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Die besten Camcorder-Apps für Android

15.08.2016 | 10:25 Uhr |

Beschwingte Feiern, rasante Fahrten, sportlicher Wettstreit: Es gibt viele Anlässe, die sich am besten in bewegten Bildern festhalten lassen.

Die ab Werk installierte Kamera-App der meisten Android-Geräte wechselt auf Fingerdruck von der Foto- zur Videoaufnahme. Besonders funktionsreich ist die Standardkamera bei der Aufzeichnung von Videos jedoch nicht. Stop-Motion-Aufnahmen sind damit kaum realisierbar. Bis die Kamera aufnahmebereit ist, vergeht manchem zu viel Zeit, und auch Spezialeffekte und Filter werden Sie bei den meisten Onboard-Kameras vergeblich suchen.

In diesem Beitrag finden Sie Apps, die all das und noch etwas mehr können. Jede App hat ihre eigenen Stärken - sicher ist auch für Sie die perfekte App dabei.

Camcorder - VHS Home Videos     

Flaue Farben und waagerechte Störstreifen am unteren Bildrand: Die Android-App “ Camcorder - VHS Home Videos ” liefert Videoclips mit dem Charme der 80er.

Camcorder - VHS Home Videos
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© Dirk Bongardt

Die Android-App „Camcorder - VHS Home Videos“ ist eine einfach gehaltene App zur Aufzeichnung von Videoclips im Stil alter VHS-Camcorder. Die Kamera orientiert sich am seinerzeit meist geringen Funktionsumfang: Sie bietet Schaltflächen für Start und Ende einer Aufnahme, Ein- und Ausschalten der Kameraleuchte, den Wechsel zwischen Front- und rückwärtiger Kamera sowie einen Regler für den digitalen Zoom. Vermisst haben wir eine Pause-Taste, mit der sich eine Aufnahme hätte unterbrechen und später fortsetzen lassen. Unabhängig vom Seitenverhältnis des Displays weisen die Clips ein Seitenverhältnis von 4:3 auf.

Störstreifen und Farben gut, Ton ausbaufähig

Wäre der Zeitpunkt der Aufnahme nicht stets ins Bild eingeblendet, würde wohl so mancher die Aufnahme auf den ersten Blick im Zeitalter der Magnetbandkassetten verorten. Die Camcorder-App zeichnet auch Ton auf, das typische VHS-Leiern ist allerdings nicht zu hören - dafür relativ starke Störgeräusche, wenn der Nutzer während der Aufnahme den Zoom-Regler bedient. Das Design entspricht dem Sucherdisplay der Camcorder früherer Tage, die Handhabung ist selbsterklärend.

Fazit zum Test der Android-App „Camcorder - VHS Home Videos“

Wer den Charme alter Magnetband-Aufnahmen mag, wird die App zu schätzen wissen. Nutzer, die gern alle Parameter detailliert steuern, dürften aber enttäuscht sein.

Englischsprachig, kostenlos

Cinema FV-5 Lite      

Die Android-App “ Cinema FV-5 Lite ” ist eine anspruchsvolle Videokamera-App, die ein detailliertes Einstellen etlicher Aufnahmeparameter ermöglicht.

Cinema FV-5 Lite
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© Dirk Bongardt

Die Android-App “Cinema FV-5 Lite” verwandelt so manches (allerdings nicht jedes) Smartphone in eine Videokamera, die auch gehobenen Ansprüchen gerecht wird. Sie bietet mehrere Fokus- und Belichtungsmodi, der Weißabgleich lässt sich manuell regeln. Neben dem internen Mikrofon kann auch ein externes oder Bluetooth-Mikro als Audioquelle dienen, und ein variables Kompositionsgitter hilft dem Nutzer, bei der Aufnahme an die Bildaufteilung zu denken. Fortgeschrittene Nutzer können sich ein Farb- oder Luminanz-Histogramm ins Kamerabild einblenden.

