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Die besten Bonus-Tools der Antivirenhersteller

28.09.2016 | 09:10 Uhr |

Das Sicherheits-Know-how der großen Antivirenhersteller ist riesig. Ein Teil davon fließt in ihre kostenlosen Bonusprogramme. Mit der richtigen Auswahl für Ihren PC erzielen Sie damit zusätzlichen Schutz.

In den Programmierstuben der großen Antivirenhersteller entstehen zusätzlich zu den klassischen Antivirenprogrammen und Internetsicherheitspakten noch etliche Bonusprogramme. Die Hersteller verstecken diese oft extrem nützlichen Tools aber in der Regel tief im Servicebereich ihre Webauftritte. Zu Unrecht, wie wir finden. Darum stellen wir Ihnen hier die zehn besten Bonus-Tools der Antivirenhersteller vor.

1. Sicherheitsbrowser gegen Viren und Datendiebstahl

Der deutsche Antivirenhersteller Avira bietet einen eigenen Sicherheitsbrowser für geschütztes Surfen im Internet. Der Browser nennt sich Avira Scout und ist kostenlos zu haben. Der Browser basiert auf Chromium , dem Open-Source-Browser, den auch Google für sein Tool Google Chrome nutzt. Damit ist Avira Scout schon einmal schnell und leistungsfähig. Zu Chrome packt Avira noch ein paar Schutzfunktionen, allen voran eine Filterfunktion gegen gefährliche Webseiten. Die Funktion „Sicheres Wifi“ erzwingt eine verschlüsselte Verbindung, wo immer das möglich ist. Das soll einen Angreifer in einem öffentlichen WLAN daran hindern, Ihre Verbindung mitzulesen und so Log-in-Infos zu stehlen. Hinter dieser Funktion steckt übrigens die Chrome-Erweiterung HTTPS-Everywhere, die man auch ohne Avira Scout in Chrome und Firefox nutzen kann. Außerdem ist in Avira Scout ein Tracking-Schutz eingebaut, der etwa die Cookies von Werbenetzwerken beseitigen soll.

Kurz zusammengefasst: Avira Scout ist ein Browser zum geschützten Surfen im Internet. Die Kombination aus dem ohnehin sehr sicheren Browser Chromium und den Zusatzfunktionen von Avira machen Avira Scout zu einem empfehlenswerten Sicherheitsbrowser.

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2. Webseitenfilter fürs Surfen im Internet

Bitdefender Traffic Light schützt vor gefährlichen Websites.
Vergrößern Bitdefender Traffic Light schützt vor gefährlichen Websites.

Wer nicht gleich einen neuen Browser nutzen möchte (siehe Punkt 1), der holt sich mit dem Tool Bitdefender Traffic Light zumindest einen Filter gegen gefährliche Websites. Diese Funktion gehört zwar eigentlich zur Grundausstattung eines jeden Internetsicherheitspakets, doch nicht jeder nutzt eine komplette Sicherheitssuite. Wenn auch Sie sich auf den Einsatz eines reinen Antivirentools beschränken, etwa Avira Free Antivirus , ist ein Webseitenfilter eine gute Ergänzung.

Bitdefender Traffic Light gibt es als Erweiterung für Chrome und Firefox. Die Freeware scannt jede aufgerufene Seite nach Schadcode. Das Besondere: Findet sie auf einer Website ein verseuchtes Werbemodul, wird nicht gleich die komplette Site geblockt, sondern nur das unerwünschte Element. Sie können also weiterhin die Seite lesen und sind trotzdem geschützt. Vor allem seit 2014 ist es Virenverbreitern immer wieder gelungen, ihre Schädlinge in Werbebannern unterzubringen. Ein extra Schutz ist somit empfehlenswert.

Kurz zusammengefasst: Die Browser-Erweiterung Bitdefender Traffic Light blockiert gefährliche Webseiten und gefährliche Elemente innerhalb harmloser Websites. So wird das Surfen im Internet deutlich sicherer.

3. Schutz vor manipulierten USB-Sticks aus dem Labor

Das Tool G Data USB Keyboard Guard blockiert gefährliche USB-Sticks, die sich als Tastatur tarnen. Sicherheitsexperten von den Srlabs hatten 2014 diese neue Angriffstechnik über die USB-Schnittstelle entdeckt. Es gelang ihnen, die Firmware eines USB-Sticks so zu verändern, dass sich das Gerät beim Einstecken am PC als eines der USB-Standardgeräte ausgibt. In ihrem Beispiel war das eine Tastatur. Das Gefährliche daran: Wenn sich der USB-Stick nicht als Massenspeicher, sondern als Tastatur ausgibt, werden seine Kommandos weder von den Windows-eigenen Schutzvorrichtungen noch von einer installierten Sicherheitssoftware geprüft. So kann der USB-Stick unbemerkt schädliche Kommandozeilenbefehle in die Powershell übergeben und das System leicht infizieren. Damit der Angriff funktioniert, muss der Angreifer Zugang zum Rechner haben, da er den manipulierten USB-Stick anstecken muss. Oder er verleitet den PC-Besitzer dazu, den Stick selbst anzustecken. Die Bedrohung mag für Privatanwender nicht allzu groß sein, in Firmen aber, in denen viele Sticks genutzt werden, ist die Masche sehr gefährlich.

