Die Musikindustrie will das Internet in absehbarer Zeit als Vertriebsweg nutzen, um die Gewinnspanne des Einzelhandels einzusparen. Statt eine CD im Laden zu kaufen, lädt der Kunde den gewünschten Song von der Web-Seite der Plattenfirma.
Der heutige Quasi-Standard MP3 ist dafür aber zu unsicher - schließlich lassen sich die Dateien momentan problemlos kopieren. Auf Initiative der CD-Firmen arbeitet die SDMI (Secure Digital Music Initiative) an einem Standard, der das unerlaubte Kopieren unmöglich machen soll.
Kommerzielle Musikaufnahmen sollen nach dem Wunsch dieses Verbands - unabhängig von ihrem Dateiformat - ein "Wasserzeichen" erhalten, das eine illegale Nutzung verhindert. Fast 200 Unternehmen, darunter große CD-Firmen wie Sony und BMG, Internet-Provider wie AOL und Computer-Hersteller wie Compaq, sind in dieser Initiative vertreten.
Diese Entwicklung ist aber keine Gefahr für MP3: Setzt sich der Standard durch, wird es neben kostenpflichtigen MP3-Dateien mit Wasserzeichen weiterhin MP3s in der jetzigen Form geben. Denn die gigantische Menge an im Netz verfügbaren MP3-Dateien wird die Hersteller ganz gewiss dazu veranlassen, weiterhin Hard- und Software-Player im Angebotsprogramm zu halten, die auch das herkömmliche MP3- Format unterstützen.
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