Erfordert Einarbeitung

Die Gratisversion der App unterstützt eine Auflösung von maximal 1.280 x 720 Bildpunkten, wer sich 4K-Auflösung wünscht, muss derzeit 1,99 Euro für die Pro-Version ausgeben.

Ansonsten lassen sich auch mit der Gratisversion sehenswerte Resultate erzielen - der Nutzer sollte sich allerdings die Zeit nehmen, sich mit den Einstellmöglichkeiten der App gründlich vertraut zu machen: Viele Funktionen sind nicht direkt über die Oberfläche zu erreichen, sondern hinter Zahnrädern und Menüpunkten verborgen.

Ist die Kamera einmal für den eigenen Bedarf optimiert, ist die grundlegende Handhabung aber auch nicht komplizierter als die anderer Kamera-Apps.

Fazit zum Test der Android-App “Cinema FV-5 Lite”

Cinema FV-5 Lite bedient auch gehobene Ansprüche - allerdings ist nicht jedes Smartphone zu hundert Prozent kompatibel.

Deutschsprachig, kostenlos

Effekt Video - Filter Kamera 

Die Android-App “ Effekt Video - Filter Kamera ” bietet eine Reihe von Filtern und Verfremdungs-Effekten, die sich schon während der Aufnahme auf das Kamerabild anwenden lassen.

Effekt Video - Filter Kamera
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© Dirk Bongardt

Instagram-Nutzer dürften zur besonderen Zielgruppe der Android-App “Effekt Video - Filter Kamera” gehören, nimmt sie doch annähernd rechteckige Videos auf. Auch einige der Filter und Verfremdungs-Möglichkeiten erinnern an die Möglichkeiten innerhalb der Instagram-App.

Die App wendet den ausgewählten Effekt allerdings in Echtzeit, also schon während der Aufnahme, an, so dass sich die Wirkung unmittelbar beurteilen lässt. Ein nachträgliches Tönen oder Verfremden fertiger Clips sieht die App allerdings nicht vor.

Viel Effekt, wenig Standardfunktionen

Die App bietet nur ausgewählte Standardfunktionen anderer Kamera-Apps. So lässt sich die Kameraleuchte ein- und ausschalten, der Nutzer kann zwischen Front- und rückwärtiger Kamera wählen und durch Antippen die Stelle im Bild festlegen, auf die die Kamera scharfstellen soll. Die Aufnahme lässt sich über dieselbe Schaltfläche starten und beenden, ein Unterbrechen und späteres Fortsetzen der Aufnahme ist nicht vorgesehen.

Benutzen lässt sich die App intuitiv.

Fazit zum Test der Android-App „Effekt Video - Filter Kamera“

Rund 40 Farbtönungen und Bildeffekte bietet die App. Bei den übrigen Kamerafunktionen muss der Nutzer allerdings Abstriche machen.

Deutschsprachig, kostenlos

Lesetipp: Machen Sie mehr aus Ihren Videoaufnahmen: 8 Apps zum Schneiden, Vertonen und Veredeln

Night Vision Video Recorder           

Die Android-App “ Night Vision Video Recorder ” nimmt auch unter schlechten Lichtverhältnissen einigermaßen kontrastreiche Fotos und Videos auf..

Night Vision Video Recorder
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© Dirk Bongardt

In ein echtes Nachtsichtgerät verwandelt die Android-App “Night Vision Video Recorder” ein Android-Gerät zwar nicht, sie holt aber aus Aufnahmen in einer nicht optimal belichteten Umgebung Erstaunliches an Farben und Kontrasten heraus. Videos zeichnet die Gratisversion der App mit maximal 320 x 240 Bildpunkten auf.

Bilder mit 640 x 480 Bildpunkten, wesentlich höhere Auflösungen bietet die (mit 8,27 Euro allerdings auch recht teure) Pro-Version.