Wer sich gegen diese Art von Attacke schützen möchte, kann das Tool G Data USB Keyboard Guard installieren. Es notiert sich alle bei der Installation angeschlossenen USB-Geräte als harmlos. Sobald sich ein neues USB-Gerät als Tastatur am System anmelden möchte, wird dies von dem Tool verhindert, und der Anwender erhält eine Warnung. Andere USB-Geräte, etwa einfache USB-Sticks, lassen sich aber weiterhin anschließen. Darüber hinaus macht das Tool Werbung für die Antiviren-Software von G Data.

Kurz zusammengefasst: G Data USB Keyboard Guard schützt den PC vor manipulierten USB-Sticks. Privatanwender müssen solche Sticks allerdings weitaus weniger fürchten als Firmen.

4. Schutz vor verseuchten USB-Sticks auch für Windows 10

Ein häufiger Verbreitungsweg für PC-Viren zu Zeiten von Windows XP waren USB-Sticks. Das bekannteste Beispiele dafür ist der Schädling Conficker , der ab 2008 sein Unwesen trieb. Mit Windows Vista hat Microsoft den Autostartfunktionen für USB-Sticks entschärft und zudem mit der verbesserten Benutzerkontensteuerung einen Angriff per USB-Viren erschwert. Dennoch kursieren immer wieder Schädlinge, die sich per USB-Stick verbreiten können. Wer viele fremde USB-Sticks an seinen PC anschließen muss, für den ist das kostenlose, englischsprachige Tool Bitdefender USB Immunizer geeignet. Letztlich macht das Tool nichts weiter, als den Autostart für USB-Anschlüsse zu deaktivieren – das allerdings erledigt es vollautomatisch. Zudem können Sie Ihre eigenen USB-Sticks mit dem Tool „immunisieren“. Das Bitdefender-Tool schreibt dafür eine eigene, natürlich harmlose Autostartdatei (autorun.inf) auf den USB-Stick und schützt diese vor Veränderungen. Ein Virus kann somit keine eigene, schädliche autorun.inf auf den USB-Stick bringen.

Kurz zusammengefasst: Bitdefender USB Immunizer schützt vor automatisch startenden Viren auf USB-Sticks. Der Einsatz empfiehlt sich, wenn Sie immer wieder fremde USB-Sticks nutzen müssen.

5. Zusätzlicher Schutz für den Internetbrowser

Das Tool Malwarebytes Anti-Exploit schirmt in der kostenlosen Variante Ihren Internetbrowser und die darin installierten Erweiterungen sowie Java gegen Viren ab. Die kostenpflichtige Version (25,95 Euro pro Jahr für einen PC) von Anti-Exploit soll auch Angriffe auf gängige PDF-Programme, allen voran Adobe Reader, abwehren.

Die Software soll Viren daran hindern, Sicherheitslücken in den genannten Programmen auszunutzen, bis ein Update gegen die Lücke verfügbar und installiert ist. Grundsätzlich finden wir, dass dieser Job vom Antivirenprogramm erledigt werden sollte. Da das aber offenbar häufig nicht der Fall ist, kann Anti-Exploit in der kostenlosen Variante (Testversion) eine sinnvolle Ergänzung zum eigenen Antivirenprogramm sein. Die kostenpflichtige Version von Anti-Exploit lohnt sich unserer Ansicht nach nur für extrem exponierte PCs.

Kurz zusammengefasst: Das Tool Anti-Exploit schützt den Browser und ein paar andere Tools vor Viren, die ungestopfte Sicherheitslücken ausnutzen wollen. Sinnvoll ist das Tool für sehr gefährdete PCs.

6. Der 60-Sekunden-Blitzscan für den Windows-Rechner

Der 60-Sekunden-Virenscanner von Bitdefender lässt sich zusätzlich zu einem bereits installierten Antivirenprogramm nutzen und kann den PC blitzschnell auf Viren prüfen.
Vergrößern Der 60-Sekunden-Virenscanner von Bitdefender lässt sich zusätzlich zu einem bereits installierten Antivirenprogramm nutzen und kann den PC blitzschnell auf Viren prüfen.

