem mit Google beginnt in seiner zehnseitigen Datenschutzerklärung . Darin heißt es unter anderem: „Wir stellen personenbezogene Daten unseren Partnern, anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die diese in unserem Auftrag verarbeiten“ und „Wir werden personenbezogene Daten an Unternehmen, Organisationen oder Personen außerhalb von Google weitergeben, wenn wir nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, dass der Zugriff auf diese Daten oder ihre Nutzung, Aufbewahrung oder Weitergabe vernünftigerweise notwendig ist ...“ Was dies zusammen mit den Nutzungsbedingungen rechtlich in der Praxis bedeutet, lässt sich kaum bemessen.

DuckDuckGo ist nur eine von mehreren Suchalternativen zu Google: Qwant, Ixquick, MetaGer und DuckDuckGo versprechen mehr Privatsphäre als der große US-Konzern.
Vergrößern DuckDuckGo ist nur eine von mehreren Suchalternativen zu Google: Qwant, Ixquick, MetaGer und DuckDuckGo versprechen mehr Privatsphäre als der große US-Konzern.

Einfacher ist es, ganz auf die Google-Suche zu verzichten oder das Nachverfolgen so weit wie möglich zu unterdrücken. Als alternative Suchmaschinen kommen die deutsche Meta-Suchmaschine MetaGer , Ixquick aus Holland, DuckDuckGo aus den USA oder Qwant aus Frankreich in Betracht. Die Suchalternativen werben mit Privatsphäre, Anonymität, Verschlüsselung und Nichtverfolgung, indem sie auf Cookies oder Fingerprints verzichten und die eigene IP-Adressen verschleiern. Als US-Anbieter unterliegt DuckDuckGo jedoch dem Patriot Act, er muss also „bei Bedarf“ seine Serverdaten amerikanischen Behörden offenlegen. Auf das Suchpendant Bing von Microsoft soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden, schließlich handelt es sich dabei ebenfalls um einen Großkonzern aus den USA.

Cloudspeicher – europäische Alternativen zu Dropbox & Co.

Ungewohnt ist zunächst vor allem MetaGer , die als Meta-Suchmaschine die Ergebnisse anderer Suchdienste aggregiert. Welche das sein sollen, legt man individuell fest. Daneben bieten die Betreiber dieser Websuche, der Verein Suma e.V. und die Universität Hannover, mit MetaGer 3 einen Suchdienst, der wie Google im Wesentlichen nur das Suchfeld und einige weitere Einstellungen wie „Bilder“, „Sprache“ usw. umfasst. Wer auf die Google-Ergebnisse nicht ganz verzichten möchte, kann auf den Ixquick-Ableger Startpage zurückgreifen. Startpage arbeitet als Proxy-Server, wenn Sie den Link „Anonym anzeigen“ unter jedem Suchergebnis anklicken. Als IP-Adresse wird dann die von Startpage weitergegeben, Google kann nichts mehr nachverfolgen.

Privatsphäre im Browser und Fingerprints

Die Browser bieten zwar einen Privatmodus , der weniger Informationen speichert und keine Cookies gespeichert, die eigene IP-Adresse aber bleibt für jede Webseite zur Identifizierung weiterhin sichtbar. Dagegen hilft ein Proxy-Server wie die genannte Suchmaschine Startpage oder ein VPN-Programm wie Steganos Online Shield VPN .

Doch auch damit surft man keineswegs anonym, denn viele Betreiber von Webseiten setzen sogenannte Fingerprints ein, unter anderem über Canvas-Elemente . Bei diesen werden per JavaScript Grafiken erzeugt, die sich je nach verwendetem PC und Browser minimal unterscheiden. Was mit bloßem Auge nicht erkennbar, lässt sich in ein systemspezifische Daten-URL bzw. einen spezifischen Hash-Wert umwandeln – perfekt zur Wiedererkennung auch ohne Cookies oder IP-Adresse.

Fingerprints erlauben die sichere Wiedererkennung des PCs und damit in der Regel des Anwenders, selbst wenn Cookies deaktiviert sind und die IP-Adresse verschleiert wird.
Vergrößern Fingerprints erlauben die sichere Wiedererkennung des PCs und damit in der Regel des Anwenders, selbst wenn Cookies deaktiviert sind und die IP-Adresse verschleiert wird.

Die radikale Lösung gegen Canvas-Fingerprints ist das komplette Abschalten von JavaScript im Browser. Andererseits werden dann oft ganze Teile von Webseiten nicht mehr angezeigt, die Praxistauglichkeit im Alltag leidet enorm. Differenzierteren Schutz und Tools erläutert ausführlich unser Online-Ratgeber .

Gefahren sehen Sicherheitsexperten schließlich durch die zunehmende Verbreitung von WebRTC (RTC: Real Time Communication), also der Echtzeitübertragung von Audio- und Videosignalen über den Web-Browser. WebRTC wird von Chrome und Firefox unterstützt und ermöglicht Video-Telefonie ohne zusätzliche Tools oder Plugins. Eine europäische Studie kommt zu dem Schluss, dass die Zugriffsberechtigungen auf Mikrofon und Kamera im Notebook zu pauschal gestaltet seien, Missbrauch sei deshalb nicht auszuschließen.

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