Anvisieren, auslösen, fertig

Die App ist sehr simpel zu handhaben: Der Nutzer nimmt die Szene ins Bild und tippt dann auf den Foto- oder Video-Aufnahmebutton, um die Aufnahme zu beginnen. Die Helligkeit steuert die App automatisch aus, der Nutzer kann auf Wunsch auch die Kameraleuchte zuschalten. In völliger Dunkelheit versagt erwartungsgemäß auch diese App, bei schwachem Licht liefert sie aber wesentlich bessere Resultate als viele Apps ähnlichen Namens, die ihre Aufnahmen lediglich grün tönen.

Fazit zum Test der Android-App „Night Vision Video Recorder“

Kein Nachtsichtgerät, aber erstaunlich kontrastreiche Bilder und Videos bei schlechten Lichtverhältnissen liefert diese App.

Englischsprachig, kostenlos

Background Video Recorder           

Die Android-App “ Background Video Recorder ” zeigt während der Aufnahme keine sichtbare Menüoberfläche und ermöglicht die gleichzeitige Nutzung anderer Apps.

Background Video Recorder
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© Dirk Bongardt

Die Android-App “Background Video Recorder” dient wohl in erster Linie dazu, Videos aufzunehmen, ohne dass Dritte etwas davon mitbekommen - ob das rechtlich erlaubt ist, hängt allerdings von den Umständen des Einzelfalls ab.

Während die Aufnahme läuft, kann der Nutzer andere Apps nutzen, um beispielsweise zu chatten, Nachrichten zu lesen oder sich in einem sozialen Netzwerk umzusehen. Die Gratisversion ermöglicht Aufnahmen von maximal einer Minute pro Clip, für längere Aufnahmen ist ein In-App-Kauf der Pro-Version nötig, die derzeit mit 5,65 Euro zu Buche schlägt.

Ein Icon startet, eines zeigt die Einstellmöglichkeiten

Nach der Installation finden sich im App Drawer zwei Icons: Eines startet direkt die Aufnahme, das andere bietet Zugriff auf die Einstellmöglichkeiten. Dort lässt sich zum Beispiel der Auslöseton unterdrücken, die Auflösung wählen, eine eventuelle Verzerrung der Aufnahme korrigieren oder ein Passwortschutz einrichten. Auch, ob die Aufnahmen in der Galerie sichtbar sein sollen, kann der Nutzer festlegen. Wenn nicht, lassen sich Aufnahmen immer noch aus der App heraus betrachten.

Fazit zum Test der Android-App „Background Video Recorder“

Die App ist eine durchaus brauchbare “versteckte Kamera”, die eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Tarnung bietet.

Deutschsprachig, kostenlos

Split Video and Camera       

Mit der Android-App “ Split Video and Camera ” lassen sich zwei Clips nacheinander aufnehmen, die dann in der linken respektive rechten Hälfte des fertigen Videos gezeigt werden.

Split Video and Camera
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© Dirk Bongardt

Die Android-App “Split Video and Camera” eignet sich zur Aufnahme von gesplitteten Fotos und Videos. Mit der Videokamera kann der Nutzer nacheinander zwei Szenen aufnehmen, die die App dann zu einer Aufnahme kombiniert. Mit der Fotokamera lassen sich bis zu drei Aufnahmen neben- oder übereinander kombinieren. In Videos sind die Szenen stets nebeneinander angeordnet, der Nutzer kann aber einstellen, wie viel Platz sie jeweils erhalten sollen.

Kein Kamerawechsel während der Aufnahme

Wurde die erste Szene mit rückwärtigen Kamera aufgenommen, lässt sich die zweite nicht mit der Frontkamera aufzeichnen. Überhaupt sind die Kamerafunktionen relativ beschränkt, Zoom und unterschiedliche Fokusmodi sucht man vergeblich. Dafür bietet die App einige Echtzeit-Effekte, und die Härte des Übergangs zwischen den Szenen lässt sich per Schieberegler einstellen.