Von Antivirenhersteller Bitdefender stammt das Tool 60-Sekunden-Viren-Scanner . Es prüft nur aktive Programme, das dafür aber sehr schnell. In unserem Test auf einem etwas älteren PC brauchte das Tool zwar ein paar Sekunden länger als die angepriesenen 60, doch schnell war es immer noch. Diese hohe Geschwindigkeit kann der 60-Sekunden-Viren-Scanner liefern, da er im Wesentlichen nur nachsieht, welche Programme gerade aktiv sind und dann die gesammelte Liste mit einer Datenbank im Internet abgleicht.

Kurz zusammengefasst: Die Freeware 60-Sekunden-Viren-Scanner prüft sehr schnell, ob eines der aktiven Programme ein Schädling ist. Sie können das Tools zusätzlich zu Ihrem installierten Antivirenprogramm nutzen.

Mit dieser App von G Data scannen Sie einen QR-Code wie gewohnt. Die App überprüft dann vor dem Öffnen des QR-Codes, ob dieser Schaden anrichten könnte.
Vergrößern Mit dieser App von G Data scannen Sie einen QR-Code wie gewohnt. Die App überprüft dann vor dem Öffnen des QR-Codes, ob dieser Schaden anrichten könnte.

Ein QR-Code kann eine ganze Menge Informationen enthalten. In den meisten Fällen verbirgt er aber einen Link zu einer Website. Das ist für jeden Smartphone-Nutzer nützlich. Will man etwa eine beworbene App herunterladen, muss man diese nicht im Play Store oder über die Website des Anbieters suchen, sondern man fotografiert einfach den QR-Code ab. Der enthaltene Link zur App öffnet automatisch die passende Seite im App-Store, und die Installation startet nach nur einem Fingertipp. Allerdings verbreiten Kriminelle immer wieder QR-Codes zu gefährlichen Webseiten. Solche Angriffe sind zwar relativ selten, dennoch sollte man sich nicht schutzlos einem beliebigen QR-Code ergeben. Abhilfe schafft eine spezielle QR-Code-App , etwa vom Antivirenspezialisten G Data. Sie prüft den Inhalt des QR-Codes. Besteht er aus einem Link, wird dieser mit der Datenbank von G Data abgeglichen. Dort werden aktuelle Phishingsites und weitere gefährliche Webseiten erfasst.

Kurz zusammengefasst: Mit der App G Data QR Code Scanner rufen Sie die Infos aus einem QR-Code ab, ohne Ihr Smartphone zu gefährden. Gefährliche Links werden blockiert.

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8. Antiviren-DVDs: Retter in der Not

Viele der Antivirenhersteller bieten eine bootfähige Antiviren-DVD kostenlos für jeden Nutzer. Die meisten der Antiviren-DVDs basieren auf Linux und werden mit einer grafischen Bedienerführung gestartet. So läuft die Virensuche fast wie unter einem Windows-Programm ab. Sie müssen lediglich daran denken, dass sich auch Antiviren-DVDs für ihre Arbeit aktuelle Updates aus dem Internet laden müssen. Ist der betroffene PC per Netzwerkkabel mit den Internetrouter verbunden, klappt das meist vollautomatisch. Für eine WLAN-Verbindung müssen Sie erst Ihr WLAN-Passwort in den Netzwerkmanager eingeben.

Im letzten Antivirentest der PC-WELT hatte das Testinstitut AV-Test.org geprüft, wie gut die Antiviren-DVDs einen befallenen PC reinigen können. Auf Platz eins schaffte es die Bitdefender Rescue DVD . Sollten Sie Ihren PC wegen Virenverdacht mit einer Antiviren-DVD untersuchen wollen, dann liegen Sie mit diesem Tool richtig. Wie Sie aus einer ISO-Datei eine bootfähige DVD erstellen, erklärt dieser Ratgeber .

Eine gute Alternative zur Bitdefender-DVD ist die Kaspersky Rescue Disk 10 , die einen verseuchten PC ebenfalls sehr gut reinigen kann. Eine tolle Zusatzfunktion bietet die Antiviren-DVD Dr. Web Live CD/DVD . Sie kommt mit einem Registry-Editor, der dem von Windows sehr ähnlich ist. So lässt sich die Windows-Registry auch dann bearbeiten, wenn Windows nicht mehr starten möchte.

Kurz zusammengefasst: Kostenlose Antiviren-DVDs prüfen und reinigen einen virenverseuchten PC oft zuverlässig. Der Sieger im letzten PC-WELT-Vergleichstest war die Bitdefender Rescue DVD.