Die Handhabung ist weitgehend selbsterklärend, das Design ist trotz eingeblendeter Werbung ansprechend.

Fazit zum Test der Android-App „Split Video and Camera“

Sparsam eingesetzt, kann der Split-Effekt, den diese App erzeugt, Videos durchaus bereichern. Als einzige Aufnahme-App eignet sie sich jedoch nicht.

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Funmotion (Stop Motion Clip)        

Die Android-App “ Funmotion ” verbindet kurze, hintereinander aufgenommene Szenen zu einer einzigen Animation..

Funmotion (Stop Motion Clip)
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© Dirk Bongardt

“Stop Motion” nennt sich der Effekt, der sich mit der Android-App “Funmotion (Stop Motion Clip) erzielen lässt. Figuren aus Knetmasse lassen sich so scheinbar zum Leben erwecken, oder Spielzeugautos fahren Schlangenlinien durchs Bild. Dazu nimmt der Nutzer einfach eine statische Szene für Sekundenbruchteile auf, verändert die Szene geringfügig, nimmt weitere Sekundenbruchteile auf und fährt so fort, bis die beabsichtigte Animation vollendet ist.

Aufnehmen erfordert Zeit- und Fingerspitzengefühl

Um eine Szene aufzunehmen, tippt der Nutzer einfach irgendwo ins Kamerabild. Sobald er den Finger vom Display nimmt, hält die Aufnahme an. Auf diese Art lässt sich zum Beispiel auch eine Zeitraffer-Aufnahme einer belebten Straßenszene machen: Der Nutzer tippt dazu einfach rhythmisch im Sekundentakt aufs Display, während er die Straße anvisiert. Ein Stativ ist nicht unbedingt nötig, erleichtert die Nutzung der App aber erheblich.

Fazit zum Test der Android-App „Funmotion (Stop Motion Clip)“

Trickfilme, die auf der Aneinanderreihung von Einzelbildern beruhen, lassen sich mit dieser App ebenso aufnehmen wie Zeitraffer-Aufnahmen.

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Floating Camera Video Recorder

Die Android-App “ Floating Camera Video Recorder ” ermöglicht schnelle Foto- und Videoaufnahmen und zeigt das Vorschaubild in einem frei verschieb- und skalierbaren Overlay.

Floating Camera Video Recorder
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© Dirk Bongardt

Schnelle Schussbereitschaft ist die größte Stärke der Android-App “Floating Camera Video Recorder”. Einmal im Hintergrund gestartet und konfiguriert, nimmt sie sofort auf, sobald der Nutzer die zugewiesene Taste - laut, leiser oder eine Taste am Bluetooth-Headset - drückt. Der Nutzer kann auch mehreren Tasten unterschiedliche Funktionen zuweisen, etwa der Leiser-Taste eine Foto-Aufnahme, der Lauter-Taste Start und Ende einer Videoaufnahme und dem Bluetooth-Knopf eine Serienbildaufnahme. Auf Wunsch zeigt die App in einem Overlay-Fenster eine Vorschau auf das Kamerabild.

Konfiguration selbsterklärend

Beim ersten Start der App muss der Nutzer die Trigger - also die Auslöser - festlegen, mit denen die einzelnen Kamerafunktionen bedient werden sollen. Alle anderen Einstellungen sind optional. Wer nichts angibt, erhält jeweils die höchstmöglichen Auflösungen, kann Videos in maximaler Länge und mit maximalem Speicherbedarf aufzeichnen. In den Einstellungen kann der Nutzer außerdem zwischen Front- und Rückseiten-Kamera wechseln. Danach genügt ein Druck auf die gewählten Bedienelemente, um die Kamera zu nutzen.

Fazit zum Test der Android-App „Floating Camera Video Recorder“

Wer sofort aufnahmebereit sein will, sollte es mit dieser App versuchen. Das frei platzierbare Videofenster hilft, den richtigen Bildausschnitt anzuvisieren.

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