9. Onlinescanner als zweite Meinung bei Virenverdacht

Dieser Online-Scanner von Eset sucht nach Viren auf dem PC. Er läuft direkt im Internet Explorer, lässt sich aber auch als portables Tool herunterladen und direkt ausführen.
Vergrößern Dieser Online-Scanner von Eset sucht nach Viren auf dem PC. Er läuft direkt im Internet Explorer, lässt sich aber auch als portables Tool herunterladen und direkt ausführen.

Wann immer Sie eine zweite Meinung zu einem vermutlich virenverseuchten PC benötigen, sind Onlinescanner eine gute Wahl und eine Alternative zu den etwas umständlicheren Antivirensystemen (siehe Punkt 8).

Ein Onlinescanner kommt sich mit der bereits installierten Antiviren-Software nicht ins Gehege und sucht dennoch gründlich nach einem möglicherweise vorhandenen Virus. Das trifft übrigens auch auf portable Scanner zu, die ohne Installation laufen. Grundsätzlich sollte man stets den Zweitscanner eines anderen Antivirenhersteller verwenden, als den vom bereits installierten Tool. Das heißt konkret: Wenn auf dem betreffenden PC etwa Bitdefender Internet Security installiert ist, dann setzen Sie den Eset Online Scanner ein. Für andere Nutzer ist etwa das Tool Bitdefender Quick Scan eine gute Wahl.

Kurz zusammengefasst: Bei Virenverdacht sollte man das System mit einem zweiten Scanner untersuchen. Empfehlenswert sind unter anderem Bitdefender Quick Scan und Eset Online Scanner.

10. Den DSL-Router auf Manipulationen prüfen

Aktuelle Viren beherrschen viele Tricks, um an Ihre Passwörter zu kommen. Ganz besonders raffinierte Schädlinge ändern zu diesen Zwecken die Einstellungen für den DNS-Server (Domain Name System). Einen DNS-Server benötigen Sie immer dann, wenn Sie eine Webseite über ihren Namen aufrufen. Wenn Sie etwa in Ihren Internetbrowser die Adresse www.postbank.de eingeben, dann fragt Ihr PC einen DNS-Server im Internet nach der dazugehörigen IP-Adresse. Dieser gibt dann etwa 160.83.8.182 zurück. Welchen DNS-Server Ihr PC nutzt, lässt sich festlegen. Die meisten Heim-PCs sind so konfiguriert, dass sie die DNS-Server-Einstellungen des Routers nutzen.

Diese Einstellung machen sich auch die raffinierten Viren zunutze. Der Schädling trägt im Router einen eigenen, manipulierten DNS-Server ein. Wenn Sie anschließend das nächste Mal www.postbank.de in Ihren Browser eingeben, dann leitet Sie der manipulierte DNS-Server zu einer gefälschten Version der Bank-Seite um. Wenn Sie nun auf dieser Phishingsite Ihre Daten eingeben, fallen sie den Virenprogrammierern in die Hände.

Da die meisten Antivirentools keine Prüfroutine für manipulierte Routereinstellungen haben, sollten Sie selber von Zeit zu Zeit die Einstellungen zum verwendeten DNS-Server kontrollieren. Ganz leicht klappt das mit dem Onlinetool von F-Secure unter www.f-secure.com/router-checker . Klicken Sie auf der Website auf „Überprüfen Sie Ihren Router“, und warten Sie das Ergebnis ab. Das Onlinetool ermittelt Ihren tatsächlich genutzten DNS-Server, ganz gleich, ob dieser im Router oder in Windows festgelegt ist. Ist alles in Ordnung, meldet die Seite „Keine Probleme gefunden“.

Kurz zusammengefasst: Mit dem Onlinetool F-Secure Router Checker prüfen Sie, ob Kriminelle den DNS-Server in Ihrem DSL-Router oder PC manipuliert haben. So lassen sich Umleitungen auf Phishingwebsites erkennen und anschließend verhindern.

Sicherheitstools für Android

Sicherheitstools gibt es auch für Android-Smartphones. Lange Zeit war jedoch die Bedrohung durch Viren auf dem Handy nicht so groß wie auf dem PC. Wer ein wenig sicherheitsbewusst mit Apps auf dem Smartphone umgehen konnte, für den bestand keine große Notwendigkeit für eine Antiviren-App. Allmählich scheint sich das allerdings zu ändern. Immer häufiger tauchen gefährliche Apps auch auf den Smartphones deutscher Nutzer auf, etwa im Juli der Fiesling Hummingbad . 2016 könnte somit das Jahr sein, ab dem sich eine Antiviren-App für Android lohnt. Empfehlenswert ist etwa die in der Basisversion kostenlose App Avira Antivirus Security. Wer sich noch mehr Schutz wünscht und deshalb eine kostenpflichtig Antiviren-App einsetzen möchte, findet hier einen aktuellen Test von 26 Sicherheitstools für Android.

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